Apache 207 in der SAP Arena in Mannheim (2022)

Apache 207 (ausgesprochen zwei null sieben, * 23. Oktober 1997 in Mannheim; bürgerlich Volkan Yaman)[1] ist ein deutscher Rapper und Sänger.

Leben

Apache 207 hat türkische Wurzeln und wuchs in einfachen Verhältnissen mit seinem Bruder und einer alleinerziehenden Mutter in Ludwigshafen am Rhein im Stadtteil Niederfeld (Ortsbezirk Gartenstadt) auf.[2][3][4] Er spielte in seiner Jugend Fußball beim Ludwigshafener SC und beim VfR Frankenthal.[5][6]

Im Jahr 2017 beendete er seine schulische Ausbildung am Theodor-Heuss-Gymnasium in Ludwigshafen mit der allgemeinen Hochschulreife (Abitur). Seinem Management zufolge studierte er zwei Semester Rechtswissenschaften in Mainz.[7] In einem Interview mit Aylin Güler erzählte er, für drei Semester eingeschrieben gewesen zu sein, wovon er zwei anwesend gewesen sei.[8]

Apache ist der Spitzname seiner Mutter für ihn. Wie die Zahl 207 zustande kam, ist nicht bekannt. Da es im Hip-Hop verbreitet ist, lokalpatriotische Zahlen im Künstlernamen zu verwenden, legten einige Presseartikel einen Bezug zum Bundestagswahlkreis 207 (Ludwigshafen/Frankenthal) nahe.[9] Der Künstler bestritt diese Herleitung des Namens: „Es ist einfach eine Zahl, deren Bedeutung nur mein Bruder und ich kennen. Und die uns sehr geprägt hat. Ich glaube, dass das Rätsel nie richtig gelüftet wird.“[10]

Karriere

Apache 207 in der SAP Arena in Mannheim (2022)

Erstmalige Aufmerksamkeit erlangte der Musiker im Juni 2018 durch die Veröffentlichung seiner Debütsingle Kleine Hure, zunächst noch ohne Labelunterstützung.[11] Es folgten die Veröffentlichungen Famous und Ferrari Testarossa.[12] Weitere Aufmerksamkeit erhielt er durch das im Oktober 2018 veröffentlichte Rewind-Video zu NoNo, welches humoristisch einen Trip durch Mannheim zeigt. Von 2019 bis 2022 stand er bei dem Label TwoSides unter Vertrag,[4] einem Joint Venture des Sony-Labels Four Music mit Lucas Teuchner und dem Rapper Bausa.[13] Den Durchbruch im deutschen Mainstream erlangte er mit dem Titel Kein Problem im April 2019.[14] Innerhalb weniger Monate wurde das Lied mehr als 8 Millionen Mal bei YouTube aufgerufen.[15] Mit der Veröffentlichung des Lieds Brot nach Hause schaffte er im Mai 2019 erstmals den Sprung in die offiziellen deutschen Singlecharts.[16]

Die Singleauskopplung Roller erschien im August 2019 und erreichte auf Anhieb Platz zwei der deutschen Charts. In der Folgewoche stieg das Lied auf Platz eins und erreichte Platz sechs in den Ö3 Austria Top 40.[16] Für Apache war das die erste Top-10-Platzierung. Im Jahr 2023 überholte das Lied Last Christmas von Wham! als erfolgreichsten Dauerbrenner in den deutschen Singlecharts. In diesen war es (Stand: April 2023) 168 Wochen platziert.[17][18] Die EP Platte erschien am 25. Oktober 2019 und enthält acht Titel, darunter die Veröffentlichungen Roller, 200 km/h und Wieso tust du dir das an?[19] Mit letzterem erreichte er seinen zweiten Nummer-eins-Hit in den deutschen Singlecharts.[16]

Ab November 2019 begleitete er Bausa als Supporting Act auf dessen Deutschland-Tournee.[15] Im Dezember 2019 hatte er Auftritte beim Red Bull Sound Clash und bei Modus Mio Live On Stage.[20][21] Am 24. Februar 2020 veröffentlichte er bei einem Auftritt in der Sendung Late Night Berlin das Lied Matrix und trug dabei ein T-Shirt mit dem Schriftzug Pray for Hanau.

Die für 2020 geplante und ausverkaufte Tournee wurde wegen der COVID-19-Pandemie zunächst ins Jahr 2021, später auf 2022 verschoben.

Am 31. Juli 2020 wurde Apaches Debütalbum Treppenhaus veröffentlicht, das Platz eins der deutschen Albumcharts erreichte. Am 10. Dezember 2021 veröffentlichte er sein zweites Studioalbum 2sad2disco. Seit 2022 veröffentlicht Apache 207 seine Werke über das Label Feder Musik.[4]

Ende September 2022 erschien die Amazon-Prime-Dokumentation Apache bleibt gleich. Zu diesem Zeitpunkt gab er dem Mannheimer Morgen und der Rheinpfalz seine ersten Interviews.[22]

Im Januar 2023 veröffentlichte der Rapper zusammen mit Udo Lindenberg den Song Komet.[23] Er erhielt noch im selben Jahr eine dreifache Goldene Schallplatte in Deutschland.[24] In der Chartwoche vom 21. Juli 2023 überholte Komet mit 18 Wochen Rivers of Babylon (Boney M.) und Despacito (Luis Fonsi feat. Daddy Yankee) als am häufigsten auf Rang eins platzierte Lieder seit Einführung der wöchentlichen Singlecharts 1971. Eine Woche zuvor überholte der Song bereits Matthias Reims Verdammt, ich lieb’ Dich als am häufigsten an der Spitze platziertes deutschsprachiges Lied.[25][26]

Apache 207 kündigte im März 2023 sein drittes Studioalbum Gartenstadt an. Es erschien am 9. Juni 2023. Der Albumtitel geht zurück auf den gleichnamigen Ludwigshafener Stadtteil, in dem der Musiker seine Kindheit verbrachte.[27]

Er wird von seinem Bruder Hakan Yaman und Johannes Götz gemanagt.[4] Aus Liebe zu seiner Heimat ließ Apache 207 sich jeweils die Wappen der Städte Mannheim und Ludwigshafen auf seine Waden tätowieren.[28]

Musikstil

Apaches Stil wird als Kombination von Pop und Straßenrap beschrieben, der sich zusätzlich durch den Wechsel von Gesang und Rap auszeichnet.[14][29] Die Strophen haben oft einen treibenden, tanzbaren Musikstil, der an House oder Eurodance erinnert. Die Hooks dagegen sind oftmals poppig, häufig hört man akustische Gitarren über dumpfen Beats. Der Straßenrap aus den Strophen trifft auf den Cloud Rap in der Hook.[30]

Diskografie

Studioalben

JahrTitel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE AT CH
2020Treppenhaus
TwoSides (Sony)
DE1
Gold
Gold

(… Wo.)Template:Charttabelle/Wartung/vorläufig/2020DE
AT1
(48 Wo.)AT
CH1
Gold
Gold

(28 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 31. Juli 2020
Verkäufe: + 110.000
20212sad2disco
TwoSides (Sony)
DE56
(5 Wo.)DE
AT38
(1 Wo.)AT
CH60
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 10. Dezember 2021
2023Gartenstadt
Feder Musik (Sony)
DE1
Gold
Gold

(… Wo.)Template:Charttabelle/Wartung/vorläufig/2023DE
AT1
(23 Wo.)AT
CH2
(25 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 9. Juni 2023
Verkäufe: + 75.000

Film

Auszeichnungen

Hiphop.de Awards

  • 2019: „Bester Newcomer national“[32]
  • 2020: „Beste Line“ für Fame („Auch wenn ich mal ein Kinderlied droppe / Besser verpiss dich aus meiner Relea…[sewoche]“)[33]

Bravo Otto

  • 2019: „Newcomer“ (Gold)[34]
  • 2020: „Hip-Hop national“ (Silber)[35]
  • 2021: „Rap/Hip-Hop national“ (Gold)[36]

Weblinks

Commons: Apache 207 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Apache 207 im Munzinger-Archiv, abgerufen am 1. April 2024 (Artikelanfang frei abrufbar)
  2. Elisia Ruiz: Apache 207: Ludwigshafener Rapper spielt Tour-Auftakt in SAP-Arena. In: rheinpfalz.de. 26. August 2022, abgerufen am 6. September 2022.
  3. Rap-Star aus Ludwigshafen: Volkan Yaman alias Apache 207 erobert die Charts. In: rheinpfalz.de. 17. September 2019, abgerufen am 10. Juni 2020.
  4. a b c d Bleibt Apache Gleich? 9. Januar 2023, abgerufen am 12. Juni 2023.
  5. Volkan Yaman (Ludwigshafener SC). Yetenekli Türk Futbolclubar, abgerufen am 9. September 2019 (türkisch).
  6. VfR weiter ohne Glück. Abgerufen am 18. November 2019.
  7. Apache 207 vor dem Mega-Hype: So verdient er bereits als Schüler sein Geld. 26. Februar 2020, abgerufen am 26. Februar 2020.
  8. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 9. Oktober 2022, S. 11.
  9. Zahlen im Hip-Hop – Von Postleitzahlen und Festnetznummern. In: deutschlandfunk.de. 9. November 2019, abgerufen am 13. Juli 2022.
  10. Rapper Apache 207 und die Liebe zur Heimat per Tattoo. In: Westfälische Nachrichten. 23. September 2022, abgerufen am 19. Januar 2023.
  11. Clark Senger: Apache 207: Deutschraps Miroslav Klose fängt gerade erst an. In: Hiphop.de. 24. Juni 2019, abgerufen am 24. August 2019.
  12. Jxnosch: Apache 207: Mehr als ein Phänomen. In: diffusmag.de. 24. April 2019, abgerufen am 24. August 2019.
  13. Clark Senger: Apache 207 & reezy: Bausa über sein Label TwoSides. In: Hiphop.de. 18. Juni 2019, abgerufen am 24. August 2019.
  14. a b Apache 207 bei laut.de; abgerufen am 24. August 2019
  15. a b Jana Buch: Apache 207: Neues Musikvideo „Roller“ nach einem Tag schon 1 Millionen mal aufgerufen! In: mannheim24.de. 24. August 2019, abgerufen am 24. August 2019.
  16. a b c Chartquellen: DE, AT, CH
  17. „Last Christmas“ überholt: „Roller“ stellt mit 162 Wochen Chartrekord auf. In: offiziellecharts.de. GfK Entertainment, 13. März 2023, abgerufen am 14. April 2023.
  18. Apache 207 – Roller. In: offiziellecharts.de. GfK Entertainment, abgerufen am 14. April 2023.
  19. Platte – Apache 207. In: iTunes. Abgerufen am 25. Oktober 2019.
  20. Red Bull Sound Clash. In: redbull.com. Abgerufen am 15. Dezember 2019.
  21. Modus Mio Live On Stage. In: warsteinermusichall.de. Abgerufen am 15. Dezember 2019.
  22. Apache 207 bricht sein Schweigen – Treffen: Interviews mit Personen aus der Region. Abgerufen am 24. September 2022.
  23. Udo Lindenberg singt mit Apache 207. In: n-tv. Abgerufen am 21. Januar 2023.
  24. Gold-/Platin-Datenbank. In: musikindustrie.de. Bundesverband Musikindustrie, abgerufen am 12. August 2023.
  25. „Absolut geflasht“: Udo Lindenberg und Apache 207 landen Allzeitrekord. In: offiziellecharts.de. GfK Entertainment, 14. Juli 2023, abgerufen am 14. Juli 2023.
  26. „Despacito“ abgelöst: „Komet“ jetzt größter Nummer-1-Hit aller Zeiten. In: offiziellecharts.de. GfK Entertainment, 21. Juli 2023, abgerufen am 12. August 2023.
  27. „Gartenstadt“: Apache 207 kündigt neues Album an – Ludwigshafen. Abgerufen am 18. März 2023.
  28. Rapper Apache 207 und die Liebe zur Heimat per Tattoo – WELT. 24. September 2022, abgerufen am 12. Juni 2023.
  29. Der Apache startet durch! In: deinupdate.de. 10. Mai 2019, abgerufen am 24. August 2019.
  30. Apache 207 veröffentlicht Debüt-EP – Der Anti-Rapper. Abgerufen am 6. Januar 2020.
  31. Philipp Holstein: Doku „Apache bleibt gleich“: Apache 207 erzählt die Geschichte seines Aufstiegs. 23. September 2022, abgerufen am 24. September 2022.
  32. Hiphop.de Awards 2019: Alle Gewinner auf einen Blick! In: Hiphop.de. 6. Februar 2020, abgerufen am 2. November 2020.
  33. HHRedaktion: Hiphop.de Awards 2020: Alle Gewinner*innen auf einen Blick. In: Hiphop.de. 31. Januar 2021, abgerufen am 1. Februar 2021.
  34. BRAVO-Otto-Wahl 2019: Vote für deinen Star! Abgerufen am 31. Oktober 2020.
  35. BRAVO Otto Sieger 2020 HipHop national Juju | BRAVO OTTO Sieger 2020. Abgerufen am 6. Januar 2021.
  36. BRAVO-Otto-Sieger 2021 Rap/HipHop national | BRAVO-Otto-Sieger*innen. Abgerufen am 2. Februar 2022.