Annett Louisan, 2009

Annett Louisan (* 2. April 1977 als Annett Päge in Havelberg[1]) ist eine deutsche Chanson- und Popsängerin. Ihren Durchbruch hatte sie 2004 mit ihrem Debütalbum Bohème, das mit über 515.000 verkauften Einheiten ihre erfolgreichste Veröffentlichung ist, und mit dem auf dem Album enthaltenen Lied Das Spiel. In ihrer Karriere hat sie bislang mehr als 1,5 Millionen Tonträger verkauft. Der Künstlername Louisan leitet sich vom Vornamen ihrer Großmutter Louise ab.

Leben

Annett Louisan wuchs bei ihrer Mutter und deren Eltern in Schönhausen (Elbe) auf, bis sie 1989 mit zwölf Jahren mit ihrer Mutter nach Hamburg zog. Dort nahm sie nach dem Schulabschluss zunächst ein Malerei-Studium an der Kunsthochschule auf, das sie mit einer Tätigkeit als Studiomusikerin finanzierte.

Sie ist Botschafterin von Fairtrade Deutschland[2] und für die Deutsche José-Carreras-Leukämie-Stiftung tätig.

Louisan war in erster Ehe mit dem türkischstämmigen Songtexter Gazi Isikatli verheiratet; die Ehe wurde 2008 geschieden. Seit 2014 ist sie mit ihrem Produzenten Marcus Brosch verheiratet.[3][4] Das Paar hat eine gemeinsame Tochter (* 2017). Sie lebt in Hamburg-St. Georg.[5][6]

Karriere

2004–2009: Entdeckung und Durchbruch

Annett Louisan bei einem Konzert in Bochum, 2009

Vom Musikproduzenten Frank Ramond entdeckt, erschien im Februar 2004 bei Sony Music Entertainment ihr Debütalbum Bohème, das sich in den Deutschen Albumcharts auf Platz 3 platzierte. Es erreichte zudem sechs Wochen nach Veröffentlichung Gold- und nach neun Wochen Platinstatus und wurde damit zu einem der schnellstverkauften Debütalben der deutschen Musikindustrie, die Kompositionen schrieben Hardy Kayser und Matthias Haß. Ende Oktober 2004 kam ihre erste Single Das Gefühl heraus, die Platz 34 erzielte. Anfang November 2004 folgte mit Das Spiel ihre zweite Singleauskopplung, die auf Platz 5 der Deutschen Singlecharts kletterte und für Louisan den Durchbruch bedeutete. Im Frühjahr 2005 tourte Louisan mit den Titeln des Albums in 25 Städten in Deutschland mit ausverkauften Konzerten z. B. in Frankfurt (Alte Oper), Hamburg (Musikhalle), München (Circus Krone) oder Berlin (dreimal Schillertheater). In dieser Zeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem ECHO Pop in der Kategorie „Künstlerin des Jahres national Rock/Pop“ oder mit der Goldenen Stimmgabel als „Erfolgreichste Solistin Pop“.

Im Oktober 2005 veröffentlichte sie schließlich ihr zweites Album Unausgesprochen, das sich musikalisch vor allem weg vom Pop bewegte und sich mehr auf die französisch-deutsche Chanson-Tradition konzentrierte. Louisan verwendete hierbei Musette-Walzer, Tango und Bossa-Nova-Rhythmen. Das Album hielt sich mehr als 50 Wochen in den deutschen Charts. Im Frühjahr 2006 folgte eine große Tour mit vielen ausverkauften Konzerten. Im Herbst des Jahres gab es 30 weitere ausverkaufte Konzerte. 2007 sang Louisan den Titelsong Der kleine Unterschied für die deutsche Kinokomödie Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken. Der Song wurde wie der gesamte Film-Soundtrack von James Last komponiert und erschien auf Annett Louisans drittem Album Das optimale Leben, das sich erstmals auf Platz 2 platzierte und Platinstatus holte. Im Oktober 2008 erschien Louisans viertes Album Teilzeithippie. Das Album stieg wie das vorherige dritte Album auf Platz 2 ein und hielt sich 31 Wochen in den Charts. Die darauffolgende Tournee umfasste 50 Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Seit 2010: Weitere Studioalben und Sing meinen Song – Das Tauschkonzert

Von 2010 bis 2016 synchronisierte Louisan für die französisch-deutsche computeranimierte Fernsehserie Der kleine Prinz die belgische Schauspielerin Marie Gillain. Im März 2011 erschien mit In meiner Mitte ihr fünftes Studioalbum. Die meisten Songs entstammen der Kooperation mit Louisans neuem musikalischen Partner Danny Dziuk.

2014 lieh sie Kristin Chenoweth in dem US-amerikanischen animierten Familienfilm Rio 2 – Dschungelfieber ihre Stimme. Im Februar 2014 kam unter dem Titel Zu viel Information ihr sechstes Studioalbum heraus. Damit schaffte sie erneut den Direkteinstieg in die Top 3 der deutschen Albumcharts. Im September 2014 interpretierte Louisan im Rahmen der von Johannes B. Kerner moderierten ZDF-Fernsehshow anlässlich des 80. Geburtstag von Udo Jürgens dessen Lied Wer hat meine Zeit gefunden?. 2015 spielte sie mit Revolverheld das Lied Spinner im Rahmen von MTV Unplugged ein.[7] Der Sänger von Revolverheld, Johannes Strate, bezeichnete sie dabei als langjährige Freundin der Band und musikalisches Vorbild.[8]

2016 wirkte sie bei der von VOX ausgestrahlten Musikshow Sing meinen Song – Das Tauschkonzert mit und präsentierte dort erstmals ihren Song Meine Kleine. Im Mai 2016 kam ihr siebtes Studioalbum Berlin, Kapstadt, Prag mit zehn Coverversionen zu Liedern von Rammstein (Engel), Kraftwerk (Das Model), Marteria (OMG!), Wanda (Bologna), Philipp Poisel (Wie soll ein Mensch das ertragen), Ich + Ich (Stark), Tokio Hotel (Durch den Monsun), Münchener Freiheit (So lang’ man Träume noch leben kann), Udo Jürgens (Merci, Chérie) und David Bowie (Heroes in seiner deutschsprachigen Version) heraus.[9]

Im März 2019 erschien ihr achtes Studioalbum Kleine große Liebe beim Musiklabel Ariola und errang Platz 6 der deutschen Albumcharts. Im August 2020 brachte sie ihr zweites aus Coverversionen bestehende Studioalbum Kitsch heraus, das sich auf Position 7 der Albencharts in Deutschland platzierte. Für den im August 2021 gestarteten Kinofilm Tom & Jerry sang sie das Titellied Vielen Dank für die Blumen, das im Original von Udo Jürgens interpretiert wurde.

Im Dezember erschien mit Die fabelhafte Welt der Amnesie der erste Song des 10. Studioalbums Babyblue, das im Februar 2023 veröffentlicht wurde.[10]

Die Annett-Louisan-Band

Hardy Kayser, Friedrich Paravicini, Annett Louisan, Jürgen Kumlehn, Christoph Buhse, Olaf Casimir, Mirko Michalzik (v. l. n. r.)

Die Band von Annett Louisan besteht aus dem Band-Leader und Gitarristen Hardy Kayser, Mirko Michalzik an der Gitarre, dem Schlagzeuger Christoph Buhse, Olaf Casimir am Kontrabass, Jürgen Kumlehn an der Gitarre und Friedrich Paravicini, der wahlweise Akkordeon, ein Wurlitzer E-Piano, Cello oder Mundharmonika spielt.[11]

Diskografie

Studioalben

JahrTitel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE AT CH
2004Bohème
105music (Sony BMG)
DE3
Fünffachgold
×5
Fünffachgold

(54 Wo.)DE
AT11
Gold
Gold

(21 Wo.)AT
CH23
(15 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 2004
Verkäufe: + 515.000
2005Unausgesprochen
105music (Sony BMG)
DE3
Platin
Platin

(51 Wo.)DE
AT19
Gold
Gold

(27 Wo.)AT
CH49
(10 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 21. Oktober 2005
Verkäufe: + 215.000
2007Das optimale Leben
105music (Sony BMG)
DE2
Platin
Platin

(34 Wo.)DE
AT6
Gold
Gold

(10 Wo.)AT
CH7
(9 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 31. August 2007
Verkäufe: + 210.000
2008Teilzeithippie
105music (Sony BMG)
DE2
Platin
Platin

(32 Wo.)DE
AT6
Gold
Gold

(14 Wo.)AT
CH11
(6 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 17. Oktober 2008
Verkäufe: + 210.000
2011In meiner Mitte
105music (Sony)
DE2
Gold
Gold

(24 Wo.)DE
AT5
(11 Wo.)AT
CH22
(5 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 11. März 2011
Verkäufe: + 100.000
2014Zu viel Information
105music (Sony)
DE3
Gold
Gold

(20 Wo.)DE
AT4
(17 Wo.)AT
CH8
(5 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 14. Februar 2014
Verkäufe: + 100.000
2016Berlin, Kapstadt, Prag
Columbia Records (Sony)
DE11
(4 Wo.)DE
AT22
(4 Wo.)AT
CH32
(2 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 13. Mai 2016
Coveralbum
2019Kleine große Liebe
Ariola (Sony)
DE6
(10 Wo.)DE
AT11
(3 Wo.)AT
CH14
(4 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 29. März 2019
2020Kitsch
Ariola (Sony)
DE7
(9 Wo.)DE
AT9
(3 Wo.)AT
CH29
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 21. August 2020
Coveralbum
2023Babyblue
Ariola (Sony)
DE8
(4 Wo.)DE
AT29
(1 Wo.)AT
CH65
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 17. Februar 2023

Filmografie

  • 2010: Sympathie für den Tod (Kurzfilm)
  • 2023: Wendehammer (Fernsehserie, 1 Folge)

Synchronsprecher

Filme

Serien

Hörspiele

Auszeichnungen

2005

2006

  • Goldene Stimmgabel: Erfolgreichste Solistin Pop

2023

Weblinks

Commons: Annett Louisan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eintrag von Annett Louisan. In: gala.de. Abgerufen am 18. November 2021.
  2. Prominente Unterstützer: Annett Louisan. In: Fairtrade-Deutschland.de. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 10. September 2012; abgerufen am 1. April 2011.
  3. Berliner Morgenpost – Berlin: Sängerin Annett Louisan hat ihren Freund geheiratet. 14. Juni 2014, abgerufen am 9. Juni 2023 (deutsch).
  4. Annett Louisan hat wieder geheiratet. In: www.t-online.de.
  5. Hamburger Abendblatt – Hamburg: Sängerin Annett Louisan ist wieder Hamburgerin - und Single. 2. März 2011, abgerufen am 9. Juni 2023 (deutsch).
  6. Promis in Hamburg: 10 Stars, die hier wohnen. Abgerufen am 4. Juni 2022 (deutsch).
  7. Revolverheld – MTV Unplugged in drei Akten bei Discogs: Titel A2 (d. h. Nummer 2 auf CD 1)
  8. Revolverheld: MTV Unplugged (Memento desOriginals vom 22. November 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sat1.de auf Sat.1 (Sendung vom 26. Oktober 2015, 23:30 Uhr) bei Minute 8:50, abgerufen am 6. November 2015.
  9. Popshot: Annett Louisan: Berlin – Kapstadt – Prag (10 Coversongs von u. a. Philipp Poisel und Marteria) – Popshot. In: Popshot. Abgerufen am 2. Juni 2016.
  10. Enwie Kej: Annett LOUISAN kündigt neues Album BABYBLUE an. In: Der Vinylist. 2. Dezember 2022, abgerufen am 12. Dezember 2022 (deutsch).
  11. Annett Louisan News, Fotos, Videos : Elixic.de. 22. November 2011, archiviert vom Original; abgerufen am 9. Juni 2023.
  12. NDR: Freeses-Musical: Jetzt erhältlich! Abgerufen am 7. November 2019.