Blues Pills ¦ Holy Moly!

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LP (Album, Gatefold)

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GTIN: 0727361552015 Artist: Genres & Stile: , , ,

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Release

Veröffentlichung Holy Moly!:

2020

Hörbeispiel(e) Holy Moly!:

Holy Moly! auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Holy Moly!
Studioalbum von Blues Pills

Veröffent-
lichung(en)

21. August 2020

Label(s)Nuclear Blast

Genre(s)

Bluesrock

Titel (Anzahl)

11

Laufzeit

41 min 32 s

Besetzung
  • Bass: Kristoffer Schander

Produktion

Blues Pills

Studio(s)

Lindbacka Sounds, Närke

Chronologie
Lady in Gold – Live in Paris
(2017)
Holy Moly!
Singleauskopplungen
6. März 2020Proud Woman
10. April 2020Low Road
10. Juli 2020Kiss My Past Goodbye
21. August 2020Rhythm in the Blood

Holy Moly! (engl.: Heiliger Strohsack!) ist das dritte Studioalbum der schwedischen Bluesrock-Band Blues Pills. Es erschien am 21. August 2020 über Nuclear Blast.

Entstehung

Besetzungswechsel

Nach hunderten Konzerten zum Vorgängeralbum Lady in Gold entschloss sich die Band, im Jahr 2018 eine Pause einzulegen. Sängerin Elin Larsson erklärte in einem Interview, dass sie wegen der vielen Konzerte bereits Probleme mit ihren Stimmbändern bekam. Statt der erhofften Erholung wurde das Jahr durch Tod und Trennungen geprägt. Unter anderem beendeten Elin Larsson und ihr Bandkollege Zack Anderson ihre Beziehung.[1] Am 21. November 2018 verkündete die Band den Ausstieg des Gitarristen Dorian Sorriaux.[2] Laut Elin Larsson habe sich auf den letzten Tourneen immer mehr abgezeichnet, dass Dorian Sorriaux sich im Rock-Bereich immer weniger wohl fühlen würde und die Spannungen innerhalb der Band anstiegen.[3]

„Wir waren an einem Punkt, an dem wir dachten, dass Blues Pills am Ende sein. Letztlich haben wir uns doch berappelt“

Elin Larsson[4]

Songwriting

Nach dem Ausstieg von Dorian Sorriaux wechselte Zack Anderson vom Bass an die Gitarre. Neuer Bassist wurde Kristoffer Schander, der seit Jahren ein langjähriger Freund der Band ist und als Teenager mit dem Schlagzeuger André Kvarnström in einer Band spielte. Seinen Wechsel an die Gitarre beschrieb Anderson als natürliche Entwicklung. Die Verpflichtung eines neuen Gitarristen hätte den Stil der Band womöglich drastisch verändert,[5] auch wenn Dorian Sorriaux früher nicht am Songwriting der Band beteiligt war.[4]

Das Album wurde komplett von der Sängerin Elin Larsson und Zack Anderson geschrieben und wurden bis auf wenige Ausnahmen an der Gitarre aufgebaut, während die Band beim Vorgängeralbum Lady in Gold viel mit Orgel, Klavier und Chören gearbeitet hat. Diese Änderung entstanden laut Anderson „aus dem Bauch heraus“. Da die Musiker das Material selbst arrangiert haben würden die Lieder an die Rohheit der ersten Lieder erinnern.[5] Diese Rohheit betrifft auch den Gesang. Elin Larsson erklärte, dass sie sich an einigen Stellen im wahrsten Sinne des Wortes die Seele aus dem Leib schreien würde.[1]

Aufnahmen

Die Band errichtete über die Jahre in einem alten Fabrikgebäude in der Provinz Närke ein eigenes Tonstudio,[6] wo die Musiker ab Herbst 2018 mit den Arbeiten am dritten Studioalbum begannen. Im Gegensatz zu den ersten beiden Studioalben, die von Don Alsterberg produziert wurden, nahmen die Musiker dieses Mal die Produktion selbst in die Hand.

„Eigentlich waren wir offen dafür, mit Produzenten zu arbeiten, aber es kam einfach nicht dazu. Die Leute, die wir interessant fanden, hatten entweder keine Zeit oder wir konnten sie nicht erreichen. Also fingen wir erst mal an, selbst Demos aufzunehmen. Im Laufe der Zeit stellten wir fest, dass sie so gut klangen, dass wir sie auch veröffentlichen können.“

Zack Anderson[1]

Aufgenommen wurde das Album komplett analog in dem bandeigenen Tonstudio Lindbacka Sounds. Das die Band das Album selbst produziert hat habe sich laut Zach Anderson einfach so ergeben. Abgemischt und gemastert wurde Holy Moly! von Andrew Scheps, der zuvor mit so unterschiedlichen Künstlern wie den Red Hot Chili Peppers, Adele und Lana Del Rey gearbeitet hat.

Im Gegensatz zu den ersten beiden Alben enthält Holy Moly! keine Coverversion. Laut der Band wurde dies schlichtweg vergessen. Elin Larsson ergänzte, dass die Blues Pills für einen Livestream das Lied Sleep Now in the Fire von Rage Against the Machine gecovert hat. Neben den auf dem Album erschienen Titeln hätte die Band noch weitere Lieder aufgenommen, die laut Larsson eventuell als EP veröffentlicht werden könnten.[7]

Veröffentlichung

Am 6. März 2019 wurde das Album angekündigt und die erste Single Proud Woman veröffentlicht. Gleichzeitig erschien ein Musikvideo, bei dem Patric Ullaeus Regie führte. Das von Daria Hlazatova geschaffene Albumcover wurde am 19. März 2020 veröffentlicht. Es zeigt den Teufel, der von Freundlichkeit und Trauer umarmt wird.[6] Die zweite Single Low Road erschien am 10. April 2020 zusammen mit einem Musikvideo, bei dem Patric Ullaeus ebenfalls Regie führte. Der Gitarrist der Band Spiders John Hoyles hat dabei einen Gastauftritt. Single Nummer drei war Kiss My Past Goodbye und erschien am 10. Juli 2020. Die vierte Single Rhythm in the Blood samt Musikvideo erschien am 21. August 2020.

Ursprünglich sollte das Album am 19. Juni 2020 veröffentlicht werden. Wegen der COVID-19-Pandemie musste die Veröffentlichung jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben werden, auch weil die Vorbestellungen des Albums ins Stocken gerieten. Auch eine Verschiebung der Veröffentlichung von physischen Tonträgern bei einer digitalen Veröffentlichung am geplanten Termin stand nicht zur Debatte.

„Wir waren jahrelang weg vom Fenster, und die Einnahmen aus den Albumverkäufen sollten unseren Lebensunterhalt sichern. Wir können das Album nicht nur für Spotify veröffentlichen, denn das Geld, das durch das Streaming verdient wird, wandert zum großen Teil in die Taschen der Streamingdienste.“

Elin Larsson[4]

Schließlich erschien das Album am 21. August 2020.[8] Das Album erscheint als reguläre CD, als Doppel-CD im Digipak zusammen mit der EP Bliss sowie auf LP in vier verschiedenen Farben. Darüber hinaus erscheint das Album in als Vinyl-Boxset sowie als Vinly-Boxset in der Mailorder Edition. Beide enthalten das Album als CD sowie LP, die Bliss-EP sowie ein Artprint. Die Mailorder Edition ist auf 300 Exemplare limitiert.

Hintergrund

Titelliste
  1. Proud Woman – 3:35
  2. Low Road – 3:18
  3. Dreaming My Life Away – 2:43
  4. California – 3:10
  5. Rhythm in the Blood – 3:50
  6. Dust – 3:51
  7. Kiss My Past Goodbye – 3:02
  8. Wish I’d Known – 4:28
  9. Bye Bye Birdy – 4:04
  10. Song from a Mourning Dove – 5:34
  11. Longest Lasting Friend – 3:57

Laut der Band stammen die Lieder aus einer dunklen Zeit ihres Lebens, in der sie Verlust, Zorn, Angst, Trauer und Veränderung erlebten. Das Album wäre ein Prozess der Wiedergeburt.[6] Ursprünglich sollte das Album Alone Together heißen. Jedoch fanden die Musiker heraus, dass schon andere Künstler diesen Titel verwendet haben. Holy Moly! war eher als Spaß gedacht und wurde schließlich verwendet, auch weil er laut Elin Larsson „mit dem Vibe der 1960er Jahre einhergehen würde“.[4]

Die erste Single Proud Woman wurde am Weltfrauentag veröffentlicht. Das Lied sei eine Power-Hymne für alle starken Frauen und Mädchen, die sie hören können, wenn sie Kraft brauchen oder einfach nur Spaß haben wollen. Laut der Sängerin Elin Larsson wäre es Zeit gewesen, dass ein solcher Text geschrieben werden musste.

„Wenn man im Musikgeschäft eine Frau oder nichtbinär ist, scheint es manchmal eher um das Geschlecht zu gehen, als um die Musik. Als Frau wird man herabgesetzt, bedroht, angestarrt, verspottet und schikaniert, wie es Männern in der Musikindustrie nur selten passiert. Und trotzdem gibt es Frauen, die in diesem Geschäft ebenso starke Zeichen hinterlassen haben wie Männer und dies auch immer noch tun und das trotz all der Hindernisse, die ihnen, nur weil sie Frauen sind in den Weg geworfen werden, was ihre Errungenschaften noch bedeutender macht.“

Elin Larsson[9]

Low Road handelt davon, dass man sein eigener größter Feind ist. Der Mensch versucht, vor seinen eigenen Dämonen zu flüchten nur um festzustellen, dass dies nicht geht. Das Lied Dreaming My Life Away handelt von einem Freund von Zack Anderson, der Drogensüchtig ist und „sein Leben wegwerfen würde“. Bei dem Lied California erinnert sich Zack Anderson an seine alte Heimat Kalifornien, wo er vor seinem Umzug nach Schweden lebte. Es geht auch darum, dass sich für die Menschen immer ein Kapitel schließt und ein neues aufgemacht wird. Das von Elin Larsson geschriebene Rhythm in the Blood wäre laut Anderson ein „Spaß-Lied ohne tiefere Bedeutung“.[3] Der Text wurde von der Serie Game of Thrones inspiriert.[4]

In Kiss My Past Goodbye geht es darum, sich selbst treu zu bleiben und die Vergangenheit loszulassen.[10] Ein weiterer Spaß-Titel wäre Bye Bye Birdy. Darin geht es um eine Spielzeug-Ente, die während der Aufnahmen auf dem Mischpult platziert war.[3] Das Lied Wish I’d Known handelt von einem engen Freund von Elin Larsson, der im Jahre 2018 an einem Herzfehler verstarb. Song from a Mourning Dove handelt von Elin Larssons Hund, der bei einem Unfall in Göteborg von einem Bus erfasst und getötet wurde. In dem abschließenden Lied Longest Lasting Friend geht es um Depressionen, an denen Larsson lange Zeit litt.[1]

Rezeption

Rezensionen

Das deutsche Magazin Metal Hammer kürte Holy Moly! zum Album des Monats. Matthias Mineur beschrieb das Album als „zukunftsweisendes Statement“ und die Band würde „kein Jota von ihrer bemerkenswerten Konsequenz abrücken, weder kompositorisch noch produktionstechnisch“. Elin Larssons Stimme wäre „hinsichtlich einer noch sparsameren Instrumentierung volle Aufmerksamkeit“ geschenkt worden. Mineur vergab 5,5 von sieben Punkten.[11] Juliane Kehr vom deutschen Magazin Visions schrieb, dass die Band „ihr poliertes Image mit ungestümen Schmackes zerdeppern statt den Weg Richtung Hochglanz-Radio-Soul weiterzugehen“. Den Blues Pills wäre das „Kunststück gelungen, keinen bloßen Abklatsch abzuliefern und zuerst das eigene Bauchgefühl zu bedienen“. Für die „überzeugende Mischung aus Larssons neuer Selbstsicherheit gepaart mit treibender Hardrock-Energie“ vergab Kehr neun von zwölf Punkten.[12] Für Boris Kaiser vom deutschen Magazin Rock Hard wäre Holy Moly! „nicht das einfachste Album“, zumal „der künstlerische Furor, der die ersten beiden Alben so unverzichtbar gemacht hat, fehlen würde“. Dennoch bietet das Album „hochkonzentriertes Kraftfutter, die im Genre immer noch niemand besser macht, die unter unter die Haut gehen und stets den Twist mehr offerieren, der wichtige Bands von der breiten Masse abhebt“. Kaiser vergab acht von zehn Punkten.[13]

Chartplatzierungen

ChartsHöchst­platzie­rungWo­chen
Chart­plat­zie­rungen
Deutschland (GfK) Deutschland (GfK)[14]4 (… Wo.)
Vereinigtes Königreich (OCC) Vereinigtes Königreich (OCC)[15]89 (… Wo.)

Einzelnachweise

  1. a b c d Nadine Wenzlick: Noch einmal von vorne. In: Visions, Ausgabe 329, Seite 16
  2. Dominik Rothe: Dorian Sorriaux verlässt die Band. Metal.de, abgerufen am 22. November 2018.
  3. a b c Martin Stark: Zurück aus der Vergangenheit. In: Rock It!, Heft 119, Seite 10
  4. a b c d e Ronny Bittner: Wir dachten, die Band sei am Ende. In: Rock Hard, September 2020, Seite 18
  5. a b Maximilian Blom: Schnörkellos in die Zukunft. In: Rocks, Ausgabe 03/2020, Seite 11
  6. a b c Alexandra Michels: BLUES PILLS - "Holy Moly!"-Cover-Artwork enthüllt. Rock Hard, abgerufen am 19. März 2020.
  7. Frank Thiessies: Kein Pillenknick. In: Metal Hammer, September 2020, Seite 40
  8. Alexandra Michels: BLUES PILLS - "Holy Moly!"-Veröffentlichung im August. Rock Hard, abgerufen am 12. Juni 2020.
  9. Alexandra Michels: BLUES PILLS - 'Proud Woman'-Video vom kommenden "Holy Moly"-Album veröffentlicht. Rock Hard, abgerufen am 6. März 2020.
  10. Alexandra Michels: BLUES PILLS - 'Kiss My Past Goodbye'-Video online gestellt. Rock Hard, abgerufen am 13. Juli 2020.
  11. Matthias Mineur: Blues Pills - Holy Moly! Metal Hammer, abgerufen am 19. August 2020.
  12. Juliane Kehr: Blues Pills - Holy Moly!. In: Visions, Ausgabe 329, Seite 84
  13. Boris Kaiser: Blues Pills - Holy Moly!. In: Rock Hard, September 2020, Seite 98
  14. Blues Pills – Holy Moly! GfK Entertainment, abgerufen am 28. August 2020.
  15. Blues Pills. OCC, abgerufen am 28. August 2020.

Weblinks

Artist(s)

Veröffentlichungen von Blues Pills die im OTRS erhältlich sind/waren:

Lady In Gold: Live In Paris ¦ Holy Moly!

Blues Pills auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Blues Pills
Blues Pills beim Reload Festival 2015
Blues Pills beim Reload Festival 2015
Allgemeine Informationen
HerkunftÖrebro, Schweden
Genre(s)Bluesrock, Hard Rock
Gründung2011
Websitewww.bluespills.com
Aktuelle Besetzung
Elin Larsson
Zack Anderson (bis 2018 Bass)
Kristoffer Schander (seit 2019)
André Kvarnström (seit 2014)
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Cory Berry (bis 2014)
Gitarre
Dorian Sorriaux (bis 2018)
Live- und Session-Mitglieder
Hammond-Orgel, Gitarre
Rickard Nygren (seit 2016)

Blues Pills ist eine schwedische Bluesrock-Band aus Örebro. Die Band steht bei Nuclear Blast unter Vertrag und hat bislang drei Studioalben veröffentlicht.

Geschichte

Gründung und erste Veröffentlichungen (2011–2012)

Sängerin Elin Larsson (2015)

Im Jahre 2011 spielten die aus Iowa stammenden Halbbrüder Zack Anderson (Bass) und Cory Berry (Schlagzeug) in der Band Radio Moscow und lernten in Kalifornien die schwedische Sängerin Elin Larsson kennen. In der Garage von Andersons Vater nahmen die drei Musiker zwei Lieder als Demo auf und veröffentlichten diese auf der Internetplattform YouTube. Die Musiker erhielten daraufhin von dem Plattenlabel Crusher Records ein Angebot, eine EP aufzunehmen. Außerdem wurde ihnen eine Tournee in Spanien angeboten.[1]

Bei einer Konzertreise in Frankreich lernten Anderson und Berry den erst 16-Jährigen Gitarristen Dorian Sorriaux kennen. Sorriaux wurde von den anderen Musikern nach Örebro eingeladen und komplettierte schließlich die Band. Der Bandname stammt vom gleichnamigen Musikblog, das sich mit Undergroundmusik der 1960er und 1970er Jahre beschäftigt.[2] Über das Plattenlabel Crusher Records wurden ein Jahr später die Debüt-EP Bliss und die 7″-Single Black Smoke veröffentlicht.

Devil Man und Live at Rockpalast (2013–2014)

Ex-Gitarrist Dorian Sorriaux (2015)

Blues Pills spielten im Jahre 2013 zahlreiche Konzerte und traten unter anderem auf dem Desertfest und dem Roadburn Festival auf. Ende Juli 2013 wurden Blues Pills vom deutschen Plattenlabel Nuclear Blast unter Vertrag genommen.[3] Die Musiker hatten sich ohne große Erwartungen mit einer schlichten E-Mail beim Label beworben und erhielten schließlich einen Vertrag.[2] Im Oktober des gleichen Jahres wurde mit Devil Man die zweite EP veröffentlicht. Die EP wurde von Don Alsterberg produziert und stieß auf positive Resonanz von Seiten der Fachpresse. Die deutschen Magazine Rock Hard und Metal Hammer kürten die EP jeweils zum Demo des Monats.[4]

Am 18. Oktober 2013 spielten Blues Pills im Rahmen des Crossroads-Festivals in Bonn. Der Auftritt wurde vom WDR für die Sendung Rockpalast aufgezeichnet.[5] Es folgte eine Europatournee im Vorprogramm von Orchid und Scorpion Child, eine Tour durch Australien mit der deutschen Band Kadavar[6] sowie ein Auftritt beim Festival Hammer of Doom in Würzburg. Am 28. März 2014 veröffentlichte die Band die Live-EP Live at Rockpalast mit vier Titeln des Bonner Konzerts vom Oktober 2013.

Blues Pills und Blues Pills Live (2014–2015)

Bassist Zack Anderson (2015)

Mit dem Produzenten Don Alsterberg nahm die Band ihr selbstbetiteltes Debütalbum auf, dessen Veröffentlichung am 25. Juli 2014 erfolgte. Das Album enthält mit dem Lied Gypsy eine Coverversion eines Liedes von Chubby Checker. Darüber hinaus enthält das Album eine Bonus-DVD mit dem Auftritt der Band beim Hammer of Doom-Festival im Jahre 2013. Das Album erreichte Platz vier der deutschen und Platz zehn der Schweizer Albumcharts. Weltweit konnte die Band über 100.000 Exemplare ihre Debütalbums verkaufen.

Am 7. Juni 2014 führten Blues Pills in Schwerin das Lied Devil Man im Rahmen des Boxkampfes zwischen Jürgen Brähmer und Roberto Bolonti auf.[7] 2014 traten Blues Pills auf Festivals wie dem Summer Breeze, dem Rock Hard Festival, dem Montreux Jazz Festival, dem Sweden Rock Festival, dem Out and Loud sowie bei den Lovely Days auf und absolvierten eine Europatournee mit The Vintage Caravan als Vorgruppe. Aus persönlichen Gründen nahm Schlagzeuger Cory Berry nicht an den Sommerkonzerten teil und wurde durch den ehemaligen Truckfighters-Schlagzeuger André Kvarnström ersetzt.[8] Ende August gab die Band die Trennung von Berry bekannt. Gründe wurden zunächst nicht genannt. Erst zwei Jahre später erklärte Elin Larsson, dass Berry dem Stress auf Tourneen nicht gewachsen gewesen wäre.[9] André Kvarnström wurde daraufhin zum festen Bandmitglied ernannt.[10]

Im Dezember 2014 gingen Blues Pills als Vorband mit der kalifornischen Blues-Rock-Band Rival Sons auf Tour im Vereinigten Königreich.[11] Die Veröffentlichung des Livealbums Blues Pills Live, das 2014 beim Freak Valley Festival mitgeschnitten wurde, erfolgte am 20. März 2015.[12] Im Frühling 2015 fand eine weitere Europatournee mit den Truckfighters und Jex Thoth statt, bevor Blues Pills im Sommer 2015 bei den Festivals Rock am Ring, Rock im Park, dem Graspop Metal Meeting, Nova Rock, dem Download-Festival, dem Elbriot, dem Tuska Open Air Metal Festival, den Metaldays, Copenhell, Masters of Rock und dem Reload Festival auftraten.

Lady in Gold (2016–2018)

Schlagzeuger André Kvarnström (2015)

Im Februar und März 2016 ging die Band mit den Vorbands Pristine und White Miles erneut auf Europatour. Gleichzeitig arbeitete die Band an ihrem zweiten Studioalbum, das erneut von Don Alsterberg produziert wurde. Die Veröffentlichung von Lady in Gold erfolgte am 5. August 2016. Das Album enthält eine Coverversion des Liedes Elements and Things von Tony Joe White und stieg auf Platz eins der deutschen und Platz zwei der Schweizer Albumcharts ein. Nach Festivalauftritten beim Summer Breeze, dem Hurricane Festival folgte im Herbst 2016 eine Europatournee mit Kadavar und sowie ein Auftritt beim Festival Metal Hammer Paradise. Seit dieser Tournee wird die Band von Rickard Nygren begleitet, der die Hammond-Orgel und die zweite Gitarre spielt. Im Frühjahr 2017 folgte eine weitere Europatournee, bevor im Sommer Auftritte bei Festivals wie dem Rock-Hard-Open Air, den Metaldays, Rock of Ages, dem Taubertal-Festival, dem Open Flair und KulturPur folgten.

Bei den Metal Hammer Awards 2017 wurde Lady in Gold in der Kategorie Bestes Album nominiert.[13] Der Preis ging jedoch an Heaven Shall Burn. Am 3. November 2017 wurde die Live-DVD Lady in Gold – Live in Paris veröffentlicht. Die DVD enthält einen Mitschnitt des Konzerts in Paris vom 30. Oktober 2016. Zuvor spielte die Band im Oktober in Norwegen mit der Band , bevor die Blues Pills im Vereinigte Königreich zusammen mit Tax the Heat als Vorgruppe der Black Star Riders auftraten. Im Dezember folgte eine Tour durch Schweden im Vorprogramm von Europe. Am 21. November 2018 verkündete die Band die freundschaftliche Trennung vom Gitarristen Dorian Sorriaux, der nach eigenen Angaben „etwas müde von Rock-Riffs“ wäre.[14]

Holy Moly! (seit 2019)

Die Arbeit am dritten Studioalbum wurden derweil fortgesetzt und im Oktober 2019 beendet. Für die kommenden Konzerte verpflichtete die Band den Bassisten Kristoffer Schander, während Zach Anderson an die Gitarre wechselte.[15] Das Album Holy Moly! wurde für den 19. Juni 2020 angekündigt, allerdings musste die Veröffentlichung wegen der COVID-19-Pandemie auf den 21. August 2020 verschoben werden.[16] Holy Moly! stieg auf Platz vier der deutschen Albumcharts ein.

Stil

Sängerin Elin Larsson beschreibt den Stil ihrer Band als harten Bluesrock mit souligem Gesang.[2] Bassist Zack Anderson sieht Blues Pills als Psychedelic-Soul-Band, die ihre Wurzeln im Blues hat.[17] Als musikalische Haupteinflüsse der Band nennt Larsson klassische Rockbands wie Free, Fleetwood Mac, Grand Funk Railroad,[2] Frumpy, November und Cactus, aber auch zeitgenössische Gruppen wie Graveyard oder Kadavar.[18] Zu ihren gesanglichen Einflüssen zählt Larsson Big Mama Thornton, Etta James und Aretha Franklin.

Felix Patzig vom deutschen Magazin Rock Hard beschrieb den Sound der Gruppe als eine Art „Jamsession von Aretha Franklin mit der Band Led Zeppelin“.[2] Elin Larssons Stimme wird mit der von Janis Joplin oder Aretha Franklin verglichen.[19], während der Bass- und Gitarrensound der Band häufig an den von Ten Years After erinnert.

Die hauptsächlich von Elin Larsson und Zack Anderson verfassten Texte handeln häufig von persönlichen Gefühlen und Erlebnissen, die in den Songs verarbeitet werden.[20] Ferner geht es in den Texten um die Suche nach der Seele, den Sinn des Lebens aber auch um die Familien und Freunde der Musiker. Okkultismus spielt für die Band keine Rolle.[21] Laut Anderson entstehen die meisten Texte spontan.[2]

Diskografie

Studioalben

JahrTitel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DEAT ATCH CHUK UKFI FISE SE
2014Blues Pills
Nuclear Blast
DE4
(9 Wo.)DE
AT19
(2 Wo.)AT
CH10
(7 Wo.)CH
UK68
(1 Wo.)UK
FI21
(3 Wo.)FI
Erstveröffentlichung: 24. Juli 2014
2016Lady in Gold
Nuclear Blast
DE1
(7 Wo.)DE
AT12
(4 Wo.)AT
CH2
(5 Wo.)CH
UK31
(1 Wo.)UK
FI6
(3 Wo.)FI
SE27
(2 Wo.)SE
Erstveröffentlichung: 5. August 2016
# 2 der deutschen Vinylcharts[22]
2020Holy Moly!
Nuclear Blast
DE4
(… Wo.)DE
AT6
(… Wo.)AT
CH11
(… Wo.)CH
UK89
(… Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 21. August 2020

Auszeichnungen

Metal Hammer Awards
JahrKategoriefürResultat
2014Up and ComingBlues PillsNominiert
2015Best AlbumBlues PillsNominiert
2017Best AlbumLady in GoldNominiert

Weblinks

Commons: Blues Pills – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Daniel Pavlica: Blues Pills interview. The Rocktologist, abgerufen am 26. März 2014 (englisch).
  2. a b c d e f Felix Patzig: Medizin für die Seele. Rock Hard, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  3. BLUES PILLS Signs With NUCLEAR BLAST RECORDS. Blabbermouth.net, abgerufen am 25. März 2014 (englisch).
  4. Detlef Dengler: Helden von Morgen: Blues Pills In: Metal Hammer, August 2013
  5. Crossroads 2013: Jonny Lang / Blues Pills. WDR, abgerufen am 25. März 2014.
  6. Mark Diggins: BLUES PILLS TALK TO THE ROCKPIT. The Rock Pit, abgerufen am 25. März 2014 (englisch).
  7. Blues Pills spielen Einzugshymne für Boxer Jürgen Brähmer. Rock Hard, abgerufen am 30. August 2018.
  8. Laura Niebling: La Cucaracha. In: Rock Hard, Juni 2014, Seite 40
  9. Holger Stratmann: Die Hoffnungsträger. In: Rock Hard, August 2016, Seite 14
  10. Thomas Becker: BLUES PILLS: Trennung von Drummer! Powermetal.de, abgerufen am 24. August 2014.
  11. BLUES PILLS – rekapitulieren ersten Teil der Europa-Tour, geben Griechenland-Show bekannt, supporten RIVAL SONS in UK! Bluespills.com, abgerufen am 28. Februar 2016.
  12. Alexandra Michels: Blues Pills veröffentlichen limitiertes Live-Album. Rock Hard, abgerufen am 30. August 2018.
  13. METAL HAMMER AWARDS 2017: Das sind die Nominierten! Metal Hammer, abgerufen am 13. August 2017.
  14. Dominik Rothe: Dorian Sorriaux verlässt die Band. Metal.de, abgerufen am 21. November 2018.
  15. Alexandra Michels: BLUES PILLS - Kristoffer Schander als Live-Bassist für kommende Tour bestätigt. Rock Hard, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  16. Alexandra Michels: BLUES PILLS - "Holy Moly!"-Veröffentlichung im August. Rock Hard, abgerufen am 12. Juni 2020.
  17. Timon Menge: Blues Pills – Elin & Zack. Metalnews.de, abgerufen am 30. August 2018.
  18. Michael Stalling: Interview mit BLUES PILLS-Sängerin Elin Larsson. Metal.de, abgerufen am 30. August 2018.
  19. Andreas Schulz: Blues Pills: Devil Man (Review). Musikreviews.de, abgerufen am 25. März 2014.
  20. Marlis Wimmerer: Hits in 60 Minuten. In: Blast!, Ausgabe 104, S. 8.
  21. Robert Fröwein: Blues Pills: "Die Grenze ist der Himmel". Kronen Zeitung, abgerufen am 24. Juli 2016.
  22. Blues Pills - Lady in Gold (Vinyl). GfK Entertainment, abgerufen am 30. Juni 2020.

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