Alma Naidu (* 1995) ist eine deutsche Jazzmusikerin (Gesang, Songwriting).[1]

Leben und Wirken

Naidu wuchs in München als Tochter von Musikern auf; ihr Vater ist Dirigent, die Mutter die Opernsängerin Ann-Katrin Naidu. Bereits ab dem Alter von fünf Jahren erhielt sie klassischen Klavierunterricht; hinzu kam die Geige, von der sie aber mit 14 Jahren zur Gitarre wechselte.[1] Ebenso erhielt sie eine Ausbildung in klassischem Gesang, später in Musicalgesang (etwa bei Andreas Kohn und Vladimir Korneev). Zunächst begann sie ein Studium der Kommunikationswissenschaften.[2] Seit Oktober 2016 studierte sie Jazzgesang an der Hochschule für Musik und Theater München bei Sanni Orasmaa und Anne Czichowsky;[1] ein Semester verbrachte sie an der Royal Academy of Music in London bei Norma Winstone.

Bereits seit ihrem 15. Lebensjahr stand Naidu als Pop- und Jazzsängerin auf der Bühne und verfasste eigene Songs. Mit klassischem Programm trat sie als Sopransolistin im Münchner Herkulessaal auf; auch interpretierte sie eigene Songs in einem Fernsehgottesdienst des Bayerischen Rundfunks. 2016 spielte sie die Hauptrolle in Joe Haiders Musical „Rosaly – das Mädchen aus Glas“ bei der deutschen Erstaufführung im Gasteig,[2] 2019 eine Hauptrolle in Jesus Christ Superstar am Staatstheater Augsburg. Sowohl bei der Jazzwoche Burghausen als auch beim Jazzfestival Ebersberg sang sie 2019 den Gesangspart von Ellingtons Sacred Concert. Als Mitglied des Landesjugendjazzorchesters Bayern unter Leitung von Harald Rüschenbaum trat sie 2019 beim Jazz-Weekend Regensburg auf.[1]

Wolfgang Haffner holte sie zu seinem Album Kind of Tango (ACT 2020), das sie auch auf Tourneekonzerten vorstellte.[3] Mit dem Landesjugendjazzorchester Bayern spielte sie das Album Railtracks ein.[4] Mit ihrer Band, zu der Simon Oslender, Philipp Schiepek, Thomas Stieger (Kontrabass) und Valentin Renner (Schlagzeug) gehören, stellte sie ihr eigenes Repertoire im Bayerischen Rundfunk vor.[5] Mit der MMT Bigband veröffentlichte sie das Album Tatort Bigband. Weiterhin trat sie mit Tizian Jost, mit Anders Jormin und mit der Jazzrausch Bigband auf.[6]

Preise und Auszeichnungen

Naidu wurde 2018 mit einem Sonderpreis für herausragende Interpretation sowie dem Publikumspreis beim Gasteig Wettbewerb in der Rubrik Jazz ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt sie den 1. Preis bei Jugend jazzt sowie ein Stipendium der New York Voices. Sie ist Preisträgerin beim Kurt Maas Jazz Award 2021[7] und wurde (ebenso wie Julia Hornung und Sam Hylton) mit dem BMW Welt Young Artist Jazz Award 2021 ausgezeichnet.[8] Im selben Jahr erhielt sie einen Bayerischen Kunstförderpreis in der Kategorie „Musik“.

Diskographische Hinweise

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d Oliver Hochkeppel: Sich den Jazz anlachen. Die Münchnerin Alma Naidu hat sich in verschiedenen Disziplinen versucht, um dann doch zu ihrer größten Leidenschaft zu finden: zur Musik. In: Süddeutsche Zeitung. 29. Mai 2019, abgerufen am 7. Dezember 2020.
  2. a b Kurzporträt
  3. Schlagzeuger Wolfgang Haffner und das Lebensgefühl Tango – Interview. Choices, 28. Februar 2020, abgerufen am 7. Dezember 2020.
  4. Railtracks: Die neue CD des Landes-Jugendjazzorchesters Bayern. Bayern2, 29. Juni 2020, abgerufen am 7. Dezember 2020.
  5. Bühne frei im Studio 2 ... Alma Naidu. BR Klassik, 4. Dezember 2020, abgerufen am 7. Dezember 2020.
  6. u. a. Fernsehauftritt in der Abendschau am 5. August 2019
  7. Die Entscheidung ist gefallen: Kurt Maas Jazz Award 2021 (Jazzzeitung)
  8. München: BMW Welt Young Artist Jazz Award. In: Jazz thing. 28. Mai 2021, abgerufen am 28. Mai 2021.
  9. Thomas J. Krebs: Alma Naidu mit fulminantem Debut Album: „Alma“. Jazzzeitung, 11. Februar 2022, abgerufen am 27. Februar 2022.