Art Blakey & The Jazz Messengers ¦ Moanin’

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Inhalt

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Veröffentlichung Moanin’:

1959

Hörbeispiel(e) Moanin’:





Moanin’ auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Moanin’
Studioalbum von Art Blakey and the Jazz Messengers

Veröffent-
lichung(en)

Januar 1959

Aufnahme

30. Oktober 1958

Label(s)Blue Note Records

Format(e)

LP, CD, MC, SACD, BD

Genre(s)

Hard Bop

Titel (Anzahl)

6 / 8 (CD)

Länge

39:59 / 49:47 (CD)

Besetzung

Produktion

Alfred Lion

Studio(s)

Van Gelder Studios, Hackensack, New Jersey

Chronologie
Orgy in Rhythm
(1957)
Moanin’Les Femmes Disparaissent
(1959)

Moanin’ ist ein Jazz-Album von Art Blakey und seinem Quintett The Jazz Messengers, das am 30. Oktober 1958 aufgenommen und im Januar 1959 veröffentlicht wurde. Es gilt als eines der bahnbrechenden Alben des Hard Bop.

Hintergrund

Art Blakey

1957 hatte Blakey mit einem Perkussions-Ensemble sein Album Orgy in Rhythm für Blue Note eingespielt; seit 1955 war jedoch kein Album der Jazz Messengers mehr für das Label Blue Note entstanden, dem die Band seit 1947 verpflichtet war. Das Album hatte zunächst einen nach der Band benannten Titel, aber die sofortige Popularität des ersten Stückes Moanin’, welches der Pianist Bobby Timmons geschrieben hatte, führte dazu, dass das Album unter diesem Titel bekannt wurde. Die anderen Stücke wurden vom Saxophonisten Benny Golson geschrieben, der nicht lange bei den Jazz-Messengers war und nur dieses eine Album mit ihnen aufnahm.

Are You Real? ist ein treibendes, 32-taktiges Stück mit einem zweiteiligen Solo für Golson und Trompeter Lee Morgan.

Along Came Betty ist ein lyrisches Stück, die Ballade des Albums.

The Drum Thunder Suite ein wie für Blakey geschaffenes Werk, in drei Motiven: Drum Thunder; Cry a Blue Tear mit einem lateinamerikanischen Rhythmus und Harlem’s Disciples.

Blues March ist im Stil der Marching Bands von New Orleans gehalten, das ebenso zu einem Klassiker wurde. Das Album endet mit dem, ungewohnt flott gespielten, einzigen Jazz-Standard Come Rain or Come Shine.

Alle Stücke bis auf die Drum Thunder Suite wurden Erkennungszeichen der Jazz-Messengers, auch nachdem Timmons und Golson die Band verlassen hatten. Das Album ist eher weniger ein typischer Vertreter der Alben der Hard-Bop Ära, es ist mit dem intensiven Schlagzeugspiel von Blakey und der spielerischen Klasse von Morgan, Golson, sowie der Verbindung von Gospel- und Blues-Einflüssen durch Timmons ein Album mit anspruchsvollem, modernen Jazz.

Titelliste

Seite 1
1. Moanin’ (Bobby Timmons) – 9:30
2. Are You Real? (Benny Golson) – 4:47
3. Along Came Betty (Golson) – 6:08
Seite 2
4. The Drum Thunder (Miniature) Suite (Golson) – 7:30
5. Blues March (Golson) – 6:13
6. Come Rain or Come Shine (Harold Arlen, Johnny Mercer) – 5:45
CD (RVG-Edition)
1. Warm-Up und Gespräch zwischen Lee Morgan und Rudy Van Gelder – 0:35
2. Moanin’ (Timmons) – 9:30
3. Are You Real? (Golson) – 4:47
4. Along Came Betty (Golson) – 6:08
5. The Drum Thunder (Miniature) Suite (Golson) – 7:30
6. Blues March (Golson) – 6:13
7. Come Rain or Come Shine (Arlen, Mercer) – 5:45
8. Moanin’ (Alternate Take) (Timmons) – 9:19

Rezeption

QuelleBewertung
Allmusic[1]
All About Jazz[2]

Die Musikzeitschrift Jazzwise wählte das Album auf Platz 28 in der Liste The 100 Jazz Albums That Shook the World; Keith Shadwick schrieb:

“Blakey was in on the ground floor when it came to the evolution of hard bop into soul jazz, having co-led the first Jazz Messengers with Horace Silver back in 1956. By 1958 he’d gone through a number of versions of the band, with this becoming the blueprint version for the next half a decade. With Benny Golson and Bobby Timmons supplying hard bop anthems such as the title tune, ‘Along Came Betty’ and ‘Blues March’, and the front line soloists refining their long, elaborate post-bop lines into the shorter and more pithy soul-based hard bop lines of the late 1950s, this Blakey band, and this Blakey album, defined soul jazz.[3]

„Blakey war von Anfang an dabei, als es zur Entwicklung vom Hard-Bop zum Soul-Jazz kam, nachdem er die ersten Jazz Messengers zusammen mit Horace Silver geleitet hatte, damals im Jahr 1956. Bis 1958 hatte er eine Reihe von Versionen der Band durchprobiert, und diese wurde die Blaupausenversion für das nächste halbe Jahrzehnt. Mit Benny Golson und Bobby Timmons, welche die Hard-Bop-Hymnen wie das Titelstück, "Along Came Betty" und "Blues March" lieferten, und Frontliniensolisten, die ihre langen, aufwendigen Post-Bop-Linien in kürzere und prägnante Soul-basierten Hard-Bop-Linien der späten 1950er Jahre verfeinerten, diese Blakey Band, und dieses Blakey Album, definierten den Soul-Jazz.“

Mike Oppenheim schrieb über das Album bei All About Jazz:

“Moanin' is one of hard bop's seminal albums due to the extremely high quality of the personnel and compositions featured. The mastery with which Lee Morgan and Benny Golson provide the frontline is further elevated by the solidarity of Timmons, Merritt, and Blakey. It is a testament to the great quality of the performers, compositions, and the hard bop genre. The accessibility of the album is surely a result of Art Blakey's desire to promote jazz as an art at a time when public interest in the music was waning, and the genre as a whole was threatened by the popularity of emerging musical styles such as doo-wop and rock and roll.[4]

„Moanin' ist aufgrund der extrem hohen Qualität des Personals und der vorgestellten Kompositionen eines der bahnbrechenden Alben des Hard Bop. Die Meisterschaft, mit der Lee Morgan und Benny Golson die Frontlinie bilden, wird weiter erhöht durch den Schulterschluss von Timmons, Merritt und Blakey. Es ist ein Beweis für die hohe Qualität der Interpreten, der Kompositionen und des Hard-Bop-Genre. Die Zugänglichkeit des Albums ist sicherlich das Ergebnis von Art Blakeys Wunsch, Jazz als Kunst zu einer Zeit zu fördern, als das öffentliche Interesse an der Musik schwand und das Genre als Ganzes von der Popularität neuer musikalischer Stile wie Doo-Wop und Rock and Roll bedroht wurde.“

Das Magazin Rolling Stone wählte das Album 2013 in seiner Liste der 100 besten Jazz-Alben auf Platz 21.[5]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Review von Michael G. Nastos auf allmusic.com (abgerufen am 30. Mai 2018)
  2. Review von Mike Oppenheim auf allaboutjazz.com (abgerufen am 30. Mai 2018)
  3. The 100 Jazz Albums That Shook The World. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 11. Juli 2012; abgerufen am 28. Mai 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2
  4. Extended Analysis - Art Blakey and the Jazz Messengers: Moanin'. Abgerufen am 25. Mai 2013.
  5. Rolling Stone: Die 100 besten Jazz-Alben. Abgerufen am 6. April 2017.

Artist(s)

Veröffentlichungen von Art Blakey die im OTRS erhältlich sind/waren:

Just Coolin’ ¦ Roots & Herbs ¦ Moanin’

Art Blakey auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Art Blakey, 1973 in Hamburg

Arthur William Blakey (auch: Abdullah Ibn Buhaina[1]; * 11. Oktober 1919 in Pittsburgh, Pennsylvania; † 16. Oktober 1990 in New York) war ein US-amerikanischer Jazz-Schlagzeuger und Bandleader.

Leben

Anfänge

Art Blakey arbeitete zunächst im Bergbau. Musikalisch begann er als autodidaktischer Pianist, bis er in seiner eigenen Band von Erroll Garner abgelöst wurde. Daraufhin wandte er sich dem Schlagzeug zu. In den 1940er Jahren war Art Blakey Schlagzeuger in den Bands von Mary Lou Williams und Fletcher Henderson.

Billy Eckstine und Miles Davis

Im Jahr 1944 schloss sich Art Blakey der neugegründeten Bigband von Billy Eckstine an. Im Sommer 1944 spielten Billy Eckstine and His Orchestra in East St. Louis, Illinois, wo sie in der Besetzung Charlie „Yardbird“ Parker, Dizzy Gillespie, Buddy Anderson, Gene Ammons, Lucky Thompson und Art Blakey auftraten. Ihr Zusammenspiel begeisterte den gerade erst 18-jährigen Miles Davis so sehr, dass er fortan nichts anderes mehr hören wollte.[2] Während seiner Zeit bei Billy Eckstine herrschte ein Aufnahmeboykott seitens der Musikergewerkschaften, weshalb frühe Aufnahmen aus dieser Zeit rar sind. Das gilt für alle Bopper.

Als Billy Eckstine seine Band 1947 auflöste, reiste Art Blakey nach Afrika, wo er die nächsten zwei Jahre verbrachte. Während seiner Afrikareise konvertierte er zum Islam, wurde Anhänger der Ahmadiyya Muslim Gemeinde und nahm für einige Zeit den muslimischen Namen Abdullah Ibn Buhaina an. Art Blakeys musikalische Erfahrungen in Afrika schlugen sich später in Stücken wie Message from Kenya, Abdallah's Delight und seinen polyrhythmischen Schlagzeugsoli nieder. Weitere Beispiele sind die Alben Holiday for Skins Vol. 1 und Holiday for Skins Vol. 2.

Nach seiner Rückkehr in die USA spielte Art Blakey in vielen Bands und als Begleiter herausragender Solisten, zum Beispiel von Fats Navarro, Thelonious Monk und Miles Davis. Zusammen mit Sonny Rollins, Kenny Drew, Percy Heath und Jackie McLean spielte Art Blakey 1951 im Birdland in der Band von Miles Davis, wovon die Plattenaufnahme Miles Davis At Birdland 1951 zeugt.[3] Ebenfalls für Miles Davis entstand das Blue Note-Album Miles Davis Volume 2 (BLP 5022), für das Art Blakey während einer Session 1953 einen jungen und unbekannten Pianisten hinzuzog: Horace Silver.

Ab 1949 gehörte Blakey zur sogenannten Sugar-Hill-Harlem-Clique, die sich um den Tenorsaxophonisten Sonny Rollins gebildet hatte. In diesem Umfeld und unter dem Eindruck von Charlie Parker, Fats Navarro und Freddie Webster wurde Art Blakey heroinabhängig. Miles Davis dazu in seiner Autobiographie: „Ein paar von den jüngeren Typen wie Dexter Gordon, Tadd Dameron, Art Blakey, J. J. Johnson, Sonny Rollins, Jackie McLean und ich selbst fingen ungefähr zur selben Zeit an, schwer auf Heroin abzufahren.“[4]

Art Blakey & the Jazz Messengers

1955 gründete Blakey zusammen mit Horace Silver eine eigene Combo, die Hard-Bop-Band The Jazz Messengers. Blakey und Silver blieben aber auch weiterhin als Begleitmusiker aktiv und spielten beispielsweise auf Kenny Dorhams Album Afro-Cuban und dem Debütalbum des Trompeters Clark Terry. Silver stieg bereits 1956 wieder aus und überließ Blakey den Bandnamen, so dass aus „Horace Silver & the Jazz Messengers“ nun „Art Blakey & the Jazz Messengers“ wurden.

Art Blakey erwartete von seinen jeweiligen Bandmitgliedern, dass sie ihren Beitrag zum Repertoire der Gruppe leisteten. So stammen die bekanntesten Messengers-Stücke Moanin' und Dat Dere aus der Feder des Pianisten Bobby Timmons.

1959 spielte Blakey mit den Jazz-Messengers (Bobby Timmons, Jymie Merritt, Barney Wilen, Lee Morgan) die Musik zu dem Film Les Liaisons dangereuses von Roger Vadim ein.

Einen Großteil seiner Alben als Einzelkünstler oder mit den Jazz Messengers veröffentlichte Art Blakey auf Blue Note Records. Um die Alben zu promoten brachte Blue Note gängige Titel gern in zwei Teile gesplittet als 45er-Singles heraus. Diese wurden zwar selten im Radio gespielt, aber fanden durch die Jukebox landesweit Verbreitung. So gelangten einige Jazz-Nummern in die R&B-Charts. Art Blakey gehörte neben dem Organisten Jimmy Smith, dem Trompeter Donald Byrd und dem Saxophonisten Lou Donaldson dank der Singles zu den einträglichsten Künstlern des Plattenlabels. Art Blakey: „Die allererste 45er-Single, die Alfred herausbrachte, war eine von meinen Aufnahmen (Nothing But Soul/Message From Kenya). Sie veröffentlichten auch so einiges von den Jazz Messengers. Beinahe alles vom Big Beat-Album kam als Single raus (...) Dat Dere ist sicherlich die Nummer, an die sich die meisten erinnern werden. So kam ich rum in der Welt... Paris... Tokio... Berlin.“[5]

Die geschlossensten Formationen aus dieser Zeit (späte 50er/ frühe 60er) waren diejenigen mit den Trompetern Lee Morgan und Freddie Hubbard, den Tenorsaxophonisten Benny Golson (Blues March) und Wayne Shorter, den Pianisten Horace Silver, Bobby Timmons (Moanin) und Cedar Walton. Zu Beginn der 1960er Jahre wurden die Messengers außerdem durch die Hinzunahme des Posaunisten Curtis Fuller gelegentlich zum Sextett erweitert.

In den 1970ern gab es die innovative Kombination mit Valery Ponomarev, Bobby Watson und Walter Davis Jr., die nicht gut dokumentiert ist (Jodi) (Roulette). Die 1980er brachten die letzte Phase der Band, mit auch später sehr umtriebigen Mitgliedern. Das sind Wynton Marsalis, Terence Blanchard, Jean Toussaint, Bill Pierce, Donald Harrison, James Williams, Geoff Keezer, Mulgrew Miller, Lonnie Plaxico.

Blakey starb 1990 an Lungenkrebs.

Stil

Blakey während eines Konzerts 1985

Blakeys Stil wurde geprägt durch Kenny Clarke, der in der Bebop-Ära den Grundrhythmus von der Basstrommel auf die Becken verlegte und die tiefe Trommel für Akzente benutzte. Diese Art der Rhythmisierung wurde soweit getrieben, dass im Schlagzeugspiel teilweise gar kein Grundrhythmus mehr auszumachen war. Blakey benutzte aber weiterhin die Basstrommel in einer erdigen Betonung, die aus dem Swing stammte, als noch der Grundrhythmus, oft schlicht als vier Viertel, auf der Basstrommel gespielt wurde, hat sich aber von den Beschränkungen im Swingstil völlig befreit. Nach Aussage von Max Roach besaß Blakey eine Unabhängigkeit aller vier Gliedmaßen am Schlagzeug, die den Klang seiner polyrhythmischen Spielweise immer erkennbar macht. Oft hört man von ihm Presswirbel zu Beginn eines neuen Chorus und als Anfeuerung des jeweiligen Solisten, den er energisch begleitet. Er spielte oft polyrhythmische Schlagzeugeinleitungen zu seinen Stücken.

Diskografische Hinweise

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[6]
Just Coolin’ (mit The Jazz Messengers)
 DE7424.07.2020(1 Wo.)
 CH6226.07.2020(1 Wo.)
Art Blakey and the Jazz Messengers (mit The Jazz Messengers)
 DE7716.04.2021(1 Wo.)
Moanin’ (mit The Jazz Messengers)
 CH5618.04.2021(1 Wo.)
The Witch Doctor (mit The Jazz Messengers)
 DE5811.06.2021(1 Wo.)

Sammlung

Filmografie

  • 1965 Live in ’65 (DVD)
  • 1983 Jazz at the Smithsonian
  • 1986 At Ronnie Scott’s London (Video, DVD als Live from Ronnie Scott’s 2003)
  • 1995 The Jazz Messenger (Video/DVD)
  • 1998 Art Blakey's Jazz Messengers
  • 2001 Jazz Life, Vol. 2
  • 2003 Modern Jazz at the Village Vanguard
  • 2004 Live at Village Vanguard

Literatur

Weblinks

Commons: Art Blakey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Miles Davis, Autobiographie, S. 184.
  2. Miles Davis, Autobiographie, S. 5.
  3. Miles Davis, Autobiographie, S. 192–195.
  4. Miles Davis, Autobiographie, S. 171–177.
  5. Roy Carr: A Century of Jazz, Sleevenotes für die CD-Zusammenstellung Blue 45s – The Ultimate Jukebox, Blue Note Records, 1998.
  6. Chartquellen: Deutschland Schweiz
  7. Art Blakey | Album Discography | AllMusic. Abgerufen am 19. Juni 2018.

Veröffentlichungen von The Jazz Messengers die im OTRS erhältlich sind/waren:

Just Coolin’ ¦ Roots & Herbs ¦ Moanin’

The Jazz Messengers auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Jazz Messengers im Konzert (1985): (v. l. n. r.) Jean Toussaint (Tenorsaxophon), Terence Blanchard (Trompete), wahrscheinlich Donald Harrison (Sopransaxophon), Lonnie Plaxico (Bass)

The Jazz Messengers (1955–1990) waren eine Jazzband mit wechselnder Besetzung, die vom Schlagzeuger Art Blakey geleitet wurde. Ursprünglich waren die Messengers ein Projekt des Jazzpianisten Horace Silver mit Art Blakey.

Bandgeschichte

Vorgeschichte 1947–1954

Im Jahr 1947 bildete Art Blakey eine kurzlebige Big Band, die er „The Seventeen Messengers“ nannte. In den Jahren 1952 und 1953 war Art Blakey Schlagzeuger des neu gegründeten Horace Silver Trio und wirkte mit bei den zwei 10"-LPs Introducing the Horace Silver Trio und Horace Silver Trio Vol. 2 (später zusammengefasst auf einer LP unter dem Titel Horace Silver and Spotlight on the Drums: Art Blakey — Sabu). Mit dem neu zusammengestellten Art Blakey Quintet (bestehend aus Clifford Brown, Lou Donaldson, Horace Silver und Curly Russell) nahm er am 21. Februar 1954 für Blue Note Records die inzwischen legendär gewordene Live-Session A Night at Birdland auf.

The Jazz Messengers mit Horace Silver 1954–1956

Urbesetzung 1954
Schlagzeug:Art Blakey
Saxophon:Hank Mobley
Trompete:Kenny Dorham
Klavier:Horace Silver
BassDoug Watkins

Im November 1954 bzw. Februar 1955 spielte Art Blakey im Horace Silver Quintet, bestehend aus Horace Silver, Kenny Dorham, Hank Mobley und Doug Watkins. Diese Konstellation stellte die Urbesetzung der Jazz Messengers dar. Die beiden eingespielten 10"-LPs Horace Silver Quintet, Vol. 1 und Vol. 2 (BLP 5058/5062) wurden 1956 zu einer 12"-LP zusammengefasst und unter dem Albumtitel Horace Silver and the Jazz Messengers wiederveröffentlicht. Im März 1955 begleiteten Art Blakey, Horace Silver und Hank Mobley den Trompeter Kenny Dorham auf dessen eigenem Album Afro-Cuban (Blue Note 92744).

Am 23. November 1955 erfolgte ein Live-Mitschnitt der Urbesetzung im Café Bohemia in New York, der unter dem Band- und Albumnamen The Jazz Messengers – At the Café Bohemia, Vol. 1 und Vol. 2 (BLP 1507/1508) auf Blue Note Records veröffentlicht wurde. Als Kenny Dorham 1956 die Jazz Messengers verließ, um endgültig seine Solokarriere weiterzuverfolgen, wurde er durch Donald Byrd ersetzt. In dieser Konstellation spielte man für Columbia Records das nächste Album The Jazz Messengers ein.

Bandgeschichte bis 1991

Horace Silver, der musikalische Leiter der Gruppe, überließ den Bandnamen nach seinem Ausscheiden 1956 Art Blakey, so dass die Band fortan unter dem Namen Art Blakey & The Jazz Messengers firmierte. Als dann auch Hank Mobley ausschied, bildeten Bill Hardman und Jackie McLean die Frontline der Band. In die Ära Bill Hardman fällt auch die gemeinsame Atlantic-Platte der Messengers mit Thelonious Monk und Johnny Griffin im März 1957.

Der bedeutendste Personalwechsel Ende der 1950er Jahre war der Eintritt des Tenorsaxophonisten Benny Golson, der auch als musikalischer Direktor und Komponist fungierte, sowie des jungen Trompeters Lee Morgan. Die Rhythmusgruppe wurde ergänzt durch den Pianisten Bobby Timmons und den Bassisten Jymie Merritt, der bis 1962 bei den Messengers blieb.

Besetzung 1958
Schlagzeug:Art Blakey
Saxophon:Benny Golson
Trompete:Lee Morgan
Klavier:Bobby Timmons
Bass:Jymie Merritt

Das Normalformat der Messengers war die Quintettbesetzung mit Trompete, Tenorsaxophon, Piano, Bass und Schlagzeug; die Band wurde jedoch zeitweise – wie zu Beginn der 1960er Jahre durch die Hinzunahme des Posaunisten Curtis Fuller in die Frontline – zum Sextett erweitert, zu hören auf dem Blue-Note-Album Mosaic 1961. Später wurden zudem Besetzungen mit zwei Saxophonen (Tenor und Alt) versucht. Blakey setzte jeweils einen musikalischen Direktor ein, in welcher Rolle neben Silver und anderen Pianisten vor allem die Tenorsaxophonisten Benny Golson und Wayne Shorter in Erscheinung traten. Letzterer wurde dann von Miles Davis für dessen Quintett abgeworben, wo er John Coltrane nachfolgte. Blakey forderte indes nach Möglichkeit von allen Bandmitgliedern Beiträge zum Repertoire ein. Zu Berühmtheit gelangten insbesondere die Kompositionen „Moanin’“ (Bobby Timmons) und „Blues March“ (Benny Golson), die bei kaum einem Auftritt der Messengers fehlen durften.

Besetzung 1961
Schlagzeug:Art Blakey
Saxophon:Wayne Shorter
Trompete:Freddie Hubbard
Posaune:Curtis Fuller
Klavier / Arrangement:Cedar Walton
Bass:Jymie Merritt

Danach kam Cedar Walton nicht nur als Pianist, sondern auch als professionell ausgebildeter Arrangeur (er war didaktisch interessiert) in die Band, der als erster den folgenden späten Sound der Band schuf, der sich durch interessante charakteristische Abstimmung der Bläser bemerkbar macht. (so das Album Caravan.)

Als große Zeit der Gruppe kann das Jahrzehnt 1955–1965 bezeichnet werden, in dem einige bekannte Alben für Blue Note Records entstanden, wie A Night in Tunisia 1960, Roots and Herbs 1961, Mosaic 1961 und Free for All 1964. Die Messengers bildeten wohl neben dem Horace Silver Quintett eine der Säulen, auf denen der damalige Erfolg dieses Labels, das sich weitgehend dem Hardbop verschrieb, ruhte.[1] Nachdem der Hardbop gegen Ende der 1960er Jahre an Bedeutung verlor und mit ihm auch „Blue Note“ vorübergehend von der Bildfläche verschwand, wurden die Messengers etwas an den Rand der Szene gedrängt, obwohl sie noch bis zum Tode Blakeys 1990 fortbestanden. Zu den bedeutenden Musikern, die in dieser Zeit Mitglied der Messengers waren, gehören John Gilmore 1964/65, Keith Jarrett und Chuck Mangione 1966, Billy Harper und Ronnie Mathews 1968, Joanne Brackeen 1969–71, Jan Arnet 1969/70, Woody Shaw 1971–73 sowie erneut Bill Hardman und Johnny Griffin, sowie Junior Mance und Reggie Workman.

Anfang der 1970er Jahre wandte Blakey sich auch anderen Projekten zu, trat aber gelegentlich weiter mit den Messengers auf. 1975 formte er mit jungen Musikern wie dem aus Russland stammenden Trompeter Valery Ponomarev, den Saxophonisten Bobby Watson und David Schnitter, für welche Besetzung deren Pianist Walter Davis einige prägnante Kompositionen wie Jodi und Uranus beisteuerte, die Messengers neu. Bill Hardman wurde immer wieder zur Arbeit hinzugezogen und hatte sicherlich mit seiner dreißigjährigen[2] Mitarbeit (1956–87) Anteil an der Kontinuität der Messengers. In späteren Besetzungen holte sich Blakey den Pianisten James Williams und den Bassisten Dennis Irwin.

Besetzung 1981
Schlagzeug:Art Blakey
Trompete:Wynton Marsalis
Saxophon:Bobby Watson
Saxophon:Bill Pierce
Klavier:James Williams
Bass:Charles Fambrough

Obwohl die späten Messengers nicht mehr an die Erfolgszeit ihrer Vorgänger von 1955 bis 1965 anschließen konnten, waren sie eine außerordentliche „Talentschmiede“ des Hardbop oder Neobop, aus der später erfolgreiche Musiker wie Wynton Marsalis, Branford Marsalis, Kenny Garrett, Robin Eubanks, Mulgrew Miller, Lonnie Plaxico, Terence Blanchard oder Frank Lacy hervorgehen sollten. Außerdem trat Blakey mit Wiedervereinigungen der alten Messengers-Besetzung bei verschiedenen Jazzfestival auf, so auf dem Kool Jazz Festival 1981, in Japan 1983 und dem Blue Note-Festival 1985.

Bis ins Jahr 1990 ging Blakey mit der Band regelmäßig auf Tournee, trat etwa auf dem North Sea Jazz Festival und bei Moldejazz auf, und spielte Alben ein, zuletzt im April 1990 mit Trompeter Brian Lynch, Posaunist Steve Davies, den Saxophonisten Dale Barlow und Javon Jackson, dem Pianisten Geoff Keezer und dem Bassisten Essiet Okon Essiet. In der Woche vor Blakeys Tod traten die Jazz Messengers zum letzten Mal auf – im New Yorker Sweet Basil.

Bandgeschichte nach Blakeys Tod

Zur 2004 gegründeten Jazz Messengers Reunion Band gehörten Trompeter Valery Ponomarev, Tenorsaxophonist David Schnitter, Altsaxophonist Bobby Watson, Pianist Mulgrew Miller sowie Bassist Lonnie Plaxico mit wechselnden Schlagzeugern wie Louis Hayes oder Ben Riley.[3]

Eine weitere Ghost Band bildeten Blakey-Zeitgenossen Benny Golson, Curtis Fuller mit Geoff Keezer, Terence Blanchard, Peter Washington und Lewis Nash für ein Konzert im Iridium Jazz Club im November 1997; der Mitschnitt erschien als The Legacy of Art Blakey auf Telarc.

Zitate

Das Funktionieren der Band fasste Blakey ironisch so zusammen: „Wenn die Jungs[4] in der Band zu alt werden, hole ich mir jüngere, das hält den Geist in Schwung“

Leonard Feather: „Die Messengers bestimmten den Hard Bop-Bereich des Jazz mit einer gewaltigen kinetischen Kraft, wofür Blakeys einfallsreiche und anregende Arbeit im großen und ganzen verantwortlich war.“

Besetzungen

Diskografische Hinweise

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[5]
Just Coolin’
 DE7424.07.2020(1 Wo.)
 CH6226.07.2020(1 Wo.)
Moanin’
 DE7716.04.2021(1 Wo.)
 CH5618.04.2021(1 Wo.)
The Witch Doctor
 DE5811.06.2021(1 Wo.)
  • 1955: Horace Silver and the Jazz Messengers (Blue Note, BLP 1518)
  • 1955: At the Cafe Bohemia, Vol. 1 & 2 (BLP 1507/1508; Live aufgenommen am 23. November 1955)
  • 1956: The Jazz Messengers (mit Horace Silver), (Columbia, CL 897)
  • 1956/57: Drumsuite (mit Ray Bryants Hit "Cubano Chant"), (RCA Victor)
  • 1957: Art Blakey's Jazz Messengers with Thelonious Monk (Atlantic Records)
  • 1958: Moanin’ (Blue Note)
  • 1959: Just Coolin’ (Blue Note, ed. 2020)
  • 1960: A Night in Tunisia (Blue Note)
  • 1961: Jazz Messengers (Impulse Records)
  • 1961: Mosaic (Blue Note)
  • 1961: Buhaina’s Delight (Blue Note)
  • 1962: Three Blind Mice Vol 1 & 2 (Blue Note)
  • 1962: Caravan (OJC)
  • 1963: Ugetsu (OJC)
  • 1964: Kyoto (OJC)
  • 1964: Indestructible (Blue Note)
  • 1964: Free for All (Blue Note)
  • 1965: S’Make It (Verve Records)
  • 1969: The Witch Doctor (Blue Note)
  • 1982: Keystone 3 (Concord)
  • 1984: The New York Scene (Concord)
  • 1985: Live at Kimball’s (Concord)
  • 1990: Chippin’ In (Timeless)

Weblinks

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Der Erfolg der Messengers rettete auch die finanziell prekäre Lage des Labels vor dem Ruin; es war vor allem dem Erfolg von Titeln wie The Preacher und Doodlin’ zu verdanken, den Alfred Lion zunächst ablehnen wollte.
  2. Online-Chronologie
  3. Radiokolleg - Hardbop (ORF)
  4. Allerdings holte er zwischen 1969 und 1972 auch Joanne Brackeen in seine Band, und kurzzeitig spielte 1986 auch Gail Thompson bei den Messengers; sonst griff er allerdings nie auf Jazzmusikerinnen zurück.
  5. Chartquellen: DE CH

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