Celtic Frost ‎¦ Morbid Tales

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2LP (Album, Gatefold)

2 vorrätig

GTIN: 4050538190984 Artist: Genres & Stile: , ,

Zusätzliche Information

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Inhalt

Ausgabe

Extras

, ,

Release

Veröffentlichung Morbid Tales:

1984

Hörbeispiel(e) Morbid Tales:

Morbid Tales auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Morbid Tales
Extended Play von Celtic Frost

Veröffent-
lichung(en)

1984

Aufnahme

Oktober 1984

Label(s)Noise Records

Format(e)

LP

Genre(s)

Thrash Metal

Titel (Anzahl)

6

Besetzung
  • Bass: Martin Eric Stricker

Produktion

Horst Müller

Studio(s)

Caet Studio, Berlin

Chronologie
Morbid Tales
(1985)

Morbid Tales ist eine EP der Schweizer Thrash-Metal-Band Celtic Frost aus dem Jahr 1984. Sie wurde in Europa von Noise Records als EP mit sechs Titeln veröffentlicht. Die von Metal Blade in den USA veröffentlichte Version wurde um zwei Titel ergänzt, um für den dortigen Markt eine für eine Langspielplatte übliche Spieldauer vorweisen zu können.

Hintergrund

Nach dem Ende der vorigen Band Hellhammer und ihrer EP Apocalyptic Raids, die aus Sicht der Plattenfirma ein Misserfolg war, starteten einige der Mitglieder unter dem Namen Celtic Frost neu. Ihr Plattenlabel Noise Records räumte ihnen eine zweite und letzte Chance ein.

Die Musiker fuhren in einem geliehenen VW-Bus von der Schweiz nach Berlin. Mit sich führten sie ihre gesamten vorhandenen Instrumente und sämtliche Technik, weil das Caet Studio, wo die Band Hellhammer bereits Apocalyptic Raids aufgenommen hatte, sehr klein und mit billiger Technik ausgestattet war. In der Woche vom 8. bis zum 15. Oktober nahm die Band die Lieder auf und mixten sie. Die Plattenfirma mischte sich nach Meinung der Band zu sehr in die Aufnahmen ein, insbesondere das elektronische Stück Danse Macabre wäre nach ihrer Meinung nie auf das Album gelangt.

Schlagzeuger Stephen Priestly spielte zwar das Album ein, mochte aber eher die Musik von Boston oder Journey. Aus diesem Grund stand fest, dass er lediglich das Album einspielen aber kein festes Bandmitglied werden wird. Produzent Horst Müller steuerte zu Dethroned Emperor und Procreation (of the Wicked) den Hintergrundgesang bei. Er stellte auch den Kontakt zu Hertha Ohling für die weiblichen Gesangsteile und zu dem Violinisten Oswald Spengler her. Da keiner der Bandmitglieder zu dieser Zeit Noten schreiben konnte, mussten sie den Gastmusikern ihre Melodien vorsummen.

Inhalte

Auf der ersten Veröffentlichung wurde das Intro noch nicht gesondert aufgeführt, erst auf späteren Wiederveröffentlichungen erschien es unter der Bezeichnung Human als erstes Stück. Die Idee dazu hatte die Band bereits früh entwickelt, sie wollten einen Schrei aufnehmen und ihn so oft wiederholen, dass er sich wie ein unmenschlich langgezogener Schrei anhört. Ursprünglich als Intro für ihre Liveauftritte gedacht, konnten sie die Idee erst im Studio unter Mithilfe von Produzent Horst Müller umsetzen.

Das erste Stück Into the Crypt of Rays handelt von Gilles de Rais. Bassist Stricker hatte ein Buch über dessen Verbindung zu Jeanne d’Arc gelesen. Gemeinsam mit Tom Fischer entwickelte er das Textkonzept, weil beide von der Geschichte fasziniert waren. Mit dem zweiten Stück Visions of Mortality wollte Fischer seine Meinung über die Menschen darstellen, die sich nach seiner Auffassung hinter ihrer Religion verstecken. Es war das letzte Stück, das noch zu Hellhammer-Zeiten geschrieben wurde und hatte ursprünglich einen völlig anderen Text.

In Return to the Eve verarbeitet Tom Fischer seine Jugend, die nach seinen Angaben die Hölle gewesen war. Er habe aufgrund einer psychischen Erkrankung seiner Mutter in unglaublichen Umständen leben müssen und sich nur durch Tagträume aufrecht halten können. In Nocturnal Fear und Morbid Tales verarbeitete die Band Einflüsse aus der babylonischen Mythologie und dem Cthulhu-Mythos von H. P. Lovecraft.

Covergestaltung

Das in rot auf schwarz gehaltene Plattencover zeigt im oberen Bereich das Bandlogo. Darunter ist ein Heptagramm abgebildet, das auf der von Bassist Stricker für Apocalyptic Raids gezeichneten Version basiert. Ein befreundeter Schweizer Künstler hatte es für Morbid Tales überarbeitet. Grundlage für die Zeichnung war die okkulte Symbolik von Aleister Crowley. Im Zentrum des Heptagramms befindet sich ein Totenschädel als Symbol des Memento mori. Der Schädel wird von vier Schwertern gekreuzt, die ein aufrecht stehendes Pentagramm bilden sollen. Die Schwerter stehen für Furcht, Scheitern, Triumph und Sieg.

Verbindung zum Satanismus

Sowohl Martin Stricker als auch Tom Fischer waren katholisch erzogen worden. Zur Zeit der Entstehung des Albums hatte Bassist Stricker die Veröffentlichungen von Anton Szandor LaVey gelesen. Darüber kam die Band mit einer Grotte der Church of Satan in Verbindung. Allerdings stimmte Stricker nicht mit allem überein, was LaVey geschrieben hatte, teilweise hielt er dessen Theorien für lächerlich. Für die Musiker war Satanismus Ausdruck von Individualismus und Rebellion, aber sie sahen sich nicht als Satanisten.

Rezeption

Die zeitgenössischen Rezensionen waren sehr gemischt. Das Kerrang! vergab einen von fünf möglichen Punkten („K“s) und schrieb „these are the guys who did Hellhammer, but it's the same shit“ („Das sind die Jungs, die bei Hellhammer spielten, aber es ist die gleiche Scheiße“). Insbesondere Fanzines hingegen feierten das Album enthusiastisch. Das Rock Hard bezeichnete die Band als „Europas härteste und extremste Band“ und vergab 8 von 10 Punkten.[1]

Musikalische Bedeutung

Die Musik von Celtic Frost wurde zur Zeit der Aufnahmen als Thrash Metal klassifiziert; stilistisch liegt sie zwischen Speed-/Thrash Metal, Punk und Doom Metal und ist noch nahe an späteren Hellhammer-Aufnahmen.[2] Michael Moynihan schreibt in seinem Buch Lords of Chaos, dass die Band zwar „in ihren Texten mit dunkleren, okkulten Themen“ geflirtet habe, sie sich allerdings später nicht in Richtung Black Metal entwickelt hätte.[3] Viele Musiker und Bands bezeichnen Morbid Tales als Quelle der persönlichen Inspiration, unter ihnen Voivod, Sepultura oder Opeth. Das Rock Hard führt die EP auf Platz 122 der 500 besten Rock- und Metal-Alben aller Zeiten, Redakteur Frank Albrecht bezeichnet sie als „stilprägende Scheibe, an der sich bis zum heutigen Tag zahlreiche Bands orientieren“.[4] Metalion vom Slayer Magazine weist auf den leicht anderen, avantgardistischen Einfluss gegenüber Hellhammer auf Morbid Tales und die Bedeutung der Band für den späteren Black Metal der zweiten Welle hin.[5] Die Seite invisibleoranges.com betont den Einfluss auf Crustcore, Doom-, Thrash- und Death Metal und die direkte Auswirkung auf den Stil von Bands wie Obituary und Alben wie Darkthrones Panzerfaust. Außerdem habe Morbid Tales langfristiger hörbar auf die Musik gewirkt als andere innovative Alben seiner Zeit wie Venoms Black Metal oder Diamond Heads .[6]

Titelliste

  1. Into the Crypts of Rays – 4:19
  2. Visions of Mortality – 4:46
  3. Dethroned Emperor[7]– 4:35
  4. Morbid Tales[7] – 3:26
  5. Procreation (of the Wicked) – 4:02
  6. Return to the Eve – 4:05
  7. Danse Macabre – 3:51
  8. Nocturnal Fear – 3:35

Spätere Veröffentlichungen

Noise veröffentlichte 1988 eine CD-Version der Mini-LP zusammen mit dem Nachfolger Emperor’s Return. Im Vergleich zur US-Version sind daher noch die beiden Lieder Suicidal Winds und Visual Aggression ergänzt. Auf dieser ersten CD-Veröffentlichung ist nur das Cover der Emperor’s Return zu sehen. Eine weitere, remasterte Version wurde 1999 ebenfalls von Noise in den USA veröffentlicht, wobei die Lieder von der Emperor’s Return zum ersten Mal im Original-Mix zu hören waren. Den deutschen Vertrieb übernahm Century Media Records.

Anmerkungen

  1. Götz Kühnemund: Review zu Morbid Tales. In: Rock Hard. Nr. 9.
  2. Pete Pardo: Review: "Hellhammer: Demon Entrails" - Sea of Tranquility - The Web Destination for Progressive Music! 15. Februar 2008, abgerufen am 1. März 2010 (englisch).
  3. Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. Erweiterte und überarbeitete Ausgabe. Index Verlag, 2007, ISBN 978-3-936878-00-4, S. 43 f.
  4. Frank Albrecht: Celtic Frost - Morbid Tales. In: Rock Hard (Hrsg.): Best of Rock & Metal - Die 500 stärksten Scheiben aller Zeiten. HEEL Verlag, Königswinter 2007, ISBN 978-3-89880-517-9, S. 172.
  5. Metalion: The Saga Of True Norwegian Black Metal. In: Vice Magazine. 30. April 2008, abgerufen am 26. Juli 2014 (englisch).
  6. invisibleoranges: Morbid Tales: 25 Years Later.
  7. a b Ursprünglich nur auf der US-Version von Enigma/Metal Blade enthalten.

Quellen

  • J. Bennett: Procreation of the Wicked: The Making of Celtic Frost's Morbid Tales. In: Albert Mudrian (Hrsg.): Precious Metal. Decibel presents the Stories Behind 25 Extreme Metal Masterpieces. Da Capo Press, 2009, ISBN 978-0-306-81806-6, S. 31–47.

Weblinks

Artist(s)

Veröffentlichungen von Celtic Frost die im OTRS erhältlich sind/waren:

Vanity / Nemesis ¦ Into The Pandemonium ¦ Morbid Tales ¦ Innocence And Wrath

Celtic Frost auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Celtic Frost
Tuska Festival 2006
Tuska Festival 2006
Allgemeine Informationen
HerkunftSchweizSchweiz Schweiz
Genre(s)Thrash Metal, Avantgarde Metal, Black Metal
Gründung1984, 2006
Auflösung1993, 2008
Websitewww.celticfrost.com
Gründungsmitglieder
Gesang, Gitarre
Tom G. Warrior (Thomas Gabriel Fischer)
Bass
Martin Eric Ain (Martin Stricker) † 2017
Schlagzeug
Stephen Priestly
Letzte Besetzung
Bass
Martin Eric Ain
Schlagzeug
Franco Sesa

Celtic Frost war eine Schweizer Metal-Band, die 1984 gegründet wurde. 1993 löste sich die Gruppe auf und vereinigte sich im Jahr 2006 wieder, bevor sie sich 2008 erneut auflöste. Die Musik der Band übte großen Einfluss auf zahlreiche Metal-Bands der 1980er und 1990er Jahre aus.

Bandgeschichte

Celtic Frost wurde 1984 von Tom G. Warrior (Thomas Gabriel Fischer), Martin Eric Ain (Martin Stricker) und Stephen Priestly nach der Auflösung von Hellhammer gegründet und brachte die Mini-LP Morbid Tales bei dem deutschen Label Noise Records heraus, bei dem Hellhammer unterschrieben hatte; diese entpuppte sich als Erfolg. Daraufhin tourte die Band durch Deutschland und Österreich. 1985 erschien dann die Mini-LP Emperor’s Return, die mit Circle of the Tyrants auch ihren ersten Hit enthielt.

Für ihr erstes volles Album To Mega Therion, das noch im selben Jahr erschien, konnte die Band für die Cover-Gestaltung H. R. Giger gewinnen und knüpfte an den Erfolg der ersten Mini-LPs an. Das Lied Circle of the Tyrants wurde hierauf nochmals in einer neuen Version veröffentlicht. Der Albentitel bezieht sich auf den Antichrist aus der Offenbarung des Johannes.

Das zweite Album Into the Pandemonium erschien 1987 und sollte einen immensen Einfluss auf die Entwicklung des europäischen Metal erreichen. Zu dem Thrash Metal traten Elemente des Gothic Rock und Dark Wave.[1]

Während einer folgenden Tournee durch die USA spitzten sich finanzielle Probleme und persönliche Spannungen der Mitglieder in der kompletten Auflösung von Celtic Frost zu. Sechs Monate später entschied sich Tom G. Warrior zu einer Wiederaufnahme der Arbeiten, zusammen mit Stephen Priestly, Oliver Amberg und Curt Victor Bryant. Trotz seiner Entscheidung legte er anscheinend weniger Interesse in die Aufnahmen, und überliess die Arbeiten an Cold Lake Amberg und dem Produzenten Tony Platt. Stilistisch entfernte sich die Band stark von ihren Thrash-Metal-Wurzeln und tendierte in Richtung Heavy Metal und Glam Metal. Das Album hatte weder Erfolg im Mainstream noch in der Metal-Szene, sondern führte stattdessen zu Ausverkaufsvorwürfen.

Auf dem folgenden Album Vanity/Nemesis von 1990, auf dem sich die Band wieder deutlich härter präsentierte, kehrte Martin Eric Ain (Slayed Necros; bürgerlich Martin Stricker) zur Band zurück. Von Kritikern gelobt, konnte die Band ihren Ruf jedoch nicht wiederherstellen. 1992 erschien noch die Retrospektive Parched With Thirst Am I and Dying, die neben bekannten Titeln und bis dahin unveröffentlichten Liedern auch zwei neue Stücke enthielt, die einen Vorgeschmack auf das folgende Album geben sollten. Dieses Album mit dem Arbeitstitel Under Apollyon’s Sun wurde allerdings nicht mehr realisiert, da die Gruppe sich erneut auflöste.

In den Jahren 1999/2000 kamen die Gründungsmitglieder der Band wieder zusammen, um an der Wiederveröffentlichung der frühen Alben zu arbeiten. Dabei stellte sich heraus, dass sowohl Fischer als auch Stricker an einer Wiederbelebung von Celtic Frost interessiert waren, so dass sich die Gruppe reformierte und die Arbeit an einem neuen Album in Angriff nahm. Ergebnis war das Album Monotheist, an dem die Band mehr als vier Jahre lang gearbeitet hatte und das 2006 veröffentlicht wurde (Plattenfirma: Century Media, Verlag der neuen Celtic-Frost-Stücke: Edition Diktatur des Kapitals/Budde Musikverlag, Berlin). Von Juni 2006 bis Mai 2007 ging die Band auf eine umfangreiche Welttournee, davon alleine 71 Konzerte in den Vereinigten Staaten als Headliner und als Special Guest von Type O Negative. Nach den Auftritten beim Wacken Open Air und With Full Force-Festival 2006 gastierte Celtic Frost im März und April 2007 wieder in Deutschland.

Am 9. April 2008 gab Tom Gabriel Fischer überraschend seinen Ausstieg bei Celtic Frost bekannt. Laut der offiziellen Homepage und seinem Blog verließ er die Band «wegen unüberwindbarer ernsthafter Verschleisserscheinungen auf persönlicher Ebene». Die verbliebenen Bandmitglieder sagten daraufhin alle anstehenden Konzerte für 2008 ab (darunter auch den geplanten Auftritt zum zehnten Geburtstag des Giger-Museums in Château St. Germain in der Schweiz). Am 9. September 2008 verkündeten Fischer und Ain in einer gemeinsamen Erklärung auf der Homepage der Band die endgültige Auflösung von Celtic Frost.

Inzwischen widmet sich Tom Gabriel Fischer zusammen mit dem Gitarristen von Dark Fortress und Tourgitarristen von Celtic Frost, V Santura, dem ehemaligen Schlagzeuger von Fear My Thoughts, Norman Lonhard, sowie einer bislang unbekannten Bassistin namens Vanja Slajh komplett seiner neuen Band Triptykon, die schon vor Fischers Ausstieg bei Celtic Frost als Seitenprojekt gegründet wurde. Das Debüt-Album Eparistera Daimones, an dem Tom Gabriel Fischer und V Santura über zwei Jahre gearbeitet haben und das auch Material enthält, welches ursprünglich für einen Nachfolger von Monotheist aufgenommen werden sollte, erschien am 19. März 2010.

Martin Eric Ain starb im Oktober 2017 nach einem Herzinfarkt.

Musikalische Entwicklung

Die Musik des Vorgängers Hellhammer war stark von Venom beeinflusst. Tom Warrior sagte später über diese Phase, dass die Musiker noch nicht gut genug gewesen seien, etwas eigenes zu erschaffen. Von den Gitarrenriffs über die Namen der Lieder bis hin zu den Pseudonymen sei alles eine «miese Fotokopie» von Venom gewesen.[2] Der Band wurde vorgeworfen, kein Talent zu besitzen, zugleich waren die Musiker mit der Entwicklung der Szene nicht einverstanden, insbesondere damit, dass sich Mainstream-Bands wie Mötley Crüe mit ihrem 1983er Album Shout at the Devil eines Images bedienten, das nicht zu deren Musik passte.[3] Die Musiker gründeten stattdessen Celtic Frost, um damit einen musikalischen Neuanfang zu wagen.

Dieser manifestierte sich in der 1984 erschienenen EP Morbid Tales, die dem Thrash Metal zuzuordnen ist[4][5][6] und bis heute als richtungsweisend für die Genres Death Metal und Black Metal gilt,[7] wobei einer der wichtigsten Punkte der Band von Anfang an die Kritik am Black Metal war und sie nichts mit der Szene zu tun haben wollte.[8] Charakteristisch für den Stil der Band waren einfache und eingängige Liedstrukturen, die nicht mehr nur in hoher Geschwindigkeit gehalten waren, sondern auch im mittleren Tempobereich angesiedelt waren. Die tiefer gestimmten Gitarren, das Growling und die kurzen «Ugh!»-Rufe von Sänger Tom Fischer in Kombination mit der Doublebass waren neue Stilelemente, die bis dahin so noch von keiner Band veröffentlicht worden waren.[9][10] Damit galten sie als Vorreiter einer innovativen neuen Strömung innerhalb des Metal.[11]

Verglichen zu Morbid Tales war To Mega Therion (1985) langsamer und strukturierter und stellte damit das Bindeglied zum 1987 erschienen Klassiker Into the Pandemonium dar. Die Musik dieses Albums wird von Wolf-Rüdiger Mühlmann als Dark Metal klassifiziert[12] und verbindet düsteren Klang mit avantgardistischen Elementen. Es wird gleichermaßen als Referenzwerk für den Black Metal als auch den Death Metal angesehen, ohne jedoch einem der beiden Genres eindeutig zuzuordnen zu sein.[10]

Das 1988 erschienene Album Cold Lake stellte eine vollständige Abkehr vom bis dahin gespielten extremen Metal dar. Das Album bot traditionellen Heavy Metal mit Glam-Metal-Einflüssen von Bands wie Mötley Crüe,[13] die Musiker traten mit haarspray-gestylten Frisuren auf und posierten auf Fotos «sexlüstern und mit offenem Hosenstall».[8] Aufgrund der enttäuschten Reaktionen von Fans und Kritikern und möglicherweise auch wegen des erhofften aber nicht eingetretenen kommerziellen Erfolgs[8] änderte die Band ihre stilistische Ausrichtung erneut. Hinzu kam die Reaktivierung der Besetzung, in der die Band bis 1987 aktiv war.

Das 1990 erschienene Vanity/Nemesis wird als das bis dahin reifste Werk der Band angesehen, das Thrash Metal mit durchdachten Arrangements kombinierte.[8] Aufgrund der düsteren Grundstimmung der Lieder wird dem Album weiterhin Einfluss auf den europäischen Doom Metal von Bands wie My Dying Bride oder Cathedral[14] und auf den später von Bands wie Paradise Lost gespielten Gothic Metal[15] zugesprochen.

Diskografie

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[16]
Monotheist
 DE6712.06.2006(1 Wo.)
 CH4111.06.2006(4 Wo.)

Studioalben

  • 1985: To Mega Therion (Wiederveröffentlichung 1999)
  • 1987: Into the Pandemonium (Wiederveröffentlichung 1999)
  • 1988: Cold Lake
  • 1990: Vanity/Nemesis (Wiederveröffentlichung 1999)
  • 2006: Monotheist

Kompilationen

  • 1992: 1984–1992: Parched with Thirst Am I and Dying (Best-of-Album; Wiederveröffentlichung 1999)
  • 2003: Are You Morbid? The Best of Celtic Frost (Best-of-Album)

Singles und EPs

  • 1984: Morbid Tales (Mini-LP, Wiederveröffentlichung 1999 mit Emperor’s Return)
  • 1985: Emperor’s Return (Mini-LP)
  • 1986: Tragic Serenades (12″-EP)
  • 1987: I Won’t Dance (12″-EP)
  • 1987: The Collector’s (einseitige 12″-Single)
  • 1990: Celtic Frost Promotional 12″ EP (12″-EP)
  • 1990: Wine in My Hand (Third from the Sun) (12″-EP)

Literatur

  • Thomas Gabriel Fischer: Are You Morbid? Into the Pandemonium of Celtic Frost. Sanctuary Publishing, 2000, ISBN 1-86074-310-2.
  • Thomas Gabriel Fischer, Martin Eric Ain: Only Death Is Real. An Illustrated History of Hellhammer and Early Celtic Frost 1981–1985. Bazillion Points Books, New York City 2010, ISBN 978-0-9796163-9-6 (englisch).
  • Celtic Frost im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks

Commons: Celtic Frost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Celtic Frost Biography.
  2. Ian Christe: Sound of the Beast. The Complete Headbanging History of Heavy Metal. ItBooks, New York 2004, ISBN 0-380-81127-8, S. 105.
  3. J. Bennett: Procreation of the Wicked: The Making of Celtic Frost’s Morbid Tales. In: Albert Mudrian (Hrsg.): Precious Metal. Decibel presents the Stories Behind 25 Extreme Metal Masterpieces. Da Capo Press, 2009, ISBN 978-0-306-81806-6, S. 32.
  4. Michel Renaud: Metal Crypt – Celtic Frost – Morbid Tales Review. In: The Metal Crypt. Aufgerufen am 16. Mai 2010.
  5. Celtic Frost. In: Metal Storm. Aufgerufen am 16. Mai 2010.
  6. Thrash Metal. In: Hell is Open. Aufgerufen am 16. Mai 2010.
  7. J. Bennett: Procreation of the Wicked. S. 31.
  8. a b c d Celtic Frost. In: Holger Stratmann, Michael Rensen, Götz Kühnemund (Hrsg.): Rock Hard Enzyklopädie. Rock Hard, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 61 f.
  9. Frank Albrecht: Celtic Frost: Morbid Tales. In: Rock Hard (Hrsg.): Best of Rock & Metal. Heel, Königswinter 2007, ISBN 978-3-89880-517-9, S. 172.
  10. a b Natalie J. Purcell: Death Metal Music: The Passion And Politics of a Subculture. McFarland, Jefferson, N.C. 2003, ISBN 0-7864-1585-1, S. 55.
  11. Ian Christe: Sound of the Beast, S. 111.
  12. Wolf-Rüdiger Mühlmann: Celtic Frost: Into the Pandemonium. In: Rock Hard (Hrsg.): Best of Rock & Metal. Heel, Königswinter 2007, ISBN 978-3-89880-517-9, S. 165.
  13. Ian Christe: Sound of the Beast. S. 226.
  14. Natalie J. Purcell: Death Metal. S. 59
  15. Matthias Mader: Paradise Lost – Die letzten Innovatoren. In: Iron Pages. 24, Oktober/November, 1993, S. 5.
  16. Chartquellen: DE CH

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