Broilers

Broilers bei Rock am Ring 2017
Allgemeine Informationen
HerkunftDüsseldorf, Deutschland
Genre(s)Punkrock, Ska-Punk, Streetpunk, Rockabilly, Rock, Oi! (frühere Aufnahmen)
Gründung1992
Websitewww.broilers.de
Aktuelle Besetzung
Sammy Amara (seit 1992)
Gitarre
Ronald „Ron“ Hübner (seit 2001)
Andreas „Andi“ Brügge (seit 1992)
Ines Maybaum (seit 1995)
Christian „Chris“ Kubczak (seit 2006)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Pascal Goßen (1994–1998)
Gitarre
Michael Menke (1998–2001)

Die Broilers sind eine Punkband aus Düsseldorf, die ihre Ursprünge in der Oi!- und Punkrock-Szene hat.

Geschichte

1992 gründeten Sammy Amara und Andreas Brügge eine Band, aus der zwei Jahre später die Broilers entstanden. Diese integrierte neben den Punkrock-Roots auch Einflüsse der traditionellen, antirassistischen Skinhead- sowie Rudeboy-Szene in ihren Sound.[1][2] Wie in der Oi!-Szene recht verbreitet, wählte man einen Bandnamen, der die Buchstabenkombination oi enthält.

1996 nahm die Band ihre erste Drei-Song-EP Schenk mir eine Blume auf. Damals waren Social Distortion, die 1996 als Album den in der internationalen Szene gefeierten Meilenstein White Light, White Heat, White Trash veröffentlichten, der wichtigste inspirierende Einfluss für die Düsseldorfer Punk-Rock-Band, an denen sich die Broilers musikalisch orientierten.[3] Ein Jahr später erschien das Debütalbum, es folgten drei weitere Longplayer, zwei EPs und die Entwicklung über die Oi!-Szene hinaus. In den Anfängen begab sich die Punk-Band auf Tournee, indem die Broilers mit einem Wochenendticket und den gepackten Instrumenten per Deutsche Bahn quer durch Ostdeutschland für Auftritte in Jugendhäusern reisten, bevor sich die Combo einen Kleintransporter für Konzertfahrten leisten konnte.[3] Spätestens seit der Veröffentlichung des Albums Vanitas im Jahr 2007 versteht sich die Band nicht mehr als Oi!-Punkband, sondern hat einen deutlichen Schritt in Richtung Rockabilly gemacht.[4]

Ab Oktober 2006 standen die Broilers bei People Like You Records unter Vertrag.

2008 hatte Bassistin Ines Maybaum, die im Düsseldorfer Stadtteil Garath aufwuchs, der gemeinhin als sozialer Brennpunkt gilt, einen Unfall mit dem Fahrrad, weshalb sie durch die erlittene körperliche Verletzung über einen längeren Zeitraum nicht Bass spielen konnte.[3]

Die Zusammenarbeit des Sängers Sammy Amara mit den ebenfalls aus Düsseldorf stammenden Toten Hosen ermöglichte der Band mehrere Gastauftritte auf deren Konzerten und steigerte ihre Bekanntheit deutlich. Seit 2010 tritt die Band deutschlandweit in Erscheinung und regelmäßig bei großen Festivals auf. 2011 übernahm JKP das Management der Band.[5] An diesem Punkt gaben die Bandmitglieder ihre bürgerlichen Berufe auf und leben seitdem professionell von der Musik.[3]

Am 10. Juni 2011 erschien das Album Santa Muerte, das in den Principal Studios von Vincent Sorg aufgenommen wurde[6] und auf Platz 3 der Albumcharts debütierte.[7] Die Broilers wurden 2011 für die 1 Live Krone in der Kategorie Bester Liveact nominiert.[8]

Am 28. September 2012 erschien mit Santa Muerte Live Tapes das erste Livealbum der Broilers. Darauf finden sich insgesamt 31 Titel, die während der laufenden „Santa Muerte“-Tour in Dortmund, Leipzig und Bremen aufgenommen wurden.[9]

Zum Abschluss der 18 Monate währenden „Santa Muerte“-Tour spielten die Broilers am 14. und 15. Dezember 2012 zwei ausverkaufte Konzerte in der Mitsubishi-Electric-Halle in ihrer Heimat Düsseldorf vor insgesamt 15.000 Besuchern.

Am 20. Dezember 2013 wurde Ist da jemand als Vorabsingle zum Album Noir über iTunes und limitiert als Vinyl veröffentlicht.[10]

Das Album Noir wurde am 7. Februar 2014 veröffentlicht und stieg auf Platz eins der deutschen Albumcharts 2014 ein.[11]

Am 19. und 20. Dezember 2014 feierte die Band ihr 20-jähriges Jubiläum im heimischen ISS Dome, welcher an beiden Tagen ausverkauft war. Als Gäste traten Thees Uhlmann, Campino, 4 Promille sowie die Misfits auf.

Am 3. Februar 2017 wurde ihr siebtes Studioalbum (sic!) auf ihrem eigenen Musiklabel Skull & Palms Recordings gemeinsam mit Warner Music Group veröffentlicht. Die Motivation zum eigenen Label, das mehr Arbeit bedeutet, lag in der Unabhängigkeit, die daraus resultiert.[12]

Mitglieder

Stil

Neben klassischen Elementen aus Oi und Punkrock verarbeitet die Band auch Einflüsse aus Rockabilly und dem Ska- und Reggaebereich. Seit dem Album Noir wird die Band als Rockband wahrgenommen.[13]

Diskografie

Studioalben

JahrTitel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE AT CH
1997Fackeln im Sturm…
New Breed Records (KOR)
Erstveröffentlichung: 1997
2001Verlierer sehen anders aus
DSS Records (Cargo)
Erstveröffentlichung: 30. April 2001
2004LoFi
DSS Records (Cargo)
DE83
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 20. September 2004
2007Vanitas Recordings
People Like You Records (SPV)
DE38
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 20. Juli 2007
2011Santa Muerte
People Like You Records (EMI)
DE3
Gold
Gold

(22 Wo.)DE
AT37
(1 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 10. Juni 2011
Verkäufe: + 100.000
2014Noir
People Like You Records (UMG)
DE1
Gold
Gold

(22 Wo.)DE
AT7
(3 Wo.)AT
CH12
(4 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 7. Februar 2014
Verkäufe: + 100.000
2017(sic!)
Skull & Palms Recordings (WMG)
DE1
Gold
Gold

(29 Wo.)DE
AT3
(3 Wo.)AT
CH6
(5 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 3. Februar 2017
Verkäufe: + 100.000
2021Puro Amor
Skull & Palms Recordings (WMG)
DE1
(15 Wo.)DE
AT2
(3 Wo.)AT
CH5
(3 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 23. April 2021

Auszeichnungen

2011 waren die Broilers in der Kategorie „Bester Live-Act“ bei der 1LIVE Krone nominiert.[14] 2017 gewannen sie den Echo in der Kategorie „Rock national“.[15]

Literatur

Weblinks

Commons: Broilers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Artikel FastForward Magazine
  2. Interview mit Die Toten Hosen (Memento vom 20. Oktober 2013 im Internet Archive)
  3. a b c d Podcast "Und dann kam Punk": Folge 57 Interview mit Ines Maybaum von Christopher & Jobst, 1:36 Stunden, auf www.spotify.com (Spotify), 25. Januar 2022
  4. Artikel auf Westzeit.de
  5. Ankündigung auf der offiziellen Website von Die Toten Hosen (Memento vom 15. April 2011 im Internet Archive)
  6. Interview mit Andi bei Pressure Magazine (Memento vom 12. Oktober 2010 im Internet Archive)
  7. Broilers „Höher, weiter, schneller“ Meldung auf visions.de
  8. Nominiert als Bester Liveact (Memento vom 11. September 2013 im Internet Archive)
  9. Bandseite der Broilers auf In-Your-Face.de (Memento vom 17. Oktober 2012 im Internet Archive)
  10. broilers.de Ist da jemand (Memento vom 20. Dezember 2013 im Internet Archive), abgerufen am 21. Dezember 2013
  11. broilers.de (Memento vom 19. Dezember 2013 im Internet Archive), abgerufen am 29. Januar 2014
  12. ZDF: Interview bei Volle Kanne (Memento vom 3. Februar 2017 im Internet Archive), abgerufen am 3. Februar 2017
  13. Broilers – Noir: Los. Stop. Schade. bei www.plattentests.de
  14. bochum.de, abgerufen am 7. Mai 2014
  15. Das sind die Gewinner. In: Focus Online. 7. April 2017, abgerufen am 7. April 2017.