Billie Holiday ¦ Strange Fruit

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2LP (Kompilation, Gatefold)

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GTIN: 3149020935064 Artist: Genre & Stil:

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Veröffentlichung Strange Fruit:

2018

Hörbeispiel(e) Strange Fruit:





Strange Fruit auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Strange Fruit (englisch für Sonderbare Frucht) ist ein Musikstück, das seit dem Auftritt der afroamerikanischen Sängerin Billie Holiday 1939 im Café Society in New York weltweit bekannt wurde. Das von Abel Meeropol komponierte und getextete Lied gilt als eine der stärksten künstlerischen Aussagen gegen Lynchmorde in den Südstaaten der USA und als ein früher Ausdruck der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Der Ausdruck Strange Fruit hat sich als Symbol für Lynchmorde etabliert.

Die im Lied angesprochene Strange Fruit ist der Körper eines Schwarzen, der an einem Baum hängt. Der Text gewinnt seine emotionale Schlagkraft vor allem dadurch, dass er das Bild des ländlichen und traditionellen Südens aufgreift und mit der Realität der Lynchjustiz konfrontiert.

Hintergrund

… for the sun to rot / for a tree to drop / Here is a strange and bitter crop.

Auch nach dem Ende der Sklaverei und der Reconstruction-Ära blieb Rassismus in den USA noch ein alltägliches Phänomen. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hatte Rassentrennung unter dem Grundsatz Getrennt, aber gleich zugelassen, was in der Praxis nur sehr selten auf ein aber gleich hinauslief. Nach eher konservativen Annahmen des Tuskegee Institute wurden in den Jahren 1889 bis 1940 insgesamt 3833 Menschen gelyncht; 90 Prozent dieser Morde fanden in den Südstaaten statt, vier Fünftel der Opfer waren Afroamerikaner. Oft war nicht einmal ein Verbrechen als Anlass des Mordes nötig; wie im Fall Emmett Till reichte manchmal die Begründung: Damit die Schwarzen nicht zu aufmüpfig werden. 1939 hatte es bereits drei Lynchmorde gegeben, eine Umfrage in den Südstaaten ergab, dass sechs von zehn Weißen die Praxis des Lynchens befürworteten.

Die Sängerin: Billie Holiday

Die Sängerin Billie Holiday hatte sich 1939 bereits aus dem Elend ihrer Jugend herausgearbeitet. Sie hatte Produktionen mit Count Basie, Glenn Miller und Artie Shaw aufgenommen und galt als verkaufsträchtige Jazz-Sängerin und ausgezeichnete Unterhaltungsmusikerin. Die damals 24-Jährige hatte zu dieser Zeit neu im Café Society angefangen; vorher war sie in einem New Yorker Hotel gezwungen worden, den Frachtaufzug zu benutzen – bezeichnenderweise war das Hotel nach Abraham Lincoln benannt. Sie war in ihrem Leben zahlreichen Formen des Rassismus ausgesetzt. Ihr Vater starb 1937 vor allem deshalb, weil sich alle Krankenhäuser der Gegend weigerten, einen Afroamerikaner zu behandeln. Sie sagte dazu: Nicht die Lungenentzündung tötete ihn, Dallas tötete ihn.

Der Song Strange Fruit sticht im Repertoire Holidays heraus. Während sie sowohl als elegante Jazz-Sängerin wie auch als ausdrucksstarke Blues-Interpretin bekannt war, erreichte sie vor allem mit Strange Fruit Weltruhm. Das öffentliche Bild Billie Holidays und des Songs verschmolzen miteinander: Sie war nicht mehr nur die Frau, die ihr Publikum verführen und rühren konnte, sie war fähig, es regelrecht zu erschüttern.

Holiday wünschte sich die letzten beiden Worte des Lieds, Bitter Crop (dt.: Bittere Ernte), als Titel ihrer Autobiographie; der Verlag war dazu jedoch nicht bereit.

Der Komponist und Texter: Abel Meeropol

Abel Meeropol war russisch-jüdischer Lehrer aus der Bronx und Mitglied der kommunistischen Partei der USA. Er sah ein Foto des Lynchmords an Thomas Shipp und Abram Smith, das ihn nach eigenen Aussagen für Tage verfolgte und nicht schlafen ließ. Daraufhin schrieb er das Gedicht Bitter Fruit und veröffentlichte es unter dem Pseudonym Lewis Allan im Magazin New York Teacher und der kommunistischen Zeitung New Masses. Später schrieb er das Gedicht in den Song Strange Fruit um; beim Einrichten der Melodie unterstützte ihn Danny Mendelsohn.[1] Die Erstaufführung erfolgte durch Meeropols Frau bei einer Versammlung der New Yorker Lehrergewerkschaft. Strange Fruit gewann eine gewisse Popularität innerhalb der US-amerikanischen Linken. Barney Josephson, der Inhaber des Café Internationals, hörte davon und stellte Meeropol und Holiday einander vor. Obwohl Meeropol später noch andere Songs schrieb, darunter auch einen Hit für Frank Sinatra, hing sein Herz immer besonders an diesem Stück. Umso verletzter war er, als Holiday in ihrer Autobiographie behauptete, dass Strange Fruit von ihr und ihrem Klavierspieler Sonny White geschrieben worden sei.[2]

Café Society

Das Café Society war ein Club der linken und liberalen Intellektuellen und der New Yorker Bohème im Greenwich Village. Obwohl überwiegend von Weißen besucht, fand sich doch ein gemischtes Publikum ein – es war der einzige New Yorker Club außerhalb Harlems, der überhaupt Weißen und Schwarzen gleichzeitig offenstand. Der Betreiber Barney Josephson war ebenso ein vehementer Anhänger der „Rassenintegration“ wie von gutem Jazz und guter Unterhaltung.

Text

Southern trees bear a strange fruit,
Blood on the leaves and blood at the root,
Black body swinging in the Southern breeze,
Strange fruit hanging from the poplar trees.

Pastoral scene of the gallant South,
The bulging eyes and the twisted mouth,
Scent of magnolias sweet and fresh,
And the sudden smell of burning flesh.

Here is a fruit for the crows to pluck,
For the rain to gather, for the wind to suck,
For the sun to rot, for the tree to drop,
Here is a strange and bitter crop.

Die Südstaaten-Bäume tragen merkwürdige Früchte,
Blut auf den Blättern und Blut an der Wurzel.
Schwarzer Körper baumelt im Südstaaten-Wind;
Merkwürdige Früchte hängen von den Pappeln.

Idyllische Szene im prächtigen Süden
Die hervortretenden Augen und der verzogene Mund.
Magnolienduft, süß und frisch,
Und der plötzliche Geruch nach verbranntem Fleisch.

Dies ist eine Frucht, um von den Krähen zerhackt zu werden,
Auf der der Regen sich sammelt, an der der Wind rüttelt,
Die in der Sonne verrottet, die vom Baume fällt,
Dies ist eine merkwürdige und bittere Ernte.

Aufführung

Billie Holiday (Fotografie von Carl van Vechten, 1949)

Holiday zögerte anfangs, Strange Fruit in ihr Programm aufzunehmen – zu sehr wich das Lied von ihrem sonstigen Repertoire ab. Nach der ersten Aufführung herrschte Stille im Café Society. Erst nach einiger Zeit begann zögernder, sich steigernder Applaus.

Die bis dahin gesungenen Versionen hatten das Gedicht entweder als linkes Kampflied oder mit oft übermäßigem Pathos vorgetragenes Mitleidsstück aufgeführt. Billie Holiday dagegen machte daraus einen unmittelbaren und eindringlichen Vortrag. Ein Biograph von Holiday bemerkte dazu: „Bei vielen Coverversionen hat man das Gefühl, eine hervorragende Aufführung eines hervorragenden Songs zu hören; wenn Billie sang, hatte man das Gefühl, direkt am Fuß des Baumes zu stehen.“ Diese Interpretation sprach ein weit größeres Publikum als bisher an und schaffte es, über die ohnehin interessierten Kreise hinaus Beachtung zu finden. Damit wurde der Horror der schwarz-weißen Beziehungen, den eine große Bevölkerungsmehrheit nur passiv hinnahm, wieder als gesellschaftliches Problem wahrnehmbar.

Strange Fruit wurde im Café Society Holidays Abschlusssong. Sämtliche Lichter bis auf ein Spotlight auf die Sängerin wurden ausgeschaltet, sie selbst hielt die Augen während der Einleitung geschlossen. Sofort nach der Aufführung ging sie ab und verschwand. Dem folgte in der Regel Stille und keine weitere Musik – als klares Zeichen, dass das Ende des Auftritts erreicht war.

Holiday verwendete den Song in ihrem Repertoire nun als eine Art Abschlusszugabe: sowohl, um ihn mit einem ihr sympathischen Publikum zu teilen als auch, um ein Publikum herauszufordern, das ihr nach ihrer Meinung den Respekt verweigerte. Sie schrieb dazu in ihrer Autobiografie: „Dieses Lied schaffte es, die Leute, die in Ordnung sind, von den Kretins und Idioten zu trennen.“ In den Südstaaten, durch die sie ohnehin selten tourte, spielte Holiday das Lied noch seltener, da sie wusste, dass es Ärger auslösen würde. In Mobile, Alabama, wurde sie aus der Stadt gejagt, nur weil sie versucht hatte, das Lied zu singen.

Aufnahmen

Holidays damalige Plattenfirma Columbia Records weigerte sich, Strange Fruit auf Platte zu produzieren. Da die Firma kein offizielles Statement herausgab, kann heute über den Grund nur gemutmaßt werden. Zum einen wohl, weil das Lied insbesondere für das weiße Publikum der Südstaaten als politisch zu anstößig und geschäftsschädigend aufgefasst worden wäre, zum anderen aber wohl auch, weil es stilistisch einen zu großen Bruch mit dem Standard-Repertoire von Holiday bedeutet hätte, das größtenteils aus typischer Nachtclubmusik bestand. Immerhin erhielt sie die Freigabe, das Lied für Commodore Records, eine kleine New Yorker Plattenfirma, aufzunehmen.

Billie Holiday – Strange Fruit

Begleitet wurde Billie Holiday bei der Session am 20. April 1939 von dem Trompeter Frankie Newton und seiner „Café Society Band“; dazu gehörten die Saxophonisten Tab Smith, Kenneth Hollon und Stanley Payne, der Pianist Sonny White, der Gitarrist Jimmy McLin, der Bassist John Williams und der Schlagzeuger Eddie Dougherty.[3] Bei dieser Session wurden auch die Titel Yesterdays, Fine and Mellow sowie I Gotta Right to Sing the Blues aufgenommen, allesamt produziert von Milt Gabler.

Obwohl der Song zum Standardrepertoire der US-amerikanischen Musikgeschichte gehört und beliebt ist, wird er doch selten gehört oder gespielt. Insbesondere die Version von Billie Holiday beschreiben viele Hörer als psychisch verstörend oder gar physisch schmerzhaft. Die Herausforderung für einen Interpreten, den Song aufzuführen – und damit in direkten Vergleich zu den Holiday-Versionen zu treten –, gilt als enorm; daher weichen viele dieser Herausforderung aus.

Billie Holiday selbst nahm das Lied noch mehrfach auf: im Studio am 7. Juni 1956 für Verve mit dem Orchester von Tony Scott[4] und für das britische Fernsehen in London im Februar 1959[5] sowie live am 12. Februar 1945 im „California Philharmonic Auditorium“ in Los Angeles für Jazz at the Philharmonic[6] und am 1. November 1951 im „Storyville Club“ in Boston.[7]

Andere berühmte Versionen des Songs sangen Josh White, Carmen McRae, Eartha Kitt, Cassandra Wilson, Nina Simone, Tori Amos, Pete Seeger, Diana Ross, Siouxsie and the Banshees, Mary Coughlan, UB40, Robert Wyatt, Sting und Beth Hart. Tricky produzierte einen Remix, und Lester Bowie mit seiner Brass Fantasy spielte eine Instrumentalversion ein. Issie Barratt arrangierte das Stück für Jaqee und die Bohuslän Big Band. Von einigen dieser Versionen wurden Samples verwendet, unter anderem von den Hip-Hop-Künstlern Kanye West in dem Lied Blood on the Leaves und von Mick Jenkins in Martyrs.

Joel Katz drehte 2002 eine Dokumentation über den Song. Der einzige humoristische Umgang mit dem Begriff „Strange Fruit“ klingt in dem britischen Film Still Crazy an, in dem alternde Rockstars ihre ehemalige One-Hit-Band Strange Fruit wieder aufleben lassen.

Wirkung

In seiner Symbolkraft gilt Strange Fruit als ähnlich wichtig für die Bürgerrechtsbewegung wie die Aktion von Rosa Parks. Neben We Shall Overcome und vielleicht noch Bob Dylans The Death of Emmett Till ist kein anderes Lied derart mit dem politischen Kampf um schwarze Gleichberechtigung verwoben. Bei seiner Einführung noch als Schwarze Marseillaise gefeiert, beziehungsweise als Propagandastück bekämpft, wurde es im Laufe der Zeit immer mehr als überpolitisch wahrgenommen: als musikalische Einforderung der Menschenwürde und Gerechtigkeit. Besonders einflussreich in der Rezeption war Angela Davis' Buch: Blues Legacies and Black Feminism. Während Holiday oft als „bloße Unterhaltungssängerin“, die quasi als Medium für den Song diente, porträtiert wurde, zeichnete Davis auf dem Hintergrund ihrer Untersuchungen das Bild einer selbstbewussten Frau, die sich der Wirkung und des Inhalts von Strange Fruit sehr bewusst war. Oft genug setzte Holiday ihn gezielt ein. Obwohl er zu ihrem Standardrepertoire gehörte, variierte sie ihn wie keinen anderen in der Art der Vorführung. Das Lied interpretierte Davis als maßgeblich für die Wiederbelebung der Tradition von Protest und Widerstand in der afroamerikanischen und US-amerikanischen Musik und Kultur. Das Time Magazine bezeichnete Strange Fruit 1939 als Musikalische Propaganda, kürte das Lied aber 60 Jahre später zum Song des 20. Jahrhunderts. Strange Fruit war lange Zeit in den USA im Radio unerwünscht, die BBC weigerte sich anfangs das Lied zu spielen, im südafrikanischen Radio war das Lied in der Zeit der Apartheid offiziell verboten.

Aufgrund ihrer kulturellen und historischen Bedeutung für die Vereinigten Staaten wurde die Erstaufnahme des Songs Strange Fruit, gesungen von Billie Holiday, am 27. Januar 2003 in die National Recording Registry der Library of Congress aufgenommen. Das National Recording Preservation Board führt als Begründung aus: „Dieses beißende Lied ist wohl die einflussreichste Aufnahme von Billie Holiday. Es brachte das Thema Lynchjustiz dem breiten … Publikum nahe.“[8]

Literatur

  • Donald Clarke: Billie Holiday. Wishing on the Moon. München, Piper 1995, ISBN 3-492-03756-9 (Mit ausführlichen Interviews von Freunden und Bekannten Holidays zur Entstehung und Aufführung)
  • Angela Yvonne Davis: Blues Legacies and Black Feminism. Vintage Books, New York 1999, ISBN 0-679-77126-3 (Mit einflussreichstem Essay zur Interpretation des Songs)
  • David Margolick: Strange Fruit. Billie Holiday, Café Society and an Early Cry for Civil Rights. Running Press, Philadelphia 2000, ISBN 0-7624-0677-1 (Vorworte von Hilton Als und Cassandra Wilson. Mit einer Diskografie der verschiedenen Aufnahmen bis 2000); Neuauflage: Ecco, New York 2001, ISBN 0-06-095956-8
  • Billie Holiday: Lady Sings the Blues. Autobiographie. Aufgezeichnet von William Dufty. Edition Nautilus, Hamburg 1992, ISBN 3-89401-110-6

Weblinks

Anmerkungen

  1. Donald Clarke: Billie Holiday. Wishing on the Moon. München, Piper 1995, Kap. 7
  2. Billie Holiday: Lady Sings the Blues. Autobiographie. Aufgezeichnet von William Dufty. Edition Nautilus, Hamburg 1992
  3. Vgl. Studio Session #36 New York City 20/April/1939 (Memento vom 21. Juni 2008 im Internet Archive).
  4. Vgl. Studio Session #76 New York City 7/June/1956 (Memento vom 21. Juni 2008 im Internet Archive).
  5. Vgl. Live-Session #66 London 23/February/1959 (Memento vom 21. Juni 2012 im Internet Archive).
  6. Vgl. Live-Session #15 New York City 12/February/1945 (Memento vom 21. Juni 2012 im Internet Archive).
  7. Vgl. Live-Session #33 Boston 1/November/1951 (Memento vom 21. Juni 2012 im Internet Archive).
  8. “Strange Fruit.” Billie Holiday. (1939). In: National Recording Library. Abgerufen am 6. Juni 2021 (englisch): „This searing song is arguably Billie Holiday’s most influential recording. It brought the topic of lynching to the commercial record-buying public.“

Artist(s)

Veröffentlichungen von Billie Holiday die im OTRS erhältlich sind/waren:

Strange Fruit

Billie Holiday auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Billie Holiday, 1947
Foto: William Gottlieb[1]
Billie Holiday, Downbeat Club, New York, 1947

Billie Holiday (* 7. April 1915 in Philadelphia[2] als Eleanora Fagan;[3]17. Juli 1959 in New York City) zählt mit Ella Fitzgerald und Sarah Vaughan zu den bedeutendsten US-amerikanischen Jazzsängerinnen.

Kindheit (1915–1929)

Die zweijährige Billie Holiday im Jahr 1917

Billie Holiday wurde vor der Annahme ihres Künstlernamens meist Eleanora Fagan genannt, auch wenn ihre Geburtsurkunde den Namen Elionora Harris aufweist. Später erhielt sie von ihrem Freund Lester Young den Spitznamen Lady Day.

Ein Großteil der Informationen über ihre Kindheit beruhen auf ihrer Autobiografie Lady Sings the Blues, die sie ab 1956 dem Journalisten William Dufty diktierte. Allerdings ist deren Wahrheitsgehalt umstritten. Bereits der erste Satz deutet ihre ganz persönliche Sicht auf die Lebensumstände ihrer Kindheit an: „Mam und Dad waren noch Kinder, als sie heirateten. Er war achtzehn, sie war sechzehn, und ich war drei.“ Tatsächlich war ihre Mutter bei der Geburt der Tochter neunzehn Jahre alt, und sie war mit Billies vermutlichem[4] leiblichen Vater nie verheiratet und lebte mit ihm nie unter einem Dach.

Ihre Mutter Sarah „Sadie“ Fagan (geborene Harris) (1896–1945) behauptete, Clarence Halliday (1898–1937) alias: Clarence Holiday sei Billies leiblicher Vater, ein Jazz-Gitarrist, der später unter anderem im Fletcher Henderson Orchestra spielte. Nach Billies Geburt arbeitete sie eine Zeit lang als Serviererin in Zügen, weshalb Billie im Laufe ihrer ersten zehn Lebensjahre größtenteils bei der Schwiegermutter ihrer Halbschwester, Martha Miller, in Baltimore aufwuchs.[5] Als Billie elf Jahre alt war, eröffnete ihre Mutter das Restaurant The East Side Grill, in dem das Mädchen oft viele Stunden arbeiten musste. Kurze Zeit später brach sie die Schule ab.[6]

Am 24. Dezember 1926, Billie war elf Jahre alt, entdeckte ihre Mutter, als sie von der Arbeit zurückkam, wie ihr Nachbar, Wilbur Rich, gerade das Kind vergewaltigte.[7] Rich wurde verhaftet, und Billie kam „zu ihrem Schutz“ in das katholische Erziehungsheim The House of the Good Shepherd. Mit zwölf wurde Billie aus dem Erziehungsheim entlassen. Kurz darauf begann ihre Mutter, in einem Bordell zu arbeiten. Billie arbeitete dort ebenfalls als Botenmädchen.[8] Hier lernte sie auf dem Grammophon des Etablissements die Musik von Louis Armstrong und Bessie Smith kennen. Nach ein paar Monaten wurden Mutter und Tochter während einer Razzia verhaftet. Danach zog die Mutter nach Harlem und ließ ihre Tochter abermals bei Martha Miller zurück.[9] Billie arbeitete damals vermutlich noch einige Zeit in einem Bordell in Baltimore als Prostituierte. In dieser Zeit begann sie mit dem Singen. Anfang 1929 folgte sie dann ihrer Mutter nach New York. Die dortige Vermieterin, Florence Williams, betrieb ein Bordell, in dem Mutter und die dreizehnjährige Tochter „für 5 $ pro Freier“ als Prostituierte arbeiteten.[10] Am 2. Mai 1929 kam es erneut zu einer Razzia, und wieder wurde Billie verhaftet und kam ins Gefängnis. Erst im Oktober desselben Jahres wurde sie wieder entlassen.

Die frühe Gesangskarriere (1929–1935)

1929 begann Elinore Harris in Clubs unter dem Namen aufzutreten, unter dem sie bekannt wurde: Billie Holiday. Er setzt sich zusammen aus dem Vornamen der Stummfilmschauspielerin Billie Dove und dem Nachnamen ihres vermutlichen Vaters Clarence Holiday,[11] wobei sie ihren Nachnamen anfänglich noch Halliday schrieb.

1929–1931 trat sie zusammen mit ihrem Nachbarn, dem Tenorsaxofonisten Kenneth Hollan, in Clubs wie dem Grey Dawn, dem Pod’s and Jerry’s und dem Brooklyn Elks’ Club auf.[12]

Anfang 1933 wurde sie von den Plattenproduzenten John Hammond und Bernie Hanighen entdeckt, die von ihrem Improvisationstalent beeindruckt waren. Man organisierte im November 1933 Aufnahmen mit Benny Goodman für die Achtzehnjährige. Sie nahmen die Songs Your Mother’s Son-In-Law und Riffin’ the Scotch auf; Letzterer wurde mit einer Auflage von 5.000 Stück Billie Holidays erster Hit.

1935 sang sie Saddest Tale in Duke Ellingtons Symphony in Black: A Rhapsody of Negro Life.

Teddy Wilson und Brunswick Records (1935–1938)

Im gleichen Jahr nahm Hammond die aufstrebende Künstlerin für Brunswick Records unter Vertrag. Hier nahm sie, zusammen mit dem Jazzpianisten Teddy Wilson, bekannte Stücke im neu aufkommenden Swing-Stil für die immer populärer werdenden Jukeboxes auf. Holiday konnte bei diesen Aufnahmen frei improvisieren und erfand dabei jenen einzigartigen, höchst eigenwilligen Stil, mit den Melodien frei zu spielen, der zu ihrem Markenzeichen werden sollte. Zu ihren Aufnahmen aus der ersten Session gehörten What a Little Moonlight Can Do und Miss Brown to You, zwei Titel, die der Plattenfirma anfangs nicht besonders zusagten. Doch als die Platten erfolgreich verkauft wurden, begann man auch Platten unter ihrem eigenen Namen zu produzieren.[13] Wilson und Holiday nahmen viele populäre Songs der damaligen Zeit auf und machten sie damit zu Jazzklassikern. Stephan Richter schreibt hierzu: (…) in Wahrheit lebten in Holidays Liedern nicht die Komponisten auf, sondern ihre Stimme, ihre Persönlichkeit, die jedes Wort zu ihrem eigenen macht, jede Textzeile in ihrem Sinn neu schreibt.[14]

An vielen dieser Aufnahmen wirkte auch Lester Young mit, mit dem sie fortan eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Er gab ihr den Spitznamen Lady Day, sie nannte ihn Prez. Außerdem meinte Young, ihre Mutter sollte den Spitznamen The Duchess („Die Herzogin“) erhalten, wenn ihre Tochter Lady heißt.

Da die Lieder nicht aufwendig arrangiert, sondern über weite Teile improvisiert wurden, waren diese Aufnahmen für Brunswick nicht teuer. Holiday bekam dafür eine Einmalzahlung und erhielt keinerlei Geld aus den Plattenverkäufen und Radioaufführungen, obwohl sich Aufnahmen wie I Cried for You 15.000 Mal und mehr verkauften, was ungefähr das Fünffache sonstiger Brunswick-Platten ausmachte.[15]

Count Basie und Artie Shaw (1937–1938)

Als Nächstes sang sie bei Count Basie. Er gewöhnte sich schnell daran, dass Billie starken Einfluss auf die Melodiefindung nahm, denn sie wusste schon damals genau, wie ihr Gesang klingen sollte.[16] Auch wenn sie nie mit Basie ins Studio ging – es gibt nur die Liveaufnahme I Can’t Get Started, They Can’t Take That Away from Me und Swing It Brother Swing aus der Zeit – so nahm sie doch viele seiner Musiker mit ins Studio zu Aufnahmen mit Teddy Wilson.[17] Im Februar 1938 kam es zum Bruch; laut Billie Holiday wegen eines Streits über zu niedrige Bezahlung und Änderungswünsche an ihrem Gesangsstil, laut Basie aufgrund ihrer Unzuverlässigkeit.[18]

Danach sang sie bei Artie Shaw, der bereits im März 1936 ihre erste Radioübertragung beim Sender WABC organisiert hatte. Aufgrund des großen Erfolgs der Sendung ließ ABC im April eine Sondersendung folgen. Da Shaw weniger Gesangsstücke im Programm hatte als Basie, konnte Holiday bei ihm weniger singen. Außerdem übte das Management Druck auf den Bandleader aus, lieber die weiße Sängerin Nita Bradley zu beschäftigen, mit der sie sich nicht sehr gut verstand. Als sie im November 1938 im Lincoln Hotel aufgrund von Beschwerden des Hotelmanagements gezwungen wurde, den Lastenaufzug und den Hinterausgang zu benutzen, war das Maß voll, und sie entschloss sich, die Band zu verlassen. Die einzige erhaltene Aufnahme aus dieser Zeit ist Any Old Time.

Sie trat als eine der ersten Jazzsängerinnen mit weißen Musikern auf und überwand damit rassistische Grenzen. Trotz dieser Vorreiterrolle wurde sie weiterhin gezwungen, Hintereingänge zu benutzen. Sie berichtete später, dass sie in dunklen, abgelegenen Räumen auf ihre Auftritte warten musste. Auf der Bühne verwandelte sie sich in Lady Day mit der weißen Gardenie im Haar. Die tiefe emotionale Wirkung ihres Gesangs erklärte sie mit der Bemerkung: „Ich habe diese Songs gelebt“.

Billie Holiday litt unter ihrer Diskriminierung als Schwarze. Vor allem bei den Tourneen mit gemischten Bands wie der von Artie Shaw 1938 machten sie und die anderen schwarzen Musiker täglich entwürdigende Erfahrungen. Als besonders demütigend empfand sie Auftritte, für die ihr Gesicht mit Make-up dunkler geschminkt wurde, da dem weißen Publikum angeblich Billie Holidays Teint zuweilen als zu hell erschien.

Trotz aller Schwierigkeiten wurde 1938 ein sehr erfolgreiches Jahr für die Sängerin; im September erreichte ihre Aufnahme I’m Gonna Lock My Heart Platz 6 in den Charts.

Mainstream-Erfolg (1939–1947)

1939 sang sie erstmals den Song Strange Fruit, der auf dem gleichnamigen Gedicht des jüdischen Lehrers Abel Meeropol (alias Lewis Allan) basiert und eindringlich die Lynchjustiz an Schwarzen thematisiert. Während die Produzenten von Columbia das Thema „zu heiß“ fanden, erklärte Commodore Records sich bereit, es aufzunehmen, und die Platte wurde einer ihrer größten Erfolge. Seither verband das Publikum Billie Holiday mit diesem Stück und wollte es immer wieder von ihr hören. Die Aufführungen im Café Society waren minutiös inszeniert; bevor sie das Stück sang, ließ sie das Publikum vorher von den Kellnern um Ruhe bitten. Das Licht wurde während des langen Intros heruntergedimmt und ein einziger Scheinwerfer erhellte Billie Holidays Gesicht. Mit dem Verklingen des letzten Tons erlosch das Licht, worauf sie dann im Dunkeln verschwand.[19]

Billie Holiday war ein Star geworden. Ihre Mutter Sadie Fagan nannte ihr Restaurant jetzt Mom Holiday. Gleichzeitig verspielte sie das Geld ihrer Tochter beim Würfeln. Als Billie Holiday eines Abends Geld von ihr haben wollte, zeigte ihre Mutter ihr die kalte Schulter. Angeblich verließ Billie Holiday daraufhin fluchend das Restaurant und rief: „God bless the child that’s got its own!“, woraus später die Titelzeile des Liedes God Bless the Child werden sollte. Der Song erreichte Platz 3 in den Billboards des Jahres und verkaufte sich über eine Million Mal.[20]

1943 schrieb das Life Magazine über Billie Holiday, sie besitze den individuellsten Stil aller populären Sängerinnen und werde damit von vielen kopiert.[21]

Bevor sie 1944 Lover Man für Decca aufnahm, flehte sie ihren Produzenten Milt Gabler an, wie Ella Fitzgerald und Frank Sinatra Streicher für die Aufnahme zu bekommen. Als sie dann am 4. Oktober ins Studio kam, war sie zu Tränen gerührt, weil sie dort tatsächlich ein Streicherensemble erwartete. Von da an wurde ihre Stimme häufiger von Streichern untermalt.[22]

Billie Hollyday in Washington 1948 mit Al Dunn (Trommler), Bobby Tucker (Pianist) und Benny Fonsville (Bassist).
Billie Holliday im Club Bali in Washington (1948)

Einen weiteren Erfolg erlebte Holiday, als sie 1944 in der Metropolitan Opera in New York als erste Jazz-Sängerin gefeiert wurde.

Der Auftritt im Film New Orleans (1946) neben ihrem Vorbild Louis Armstrong war für sie und ihre Fans hingegen enttäuschend. Sie durfte nur eine solche Rolle spielen, wie sie Hollywood damals für Schwarze meistens vorgesehen hatte, nämlich das „Dienstmädchen“. Billie, die glaubte, sich selbst spielen zu dürfen, war maßlos enttäuscht. Während der Dreharbeiten ließ sich außerdem ein Problem nicht mehr verbergen, das sie schon seit den frühen 1940er Jahren begleitete: ihre Heroinsucht. Joe Guy, ihr Ehemann und Dealer, erhielt deshalb Set-Verbot.[23]

Billie Holiday, 1949
Foto: Carl van Vechten
Billie Holiday, 1949
Foto: Carl van Vechten

Carnegie Hall, Prozess wegen Drogenbesitzes (1947–1949)

Am 16. Mai 1947 wurde Billie Holiday wegen Drogenbesitzes verhaftet. Im darauffolgenden Prozess bekannte sie sich schuldig und bat darum, in ein Krankenhaus eingewiesen zu werden, nachdem ihr Anwalt ihr hatte ausrichten lassen, er habe keine Lust, sie in dem Verfahren zu vertreten.[24] Sie erhielt eine Gefängnisstrafe, kam ins Alderson Federal Prison Camp in West Virginia und wurde am 16. März 1948 wegen guter Führung vorzeitig entlassen. Ihr Manager Ed Fishman wollte daraufhin ein Konzert in der Carnegie Hall veranstalten, doch Holiday zögerte, da sie nicht wusste, ob das Publikum nach ihrer Verhaftung noch zu ihr stehen würde. Schließlich gab sie nach. Das ausverkaufte Konzert vom 27. März 1948 wurde zu einem beispiellosen Erfolg.

Aufgrund ihrer Vorstrafe hatte Holiday ihre Cabaret-Lizenz verloren und durfte nicht an Orten mit Alkoholausschanklizenz auftreten, was ihr Einkommen erheblich minderte, zumal sie immer noch nicht angemessen an den Lizenzen beteiligt wurde.[25]

Am 22. Januar 1949 wurde sie erneut wegen Drogenbesitzes festgenommen.

Die letzten Jahre (1950–1959)

Mit den 1950er Jahren begann ihr gesundheitlicher Abstieg. Weiterhin hatte sie Beziehungen mit gewalttätigen Männern, Entzugsversuche blieben erfolglos. Der Drogenkonsum wirkte sich auch auf ihre Stimme aus: In ihren späteren Aufnahmen bei Verve Records weicht ihr jugendlicher Elan zusehends einer merklichen Schwermut.

1956 erschien ihre Autobiografie Lady Sings the Blues. Die gleichnamige LP enthielt bis auf den Titelsong keine neuen Aufnahmen, wurde jedoch vom Billboard Magazine als „würdige musikalische Ergänzung ihrer Autobiografie“ gelobt.[26]

Im November dieses Jahres hatte sie ihre letzten beiden ausverkauften Konzerte in der Carnegie Hall, was für jeden Künstler eine große Auszeichnung ist, besonders jedoch für eine schwarze Sängerin in den späten 1950er Jahren. 13 Aufnahmen aus dem zweiten Konzert erschienen 1961 postum auf dem Album The Essential Billie Holiday – Carnegie Hall Concert. Gilbert Milstein von der New York Times schrieb dazu in seinem Covertext:

„Die Probe war zusammenhangslos, ihre Stimme klang dünn und schleppend, ihr Körper müde gebeugt. Aber ich werde niemals die Metamorphose an diesem Abend vergessen. Das Licht erlosch, die Musiker begannen zu spielen und die Erzählung begann. Miss Holiday trat zwischen den Vorhängen hervor in das sie erwartende Scheinwerferlicht, in eine weiße Robe gehüllt und mit einer weißen Gardenie im schwarzen Haar. Aufrecht und schön, souverän und lächelnd. Und als sie den ersten Teil ihrer Erzählung beendet hatte, begann sie zu singen – mit unverminderter Kraft – mit all ihrer Kunst. Ich war sehr bewegt. Mein Gesicht und meine Augen brannten in der Dunkelheit. Und ich erinnere mich an eine Sache. Ich lächelte.“

Tod

Anfang 1959 diagnostizierte ihr Arzt eine Leberzirrhose und verbot Holiday das Trinken; sie blieb jedoch nur kurzzeitig abstinent vom Alkohol. Im Mai hatte sie zehn Kilogramm Gewicht verloren. Am 31. Mai wurde sie ins Metropolitan Hospital eingeliefert, wo sie unter entwürdigenden Umständen starb; Polizisten standen um das Krankenbett herum, um sie wegen Drogenbesitzes zu verhaften.

Als sie starb, hatte sie 0,70 US-Dollar auf dem Konto und ein Zeitschriftenhonorar von 750 Dollar in bar bei sich.[27]

Holiday wurde auf dem Saint Raymonds Cemetery in der Bronx bestattet.

Würdigungen

Billie Holiday wurde in die Blues Hall of Fame und auf dem Hollywood Walk of Fame aufgenommen. Der Venuskrater Holiday ist nach ihr benannt.

Bekannte Beziehungen

Einfluss

Holiday hatte in allen Phasen ihrer Karriere einen großen Einfluss auf andere Künstler. Nach ihrem Tod beeinflusste sie Sängerinnen wie Janis Joplin und Nina Simone.

Ihre späten Aufnahmen für das Schallplattenlabel Verve, darunter Solitude 1952 und Music for Torching 1955, haben genauso überlebt wie jene früheren Aufnahmen, die von 1933 an für Columbia Records, Commodore (The Complete Commodore Recordings) und Decca Records entstanden. Viele ihrer Stücke, unter anderem God Bless the Child, George Gershwins I Loves You Porgy und ihr reuevoller Blues Fine and Mellow sind Jazzklassiker geworden.

Billie Holiday besaß eine unverwechselbare Stimme. Obwohl sie keine musikalische Ausbildung hatte und nur über einen begrenzten Stimmumfang verfügte, war sie eine außergewöhnliche Sängerin; zugleich herb und zerbrechlich, sowohl unterkühlt als auch leidenschaftlich.

Bei Holiday gerät man in einen existentiellen Strudel, ein wirkliches Einlassen auf diese Musik schaltet das Gehirn aus wie eine Droge. Nur mit größten Schwierigkeiten wird man sich zu einem analytischen Hören dieser Lieder zwingen können, Holidays Stimme allein greift direkt an die Nervenbahnen.

Stephan Richter[34]

Einige der bekanntesten Standards, die sie mit ihrer Interpretation geprägt hat, sind A Fine Romance, All of Me, As Time Goes By, Autumn in New York, But Beautiful, Do You Know What It Means, Embraceable You, Fine and Mellow (Billie Holiday 1939), Gloomy Sunday, God Bless the Child (Billie Holiday 1939), Good Morning Heartache, I Cover the Waterfront, I Gotta Right to Sing the Blues, I Loves You, Porgy, It’s Easy to Remember (And So Hard to Forget), Yesterdays, Lover, Come Back to Me, Love for Sale, Lover Man, The Man I Love, Mean to Me, Nice Work If You Can Get It, Night and Day, Solitude, Stormy Weather, Summertime, There Is No Greater Love, These Foolish Things (Remind Me of You), The Way You Look Tonight und Willow Weep for Me.

Filme

Kompositionen

Holiday hat mehrere Songs allein geschrieben, einige auch in Zusammenarbeit mit anderen Autoren.[36]

  • 1936: Billie’s Blues alias: I Love My Man
  • 1939: Our Love Is Different
  • 1939: Long Gone Blues
  • 1939: Fine and Mellow
  • 1939: Everything Happens for the Best (mit Tab Smith)
  • 1940: Tell Me More and More and Then Some
  • 1941: God Bless the Child (mit Arthur Herzog, Jr.)
  • 1944: Don’t Explain (mit Arthur Herzog, Jr.)
  • 1949: Somebody’s on My Mind
  • 1949: Now or Never (mit Curtis R. Lewis)
  • 1950: You Gotta Show Me
  • 1954: Stormy Blues
  • 1956: Lady Sings the Blues (mit Alberta Nichols)
  • 1956: My Man

Diskografie

Ihre Diskografie nennt ca. 125 Singles (78/min und 45/min), Singlealben, E.P.s, zahlreiche Studio- und Live-Langspielplatten sowie mehr als 1200 Kompilationsalben, Boxsets und andere Wiederveröffentlichungen, die nach ihrem Tod erschienen sind.

Die Sängerin hatte von 1933 bis 1942 für die Columbia Records aufgenommen, von 1939 bis 1944 überwiegend für Commodore Records und das Army-Label V-Disc, von 1944 bis 1950 folgten Aufnahmen bei Decca Records. 1951 entstanden einige Titel für Aladdin. Von 1952 bis 1957 war sie bei Norman Granz unter Vertrag (Labels: Clef, Mercury und Verve). Ihr vorletztes Album Lady in Satin erschien bei Columbia Records und ihre letzten Aufnahmen 1959 bei MGM Records.

Zu den von ihr interpretierten bekanntesten Titeln zählen nach den Charts u. a.:

  • The way you look tonight; Who Loves You?, I Can’t Give You Anything but Love, alle 1936
  • Pennies from Heaven, I’ve Got My Love to Keep Me Warm, Carelessly, alle 1937
  • I’m Gonna Lock My Heart, 1938

Literatur

- chronologisch -

Weblinks

Commons: Billie Holiday – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rosie Findlay, et al.: 1001 photographies qu'il faut avoir vues dans la vie; Billie Holiday au Downbeat Club de New York. Hrsg.: Paul Lowe. Éditions Flammarion, Paris 2018, ISBN 978-2-08-142221-6, S. 373 (Originalausgabe: 1001 Photographs You Must See In Your Lifetime, Quintessence Edition, 2017).
  2. Vgl. hierzu die Angaben vom Accuracy Project. Geburtsnamen und -datum sind in vielen Nachschlagewerken falsch angegeben.
  3. Manchmal wird auch „Gough“, der Name ihres späteren Stiefvaters, angegeben. Bis sie ihren Künstlernamen annahm, nannte sie selbst sich Eleanora Fagan. Es handelte sich dabei um den Nachnamen ihres Großvaters mütterlicherseits, den auch ihre Mutter benutzte.
  4. Die Geburtsurkunde listet einen Frank DeVriese als ihren Vater.
  5. Stuart Nicholson: Billie Holiday, S. 18–23, ISBN 978-1-55553-303-8.
  6. Nicholson, S. 22–24.
  7. Nicholson, S. 25.
  8. Beitrag bei Radiowissen, abgerufen am 2. Februar 2020
  9. Nicholson, S. 27 und S. 31.
  10. Nicholson, S. 32.
  11. Billie Holiday biography. In: biography.com
  12. Ken Vail: Lady Day’s Diary. Sanctuary Publishing, London 1997, ISBN 1-86074-131-2, S. 32.
  13. Nicholson, S. 65.
  14. Peter Niklas Wilson (Hrsg.): Jazz Klassiker. Reclam, ISBN 978-3-15-030030-5, S. 221.
  15. Billie Holiday Companion: Seven Decades of Commentary (Companion Series) von Leslie Gourse, S. 73f.
  16. Nicholson, S. 93f.
  17. 1937 sessions. In: Billieholidaysongs.com, abgerufen am 21. April 2016.
  18. Nicholson, S. 96f.
  19. Nicholson, S. 113.
  20. Jazz History: The Standards (1940s). Jazzstandards.com.
  21. Nicholson, S. 133.
  22. Lover Man (Oh, Where Can You Be?) (1942). In: jazzstandards.com
  23. Nicholson, S. 152–157.
  24. Lady Sings the Blues. ISBN 978-84-399-2465-4, S. 147–149.
  25. Nicholson, S. 167.
  26. Billboard Magazine 22. Dezember 1956.
  27. Volker Schmidt: Zwischen Satin und Zuckerrohr. In: Die Zeit, 17. Juli 2009.
  28. Orson Welles in der Notable Names Database (englisch); abgerufen am 16. Februar 2021
  29. Orson Welles Fan Page.
  30. Gettin' Funky With Billie Holiday And Tallulah Bankhead! (Memento vom 11. September 2013 im Internet Archive)
  31. Billie Holiday and Tallulah Bankhead.
  32. Sheela Lambert: Tallulah Bankhead: actress, wit, legend, beauty and bisexual icon. In: Examiner.com, 15. März 2010.
  33. Billie Holiday in der Notable Names Database (englisch); abgerufen am 16. Februar 2021
  34. Jazz Klassiker, Reclam S. 226.
  35. Inhaltsangabe von swr
  36. Billie Holiday Songs

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