Art Blakey & The Jazz Messengers ¦ First Flight To Tokyo: The Lost 1961 Recordings

CHF 28.00 inkl. MwSt

2CD (Album, Digipak)

Vorrätig

GTIN: 0602435952857 Artists: , , , , Genres & Stile: ,

Zusätzliche Information

Format

Inhalt

Label

Release

Veröffentlichung First Flight To Tokyo: The Lost 1961 Recordings:

2021

Hörbeispiel(e) First Flight To Tokyo: The Lost 1961 Recordings:




First Flight To Tokyo: The Lost 1961 Recordings auf Wikipedia (oder andere Quellen):

First Flight to Tokyo: The Lost 1961 Recordings
Livealbum von Art Blakey & The Jazz Messengers

Veröffent-
lichung(en)

5. November 2021

Aufnahme

14. Januar 1961

Label(s)Blue Note Records

Format(e)

2 LP, 2 CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

9

Besetzung

Produktion

Zev Feldman, David Weiss

Aufnahmeort(e)

Hibiya Public Hall, Tokyo

Chronologie
Just Coolin’
(2020)
First Flight to Tokyo: The Lost 1961 Recordings

First Flight to Tokyo: The Lost 1961 Recordings ist ein Jazzalbum von Art Blakey & The Jazz Messengers. Die am 14. Januar 1961 in der Hibiya Public Hall in Tokyo entstandenen Aufnahmen erschienen am 5. November 2021 auf Blue Note Records.

Hintergrund

Anfang 1961 machte sich die damalige Besetzung der Jazz Messengers mit Art Blakey, Lee Morgan, Wayne Shorter, Bobby Timmons und Jymie Merritt zu einer zweiwöchigen Tournee durch Japan auf und war eine der ersten Gruppen des Modern Jazz, die dies taten. Ihre letzten Konzerte der Tour fanden in der Hibiya Public Hall in Tokio statt, als triumphaler Abschluss einer äußerst erfolgreichen Tournee. Nach Meinung von Adam Sieff war dieses Konzert ein emotionaler Abschluss für die afroamerikanischen Musiker, die in Japan mit mehr Respekt behandelt wurden, als sie es in ihrer Heimat, den Vereinigten Staaten zu erwarten hatten. Im Jahr 2017 hatte Zev Feldman, „Jazzdetektiv“ von Resonance Records erfahren, dass es Tonbandaufnahmen dieser Tokioter Auftritte gab. Sie waren auf einem Nagra-Tonbandgerät für einen Dokumentarfilm über die Tournee aufgezeichnet worden, der jedoch nie veröffentlicht wurde.[1]

Im Laufe der Jahre wurden die Originalbänder auf Viertelzoll-Bandspulen wieder zusammenmontiert, um daraus das neue Album von Blue Note Records zu produzieren. Co-Produzenten des Projektes waren Feldman und David Weiss. Sie entschieden sich, unvollständige Darbietungen der Jazz Messengers nicht in das Album aufzunehmen und wählten eine gegenüber dem Konzert veränderte Laufreihenfolge, bevor die Tonproduktion von Bernie Grundman gemastert wurde. Die Vinyl-Edition und das 2-CD-Paket erschienen beide mit Booklets, das Fotos aus den Archiven der Familie Blakey und der japanischen Fotografen Shunji Okura und Hozumi Nakadaira enthalten. Es umfasst Reproduktionen aus dem originalen japanischen Tourprogramm von 1961, einen Essay von Bob Blumenthal und Interviews unter anderem mit Wayne Shorter, Lou Donaldson, Sadao Watanabe, Blakeys Sohn Takashi Blakey, Louis Hayes, Cindy Blackman und Billy Hart.[1]

Titelliste

  • Art Blakey & the Jazz Messengers: First Flight To Tokyo: The Lost 1961 Recordings (Blue Note 00602435952864, Blue Note BN 2801)[2]
CD 1
  1. Now's the Time (Charlie Parker) 22:34
  2. Moanin' (Bobby Timmons) 13:32
  3. Blues March (Benny Golson) 11:44
  4. The Theme 0:32
CD 2
  1. Dat Dere (Bobby Timmons) 12:13
  2. 'Round About Midnight (Thelonious Monk) 13:28
  3. Now's the Time (Version 2) (Charlie Parker) 17:15
  4. A Night in Tunesia (Dizzy Gillespie, Frank Paparelli) 11:12
  5. The Theme (Version 2) 0:30

Rezeption

Art Blakey & The Jazz Messengers 1959, mit Lee Morgan, Jymie Merritt und Wayne Shorter (v.l.) im Concertgebouw Amsterdam

Nach Meinung von Adam Sieff (London Jazz News), sei es unnötig zu erwähnen, dass die Musik großartig ist. Es sei alles erstklassiges Repertoire, und jedes Stück sei lang genug, damit die Musiker genug Raum hätten, um sich zu entfalten. Die Version von Bobby Timmons’ Klassiker „Moanin’“ sei vielleicht die definitive, und sein „Dat Dere“ ebenso großartig. Es gibt zwei Versionen von „Now’s the Time“, einen swingenden Blues-Marsch, ein schwelendes „Round About Midnight“ und eine typische High-Energy-Performance von „A Night in Tunesia“. Das Solospiel sei durchweg umwerfend, was bei einer so beeindruckenden Gruppe von Musikern, die bald selbst zu Stars werden sollten, keine Überraschung sein könne. Die Atmosphäre und die Reaktion des Publikums hätten dies eindeutig befördert.[1]

Nach Ansicht von Chris May, der das Album in All About Jazz rezensierte, sei First Flight to Tokyo ein Album für Hardcore-Jazz-Messengers-Liebhaber, die bereits wissen, dass diese spezielle Messengers-Besetzung sich auf zwei Blue Note-Studioalben von ihrer besten Seite gezeigt hätte, die ebenfalls 1961 aufgenommen wurden, A Night in Tunisia und Roots and Herbs. Doch eigentlich sei First Flight to Tokyo gar nicht so schlecht; es sei sicherlich kein Blindgänger. Aber es ist auch nicht das Meisterwerk, so der Autor, wie es ohne zu zweifeln von leichtgläubigen Rezensenten kolportiert werde, die mit den wirklich großartigen Live-Alben in der Diskographie der Jazz Messengers vielleicht nicht sehr vertraut seien. Tatsächlich sei es ein solides Album von einer der am härtesten arbeitenden Bands ihrer Ära und durchaus von Interesse. Aber an das Niveau von A Night at Birdland (Blue Note, 1954) oder At the Café Bohemia (Blue Note, 1956) reiche es nicht heran.[3]

George W. Harris schrieb in Jazz Weekly, man müsse zustimmen, dass Blakeys Band von 1961 in der Besetzung mit Wayne Shorter (der zuvor Benny Golson ersetzt hatte), dem jungen Lee Morgan, sowie mit Bobby Timmons und Jymie Merritt die „Offenbarung des Hard-Bop-Jazz“ sei. Das Album wäre [klanglich] gut aufgenommen und Blakey in inspirierter Form.[4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c Adam Sieff: Art Blakey & the Jazz Messengers – ‘First Flight To Tokyo: The Lost 1961 Recordings. London Jazz News, 5. Dezember 2021, abgerufen am 7. Dezember 2021 (englisch).
  2. rt Blakey And The Jazz Messengers – First Flight To Tokyo: The Lost 1961 Recordings bei Discogs
  3. Chris May: Art Blakey & The Jazz Messengers: First Flight to Tokyo: The Lost 1961 Recordings. All About Jazz, 24. Oktober 2021, abgerufen am 7. Dezember 2021 (englisch).
  4. George W. Harris: THE ALL TIME BEST QUINTET? Art Blakey & The Jazz Messengers: First Flight to Tokyo-The Lost 1961 Recordings. Jazz Weekly, 15. November 2021, abgerufen am 7. Dezember 2021 (englisch).

Artist(s)

Veröffentlichungen von Art Blakey die im OTRS erhältlich sind/waren:

Just Coolin’ ¦ Roots & Herbs ¦ Moanin’ ¦ The Big Beat ¦ First Flight To Tokyo: The Lost 1961 Recordings

Art Blakey auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Art Blakey, 1973 in Hamburg

Arthur William Blakey (auch: Abdullah Ibn Buhaina[1]; * 11. Oktober 1919 in Pittsburgh, Pennsylvania; † 16. Oktober 1990 in New York) war ein US-amerikanischer Jazz-Schlagzeuger und Bandleader.

Leben

Anfänge

Art Blakey arbeitete zunächst im Bergbau. Musikalisch begann er als autodidaktischer Pianist, bis er in seiner eigenen Band von Erroll Garner abgelöst wurde. Daraufhin wandte er sich dem Schlagzeug zu. In den 1940er Jahren war Art Blakey Schlagzeuger in den Bands von Mary Lou Williams und Fletcher Henderson.

Billy Eckstine und Miles Davis

Im Jahr 1944 schloss sich Art Blakey der neugegründeten Bigband von Billy Eckstine an. Im Sommer 1944 spielten Billy Eckstine and His Orchestra in East St. Louis, Illinois, wo sie in der Besetzung Charlie „Yardbird“ Parker, Dizzy Gillespie, Buddy Anderson, Gene Ammons, Lucky Thompson und Art Blakey auftraten. Ihr Zusammenspiel begeisterte den gerade erst 18-jährigen Miles Davis so sehr, dass er fortan nichts anderes mehr hören wollte.[2] Während seiner Zeit bei Billy Eckstine herrschte ein Aufnahmeboykott seitens der Musikergewerkschaften, weshalb frühe Aufnahmen aus dieser Zeit rar sind. Das gilt für alle Bopper.

Als Billy Eckstine seine Band 1947 auflöste, reiste Art Blakey nach Afrika, wo er die nächsten zwei Jahre verbrachte. Während seiner Afrikareise konvertierte er zum Islam, wurde Anhänger der Ahmadiyya Muslim Gemeinde und nahm für einige Zeit den muslimischen Namen Abdullah Ibn Buhaina an. Art Blakeys musikalische Erfahrungen in Afrika schlugen sich später in Stücken wie Message from Kenya, Abdallah's Delight und seinen polyrhythmischen Schlagzeugsoli nieder. Weitere Beispiele sind die Alben Holiday for Skins Vol. 1 und Holiday for Skins Vol. 2.

Nach seiner Rückkehr in die USA spielte Art Blakey in vielen Bands und als Begleiter herausragender Solisten, zum Beispiel von Fats Navarro, Thelonious Monk und Miles Davis. Zusammen mit Sonny Rollins, Kenny Drew, Percy Heath und Jackie McLean spielte Art Blakey 1951 im Birdland in der Band von Miles Davis, wovon die Plattenaufnahme Miles Davis At Birdland 1951 zeugt.[3] Ebenfalls für Miles Davis entstand das Blue Note-Album Miles Davis Volume 2 (BLP 5022), für das Art Blakey während einer Session 1953 einen jungen und unbekannten Pianisten hinzuzog: Horace Silver.

Ab 1949 gehörte Blakey zur sogenannten Sugar-Hill-Harlem-Clique, die sich um den Tenorsaxophonisten Sonny Rollins gebildet hatte. In diesem Umfeld und unter dem Eindruck von Charlie Parker, Fats Navarro und Freddie Webster wurde Art Blakey heroinabhängig. Miles Davis dazu in seiner Autobiographie: „Ein paar von den jüngeren Typen wie Dexter Gordon, Tadd Dameron, Art Blakey, J. J. Johnson, Sonny Rollins, Jackie McLean und ich selbst fingen ungefähr zur selben Zeit an, schwer auf Heroin abzufahren.“[4]

Art Blakey & the Jazz Messengers

1955 gründete Blakey zusammen mit Horace Silver eine eigene Combo, die Hard-Bop-Band The Jazz Messengers. Blakey und Silver blieben aber auch weiterhin als Begleitmusiker aktiv und spielten beispielsweise auf Kenny Dorhams Album Afro-Cuban und dem Debütalbum des Trompeters Clark Terry. Silver stieg bereits 1956 wieder aus und überließ Blakey den Bandnamen, so dass aus „Horace Silver & the Jazz Messengers“ nun „Art Blakey & the Jazz Messengers“ wurden.

Art Blakey erwartete von seinen jeweiligen Bandmitgliedern, dass sie ihren Beitrag zum Repertoire der Gruppe leisteten. So stammen die bekanntesten Messengers-Stücke Moanin' und Dat Dere aus der Feder des Pianisten Bobby Timmons.

1959 spielte Blakey mit den Jazz-Messengers (Bobby Timmons, Jymie Merritt, Barney Wilen, Lee Morgan) die Musik zu dem Film Les Liaisons dangereuses von Roger Vadim ein.

Einen Großteil seiner Alben als Einzelkünstler oder mit den Jazz Messengers veröffentlichte Art Blakey auf Blue Note Records. Um die Alben zu promoten brachte Blue Note gängige Titel gern in zwei Teile gesplittet als 45er-Singles heraus. Diese wurden zwar selten im Radio gespielt, aber fanden durch die Jukebox landesweit Verbreitung. So gelangten einige Jazz-Nummern in die R&B-Charts. Art Blakey gehörte neben dem Organisten Jimmy Smith, dem Trompeter Donald Byrd und dem Saxophonisten Lou Donaldson dank der Singles zu den einträglichsten Künstlern des Plattenlabels. Art Blakey: „Die allererste 45er-Single, die Alfred herausbrachte, war eine von meinen Aufnahmen (Nothing But Soul/Message From Kenya). Sie veröffentlichten auch so einiges von den Jazz Messengers. Beinahe alles vom Big Beat-Album kam als Single raus (...) Dat Dere ist sicherlich die Nummer, an die sich die meisten erinnern werden. So kam ich rum in der Welt... Paris... Tokio... Berlin.“[5]

Die geschlossensten Formationen aus dieser Zeit (späte 50er/ frühe 60er) waren diejenigen mit den Trompetern Lee Morgan und Freddie Hubbard, den Tenorsaxophonisten Benny Golson (Blues March) und Wayne Shorter, den Pianisten Horace Silver, Bobby Timmons (Moanin) und Cedar Walton. Zu Beginn der 1960er Jahre wurden die Messengers außerdem durch die Hinzunahme des Posaunisten Curtis Fuller gelegentlich zum Sextett erweitert.

In den 1970ern gab es die innovative Kombination mit Valery Ponomarev, Bobby Watson und Walter Davis Jr., die nicht gut dokumentiert ist (Jodi) (Roulette). Die 1980er brachten die letzte Phase der Band, mit auch später sehr umtriebigen Mitgliedern. Das sind Wynton Marsalis, Terence Blanchard, Jean Toussaint, Bill Pierce, Donald Harrison, James Williams, Geoff Keezer, Mulgrew Miller, Lonnie Plaxico.

Blakey starb 1990 an Lungenkrebs.

Stil

Blakey während eines Konzerts 1985

Blakeys Stil wurde geprägt durch Kenny Clarke, der in der Bebop-Ära den Grundrhythmus von der Basstrommel auf die Becken verlegte und die tiefe Trommel für Akzente benutzte. Diese Art der Rhythmisierung wurde soweit getrieben, dass im Schlagzeugspiel teilweise gar kein Grundrhythmus mehr auszumachen war. Blakey benutzte aber weiterhin die Basstrommel in einer erdigen Betonung, die aus dem Swing stammte, als noch der Grundrhythmus, oft schlicht als vier Viertel, auf der Basstrommel gespielt wurde, hat sich aber von den Beschränkungen im Swingstil völlig befreit. Nach Aussage von Max Roach besaß Blakey eine Unabhängigkeit aller vier Gliedmaßen am Schlagzeug, die den Klang seiner polyrhythmischen Spielweise immer erkennbar macht. Oft hört man von ihm Presswirbel zu Beginn eines neuen Chorus und als Anfeuerung des jeweiligen Solisten, den er energisch begleitet. Er spielte oft polyrhythmische Schlagzeugeinleitungen zu seinen Stücken.

Diskografische Hinweise

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[6]
Just Coolin’ (mit The Jazz Messengers)
 DE7424.07.2020(1 Wo.)
 CH6226.07.2020(1 Wo.)
Art Blakey and the Jazz Messengers (mit The Jazz Messengers)
 DE7716.04.2021(1 Wo.)
Moanin’ (mit The Jazz Messengers)
 CH5618.04.2021(1 Wo.)
The Witch Doctor (mit The Jazz Messengers)
 DE5811.06.2021(1 Wo.)
First Flight to Tokyo: The Lost 1961 Recordings
 DE4017.12.2021(…Template:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufig/2021 Wo.)

Sammlung

Filmografie

  • 1965 Live in ’65 (DVD)
  • 1983 Jazz at the Smithsonian
  • 1986 At Ronnie Scott’s London (Video, DVD als Live from Ronnie Scott’s 2003)
  • 1995 The Jazz Messenger (Video/DVD)
  • 1998 Art Blakey's Jazz Messengers
  • 2001 Jazz Life, Vol. 2
  • 2003 Modern Jazz at the Village Vanguard
  • 2004 Live at Village Vanguard

Literatur

Weblinks

Commons: Art Blakey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Miles Davis, Autobiographie, S. 184.
  2. Miles Davis, Autobiographie, S. 5.
  3. Miles Davis, Autobiographie, S. 192–195.
  4. Miles Davis, Autobiographie, S. 171–177.
  5. Roy Carr: A Century of Jazz, Sleevenotes für die CD-Zusammenstellung Blue 45s – The Ultimate Jukebox, Blue Note Records, 1998.
  6. Chartquellen: Deutschland Schweiz
  7. Art Blakey | Album Discography | AllMusic. Abgerufen am 19. Juni 2018.

Veröffentlichungen von The Jazz Messengers die im OTRS erhältlich sind/waren:

Just Coolin’ ¦ Roots & Herbs ¦ Moanin’ ¦ The Big Beat ¦ First Flight To Tokyo: The Lost 1961 Recordings

The Jazz Messengers auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Jazz Messengers im Konzert (1985): (v. l. n. r.) Jean Toussaint (Tenorsaxophon), Terence Blanchard (Trompete), wahrscheinlich Donald Harrison (Sopransaxophon), Lonnie Plaxico (Bass)

The Jazz Messengers (1955–1990) waren eine Jazzband mit wechselnder Besetzung, die vom Schlagzeuger Art Blakey geleitet wurde. Ursprünglich waren die Messengers ein Projekt des Jazzpianisten Horace Silver mit Art Blakey.

Bandgeschichte

Vorgeschichte 1947–1954

Im Jahr 1947 bildete Art Blakey eine kurzlebige Big Band, die er „The Seventeen Messengers“ nannte. In den Jahren 1952 und 1953 war Art Blakey Schlagzeuger des neu gegründeten Horace Silver Trio und wirkte mit bei den zwei 10"-LPs Introducing the Horace Silver Trio und Horace Silver Trio Vol. 2 (später zusammengefasst auf einer LP unter dem Titel Horace Silver and Spotlight on the Drums: Art Blakey — Sabu). Mit dem neu zusammengestellten Art Blakey Quintet (bestehend aus Clifford Brown, Lou Donaldson, Horace Silver und Curly Russell) nahm er am 21. Februar 1954 für Blue Note Records die inzwischen legendär gewordene Live-Session A Night at Birdland auf.

The Jazz Messengers mit Horace Silver 1954–1956

Urbesetzung 1954
Schlagzeug:Art Blakey
Saxophon:Hank Mobley
Trompete:Kenny Dorham
Klavier:Horace Silver
BassDoug Watkins

Im November 1954 bzw. Februar 1955 spielte Art Blakey im Horace Silver Quintet, bestehend aus Horace Silver, Kenny Dorham, Hank Mobley und Doug Watkins. Diese Konstellation stellte die Urbesetzung der Jazz Messengers dar. Die beiden eingespielten 10"-LPs Horace Silver Quintet, Vol. 1 und Vol. 2 (BLP 5058/5062) wurden 1956 zu einer 12"-LP zusammengefasst und unter dem Albumtitel Horace Silver and the Jazz Messengers wiederveröffentlicht. Im März 1955 begleiteten Art Blakey, Horace Silver und Hank Mobley den Trompeter Kenny Dorham auf dessen eigenem Album Afro-Cuban (Blue Note 92744).

Am 23. November 1955 erfolgte ein Live-Mitschnitt der Urbesetzung im Café Bohemia in New York, der unter dem Band- und Albumnamen The Jazz Messengers – At the Café Bohemia, Vol. 1 und Vol. 2 (BLP 1507/1508) auf Blue Note Records veröffentlicht wurde. Als Kenny Dorham 1956 die Jazz Messengers verließ, um endgültig seine Solokarriere weiterzuverfolgen, wurde er durch Donald Byrd ersetzt. In dieser Konstellation spielte man für Columbia Records das nächste Album The Jazz Messengers ein.

Bandgeschichte bis 1991

Horace Silver, der musikalische Leiter der Gruppe, überließ den Bandnamen nach seinem Ausscheiden 1956 Art Blakey, so dass die Band fortan unter dem Namen Art Blakey & The Jazz Messengers firmierte. Als dann auch Hank Mobley ausschied, bildeten Bill Hardman und Jackie McLean die Frontline der Band. In die Ära Bill Hardman fällt auch die gemeinsame Atlantic-Platte der Messengers mit Thelonious Monk und Johnny Griffin im März 1957.

Besetzung 1958
Schlagzeug:Art Blakey
Saxophon:Benny Golson
Trompete:Lee Morgan
Klavier:Bobby Timmons
Bass:Jymie Merritt

Der bedeutendste Personalwechsel Ende der 1950er Jahre war der Eintritt des Tenorsaxophonisten Benny Golson, der auch als musikalischer Direktor und Komponist fungierte, sowie des jungen Trompeters Lee Morgan. Die Rhythmusgruppe wurde ergänzt durch den Pianisten Bobby Timmons und den Bassisten Jymie Merritt, der bis 1962 bei den Messengers blieb.

Das Normalformat der Messengers war die Quintettbesetzung mit Trompete, Tenorsaxophon, Piano, Bass und Schlagzeug; die Band wurde jedoch zeitweise – wie zu Beginn der 1960er Jahre durch die Hinzunahme des Posaunisten Curtis Fuller in die Frontline – zum Sextett erweitert, zu hören auf dem Blue-Note-Album Mosaic 1961. Später wurden zudem Besetzungen mit zwei Saxophonen (Tenor und Alt) versucht. Blakey setzte jeweils einen musikalischen Direktor ein, in welcher Rolle neben Silver und anderen Pianisten vor allem die Tenorsaxophonisten Benny Golson und Wayne Shorter in Erscheinung traten. Letzterer wurde dann von Miles Davis für dessen Quintett abgeworben, wo er John Coltrane nachfolgte. Blakey forderte indes nach Möglichkeit von allen Bandmitgliedern Beiträge zum Repertoire ein. Zu Berühmtheit gelangten insbesondere die Kompositionen „Moanin’“ (Bobby Timmons) und „Blues March“ (Benny Golson), die bei kaum einem Auftritt der Messengers fehlen durften.

Besetzung 1961
Schlagzeug:Art Blakey
Saxophon:Wayne Shorter
Trompete:Freddie Hubbard
Posaune:Curtis Fuller
Klavier / Arrangement:Cedar Walton
Bass:Jymie Merritt

Danach kam Cedar Walton nicht nur als Pianist, sondern auch als professionell ausgebildeter Arrangeur (er war didaktisch interessiert) in die Band, der als erster den folgenden späten Sound der Band schuf, der sich durch interessante charakteristische Abstimmung der Bläser bemerkbar macht. (so das Album Caravan.)

Als große Zeit der Gruppe kann das Jahrzehnt 1955–1965 bezeichnet werden, in dem einige bekannte Alben für Blue Note Records entstanden, wie A Night in Tunisia 1960, Roots and Herbs 1961, Mosaic 1961 und Free for All 1964. Die Messengers bildeten wohl neben dem Horace Silver Quintett eine der Säulen, auf denen der damalige Erfolg dieses Labels, das sich weitgehend dem Hardbop verschrieb, ruhte.[1] Nachdem der Hardbop gegen Ende der 1960er Jahre an Bedeutung verlor und mit ihm auch „Blue Note“ vorübergehend von der Bildfläche verschwand, wurden die Messengers etwas an den Rand der Szene gedrängt, obwohl sie noch bis zum Tode Blakeys 1990 fortbestanden. Zu den bedeutenden Musikern, die in dieser Zeit Mitglied der Messengers waren, gehören John Gilmore 1964/65, Keith Jarrett und Chuck Mangione 1966, Billy Harper und Ronnie Mathews 1968, Joanne Brackeen 1969–71, Jan Arnet 1969/70, Woody Shaw 1971–73 sowie erneut Bill Hardman und Johnny Griffin, sowie Junior Mance und Reggie Workman.

Anfang der 1970er Jahre wandte Blakey sich auch anderen Projekten zu, trat aber gelegentlich weiter mit den Messengers auf. 1975 formte er mit jungen Musikern wie dem aus Russland stammenden Trompeter Valery Ponomarev, den Saxophonisten Bobby Watson und David Schnitter, für welche Besetzung deren Pianist Walter Davis einige prägnante Kompositionen wie Jodi und Uranus beisteuerte, die Messengers neu. Bill Hardman wurde immer wieder zur Arbeit hinzugezogen und hatte sicherlich mit seiner dreißigjährigen[2] Mitarbeit (1956–87) Anteil an der Kontinuität der Messengers. In späteren Besetzungen holte sich Blakey den Pianisten James Williams und den Bassisten Dennis Irwin.

Besetzung 1981
Schlagzeug:Art Blakey
Trompete:Wynton Marsalis
Saxophon:Bobby Watson
Saxophon:Bill Pierce
Klavier:James Williams
Bass:Charles Fambrough

Obwohl die späten Messengers nicht mehr an die Erfolgszeit ihrer Vorgänger von 1955 bis 1965 anschließen konnten, waren sie eine außerordentliche „Talentschmiede“ des Hardbop oder Neobop, aus der später erfolgreiche Musiker wie Wynton Marsalis, Branford Marsalis, Kenny Garrett, Robin Eubanks, Mulgrew Miller, Lonnie Plaxico, Terence Blanchard oder Frank Lacy hervorgehen sollten. Außerdem trat Blakey mit Wiedervereinigungen der alten Messengers-Besetzung bei verschiedenen Jazzfestival auf, so auf dem Kool Jazz Festival 1981, in Japan 1983 und dem Blue Note-Festival 1985.

Bis ins Jahr 1990 ging Blakey mit der Band regelmäßig auf Tournee, trat etwa auf dem North Sea Jazz Festival und bei Moldejazz auf, und spielte Alben ein, zuletzt im April 1990 mit Trompeter Brian Lynch, Posaunist Steve Davies, den Saxophonisten Dale Barlow und Javon Jackson, dem Pianisten Geoff Keezer und dem Bassisten Essiet Okon Essiet. In der Woche vor Blakeys Tod traten die Jazz Messengers zum letzten Mal auf – im New Yorker Sweet Basil.

Bandgeschichte nach Blakeys Tod

Zur 2004 gegründeten Jazz Messengers Reunion Band gehörten Trompeter Valery Ponomarev, Tenorsaxophonist David Schnitter, Altsaxophonist Bobby Watson, Pianist Mulgrew Miller sowie Bassist Lonnie Plaxico mit wechselnden Schlagzeugern wie Louis Hayes oder Ben Riley.[3]

Eine weitere Ghost Band bildeten Blakey-Zeitgenossen Benny Golson, Curtis Fuller mit Geoff Keezer, Terence Blanchard, Peter Washington und Lewis Nash für ein Konzert im Iridium Jazz Club im November 1997; der Mitschnitt erschien als The Legacy of Art Blakey auf Telarc.

Zitate

Das Funktionieren der Band fasste Blakey ironisch so zusammen: „Wenn die Jungs[4] in der Band zu alt werden, hole ich mir jüngere, das hält den Geist in Schwung“

Leonard Feather: „Die Messengers bestimmten den Hard Bop-Bereich des Jazz mit einer gewaltigen kinetischen Kraft, wofür Blakeys einfallsreiche und anregende Arbeit im großen und ganzen verantwortlich war.“

Besetzungen

Diskografische Hinweise

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[5]
Just Coolin’
 DE7424.07.2020(1 Wo.)
 CH6226.07.2020(1 Wo.)
Moanin’
 DE7716.04.2021(1 Wo.)
 CH5618.04.2021(1 Wo.)
The Witch Doctor
 DE5811.06.2021(1 Wo.)
First Flight to Tokyo: The Lost 1961 Recordings
 DE4017.12.2021(…Template:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufig/2021 Wo.)
 CH6719.12.2021(…Template:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufig/2021 Wo.)
  • 1955: Horace Silver and the Jazz Messengers (Blue Note, BLP 1518)
  • 1955: At the Cafe Bohemia, Vol. 1 & 2 (BLP 1507/1508; Live aufgenommen am 23. November 1955)
  • 1956: The Jazz Messengers (mit Horace Silver), (Columbia, CL 897)
  • 1956/57: Drumsuite (mit Ray Bryants Hit "Cubano Chant"), (RCA Victor)
  • 1957: Art Blakey's Jazz Messengers with Thelonious Monk (Atlantic Records)
  • 1958: Moanin’ (Blue Note)
  • 1959: Just Coolin’ (Blue Note, ed. 2020)
  • 1960: A Night in Tunisia (Blue Note)
  • 1961: Jazz Messengers (Impulse Records)
  • 1961: Mosaic (Blue Note)
  • 1961: Buhaina’s Delight (Blue Note)
  • 1962: Three Blind Mice Vol 1 & 2 (Blue Note)
  • 1962: Caravan (OJC)
  • 1963: Ugetsu (OJC)
  • 1964: Kyoto (OJC)
  • 1964: Indestructible (Blue Note)
  • 1964: Free for All (Blue Note)
  • 1965: S’Make It (Verve Records)
  • 1969: The Witch Doctor (Blue Note)
  • 1982: Keystone 3 (Concord)
  • 1984: The New York Scene (Concord)
  • 1985: Live at Kimball’s (Concord)
  • 1990: Chippin’ In (Timeless)
  • 2021: First Flight to Tokyo: The Lost 1961 Recordings (Blue Note)

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Der Erfolg der Messengers rettete auch die finanziell prekäre Lage des Labels vor dem Ruin; es war vor allem dem Erfolg von Titeln wie The Preacher und Doodlin’ zu verdanken, den Alfred Lion zunächst ablehnen wollte.
  2. Online-Chronologie
  3. Radiokolleg - Hardbop (ORF)
  4. Allerdings holte er zwischen 1969 und 1972 auch Joanne Brackeen in seine Band, und kurzzeitig spielte 1986 auch Gail Thompson bei den Messengers; sonst griff er allerdings nie auf Jazzmusikerinnen zurück.
  5. Chartquellen: DE CH

Bewertungen

Es gibt noch keine Bewertungen.

Nur angemeldete Kunden, die dieses Produkt gekauft haben, dürfen eine Bewertung abgeben.

Same album, but different version(s)...

Art Blakey & The Jazz Messengers ¦ First Flight To Tokyo: The Lost 1961 Recordings
CHF 28.00 inkl. MwSt