Glenn Gould ¦ Bach: The Goldberg Variations

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Veröffentlichung Bach: The Goldberg Variations:

1956

Hörbeispiel(e) Bach: The Goldberg Variations:

Bach: The Goldberg Variations auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Titelblatt des Erstdrucks

Die Goldberg-Variationen sind ein Werk Johann Sebastian Bachs (BWV 988), das im von Bach selbst veranlassten Erstdruck aus dem Jahr 1741 als Clavier Ubung bestehend in einer ARIA mit verschiedenen Verænderungen vors Clavicimbal mit 2 Manualen bezeichnet wurde.[1] Die Benennung nach Johann Gottlieb Goldberg entstand posthum aufgrund einer Anekdote.[2]

Die Goldberg-Variationen stellen einen Höhepunkt barocker Variationskunst dar. Das Werk zeichnet sich durch einen planvollen Gesamtaufbau mit regelmäßig eingefügten, in den Oberstimmen streng kanonischen Sätzen aus. Den inneren Zusammenhang der Variationen untereinander liefert das gemeinsame Bassthema. Jeder Einzelsatz besitzt einen eigenen Charakter. Die Haupttonart ist G-Dur.

Entstehung und Namensgebung

Die genaue Entstehungszeit des Werkes ist unbekannt. Es wurde im Herbst 1741[3] in Nürnberg von Balthasar Schmid (1705–1749) gestochen und verlegt. Bachs Autograph existiert nicht mehr. Große Beachtung fand daher ein 1975 aufgefundenes, einwandfrei Bach zuzuschreibendes Handexemplar des Erstdruckes, das neben kleinen Korrekturen auch 14 Kanons in Bachs Handschrift enthält.[4]

Der Name Goldberg-Variationen (auch Goldberg’sche Variationen) etablierte sich erst im Laufe des 19. Jahrhunderts. Er wurde nach einem anekdotischen Bericht in Johann Nikolaus Forkels Über Johann Sebastian Bachs Leben, Kunst und Kunstwerke von 1802 gebildet. Laut Forkel sei Bachs Aria mit verschiedenen Veränderungen für den russischen Gesandten am Dresdner Hof, den mit der Familie Bach befreundeten Grafen Hermann Carl von Keyserlingk, verfasst worden. Der in dessen Diensten stehende Cembalist Johann Gottlieb Goldberg, ein hochbegabter Schüler Wilhelm Friedemann Bachs und Johann Sebastian Bachs, sollte dem Grafen daraus vorspielen:[2]

„Einst äußerte der Graf gegen Bach, daß er gern einige Clavierstücke für seinen Goldberg haben möchte, die so sanften und etwas muntern Charakters wären, daß er dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden könnte. Bach glaubte, diesen Wunsch am besten durch Variationen erfüllen zu können, die er bisher, der stets gleichen Grundharmonie wegen, für eine undankbare Arbeit gehalten hatte.“

Dieser Bericht geht wahrscheinlich auf Informationen der beiden ältesten Bachsöhne zurück.[5] Eine weitere Quelle wurde nicht aufgefunden. Zwei wichtige Argumente lassen am Wahrheitsgehalt des Berichts zweifeln: Die gedruckte Fassung der Variationen enthält einerseits keine Widmung, etwa eine förmliche Widmung an Keyserlingk. Zum anderen war Johann Gottlieb Goldberg 1740 erst 13 Jahre alt und damit technisch kaum in der Lage, dieses anspruchsvolle Werk adäquat zu bewältigen.

Daher ist der Wahrheitsgehalt von Forkels Bericht umstritten. Forkel habe einen späteren, romantischen Kunstbegriff des beginnenden 19. Jahrhunderts auf Bachs Motive und die Kunstauffassung seiner Epoche angewendet.[6] Sein Bericht widerspricht allerdings nicht der heute meist vertretenen Meinung, die Komposition sei von Anfang an als Teil – und krönender Abschluss – der Clavierübung geplant worden.[7] Doch selbst hierbei gibt es keine Sicherheit; denn der Druck von Teil IV der Clavier-Übung von 1741 wurde – anders als Teil II und III und genauso wie Teil I von 1731 mit seinen Vorveröffentlichungen – nicht in die laufende Nummerierung Bachs aufgenommen. Allerdings legen identische, sich nur in der Rechtschreibung unterscheidende Formulierungen auf den Titelblättern die Zusammengehörigkeit sämtlicher Clavier-Übungen nahe. Auf dem Titelblatt von Bachs OPUS 1 heißt es: Clavir-Ubung / bestehend in / Præludien, Allemanden, Couranten, Sarabanden, Giguen, / Menuetten, und anderen Galanterien ; / Denen Liebhabern zur Gemüths-Ergetzung verfertiget / von / Johann Sebastian Bach […][8]

Aufbau und Struktur

Satzüberschriften des Originaldrucks (Bachs spätere Zusätze in seinem Handexemplar in Klammern)
  • Aria
  • Variatio 1. a 1 Clav.
  • Variatio 2. a 1. Clav.
  • Variatio 3. Canone all Unisuono à 1 Clav.
  • Variatio 4. à 1 Clav.
  • Variatio 5. a 1 ô vero 2 Clav.
  • Variatio 6. Canone alla Seconda a 1 Clav.
  • Variatio 7. à 1. ô vero 2 Clav. (al tempo di Giga)
  • Variatio 8. a 2 Clav.
  • Variatio 9. Canone alla Terza. a 1 Clav.
  • Variatio 10. Fugetta. a 1 Clav.
  • Variatio 11. a 2 Clav.
  • Variatio 12. Canone alla Quarta.
  • Variatio 13. a 2 Clav.
  • Variatio 14. a 2 Clav.
  • Variatio 15. andante. Canone alla Quinta. a 1 Clav.
  • Variatio 16. a 1 Clav. Ouverture
  • Variatio 17. a 2 Clav.
  • Variatio 18. Canone alla Sexta. a 1 Clav.
  • Variatio 19. à 1 Clav.
  • Variatio 20. a 2 Clav.
  • Variatio 21. Canone alla Settima.
  • Variatio 22. a 1 Clav. alla breve
  • Variatio 23. a 2 Clav.
  • Variatio 24. Canone all Ottava a 1 Clav.
  • Variatio 25. a 2 Clav. („adagio“)
  • Variatio 26. a 2 Clav.
  • Variatio 27. Canone alla Nona. a 2 Clav.
  • Variatio 28. a 2 Clav.
  • Variatio 29. a 1 o vero 2 Clav.
  • Variatio 30. a 1 Clav. Quodlibet.
  • Aria da Capo è Fine

Der einleitenden Aria folgen – in zwei Teile unterteilt – 30 Variationen, die sich jedoch kaum an der Melodie der Arie, sondern nahezu ausschließlich an ihrer 32-taktigen Basslinie orientieren. Jede dritte Variation enthält einen Kanon, wobei das Intervall der kanonischen Stimmen stetig wächst. Die aufsteigende Intervallfolge ist vom Einklang über Sekunde, Terz, Quarte usw. bis zur None angeordnet.

Die 16. Variation – eine Ouverture – markiert den Beginn des zweiten Teiles der Variationenreihe. Die 30. Variation weicht von der strengen Anordnung ab. Statt eines Dezimenkanons setzt Bach hier ein Quodlibet ein, das zwei Volkslieder kunstvoll kontrapunktisch ineinander verwebt.

Ein da Capo der im Erstdruck nicht nochmals wiedergegebenen Aria schließt den Zyklus ab.

Dadurch ergibt sich folgende Großdisposition:

1. Teil: 16 Sätze2. Teil: 16 Sätze
Aria3 Variationen3 Variationen3 Variationen3 Variationen3 Variationen3 Variationen3 Variationen3 Variationen3 Variationen3 VariationenAria
Binnengliederung der zehn Dreiergruppen
freie Variationfreie VariationKanon bzw. Quodlibet

Der symmetrische Aufbau und die schematische Binnengliederung bilden das Gerüst für vielfältige musikalische Gestalten (Bach im Handexemplar: verschiedene Verænderungen). Die Varietas der Variationen kommt beispielsweise durch unterschiedliche Satztypen, Tempi, Taktarten, Tongeschlechter, Spielweisen und die unterschiedliche Gestaltung der Intervallkanons zustande.

Einzelanalysen

Aria

Klavierstück ohne Titel, notiert von Anna Magdalena Bach in ihrem zweiten Notenbüchlein. Es ist bis auf Kleinigkeiten identisch mit der Aria der Goldberg–Variationen.
Aria der Goldberg-Variationen in wohltemperierter Stimmung (Werckmeister III) auf einem Digitalpiano mit digitalisiertem Cembaloklang gespielt

Die Aria ist der einzige Satz des Werkes, von dem es eine frühere, handschriftliche Fassung gibt. Diese weicht nur in unwichtig erscheinenden Kleinigkeiten von der gedruckten Aria ab.[9] Sie wurde von Anna Magdalena Bach ohne Titel in ihr zweites, 1725 begonnenes Notenbüchlein eingetragen. Dabei gelangte der Satz auf zwei bis dahin freie Leerseiten zwischen Auf- und Abgesang eines schon früher notierten Liedes. Seit Arnold Schering aufgrund von stilkritischen Untersuchungen die Meinung vertrat, Bach könne nicht der Autor der Aria oder ihrer Vorlage sein, hält die Auseinandersetzung um deren Herkunft an. Dabei spielt auch der vermutliche Zeitpunkt der Niederschrift eine Rolle. Anna Magdalenas Handschrift lässt vermuten, sie habe die Noten zwischen 1735 und 1741 eingetragen.[9] Damit kann der titellose Satz in direkter zeitlicher Verbindung mit der Komposition des Variationenwerkes gesehen werden. Gegen Bachs Urheberschaft wird vor allem das überreiche, ausführliche Auszieren von Melodie und Unterstimmen nach französischer Manier angeführt, für Bachs Urheberschaft dagegen u. a. die besondere Qualität des weit ausgesponnenen Bassfundaments, dessen ersten acht Takten Bach in seinem Handexemplar durch die Niederschrift von vierzehn Kanons weitere große Bedeutung gegeben hat.[10] Auch versteckte melodische Anspielungen an die Variation 30, das Quodlibet, wurden angeführt.[11]

Der italienische Name Aria meint in diesem Falle nicht etwa eine stilisierte Opernarie, sondern einen Typ von Instrumentalsatz, wie er im italienischen und deutschen Barock etwa seit Girolamo Frescobaldi (Aria detta la frescobalda von 1627) des Öfteren als Thema für Instrumentalvariationen genommen wurde. Dabei hat neben der meist gesanglichen Melodie vor allem das harmonische Gerüst über einem oft ostinaten Bass konstituierende Bedeutung.[12] Vergleichbares zeigt beispielsweise Georg Friedrich Händels reichverzierte Air als Thema nachfolgender Variationen in dessen 1720 veröffentlichter Cembalo-Suite d-Moll (HWV 428). Nach Christoph Wolff weist der Anfangsteil der Bassstimme mit dem Ostinato-Bass von Händels Werk Chaconne avec 62 veriations HWV 442 eine Ähnlichkeit auf.

Die Aria der Goldberg-Variationen ist zweiteilig (forma bipartita aus jeweils wiederholten 16+16 Takten). Die Zahl der 32 Takte korrespondiert mit der Zahl der 32 Sätze. Die Aria gleicht dem Satztyp einer gravitätischen Sarabande.[13] Ihre reiche, genau ausgeschriebene Ornamentik verweist auf François Couperin.

Ein besonderes Gewicht erhält diese Aria, weil sie nicht nur dem Zyklus voransteht und dessen Fundamentalbass liefert, sondern das Werk auch in einem da Capo beschließt. Damit folgt Bach einer barocken Praxis, in der die variierte Melodie in der letzten Variation noch einmal klar herausgestellt wird.[14]

Fundamental-Noten

Die Aria und die meisten Variationen besitzen Basslinien, die auf 32 Fundamental-Noten[15] zurückgeführt werden können. Bei Variatio 18 wurden einige Fundamental-Noten in die Oberstimmen versetzt. Manchmal erscheinen diese auf die beiden Stimmen von zwei Klaviaturen verteilt wie in Variatio 20 oder geraten beim Überkreuzen der Hände in höhere Stimmlagen wie in Variatio 17. Wie in der nachfolgend gezeigten Idealform kommen sie allerdings nirgends vor. Manchmal sind sie vom Taktanfang fortgerückt oder werden durch andere Töne der dazugehörigen Akkorde ersetzt.[16]

Fundamental–Noten

Die 32 Takte lassen sich in gleich große Abschnitte teilen. Jeweils am Ende der Teile steht eine Kadenz.

Harmonische Grobgliederung
Takte 1–8Takte 9–16Takte 17–24Takte 25–32
Kadenz in GKadenz in DKadenz in eKadenz in G

Viele Variationen entsprechen dieser schlichten harmonischen Gliederung. In einzelnen Variationen kommen weitere harmonische Mittel wie Zwischendominanten, Ausweichungen und neapolitanischer Sextakkord vor. Die Moll-Variationen besitzen ihrem Tongeschlecht entsprechend das Grundschema g–D–Es–g.

Bachs Anwendung der Fundamental-Noten unterscheidet sich vom bis dahin vorherrschenden Usus, bei Variationen das harmonische Gerüst über dem Bass möglichst unverändert zu belassen und mit den Basstönen die erste Zählzeit der Takte zu markieren, und gelangt zu einer ziemlich freien, variablen Verwendung der überkommenen Mittel.[16]

Das zeigt sich beispielsweise beim Vergleich der Goldberg-Variationen mit Georg Friedrich Händels auch in G-Dur stehender, zwischen 1703 und 1706 entstandener und 1730 und 1733 veröffentlichter Chaconne mit 62 Variationen (HWV 442). Deren Bassfundament beschränkt sich auf acht Töne und entspricht den ersten acht der zweiunddreißig Bach’schen Fundamental-Noten. Händel komponierte als letzte Variation dieser Chaconne einen zweistimmigen Kanon –  allerdings ohne Bassfundament. Dieser Umstand hat dennoch dazu geführt, anzunehmen, Bach habe Händels Chaconne gekannt und als direkte Anregung zur Komposition der Goldberg-Variationen und der damit verbundenen Vierzehn Canones genommen.[7] Doch keinerlei Quellen unterstützen diese Theorie.

Dagegen ist belegt, dass Bach Girolamo Frescobaldis Fiori musicali besaß und Dietrich Buxtehudes Variationenwerk kannte und damit mit den Traditionen von Variationenwerken über ostinaten Bässen vertraut war, zu denen beispielsweise auch Kompositionen von Henry Purcell[17] und François Couperin[18] gehören. Frescobaldi benützte nicht nur ostinate Bässe, sondern er variierte in der Bergamasca aus den Fiori musicali zudem die Bergamasca-Melodie, die dem von Bach verwendeten Lied Kraut und Rüben … zugrunde liegt.[19]

Der einzige Bach bekannte Komponist, der ein ähnlich weitgespanntes Harmonie- und Bassgerüst benutzt hatte, war Johann Christoph Bach (1642–1703) mit seiner Sarabanda duodecies variata.[20]

Kanons und frei imitierende Polyphonie

Beginn der Variatio 12, Kanon in der Unterquart mit Umkehrung

Jede dritte Variation ist ein Kanon. Es handelt sich um sogenannte Intervall-Kanons, bei denen die Kanonstimmen in einem jeweils größeren Intervall zueinander beginnen und zwar von der Prime (von Bach all'Unisuono genannt) bis zur None. Alle Kanons sind zweistimmig und werden, außer dem Kanon in der None, von einer dritten Stimme, einem der Basslinie der Aria verpflichteten Bass, begleitet. Variatio 12 und Variatio 15 enthalten Umkehrungskanons und zwar Variatio 12 in der Unterquarte und Variatio 15 in der Oberquinte.

Diese Clavier-Kanons sind ohne direktes Vorbild, also Bachs ureigene Formschöpfung.

Auch die nichtkanonischen Variationen sind durchdrungen von polyphonen Satztechniken und können im Vergleich mit den Kanons als frei imitierend bezeichnet werden. Vor allem drei Satzarten sind zu nennen: Invention oder Duetto, Fuge bzw. Fugato und ganz allgemein der Stile antico, der von der alten polyphonen Vokalmusik herkommt und durch eine Notation in großen Notenwerten und im Alla-breve-Takt gekennzeichnet wird.[21][22] Darüber hinaus kommen polyphone Formen vor, die keinem bisherigen Schema zugeordnet werden können.

Beginn von Variatio 22
  • In der Satzart von Inventionen sind beispielsweise Variatio 1, Variatio 8, Variatio 11 und Variatio 17.
  • Fugenartig sind die Variatio 10 (Fugetta)[23] und das Fugato in Variatio 16.
  • Dem Stile antico verpflichtet sind Variatio 10, Variatio 18 und Variatio 22.
  • Freie Polyphonie ohne vorgegebenes Schema findet sich beispielsweise in Variatio 4 und Variatio 19

Stilisierungen

Einige Variationen lehnte Bach an bekannte Formen, Gattungen und Satztypen an.

Beispiele:

  • Polonaise: Variatio 1 wird geprägt vom Rhythmus einer Polonaise (Takt 1, Unterstimme), der –  abtaktig eingesetzt – zum ausgeschriebenen Mordent wird (Takt 1, Oberstimme).[24]
  • Passepied: Variatio 4, es fehlt allerdings der charakteristische Achtel-Auftakt.[25]
    Beginn der Variatio 7, al tempo di Giga
  • Gigue (französischer Typ): Variatio 7 erhielt von Bach selbst in seinem Handexemplar den Zusatz „al tempo di Giga“. Dennoch ist sie eine französische Gigue vom Canarie-Typ.[26]
  • Giga (italienischer Typ): Variatio 11 mit dem 12/16-Takt und den laufenden 16tel-Noten.[27]
  • Menuett: Variatio 19 und Variatio 27; auch in französischer Clavecin-Musik kommen häufiger Menuette im 3/8-Takt vor.[28][29]
  • Sarabande: Variatio 26 ist eine dreistimmige pièce croisée mit zweierlei Taktarten für die beiden Hände. Die zweistimmig gegriffene Sarabande erhält jeweils einen 3/4-Takt, die lauffenden Noten erhalten einen 18/16-Takt.[30]
  • Triosonate: Variatio 2 gleicht mit ihren imitierend geführten zwei Oberstimmen und der Basslinie dem Satz einer Corelli’schen Triosonate.[31][32]
  • Fughetta: Variatio 10 eine kleine Fuge mit periodischem Bau. Die Melodik weist deutlich auf die Bergamasca des Quodlibets voraus.[33]
  • Aria: Variatio 13 gleicht einer Arie im Stile monodico.[34]
  • Französische Ouvertüre: Variatio 16 mit typischer Punktierung im langsamen alla breve und mit schnellem Fugato im 3/8-Takt.
    Beginn der Variatio 29
  • Toccata: Variatio 29 entspringt der italienischen Toccata-Tradition.[35]
  • Lamento: Variatio 21 und Variatio 25 zeigen die typischen chromatisch ausgefüllten absteigenden Quarten im Bass. Siehe unten das Kapitel „Mollvariationen – tertiam minorem oder Re Mi Fa betreffend“.
  • Stile antico: siehe oben im Kapitel „Kanons und frei imitierende Polyphonie“.
  • Quodlibet: Variatio 30 wird unten gesondert besprochen.

Bravourstücke

Beginn der Variatio 14

Die bravourösen Sätze können als Hommage an Domenico Scarlatti gesehen und gehört werden, dessen Essercizi 1738 im Druck erschienen sind.[36] Geprägt sind Bachs virtuose, dem entsprechende Variationen vom Überschlagen der Hände, das Carl Philipp Emanuel Bach 1731 eine „sehr eingerissene Hexerey“ genannt hat, und vom Kreuzen der Hände (pièce croisée). Dazu gehören Variatio 5, Variatio 14, Variatio 20, Variatio 23 und Variatio 28.[37]

Mollvariationen

Beginn der Variatio 25 mit dem von Bach nachträglich eingefügten Eintrag adagio und zusätzlichen Vorschlägen

Einen besonderen Affect erhielten innerhalb der Variationenreihe die drei g-Moll-Variationen (nach Bachs Sprachgebrauch im Titel des Wohltemperierten Klaviers Variationen tertiam minorem oder Re Mi Fa betreffend). Sie werden durch eine dissonanzenreiche Chromatik mit vielen Vorhalten (‚Seufzern‘) – vor allem in Variatio 15 – und der bei Variatio 21 und Variatio 25 chromatisch ausgefüllten, abwärts führenden Quarte zu Lamentos im affectus tristitiae (Klagen im Affekt der Traurigkeit).[38] Den ähnliche Züge tragenden chromatischen 11. Kanon des Handexemplars (siehe unten) hat Bach 1747 in ein Stammbuch eingetragen und mit einer Beischrift versehen, die auf die g-Moll-Variationen übertragen werden kann:

Symbolum. / Christus Coronabit Crucigeros. („Christus wird die Kreuztragenden krönen.“)[39]

Quodlibet

Quodlibet im Erstdruck

Über die Gepflogenheiten der Bach’schen Großfamilie, sich bei ihren Zusammenkünften am gemeinsamen Stegreifsingen von Quodlibets zu delektieren, berichtet Forkel:

„Sie sangen nehmlich nun Volkslieder, theils von possierlichem, theils auch von schlüpfrigem Inhalt zugleich mit einander aus dem Stegreif so, daß zwar die verschiedenen extemporirten Stimmen eine Art von Harmonie ausmachten, die Texte aber in jeder Stimme andern Inhalts waren. Sie nannten diese Art von extemporirter Zusammenstimmung Quodlibet, und konnten nicht nur selbst recht von ganzem Herzen dabey lachen, sondern erregten auch ein eben so herzliches und unwiderstehliches Lachen bey jedem, der sie hörte.“

Dieser Bericht und die Texte der im Quodlibet der Goldberg-Variationen anklingenden Lieder beleuchten die letzte Variation des Zyklus in bürgerlich behäbiger Weise. Zum Bassthema erklingen nämlich Bruchstücke von zwei Gassenhauern der Bachzeit, den thüringisch-sächsischen Volksliedern Ich bin so lang nicht bei dir g(e)west, ruck her, ruck her, ruck her und Kraut und Rüben haben mich vertrieben.[40]

Die Kernmelodie der Bergamasca im Quodlibet und in der Variatio 10.

Doch für irgendeine Art von Improvisation ist in diesem Stück kein Platz. Es ist bis in alle Einzelheiten sorgfältigst ausgefeilt. Trotz der Vielfalt an Motiven wirkt das Quodlibet sehr einheitlich.[41] Jenseits der Beschaulichkeit eines humorvollen Abschieds und Kehraustanzes, wie ihn die Volksmelodien nahelegen, zeigen sich bei genauerer Analyse weitaus bedeutendere Bezüge. Denn die Kraut-und-Rüben-Melodie ist eine Variante der traditionellen Bergamasca-Melodie, die zusammen mit einem ostinaten Bass Thema unzähliger Variationen war. Über Buxtehudes La Capricciosa, Frescobaldis Aria di Romanesca und Scheidts Canzon à 5 Voci ad imitationem Bergamasc reicht die Tradition bis ins 16. Jahrhundert zurück. Die Melodie ist seit 1570 belegt.[42]

Ein Blick zurück auf die vorherigen 29 Variationen und die Aria zeigt, dass die Melodiestruktur der Anfangstakte der ‚Kraut-und-Rüben-Melodie‘ über den Kadenzformeln gelegentlich vorkommt.[33] Dass es sich hierbei um eine geplante Gestaltung handelt, lässt sich nicht belegen, doch dass Bach sich des Zusammenhangs zwischen seinem Quodlibet und der Bergamasca-Tradition bewusst war, kann vor allem wegen seiner Kenntnis der entsprechenden Werke Frescobaldis und Buxtehudes als sicher gelten.[43]

Johann Sebastian Bachs Handexemplar

Canon triplex aus dem Gemälde von E. G. Haußmann (1746), Originaldruck des Kanons BWV 1076 (1747) und Kanon Nr. 13 aus dem Handexemplar.

1975 wurde in Straßburg Bachs persönliches Handexemplar der Goldbergvariationen entdeckt. Es enthält neben einer Reihe sorgsam eingetragener zusätzlicher Tempovorschriften, Verzierungen, Artikulationszeichen und Vorzeichen auch vierzehn „Verschiedene Canones über die ersten acht Fundamental=Noten vorheriger Arie. von J. S. Bach“ (BWV 1087) in Reinschrift.[44][45]

Dieselben acht Noten finden sich auch in der dem Betrachter zugewandten untersten Zeile des Notenblatts, das Bach in dem Ölgemälde von Elias Gottlob Haußmann von 1746 in der Hand hält und auf dem der Canon triplex a 6 V[ocibus]. steht.

Möglicherweise deuten die Korrekturen und die Ergänzungen mit den vierzehn Kanons an, dass Bach eine Neuauflage plante.[4]

Siehe auch: Verschiedene Canones

Musikgeschichtliche Einordnung

„Die Goldberg-Variationen sind ein eminent geschichtshaltiges Werk. Zweihundert Jahre Musikgeschichte sind in sie eingegangen, und sie wirken bis heute in die Musikgeschichte hinein. Sie sind zudem ein Werk der Synthese. ‚Ars musica‘ und Spiel, Kanon und Variation, ‚Adagio‘ und Quodlibet werden zu einem Ganzen zusammengefaßt.“

In Bachs Goldberg-Variationen treffen sich italienische, französische und deutsche Traditionen der Clavier-Musik. Darüber hinaus erfassen sie stilisierend auch Kompositionsweisen und Formen der vokalen und instrumentalen Ensemblemusik. Wie dargelegt reicht das Spektrum von einfachen Volksliedern bis zu gelehrten polyphonen Techniken und von Gesanglichem bis zu ganz aus der Technik des Claviers Erfundenem. In einer überlegen disponierten Ordnung versammelt das Werk viele Stücke aus der Musikgeschichte und aus seiner eigenen Zeit bekannte Musikarten zu einer lebendigen Einheit. Die Goldberg-Variationen geben „eine überzeugende Demonstration dessen, daß kunstvoller Bau und natürliche Anmut einander keineswegs ausschließen.“[47]

Da die Goldbergvariationen bereits 1741 gedruckt vorlagen und vor allem dank Forkels Anekdote und seinem Einsatz für die Neuauflage Bach’scher Klaviermusik nie in Vergessenheit gerieten, gelangten sie bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts ins Bewusstsein der Musikliebhaber und der Komponisten. Heute dienen sie der Ausbildung von Cembalisten und Pianisten und haben einen festen Platz in deren Konzertrepertoire und Einspielungen auf Tonträger.

Editionen und Bearbeitungen

Nach dem Erstdruck von 1741 wurden die ersten weiteren Drucke 1804 veröffentlicht. Sie erschienen bei Hoffmeister & Kühnel, Bureau de Musique und bei Hans Georg Nägeli im Heft 7 der Reihe Musikalische Kunstwerke. im strengen Stÿle. Bereits in diesen Ausgaben kündigte sich an, was in der Folgezeit öfter geschah: der Notentext wurde verändert. Grund dafür war hauptsächlich die Übertragung auf das Pianoforte mit nur einer Klaviatur.[48]

Das ist auch zu beobachten in der mit Fingersätzen versehenen Ausgabe Carl Czernys von 1840 in Oeuvre complets. Livre 6, bei C. F. Peters.[49]

Teilweise gravierend griff Josef Gabriel Rheinberger bei seiner Bearbeitung für zwei Klaviere aus den Jahren 1880 bis 1885 in den Notentext ein. Er hatte u. a. das Ziel, einen „Schatz der Hausmusik“ anbieten zu können.[48] 1913 revidierte Max Reger diese Bearbeitung und ergänzte sie beispielsweise durch Angaben zu Dynamik, Artikulation und Tempo.[50]

Ferruccio Busoni dagegen wollte mit seiner Bearbeitung von 1914 die Goldberg-Variationen für den Konzertsaal „retten“. Er empfahl radikale Kürzungen: die Wiederholungen und etliche Kanons sollten gestrichen werden. Variatio 29, das Quodlibet und die Wiederholung der Aria fasste er in einem großen, wirkungsvollen Finale zusammen. Allerdings bot er zum Vergleich auch die Fassung der damaligen Bach-Gesamtausgabe an.[48]

Das Werk hat zahlreiche weitere Komponisten, Dirigenten und Instrumentalmusiker zu mehr oder weniger freien Bearbeitungen angeregt.

Beispiele:

Zudem gibt es Einspielungen mit Akkordeon, Blechbläser-Ensemble, Flöten-Trio, Gitarre, Streicher-Ensemble oder gar zwei Cimbalons.

Im Gegensatz zu diesen Tendenzen stehen die Bach-Gesamtausgaben. Die Edition der Goldberg-Variationen von 1853 in Band III der ‚alten‘ war – obwohl noch ohne kritischen Apparat – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer wissenschaftlich abgesicherten, textkritischen Edition für Wissenschaft und Praxis. Diese ist nach dem Auffinden von Bachs Handexemplar im Jahr 1975 mit der Herausgabe in der Neuen Bach-Ausgabe unter der Obhut von Christoph Wolff zumindest vorläufig erreicht.

Musikalische Interpretation

Das Werk fordert insgesamt eine hohe Virtuosität und gilt als eine der schwierigsten Klavierkompositionen Bachs. Für Interpreten, die statt des vorgesehenen Cembalos ein modernes Klavier verwenden wollen, gilt dies besonders, da das Werk für ein zweimanualiges Instrument komponiert wurde und sich die Ausführung mit nur einer Klaviatur stellenweise als schwierig erweist.

Als bekanntester Interpret der Neuzeit gilt der kanadische Pianist Glenn Gould, der das Werk zweimal im Studio mit dem modernen Konzertflügel aufgenommen hat. Darüber hinaus gibt es eine große Fülle weiterer Einspielungen sowohl auf dem Cembalo als auch auf dem Klavier.[53]

Goldberg-Variationen in der Literatur

  • 1814 erschienen E. T. A. Hoffmanns Kreisleriana als Teil der Fantasiestücke in Callots Manier. Im ersten Stück daraus, Johannes Kreislers, des Kapellmeisters, musikalische Leiden, führt der fiktive Kapellmeister Kreisler die Unfähigkeit einer bürgerlich-biedermeierlichen Gesellschaft, große Kunst und Musik zu erfassen, vor, indem er ihr die „Johann Sebastian Bachschen Variationen für das Klavier, erschienen bei Nägeli in Zürich“ vorspielt.[54] Alleine mit seinem musikverständigen Diener und rotem Burgunder lässt er sich dann vom Quodlibet zum Fantasieren anregen:

„[…] aber diese Nro. 30, das Thema, riß mich unaufhaltsam fort. Die Quartblätter dehnten sich plötzlich aus zu einem Riesenfolio, wo tausend Imitationen und Ausführungen jenes Themas geschrieben standen, die ich abspielen mußte. Die Noten wurden lebendig und flimmerten und hüpften um mich her – elektrisches Feuer fuhr durch die Fingerspitzen in die Tasten – der Geist, von dem es ausströmte, überflügelte die Gedanken […] [55]

Damit waren die Goldberg-Variationen in die Literatur eingeführt und das Wissen um sie gelangte auch auf diesem Wege zu den Komponistengenerationen um Robert Schumann und Johannes Brahms, der die Goldberg-Variationen öffentlich spielte.[56]

  • 1974 wurde Dieter Kühns Hörspiel Goldberg-Variationen erstmals gesendet. Es verarbeitet – von Forkels Bericht ausgehend – das Verhältnis zwischen Goldberg und dem Grafen Keyserlingk und behandelt die sozialen und politischen Verhältnisse der Zeit um 1748 und erweitert diese Thematik ins Grundsätzliche:

„Es findet statt ein Dialog zwischen einem Sprecher und einem Musiker, der nur in seiner Musik präsent ist. Das Hörspiel ist - was schon der Titel andeutet - eine Variationsreihe: In immer neuen Konstellationen wird den Beziehungen und Widersprüchen nachgegangen zwischen Musik und einer historischen Wirklichkeit, in der diese Musik entsteht.“

Dieter Kühn: an die Hörspielabteilung des Bayerischen Rundfunks, 28. Juni 1973[57]
  • 1983 wurde Thomas Bernhards Roman Der Untergeher veröffentlicht. Er enthält auf verschiedensten Ebenen Bezüge zu den Goldberg-Variationen. Er beschäftigt sich mit der halb real und halb fiktiv gezeichneten Gestalt Glenn Goulds und dessen Einüben und Interpretieren der Goldberg-Variationen. Die Entstehungsgeschichte der Goldberg-Variationen wird persifliert, die Verbindung zu den beiden Volksliedern des Quodlibets stellen eine Wirtin und ein Holzfäller her und Form und Zahlenordnungen der Goldberg-Variationen werden im Untergeher aufgegriffen. So kommt das Wort Aria zweimal, das Wort Goldberg-Variationen 32-mal vor und in den einleitenden Absätzen wird ähnlich wie in der Aria Themenmaterial exponiert, das in Variationen den gesamten Roman bestimmt.[58]
  • In den Romanen Das Schweigen der Lämmer (1988) und Hannibal (1999) von Thomas Harris wird der Protagonist Hannibal Lecter als gebildeter Bach-Liebhaber dargestellt. Im ersten Roman lässt Lecter in seiner Zelle die von Glenn Gould gespielten Goldberg-Variationen auf dem Kassettenrekorder erklingen, während er seine Wärter tötet bzw. verstümmelt. Im zweiten Roman spielt er die Goldberg-Variationen auf seinem Flügel in Florenz.
  • 1991 wurde George Taboris Theaterstück Goldberg-Variationen uraufgeführt. Tabori hat sich allerdings lediglich den Titel geliehen. Ein weiterer Bezug zu Bachs Werk besteht nicht.
  • 2008 veröffentlichte Anna Enquist, klinische Psychologin und ausgebildete Pianistin, den Roman Kontrapunkt (Original Contrapunt). Enquist geht von der fiktiven Vorstellung aus, Bachs 1739 im Alter von 24 Jahren verstorbener Sohn Johann Gottfried Bernhard habe die Aria geliebt. Deshalb habe Bach die Aria als Variationsthema gewählt. „Er behielt seinen Sohn bei sich, wenn er sich in die Variationen vertiefte, er wurde nicht verrückt vor Verzweiflung, solange er komponierte, er arbeitete an einem tönenden Grabmal für den verlorenen Sohn“.[59] Während die Protagonistin die Goldberg-Variationen auf dem Klavier einstudiert, kann sie ihre tödlich verunglückte Tochter in Erinnerungen zu sich zurückholen und die Trauer um sie mit Hilfe der Musik bewältigen.
  • 2015 veröffentlichte Leon de Winter den Roman Geronimo. Darin entwickelt die weibliche Protagonistin Apana eine Passion für die Goldberg-Variationen. Zudem ist der Roman in Anlehnung an die Goldberg-Variationen aufgebaut. Er hat 32 Teilstücke, von denen das erste und letzte identisch sind.[60][61]

Literatur

  • Werner Breig: Bachs Goldberg-Variationen als zyklisches Werk. Archiv für Musikwissenschaft. XXXII, 1975.
  • Rolf Dammann: Johann Sebastians „Goldberg-Variationen“. Schott, Mainz, London, New York, Tokyo 1986, ISBN 978-3-7957-1792-6.
  • Ingrid Kaussler, Helmut Kaussler: Die Goldberg-Variationen von J. S. Bach. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 1985, ISBN 978-3-7725-0845-5.
  • Heinz-Klaus Metzger, Rainer Riehn (Hrsg.): Johann Sebastian Bach – Goldberg-Variationen (= Musik-Konzepte. 42). München 1985.
  • Ulrich Siegele: Johann Sebastian Bach komponiert Zeit. Tempo und Dauer in seiner Musik. Band 1: Grundlegung und Goldberg-Variationen. Hamburg 2014, ISBN 978-3-7323-0226-0.
  • Andreas Traub: Johann Sebastian Bach. Goldberg-Variationen BWV 988. München 1983, ISBN 3-7705-2166-8.
  • Peter F. Williams: Bach: The Goldberg Variations. Cambridge 2001 (Reprint 2003), ISBN 0-521-00193-5.

Einzelnachweise

  1. Gregory Butler: Neues zur Datierung der Goldberg-Variationen, Bach-Jahrbuch 74 (1988). doi:10.13141/bjb.v19882590
  2. a b Über Johann Sebastian Bachs Lebens, Kunst und Kunstwerke, Bärenreiter-Verlag, Kassel et altera 1974, S. 91–93, siehe auch die Onlinefassung
  3. Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach. 2. Auflage, Frankfurt am Main 2007, S. 406
  4. a b Christoph Wolff: Bach's Handexemplar of the Goldberg-Variations: A New Source. JAMS 29, 1976
  5. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 11
  6. Heinz Hermann Niemöller: Polonaise und Quodlibet. In: Musik-Konzepte, 42, 1985, S. 4 u. 5.
  7. a b Christoph Wolff, Frankfurt am Main, S. 407.
  8. Werner Neumann: Bilddokumente zur Lebensgeschichte Johann Sebastian Bachs. Kassel u. a. 1979, S. 214–217.
  9. a b Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 81
  10. Christoph Wolff: Bach's Handexemplar of the Goldberg-Variations: A New Source. JAMS 29, 1976, S. 229–231.
  11. Günter Hartmann: BWV 988: Bergamasca-Variationen? oder Das aus dem Rahmen fallende Quodlibet. Lahnstein 1997, an diversen Stellen der Streitschrift eigene Erkenntnisse und hilfreiche Zitate nebst Notenbeispielen, besonders S. 74–78
  12. Wolfgang Ruf: Arie, I. Begriff Terminologie und Frühgeschichte bis zum 16. Jahrhundert. In Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite, neubearbeitete Ausgabe, Sachteil 1, Kassel et altera 1994, Spalte 812
  13. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 85, vergl. Bachs Sarabande in der Französischen Suite G-Dur
  14. Vergl. Aria Eberliniana pro dormente camillo varita von Johann Christoph Bach aus dem Jahre 1680, Faksimile in Johann Christoph Bach. ARIA EBERLINIANA. Neue Bachgesellschaft e. V., Leipzig 1992. Beachte dagegen die Ähnlichkeiten und Unterschiede dazu in Ludwig Beethovens Fünfzehn Variationen mit einer Fuge op. 35 (1802) und Robert Schumanns Impromptus über ein Thema von Clara Wieck op. 5 (1832)
  15. Bezeichnung entsprechend den Fundamental-Noten der 14 Kanons in Bachs Handexemplar
  16. a b Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 32f
  17. Henry Purcell: A Ground in Gamut
  18. Mehrere Sätze aus Premiere Ordreund Dixiême Ordre, siehe Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 31f
  19. Günter Hartmann, Lahnstein 1997, S. 56–58
  20. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 31
  21. Andreas Jacob: Studien zu Kompositionsart und Kompositionsbegriff in Bachs Klavierübungen (= Archiv für Musikwissenschaft. Beiheft XL). Stuttgart 1997, S. 56
  22. Christoph Wolff: Der Stile antico in der Musik Johann Sebastian Bachs. Wiesbaden, 1968.
  23. Im Erstdruck steht „Fugetta“ und nicht wie eigentlich korrekt „Fughetta“
  24. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 90–97
  25. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 109–117. Siehe auch Dietrich Buxtehude: Aria: La Capricciosa (32 partite diverse) (BuxWV 250), Partita 29.
  26. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 123–125
  27. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 136
  28. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 180
  29. Andreas Jacob hält diese Variation für eine Passepied, siehe Andreas Jacob, Stuttgart 1997, S. 243 u. 252
  30. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 216
  31. Peter F. Williams, Cambridge 2001, S. 57
  32. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 98
  33. a b Günter Hartmann, Lahnstein 1997, S. 74–78
  34. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 144
  35. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 229f
  36. Peter F. Williams, Cambridge 2001, S. 28f
  37. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 64f
  38. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 190–193 u. 208–215
  39. Werner Neumann: Bilddokumente zur Lebensgeschichte Johann Sebastian Bachs. Kassel et altera 1979, S. 330
  40. Die Identifikation der Lieder geht auf den Bachschüler Johann Christian Kittel zurück. Siehe Andreas Jacob: Studien zu Kompositionsart und Kompositionsbegriff in Bachs Klavierübungen. (= Archiv für Musikwissenschaft. Beiheft XL). Stuttgart 1997, S. 263. Dort weitere Literaturhinweise
  41. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 234f
  42. Günter Hartmann, Lahnstein 1997, S. 53–67.
  43. Siehe oben im Kapitel „Fundamental-Noten“
  44. Rolf Dammann, Mainz 1986, S. 241–246
  45. Online-Präsentation des Handexemplares
  46. Andreas Traub: Johann Sebastian Bach. Goldberg-Variationen BWV 988. München 1983, S. 70
  47. Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach, 2. Auflage 2007. S. Fischer, Frankfurt am Main, S. 407
  48. a b c Andreas Traub, München 1983, S. 67ff
  49. Peter F. Williams, Cambridge 2001, S. 95
  50. Seiji Choki: Zwei Aspekte der Bach-Rezeption um die Jahrhundertwende. Reger und Busoni. In: Alexander Becker (Hrsg.): 6. Reger-Studien. Musikalische Moderne und Tradition. Karlsruhe 1998, S. 313–319. ISBN 3-7651-0335-7
  51. Karlheinz Essl: Gold.Berg.Werk
  52. Partitur bei IMSLP
  53. Englisch-japanische Website mit umfassender Diskografie
  54. Heinz Hermann Niemöller: Polonaise und Quodlibet, in: Musik-Konzepte 42, 1985, Seite 3
  55. E.T.A. Hoffmann: JohannesKreislers, des Kapellmeisters, musikalische Leiden (zeno.org)
  56. Andreas Traub, München 1983, S. 70
  57. Bund der Kriegsblinden Deutschlands/Filmstiftung Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): HörWelten. 50 Jahre Hörspielpreis der Kriegsblinden. (Memento des Originals vom 10. September 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2 Berlin 2001, S. 57 (PDF 558 KB)
  58. Liesbeth M. Voerknecht: Thomas Bernhard und die Musik. Der Untergeher. In Joachim Hoell, Kai Luehrs-Kaiser (Hrsg.): Thomas Bernhard: Traditionen und Trabanten. Berlin 1999, S. 195–199
  59. Anna Enquist in Kontrapunkt
  60. Leipziger Buchmesse, Veranstaltungen – Lesung mit Leon de Winter – Aufbau des Romans
  61. Bedeutung der Goldbergvariationen für Apana (Memento des Originals vom 25. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2

Weblinks

Commons: Goldberg-Variationen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Artist(s)

Veröffentlichungen von Glenn Gould die im OTRS erhältlich sind/waren:

Bach: The Goldberg Variations ¦ Bach: The Well-Tempered Clavier Books I & II

Glenn Gould auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Glenn Gould (o. J.)

Glenn Herbert Gould [gu:ld] (* 25. September 1932 in Toronto, Ontario, Kanada; † 4. Oktober 1982 ebenda) war ein kanadischer Pianist, Komponist, Organist und Musikautor. Er ist vor allem für seine Bach-Aufnahmen bekannt.

Leben

Glenn Gould und Alberto Guerrero, um 1945

Glenn Gould war ein Einzel- und Wunschkind seiner Eltern Russell Herbert („Bert“) Gold (1901–1996)[1] und Florence („Flora“) Emma Gold (1891–1975),[2] geborene Grieg. Der Familienname Gold wurde 1939 in Gould geändert.[3] Sein Vater war Amateur-Violinist und seine Mutter Pianistin und Organistin.[4] Florence Gould war entfernt mit dem Komponisten Edvard Grieg verwandt, der ein Cousin ihres Großvaters gewesen war.[5] Gould erlernte bereits ab seinem dritten Lebensjahr das Klavierspiel und Notenlesen von seiner Mutter, die wollte, dass ihr Kind ein Musiker würde, und Glenn sieben Jahre lang unterrichtete. Sie erwartete von ihm, dass er beim Spielen sang. Diese Gewohnheit konnte er später nur sehr schwer ablegen.

Ausbildung

Ab seinem zehnten Lebensjahr besuchte er das Royal Conservatory of Music in Toronto. Dort studierte er Klavier bei Alberto Guerrero, Orgel bei Frederick C. Silvester und Musiktheorie bei Leo Smith. Die Schüler von Guerrero erlernten eine besondere Technik des Klavierspielens. Bei dieser Anschlagstechnik geht es darum, die Fingerspitzen zu sensibilisieren, indem der spielende Finger mit einem Finger der anderen Hand heruntergedrückt und dann wieder losgelassen wird. Es soll dabei das Gefühl entstehen, dass die Tasten hochgezogen werden, wobei das Zurückfedern der Taste die zentrale Rolle spielt. Es geht also mehr ums Loslassen der Taste. Das macht auch Sinn, was die Tondauern der einzelnen Töne betrifft, was Goulds Spiel besonders auszeichnet. Bei dieser Art des Tappings korrespondiert der Finger der anderen Hand, wenn er nach oben gezogen wird, das Ensemble nach oben zieht, mit dem Aufgewicht der jeweiligen Taste. Außerdem saß Guerrero sehr tief am Klavier und nah an den Tasten, was Gould ebenfalls übernahm, daher nahm er als Erwachsener stets einen Klavierstuhl mit 33 cm Sitzhöhe bei seinen Auftritten mit.[5] Ein normaler Klavierstuhl ist 51 bis 60 cm hoch. Das Original des Stuhls steht in der Library of Toronto.

Konzertleben

Den internationalen Durchbruch schaffte er 1955 mit seinem USA-Debüt in New York. Am nächsten Tag lud ihn ein Produzent des Labels Columbia Records zu einer Schallplattenaufnahme in sein Studio ein. Es entstand die berühmte erste Studio-Aufnahme von Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen (ein bereits 1954 von der kanadischen Rundfunkgesellschaft CBC aufgenommener Live-Mitschnitt des Werks wurde erst Jahrzehnte später auf CD veröffentlicht). Gould blieb dem Label bis an sein Lebensende treu. Zwischen 1955 und 1964 konzertierte Gould ausgiebig in Nordamerika und Europa. 1957 trat er zwei Wochen lang in der Sowjetunion auf, wo ihn der Enthusiasmus seiner Zuhörer tief bewegte.[5][6]

Studioleben

Zunehmend wurde er jedoch des Konzertierens überdrüssig, da er den Auftritt eines einzelnen Künstlers vor einer großen Menge von Menschen für den Künstler als unwürdig und für die Musik als ungeeignet erachtete. So konzentrierte er sich ab 1964 ganz auf die elektronischen Medien und gab bis zu seinem Tod kein einziges öffentliches Konzert mehr. Es entstanden weiterhin zahlreiche Tonaufnahmen für CBS; für CBC produzierte er Ton- und Filmaufnahmen sowie drei Dokumentarhörspiele. Gould hatte großes Interesse am Aufnahmeprozess und besaß daher ein eigenes Tonstudio, in dem er die Auswirkungen des Zusammenschneidens einer Aufnahme aus zahlreichen Versionen („takes“) auf das musikalische Argument erforschte. Mit der Zeit wurde Gould immer kontrollsüchtiger, so dass selbst Zeitungs- und Fernsehinterviews von ihm selbst Wort für Wort verfasst wurden.[7] Goulds Arbeitsweise im Aufnahmestudio wurde 2017 in der von Robert Russ produzierten Edition Glenn Gould—The Goldberg Variations: The Complete Unreleased Recording Sessions June 1955 dokumentiert. Das Set enthält die kompletten Aufnahmesitzungen zu seinem Debüt-Album mit den Goldberg-Variationen inklusive Gespräche mit dem Produzenten Howard H. Scott.[8]

Privatleben

Von 1967 bis 1972 lebte er mit der kanadischen Malerin Cornelia Foss, der Ehefrau des von Gould verehrten Komponisten und Dirigenten Lukas Foss, und deren zwei Kindern in Toronto.[9] In den 1970er-Jahren hatte er mit der Sopranistin eine Arbeits- und Liebesbeziehung.[5]

1982, nur wenige Monate nach Erscheinen seiner zweiten Studioaufnahme der Goldberg-Variationen und neun Tage nach seinem 50. Geburtstag, starb Gould an den Folgen eines Schlaganfalls. Den Erfolg dieser zweiten Aufnahme konnte er nicht mehr miterleben. Gould ist gemeinsam mit seinen Eltern auf dem Mount Pleasant Cemetery seiner Heimatstadt Toronto beerdigt.[10]

Repertoire

Goulds Aufnahmen konzentrieren sich auf den Barock, die Klassik und die klassische Moderne. So befinden sich darunter nahezu das gesamte Klavierwerk von Johann Sebastian Bach, die meisten Beethoven- und alle Mozartsonaten, das gesamte Klavierwerk von Arnold Schönberg, Anton Webern und Alban Berg ebenso wie alle Sonaten für Klavier sowie für Bläser mit Klavierbegleitung von Paul Hindemith.

Goulds teils scharf artikuliertes Spiel ist umstritten. Während diese Art der Interpretation bei Barockmusik als Cembalo-Imitation sehr erfolgreich war, wurden seine röntgenartig zergliederten Mozart-Sonaten von den Kritikern mehrheitlich abgelehnt. Zu den Komponisten der Romantik und ihren Werken hatte Gould, der sich halb im Scherz einst als „der letzte Puritaner“ bezeichnete, ohnehin ein schwieriges Verhältnis, weil er in den Werken dieser musikalischen Epoche das strukturelle Element der Musik zu sehr vernachlässigt sah. Allerdings existieren einige Aufnahmen romantischer Musik, wie z. B. zehn Intermezzi, vier Balladen und zwei Rhapsodien von Johannes Brahms, fünf Lieder ohne Worte von Felix Mendelssohn Bartholdy, die Klaviersonate Nr. 3 h-Moll von Frédéric Chopin (dessen Musik er genau wie die Robert Schumanns eigentlich ablehnte), Klaviersonaten von Alexander Skrjabin sowie Klaviermusik, Lieder und das Melodram Enoch Arden von Richard Strauss und nicht zuletzt der Mitschnitt der legendären Aufführung des 1. Klavierkonzertes von Johannes Brahms mit Leonard Bernstein am Dirigentenpult. Von Georges Bizet nahm Gould die wenig bekannten Variations Chromatiques op. 3 auf, zusammen mit der Klaviersonate in e-Moll op. 7 von Edvard Grieg. Außerdem spielte Gould mit einem Orchester Wagners Siegfried-Idyll ein, das er auch zusammen mit einigen anderen eigenen Transkriptionen Wagnerscher Werke für den Konzertflügel aufnahm. Zu dieser Art von Aufnahmen zählen auch die Transkriptionen von Beethovens 5. und 6. Symphonie durch Franz Liszt (gegenüber dessen eigenen Werken er ebenfalls eine starke Abneigung hegte), die er 1968 für Columbia Records (5. Symphonie) bzw. das kanadische Radio (6. Symphonie) auf Tonträgern festhielt.

Goulds Interpretationen

Gould wollte in seinen Interpretationen keine romantischen Effekte erzielen. Beispielsweise spielte er Barockmusik streng rhythmisch, was ihm von Seiten der Kritik oftmals vorgeworfen wurde. Der Musikkritiker der Financial Times, Dominic Gill, schrieb 1970 in seiner Würdigung der Neuauflage von Goulds Goldberg-Einspielung des Jahres 1955:

Ein [Kritiker] ging so weit, Gould mit dem elektronischen Moog Synthesizer zu vergleichen, während andere nach Ausdrücken wie „klinisch“ oder „eisig“ suchten. Wenn man sich die Einspielung heute anhört, scheint keiner dieser Vergleiche oder Adjektive zuzutreffen und der Sache gerecht zu werden. Von exzentrisch kann nur insofern die Rede sein, als dass schnelle Tempi manchmal sehr sehr schnell und langsame sehr langsam gesetzt werden; aber die Texturen sind immer dermaßen kristallklar, dass sie einen die meisten gefährlichen Geschwindigkeiten vergessen lassen. Das ist auch ein Beleg für bemerkenswerte Einsicht und Poesie von einer kühlen, brillianten Einfachheit, die keineswegs Sanftheit ausschließt.[11]

Die Aufnahmen der Werke Johann Sebastian Bachs waren es auch, die hauptsächlich seine bis heute anhaltende Geltung begründeten. Er tat sich aber ebenso als Interpret der Werke Ludwig van Beethovens hervor, die in seinen Einspielungen teils jugendlich-ungestüm, teils nachdenklich-stimmungsvoll erklingen. Bekannt wurde er auch als Schönberg-Interpret.

Sein respektloses Verhältnis gegenüber einigen Komponisten wie Beethoven und insbesondere Mozart ist bekannt. So legte Gould eine umstrittene Gesamtaufnahme der Klaviersonaten Mozarts vor. Er bezeichnete Mozart als einen mittelmäßig begabten Komponisten, der eher zu spät als zu früh gestorben sei. Diese provozierende Äußerung bestätigte Glenn Gould später in einem Interview im Jahre 1976 gegenüber Bruno Monsaingeon, betonte dabei jedoch die Qualität des Frühwerks und bezeichnete KV 284 als seine Lieblingssonate.[12] Joachim Kaiser hielt diese Aussage im Hinblick auf Mozarts bedeutende Spätwerke wie die Zauberflöte für frivol, erklärte sie aber damit, dass der junge Mozart als Form-Erneuerer deutlich mutiger gewesen sei als später.[13]

Gould verstand sich nicht als rein wiedergebender Interpret, sondern vielmehr als nachschöpfender, musizierender Komponist. Dies ist letztlich auch der Grund seiner Bemühungen, vertraute Musik in oftmals ungewohnter Weise aufzuführen. Es ging ihm darum, Facetten der Musik aufzudecken, die von der Tradition vernachlässigt wurden. So erklärt sich auch seine Vorliebe für weniger populäre Musik wie etwa die von Bach, die wegen ihrer Komplexität erst spät bei breiten Hörerschichten beliebt wurde. Gould versuchte diese Musik nicht wie üblich durch interpretatorische Annäherungen an das populäre romantische Repertoire dem Publikum näher zu bringen, sondern wagte es, Barockmusik in all ihren Eigenheiten lebendig und ohne akademische Strenge, dabei stets exakt und kontrolliert, zu spielen.

Das leise, aber hörbare Mitsummen ist ein typisches Element von Goulds Klaviereinspielungen. Bei vielen seiner Aufnahmen ist es vernehmbar, vor allem bei seiner zweiten Einspielung der Goldberg-Variationen. Gould sagte dazu in einem Interview, er betrachte das Mitsummen eher als lästige Angewohnheit. Dennoch fürchtete er, beim Ablegen seiner Marotte könnte sein Klavierspiel darunter leiden. Umstritten war oft seine Wahl extrem schneller (und bisweilen auch ungewöhnlich langsamer) Tempi. Seine Spieltechnik ermöglichte ihm eine Transparenz, welche die polyphonen Zusammenhänge der Musik hervorhob. Allerdings zeigte Gould in seinen Brahms-Aufnahmen (Intermezzi, Vier Balladen) auch eine romantische Seite.

Radio-Dokumentationen und Schriften

Weniger bekannt als seine Musikaufnahmen sind Goulds Radio-Dokumentationen für die CBC, die von vielen Kritikern gelobt wurden. Hervorzuheben ist unter ihnen die Solitude Trilogy, eine Serie von drei Hörspielen über das Leben nördlich des Polarkreises. Sie besteht aus dem ersten Teil The Idea of North, der vom Norden und seinen Bewohnern handelt, The Latecomers, einer Sendung über Neufundland, und The Quiet in the Land, einem Hörspiel über die Mennoniten in Manitoba. Alle Teile der Solitude Trilogy benutzen eine Technik, die Gould selbst „kontrapunktisches Radio“ nannte. Hierbei sprechen mehrere Personen gleichzeitig, aber nicht willkürlich aneinander vorbei. Der Sinngehalt des Gesagten der einzelnen Personen ergänzt sich gegenseitig – ähnlich wie die Stimmen einer Fuge. Goulds Co-Produzent bei diesen Dokumentationen, Lorne Tulk, erzählte einst, dass Gould diese Technik bei The Idea of North aus einer gewissen Notlage heraus entwickelt hatte. Die Sendung durfte nur 60 Minuten dauern, aber Gould besaß Material für weitere 14 Minuten, das er unbedingt verwenden wollte. Auf diese Weise kam ihm, der die Kompositionstechniken des Barock sehr schätzte, die Idee, Gesprochenes wie kontrapunktische Musik zu behandeln.

Goulds Schriften sind gesammelt in zwei Bänden auch auf Deutsch erschienen. Solitude Trilogy wurde in die Wireliste The Wire’s "100 Records That Set The World On Fire (While No One Was Listening)" aufgenommen.

Kompositionen

  • Streichquartett op. 1
  • So You Want to Write a Fugue? für vier Stimmen und Streichquartett
  • Klaviersonate (unvollendet)
  • Sonate für Fagott und Klavier
  • Zwei Stücke für Klavier (1951/52)
  • Fünf kurze Stücke für Klavier (1951)
  • Lieberson Madrigal
  • Kadenzen für Beethovens Erstes Klavierkonzert

Auszeichnungen und Ehrungen

  • 1969: Molson Prize
  • 1983: Postume Aufnahme in die Canadian Music Hall of Fame[14]
  • 1990: Goldene Schallplatte für das Album Goldberg Variations in der Schweiz[15]
  • 1997: The Glenn Gould School – Umbenennung der 1987 gegründeten Royal Conservatory of Music Professional School, einer Abteilung des Royal Conservatory of Music in Toronto für fortgeschrittene Studenten und Berufsmusiker, zu Ehren von Glenn Gould, der einst selbst am Konservatorium in Toronto studiert hatte[16]

Schriften

  • John P. L. Roberts (Hrsg.): Briefe. Piper, München 1999, ISBN 3-492-22939-5.
  • Hans-Joachim Metzger (Übersetzer): Von Bach bis Boulez. In: Tim Page (Hrsg.): Schriften zur Musik. Band 1. Piper, München 1986, ISBN 3-492-23614-6.
  • Vom Konzertsaal zum Tonstudio. In: Tim Page (Hrsg.): Schriften zur Musik. Band 2. Piper, München 2002, ISBN 3-492-23615-4.

Biografien und Verwandtes

  • Kevin Bazzana: Wondrous strange: the life and art of Glenn Gould. Oxford University Press, New York 2004, ISBN 0-19-517440-2.
  • Kevin Bazzana: Glenn Gould: Die Biografie. Ausgabe mit CD. Schott, Mainz 2006, ISBN 978-3-7957-0570-1.
  • Kevin Bazzana: Glenn Gould oder die Kunst der Interpretation. Bärenreiter Metzler, Kassel 2001, ISBN 978-3-7618-1492-5.
  • Jonathan Cott, Glenn Gould: Telefongespräche mit Glenn Gould. Alexander-Verl, Berlin 2012, ISBN 978-3-89581-296-5.
  • Otto Friedrich: Glenn Gould: eine Biographie. 1. Auflage. Wunderlich, Reinbek 1991, ISBN 3-8052-0513-9.
  • Glenn Gould: ein Leben in Bildern. Nicolai, Berlin 2002, ISBN 3-87584-475-0.
  • Katie Hafner: Romanze mit einem Dreibeiner: Glenn Goulds obsessive Suche nach dem perfekten Klavier. 1. Auflage. Schott, Mainz 2009, ISBN 978-3-7957-0657-9.
  • Andrew Kazdin: Glenn Gould: ein Porträt. Schweizer Verlagshaus, Zürich 1990, ISBN 3-7263-6631-8.
  • Malcolm Lester: Glenn Gould: a life in pictures. Doubleday, Toronto 2002, ISBN 0-385-65903-2.
  • Glenn Gould, John McGreevy (Hrsg.): Glenn Gould Variations, By Himself and his Friends. 1. Auflage. Doubleday, Toronto 1983, ISBN 0-385-18995-8 (zweites über Gould erschienenes Buch; enthält Schriften von Gould selbst, damals noch nicht in Buchform erhältlich, und von Weggefährten).
  • Geoffrey Payzant: Glenn Gould: Music and Mind. 6. Auflage. Key Porter, Toronto 1997, ISBN 978-1-55013-858-0 (die erste Biografie; noch zu Goulds Lebzeiten erschienen).
  • Michael Stegemann: Glenn Gould: Leben und Werk. Piper, München 2007, ISBN 978-3-492-25056-6.
  • Michael Stegemann: The Glenn Gould Trilogy – Ein Leben. (Hörspiel, Biografie, Hörbuch, Musik und O-Töne), 3 CDs, 230 Minuten, Sony Classical, in Deutsch und Englisch.
  • Sandrine Revel: Glenn Gould – Leben off-beat. Hrsg.: Anja Kootz. Deutsche Erstausgabe Auflage. Knesebeck, München 2016, ISBN 978-3-86873-750-9.

Literarische Darstellungen

  • Thomas Bernhard: Der Untergeher. Suhrkamp, Frankfurt 1983, ISBN 978-3-518-37997-4.
  • James Strecker: Variations on Genius (ein Gedichtzyklus über Glenn Gould, zu lesen im Glenn Gould Archive, siehe Weblinks).
  • Attila Csampai (Hrsg.): Glenn Gould: photographische Suiten. Schirmer/Mosel, München 1995, ISBN 3-88814-736-0.
  • Jean-Yves Clément: Glenn Gould oder das innere Klavier. Übers.: Maja Ueberle-Pfaff.[17] Fotos Don Hunstein. Freies Geistesleben, Stuttgart 2017

Filme

  • Glenn Gould – The Alchemist. Fernsehporträt, Kanada, 1974/2002, Interview: Bruno Monsaingeon, Regie: François-Louis Ribadeau, 17 Video-Ausschnitte
  • Cities – Glenn Gould’s Toronto. Stadtportrait, Kanada, 1979, Regie: John McGreevy, Buch: Glenn Gould, 49 Minuten
  • Thirty Two Short Films About Glenn Gould. Spielfilm, Kanada, 1993, 98 Min., Buch und Regie: François Girard, (Thirty Two Short Films About Glenn Gould in der Internet Movie Database (englisch))
  • Glenn Gould: Jenseits der Zeit. (Originaltitel: Au delà du temps.) Dokumentarfilm, Frankreich, Kanada 2005, 106 Min., Buch und Regie: Bruno Monsaingeon
  • Glenn Gould. Genie und Leidenschaft. (OT: Genius Within: The Inner Life of Glenn Gould.) Dokumentar-Film, Kanada, Deutschland, 2009, 84 Min., Buch und Regie: Michèle Hozer, Peter Raymont, Produktion: White Pine Pictures, ZDF, Inhaltsangabe Toronto International Film Festival

Chronologische Liste der Aufnahmen von Glenn Gould

Die Studio-Aufnahmen aus dem Zeitraum 1956–1982.

JahrTitelAufgenommenLabel, Seriennummer
1956Bach: The Goldberg Variations10.–16. Juni 1955 im CBS 30th Street StudioColumbia Masterworks, ML 5060
1956Beethoven: Klaviersonaten Nr. 30-3220.–29. Juni 1956 im CBS 30th Street StudioColumbia Masterworks, ML 5130
1957Bach: Concerto No. 1 in D Minor, BWV 1052 & Beethoven: Concerto No. 2 in B-flat major, Op. 199.–11. April und 30. April 1957 im CBS 30th Street StudioColumbia Masterworks, ML 5211
1957Bach: Partitas Nos. 5 & 6; Fugues in F-sharp minor and E major
  • Partita Nr. 5 G-Dur, BWV 829
  • Partita Nr. 6 e-Moll, BWV 830
  • Fuge Nr. 9 E-Dur, BWV 878
  • Fuge Nr. 14 fis-Moll, BWV 883
Columbia Masterworks, ML 5186
1958Haydn: Sonata No. 3 in E-flat major; Mozart: Sonata No. 10 in C major, K.330; Fantasia and Fugue in C major, K.394Columbia Masterworks, ML 5274
1958Beethoven: Concerto No. 1 in C major; Bach: Concerto No. 5 in F minor

(mit Vladimir Golschmann / Columbia Symphony Orchestra)

Columbia Masterworks, ML 5298
1959Berg: Sonata for Piano, Op. 1; Schoenberg: Three Piano Pieces, Op. 11; Krenek: Sonata No. 3 for Piano, Op. 92, No. 4
  • Berg: Klaviersonate, Op. 1
  • Schoenberg: Drei Klavierstücke, op. 11
  • Krenek: Klaviersonate Nr. 3, op. 92, Nr. 4
Columbia Masterworks, ML 5336
1960Gould: String Quartet No. 1
  • Streichquartett f-Moll, op. 1

(ausgeführt durch The Symphonia Quartet)

Columbia Masterworks, ML 5578, MS 6178
1960Beethoven: Piano Concerto No. 3 in C minor, Op. 37

(mit Leonard Bernstein / Columbia Symphony Orchestra)

Columbia Masterworks, ML 5418
1960Bach: Italian Concerto in F major & Partita Nos. 1 & 2Columbia Masterworks, ML 5472
1961Brahms: 10 Intermezzi
  • Intermezzo A-Dur, op. 76, Nr. 6
  • Intermezzo a-Moll, pp. 76, Nr. 7
  • Intermezzo E-Dur, op. 116, Nr. 4
  • Intermezzo Es-Dur, op. 117, Nr. 1
  • Intermezzo b-Moll, op. 117, Nr. 2
  • Intermezzo cis-Moll, op. 117, Nr. 3
  • Intermezzo a-Moll, op. 118, Nr. 1
  • Intermezzo A-Dur, op. 118, Nr. 2
  • Intermezzo es-Moll, op. 118, Nr. 6
  • Intermezzo h-Moll, op. 119, Nr. 1
Columbia Masterworks, ML 5637
1961Beethoven: Piano Concerto No. 4 in G major, Op. 58

(mit Leonard Bernstein / New Yorker Philharmoniker)

Columbia Masterworks, ML 6262
1962Mozart: Piano Concerto No. 24 in C minor, K. 491 & Schoenberg: Piano Concerto, Op. 42Columbia Masterworks, ML 5739
1962Bach: The Art of the Fugue, Volume I

(auf der Orgel)

Columbia Masterworks, ML 5738
1962Strauss: Enoch Arden (Tennyson), Op. 38
  • Enoch Arden

(mit Claude Rains, speaker)

Columbia Masterworks, MS 6341
1963Bach: The Well-Tempered Clavier, Book I Volume I, BWV 846–853Columbia Masterworks, MS 6408
1963Bach: Partitas 3 & 4, Toccata 7
  • Partita Nr. 3 a-Moll, BWV 827
  • Partita Nr. 4 D-Dur, BWV 828
  • Toccata Nr. 7 e-Moll
Columbia Masterworks, MS 6498
1963Bach: The Well-Tempered Clavier, Book I Volume 2, BWV 854–861
  • Das Wohltemperierte Klavier, Teil 1, Präludien und Fugen Nr. 9–16
Columbia Masterworks, MS 6538
1964Bach: Two and Three Part Inventions, BWV 772–801 (Inventions & Sinfonias)18. und 19. März 1964 im CBS 30th Street StudioColumbia Masterworks, MS 6622
1965Beethoven: Sonatas No. 5-7, Op. 10, No. 1–3Columbia Masterworks, ML 6086, MS 6686
1965Bach: The Well-Tempered Clavier, Book I Volume 3, BWV 862–869
  • Das Wohltemperierte Klavier, Teil 1, Präludien und Fugen Nr. 17 – 24
Columbia Masterworks, MS 6776
1966The Music of Arnold Schoenberg
  • 2 Gesänge for baritone, op. 1 (mit Donald Gramm, Bariton)
  • Vier Lieder, op. 2 (mit Ellen Faull, Sopran)
  • Drei Klavierstücke, op. 11
  • Das Buch der hängenden Gärten, op. 15 (mit Helen Vanni, Mezzosopran)
  • Sechs kleine Klavierstücke, op. 19
  • 5 Stücke für Klavier, op. 23
  • Suite für Klavier, op. 25
  • Zwei Klavierstücke, op. 33
zwischen 11. Juni 1964 und 18. November 1965Columbia Masterworks, M2S 736
1966Beethoven: Piano Concerto No. 5 in E-flat major, op. 73, „Emperor“

(mit Leopold Stokowski / American Symphony Orchestra)

Columbia Masterworks, ML 6288, MS 6888
1967Beethoven: Sonatas for Piano No. 8-10, Op. 13 "Pathétique", Op. 14, No. 1 & 2Columbia Masterworks, ML 6345
1967Bach: Three Keyboard Concertos, BWV 1054, 1056 & 1058
  • Konzert für Cembalo und Streicher D-Dur, BWV 1054
  • Konzert für Cembalo und Streicher f-Moll, BWV 1056
  • Konzert für Cembalo und Streicher g-Moll, BWV 1058

(mit Vladimir Golschmann / The Columbia Symphony Orchestra)

Columbia Masterworks, ML 6401
1967Canadian Music in the XXth Century, 32 11 0045
1968Beethoven: Symphony No. 5 in C minor, op. 67 (Transcribed for Piano by Franz Liszt)Columbia Masterworks, MS 7095
1968Bach: The Goldberg Variations10.–16. Juni 1955 in CBS 30th Street Studio, Stereo-Bearbeitung 1968Columbia Masterworks, MS 7096
1968The Mozart Piano Sonatas, Vol. 1Columbia, MS 7097
1968Bach: The Well-Tempered Clavier, Book II Volume I, BWV 870–877
  • Das Wohltemperierte Klavier, Teil 2, Präludien und Fugen Nr. 1–8
8. August 1966, 24. Januar 1967, 20. Februar 1967 im CBS 30th Street StudioColumbia Masterworks, MS 7099
1968Glenn Gould: Concert Dropouts – In Conversation with John McClure
  • The Concert Is Dead
  • The Only Excuse For Recording Is To Do It Differently
  • The Great Get-Sibelius Plot Exposed
  • A Live Audience Is A Great Liability
  • Petula Clark’s Songs Are In The Post-Mendelssohn Tradition
  • Why I Sing Along
  • Electronic Music Is The Future

(John McClure, Interviewer)

Columbia Masterworks, BS 15
1969Scriabin: Sonata No. 3 in F-sharp minor, op. 23 & Prokofiev: Sonata No. 7 in B-flat major, op. 83Columbia Masterworks, MS 7173
1969The Mozart Piano Sonatas, Vol. 2Columbia Masterworks, MS 7274
1969Bach: Keyboard Concertos, Vol. II
  • Konzert für Cembalo und Streicher E-Dur, BWV 1053
  • Konzert für Cembalo und Streicher A-Dur, BWV 1055
  • Italienisches Konzert (ohne Orchester)

(mit Vladimir Golschmann / The Columbia Symphony Orchestra)

CBS, S 72840
1970Bach: The Well-Tempered Clavier, Book II Volume II, BWV 878–885
  • Das Wohltemperierte Klavier, Teil 2, Präludien und Fugen Nr. 9–16
Columbia Masterworks, MS 7409
1970Glenn Gould Plays Beethoven Sonatas Nos. 8, 14 & 23Columbia Masterworks, MS 7413
1970Beethoven: Variations for PianoColumbia Masterworks, M 30080
1971Bach: The Well-Tempered Clavier, Book II Volume III, BWV 886-893Columbia Masterworks, MS 30537
1971A Consort of Musicke Bye William Byrde and Orlando Gibbons
  • Byrd: The Firste Pavian; The Galliarde to the Firste Pavian; Pavana the Sixte Kinbrugh Goodd; The Galliarde to the Sixte Pavian; Hughe Ashtons Grownde: A Voluntarie; Sellingers Rownde
  • Gibbons: „Lord Of Salisbury“ Pavan And Galliard; Allemande (Italian Ground); Fantasy C-Dur
Columbia Masterworks, M 30825
1972The Mozart Piano Sonatas, Vol. 3Columbia Masterworks, M 31073
1972Schoenberg: Complete Songs for Voice and Piano, Vol. 1
  • Zwei Gesänge für Bariton, op. 1 (mit Donald Gramm, Bariton)
  • Vier Lieder, op. 2 (mit Ellen Faull, Sopran)
  • Das Buch der hängenden Gärten, op. 15 (mit Helen Vanni, Mezzosopran)

(alle Titel erschienen zuvor auf M2S 736, 1966)

Columbia Masterworks, M 31311
1972Schoenberg: Complete Songs for Voice and Piano, Vol. 2
  • Sechs Lieder, op. 3
  • Acht Lieder, op. 6
  • Zwei Balladen, op. 12
  • Zwei Lieder, op. 14
  • Drei Lieder, op. 48
  • Zwei Lieder, op. posth.

(mit Donald Gramm, Bariton; Cornelius Opthof, Bariton, und Helen Vanni, Mezzosopran)

Columbia Masterworks, M 31312
1972Music from Kurt Vonnegut’s Slaughterhouse-Five
  • Johann Sebastian Bach: Klavierkonzert Nr. 5 f-Moll, BWV 1056
  • Variationen 18 & 25 aus den Goldberg-Variationen
  • Brandenburgisches Konzert Nr. 4 G-Dur, BWV 1049 (Pau Casals / Marlboro Festival Orchestra)
  • Konzert für Cembalo und Streicher d-Moll, BWV 1054
  • Fantasia super: Komm, Heiliger Geist, Herre Gott, BWV 651

(OST Slaughterhouse-Five, alle Titel bereits erschienen)

Columbia Masterworks, S 31333
1972Händel: Suites for the Harpsichord
  • Suite Nr. 1 A-Dur, HWV 426
  • Suite Nr. 2 F-Dur, HWV 427
  • Suite Nr. 3 d-Moll, HWV 428
  • Suite Nr. 4 e-Moll, HWV 429
Columbia Masterworks, M 31512
1973Glenn Gould’s First Recording of Grieg and Bizet
  • Grieg: Klaviersonate
  • Bizet: Premier Nocturne; Variation chromatiques de concert
Columbia Masterworks, M 32040
1973Bach: The French Suites, Vol. 1
  • Französische Suite Nr. 1 d-Moll, BWV 812
  • Französische Suite Nr. 2 c-Moll, BWV 813
  • Französische Suite Nr. 3 h-Moll, BWV 814
  • Französische Suite Nr. 4 Es-Dur, BWV 815
Columbia Masterworks, M 32347
1973The Mozart Piano Sonatas, Vol. 4Columbia Masterworks, M 32348
1973Beethoven: Piano Sonatas, Op. 31 CompleteColumbia Masterworks, M 32349
1973Glenn Gould Plays Hindemith’s Piano Sonatas 1-3
  • Klaviersonate Nr. 1
  • Klaviersonate Nr. 2
  • Klaviersonate Nr. 3
Columbia Masterworks, M 32350
1973Glenn Gould Plays His Own Transcriptions of Wagner Orchestral ShowpiecesColumbia Masterworks, M 32351
1974Bach: The French Suites, Vol. 2 & Overture in the French Style
  • Französische Suite Nr. 5 G-Dur, BWV 816
  • Französische Suite Nr. 6 E-Dur, BWV 817
  • Ouvertüre h-Moll im französischen Stil, BWV 831
Columbia Masterworks, M 32853
1974Bach: The Three Sonatas for Viola da Gamba & Harpsichord
  • Sonate Nr. 1 G-Dur, BWV 1027
  • Sonate Nr. 2 D-Dur, BWV 1028
  • Sonate Nr. 3 g-Moll, BWV 1029

(mitLeonard Rose, Viola da gamba)

Columbia Masterworks, M 32934
1975Beethoven: Bagatelles, Op. 33 & Op. 126
  • Bagatellen, op. 33
  • Bagatellen, op. 126
Columbia Masterworks, M 33265
1976Hindemith: The Complete Sonatas For Brass & Piano
  • Sonate in F für Horn und Klavier
  • Sonate für Basstuba und Klavier
  • Sonate für Trompete und Klavier
  • Sonate in Es für Althorn und Klavier
  • Sonate für Posaune und Klavier

(mit Mitgliedern des Philadelphia Brass Ensemble)

Columbia Masterworks, M2 33971
1976Bach: The Six Sonatas for Violin and Harpsichord
  • Sonate h-Moll für Violine und Cembalo, BWV 1014
  • Sonate A-Dur für Violine und Cembalo, BWV 1015
  • Sonate E-Dur für Violine und Cembalo, BWV 1016
  • Sonate c-Moll für Violine und Cembalo, BWV 1017
  • Sonate f-Moll für Violine und Cembalo, BWV 1018
  • Sonate G-Dur für Violine und Cembalo, BWV 1019

(mit Jaime Laredo)

Columbia Masterworks, M2 34226
1977Glenn Gould Plays Sibelius
  • Sonatine Nr. 1 für Klavier E-Dur, op. 67
  • Sonatine Nr. 2 für Klavier E-Dur, op. 67
  • Sonatine Nr. 3 für Klavier h-Moll, op. 67
  • Kyllikki, op. 41
Columbia Masterworks, M 34555
1978Hindemith: Das Marienleben for Soprano & Piano
  • Das Marienleben

(mit Roxolana Roslak)

Columbia Masterworks, M2 34597
1979Bach: The Toccatas, Vol. 1
  • Toccata fis-Moll, BWV 910
  • Toccata D-Dur, BWV 912
  • Toccata d-Moll, BWV 913
Columbia Masterworks, M 35144
1980Bach: The Toccatas, Vol. 2
  • Toccata c-Moll, BWV 911
  • Toccata e-Moll, BWV 914
  • Toccata g-Moll, BWV 915
  • Toccata G-Dur, BWV 916
Columbia Masterworks, M 35831
1980Bach: Prelude, Fughettas & Fugues
  • Präludium und Fuge a-Moll, BWV 895
  • Präludium und Fughetta d-Moll, BWV 899
  • Präludium und Fuge e-Moll, BWV 900
  • Präludien, BWV 902 & 902A
  • Fughetta G-Dur, BWV 902
  • Präludium C-Dur, BWV 924
  • Präludium D-Dur, BWV 925
  • Präludium d-Moll, BWV 926
  • Präludium F-Dur, BWV 927
  • Präludium F-Dur, BWV 928
  • Präludium g-Moll, BWV 930
  • Präludium C-Dur, BWV 933
  • Präludium c-Moll, BWV 934
  • Präludium d-Moll, BWV 935
  • Präludium D-Dur, BWV 936
  • Präludium E-Dur, BWV 937
  • Präludium e-moll, BWV 938
  • Fuge C-Dur, BWV 952
  • Fuge C-Dur, BWV 953
  • Fughetta C minor, BWV 961
CBS Masterworks, M 35891
1982Haydn: The Six Last Sonatas
  • Klaviersonate Nr. 56, Hob. XVI/No. 42
  • Klaviersonate Nr. 58, Hob. XVI/No. 48
  • Klaviersonate Nr. 59, Hob. XVI/No. 49
  • Klaviersonate Nr. 60, Hob. XVI/No. 50
  • Klaviersonate Nr. 61, Hob. XVI/No. 51
  • Klaviersonate Nr. 62, Hob. XVI/No. 52
CBS Masterworks, I2M 36947
1982Bach: The Goldberg Variations (1981 Digital Recording)CBS Masterworks, M 37779
1983Brahms: Ballades, Op. 10 & Rhapsodies, Op. 79
  • Balladen, op. 10
  • Rhapsodien, op. 79
CBS Masterworks, IM 37800
1983Beethoven: Sonatas No. 12, Op. 26 & No. 13, Op. 27, No. 1CBS Masterworks, M 37831
1984Richard Strauss: Sonata, Op. 5; 5 Piano Pieces, Op. 3
  • Fünf Klavierstücke, op. 3
  • Klaviersonate h-Moll, op. 5
3. September 1982 im RCA-Studio A in New YorkCBS Masterworks, IM 38659
  1. Schoenberg: Ode to Napoleon, mit John Horton (Erzähler) und dem Juilliard String Quartet; Fantasie für Violine und Klavier, mit (1964–1965/1967)
  2. Schumann: Klavierquartett es-Moll; Juilliard Quartett (1968/1969)
  3. Mozart: Klaviersonaten, Vol. 5: Nr. 14, 16 und 17, KV 457, 570 und 576; Fantasia c-Moll, KV 475 (1966, 1970, 1973–1974/1975)
  4. J. S. Bach: Sechs Englische Suiten (1971, 1973–1976/1977)
  5. Beethoven: Klaviersonaten, op. 2/Nr. 1–3 and 28 („Pastorale“) (1974, 1976, 1979/1980)
  6. The Glenn Gould Silver Jubilee Album: Scarlatti: Sonaten, L 463, 413, und 486 (aufgenommen 1968); C.P.E. Bach / Württembergische Sonate Nr. 1 (aufgenommen 1968); Gould: So You Want to Write A Fugue? (aufgenommen 1963); Scriabin: Zwei Stücke, op. 57 (aufgenommen 1972); Strauss / Ophelia-Lieder, mit Elisabeth Schwarzkopf, Sopran (aufgenommen 1966); # Beethoven/Liszt: 6. Sinfonie, 1. Satz (aufgenommen 1968); A Glenn Gould Fantasy

Sonstiges

Die internationale Gesellschaft Glenn Gould Society wurde 1982 von Cornelis Hofmann in Groningen gegründet, sie veröffentlichte bis zu ihrer Schließung im Jahre 1992 eine Zeitschrift mit dem Namen BGGS (Bulletin of the Glenn Gould Society) im halbjährlichen Rhythmus.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Glenn Gould – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Medien

Einzelnachweise

  1. Russell Herbert „Bert“ Gould (1901–1996) in der Datenbank von Find a Grave. Abgerufen am 18. September 2017 (englisch).
  2. Mrs Florence Emma „Flora“ Greig Gould (1891–1975) in der Datenbank von Find a Grave. Abgerufen am 18. September 2017 (englisch).
  3. Kevin Bazzana: Wondrous Strange: The Life and Art of Glenn Gould. 1. Auflage. Oxford University Press, New York 2005, ISBN 978-0-19-518246-0, S. 24–26.
  4. Answers. In: answers.com. Answers.com, abgerufen am 11. Oktober 2016.
  5. a b c d Glenn Gould. (Nicht mehr online verfügbar.) In: arte.tv. ARTE Programm, archiviert vom Original am 20. Mai 2010; abgerufen am 11. Oktober 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2
  6. codonauta: Glenn Gould: The Russian Journey. In: youtube.com. 17. August 2011, abgerufen am 11. Oktober 2016.
  7. Michael Fitzgerald: The Genesis of Artistic Creativity: Asperger’s Syndrome And The Arts. Jessica Kingsley Publishers, London 2005, ISBN 978-1-84985-668-3, S. 202 (Der irische Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie Michael Fitzgerald ging in seiner 2005 erschienenen Veröffentlichung The Genesis of Artistic Creativity unter anderem der Frage nach, ob Gould das Aspergersyndrom gehabt hätte. Anhand des biographischen Materials kommt er zu dem Schluss, dass die Diagnosekriterien auf ihn zuträfen.).
  8. Anthony Tommasini: 5 Hours of Glenn Gould Outtakes. Why? Listen and Find Out. (englischsprachig). The New York Times, 12. Februar 2018, abgerufen am 1. Juni 2018.
  9. Michael Clarkson: News. In: thestar.com. 25. August 2007, abgerufen am 11. Oktober 2016.
  10. Glenn Gould in der Datenbank von Find a Grave. Abgerufen am 8. September 2017 (englisch).
  11. Dominic Gill: Concertos and Pianists. Financial Times, London 12. Februar 1970, S. 3
  12. Glenn Gould, Schriften zur Musik 1, von Bach bis Boulez, Von Mozart und verwandten Dingen, Glenn Gould im Gespräch mit Bruno Monsaingeon
  13. Viel mehr als „wunderbar“, stern, 5. Februar 2006, Interview mit Joachim Kaiser
  14. Canadian Music Hall of Fame – Inductees. Canadian Music Hall of Fame, abgerufen am 6. August 2017 (englisch).
  15. Auszeichnungen für Musikverkäufe: CH
  16. Homepage der Glenn Gould School
  17. Ueberle-Pfaff in der Übersetzer-Datenbank des VdÜ, 2019

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