Jethro Tull ¦ The Broadsword And The Beast

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LP (Album)

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GTIN: 5054197534270 Artist: Genres & Stile: , ,

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Veröffentlichung The Broadsword And The Beast:

1982

Hörbeispiel(e) The Broadsword And The Beast:

The Broadsword And The Beast auf Wikipedia (oder andere Quellen):

The Broadsword and the Beast ist das vierzehnte Studioalbum der Progressive-Rock-Band Jethro Tull.

Besetzung

Jethro Tull spielte das Album mit Ian Anderson, Martin Barre, Peter-John Vettese, Dave Pegg und Gerry Conway ein. Für Vettese, der während der Aufnahmen zur Band kam, und Conway waren es die ersten Alben mit Jethro Tull. Conway war zuvor Mitglied der Folk-Rock-Band Fotheringay und Schlagzeuger der Begleitband von Cat Stevens gewesen. Die Texte und Kompositionen stammen, wie bei Jethro Tull üblich, von Ian Anderson, jedoch wirkte auch Vettese als Komponist mit.

Geschichte

Die Band nahm das Album im Winter 1981 auf. Es sollte ursprünglich nach dem ersten Song Beastie heißen, die Band entschied sich aber, auch das erste Stück der B-Seite, Broadsword, in den Titel aufzunehmen. Die beiden LP-Seiten trugen mit Beastie und Broadsword getrennte Titel. Erstmals in der Bandgeschichte wurde mit Paul Samwell-Smith ein externer Produzent hinzugezogen.

Die anschließende Tournee war die letzte Jethro-Tull-Tournee, die auf einer theaterartigen Bühne gespielt wurde. Die Bühne war als Piratenschiff gestaltet.

Als Singles erschienen 1982 Fallen On Hard Times/Broadsword, Falling On Hard Times/Pussy Willow, Pussy Willow/Beastie sowie Broadsword/Watching Me Watching You.[1] 2005 erschien das Album erstmals als erweiterte, remastered CD mit acht Bonustiteln, die wie die anderen Stücke des Albums aus den Broadsword Sessions stammten und erstmals 1988 auf dem 5-LP-Set 20 Years of Jethro Tull veröffentlicht worden waren.

Vettese nahm 1983 mit Anderson dessen erstes Soloalbum Walk Into the Light auf. Cheerio bildete in den nächsten 15 Jahren den Abschluss aller Jethro-Tull-Konzerte.[2]

Album

The Broadsword and the Beast steht stilistisch – ähnlich wie das Vorgängeralbum A, zwischen den Folk-Rock-orientierten Jethro-Tull-Alben der späten 1970er Jahre und den zunehmend Synthesizer-orientierten Aufnahmen des Nachfolgealbums Under Wraps.

LP-Version

Mehrere Songtexte handeln von dem Thema „Angst“.[3] Beastie ist ein eingängiger Rocksong, der von der Angst vor „wilden Tieren“ handelt. Sie befällt laut Songtext nicht nur Kinder, sondern in anderen Formen auch Erwachsene. Anderson rät, ihm ins Gesicht zu schauen und es zu verjagen. Clasp (deutsch etwa: „Handschlag“) beschreibt Menschen, die vor dem Händeschütteln zurückschrecken, aber auch vom Händeschütteln als Fassade, etwa von Staatsmännern. Der Sänger empfiehlt, mit Fremden ins Gespräch zu kommen und somit wahre Verbundenheit zu erreichen.[3] Nach einem Synthesizer-Beginn dominiert die Querflöte als Begleitinstrument.

Fallen On Hard Times hat einen folkigen Beginn. Das Stück beruht auf einer schottischen Melodie und wird zunehmend rockig. Der Text handelt von den Zukunftsängsten vieler Menschen Anfang der 1980er Jahre. Die konservativen Politiker Margaret Thatcher und Ronald Reagan werden mit ihren Amtsbezeichnungen angesprochen und kritisiert.[3] Flying Colours bezieht sich auf Paare, die sich nach längerer Beziehung mit „fliegenden Fahnen“, also offen aggressiv, in der Öffentlichkeit schlecht machen.[3] Nach ruhigem, elegischem Beginn wird das Stück dynamischer; Synthesizer und E-Gitarre treten als Soloinstrumente hervor. Slow Marching Band ist vordergründig ein Trauermarsch, der jedoch auch Jethro-Tull-typische Wendungen enthält. Der Titel bezieht sich auf Musiker, die zu Beerdigungen spielen, der Text handelt jedoch von Trennung. Möglicherweise bezieht er sich auf ehemalige Bandmitglieder, die Jethro Tull im Zorn verlassen hatten[2] (you played for me, that’s all for now …[4] – „ihr spieltet für mich, das war’s erstmal …“).

Broadsword ist ein getragenes, rockiges Stück. Es schildert die Angriffe nordischer Invasoren auf das heutige Schottland aus Sicht der Bewohner, der Angreifer und schließlich beider Gruppen. Vorrangig ist für alle das Überleben und der Schutz der Familie. Pussy Willow beschreibt die Wunschträume eines Mädchens, das jedoch aufstehen und den Zug erreichen muss, der es zur Arbeit bringt.[2] Das Stück beginnt folkartig und setzt sich mit einem stampfenden Rockrhythmus fort. Im Stück Watching Me, Watching You singt Anderson von einem Menschen, der ihn durchgehend anstarrt, und den resultierenden Gefühlen von Abwendung und Neugier.[2] In diesem Stück dominiert der Synthesizer.

Der Text von Seal Driver ist mehrdeutig – er handelt von einem Mann, der jemanden einlädt, auf seinem bescheidenen Fischerboot mitzufahren. Auch sei er kein Wikinger oder Pirat, nur ein Binnenländer. Das Schiff lässt sich aber auch als Metapher für das Leben sehen, das er mit der angesprochenen Person teilen möchte.[2] Das Lied ist rockig und mehr als die anderen Songs des Albums dem Progressive Rock zuzuordnen. Cheerio ist ein kurzes, lyrisches Lied, dessen Text aus vier Zeilen besteht. An einer Küste prostet Anderson im Winter einer anderen Person mit einer Tasse zu.[2]

Extratitel

Als Zusatztitel enthält die CD acht Titel aus derselben Epoche wie die Stücke der LP.

Cover

Das Cover gestaltete Iain McCaig. Im Zentrum steht Ian Anderson als grimmig schauender Fantasy-Krieger mit schmetterlingsartigen Flügeln und langem Schwanz, auf ein Breitschwert gestützt. Im Hintergrund sieht man auf rauem Meer vor fast nachtschwarzem Himmel ein stilisiertes Wikingerboot. Der Rahmen ist wie ein Bilderrahmen gestaltet, mit Bildern der Köpfe der vier übrigen Bandmitglieder in den Ecken. Der Bandname und der Albumtitel sind in Kalligrafie mittig am oberen Rand platziert, die Kalligrafie gestaltete Jim Gibson. Ein wenig Wasser tropft aus dem Bilderrahmen auf die davor liegende Fläche. Auf dem Rahmen stehen in angelsächsischer Runenschrift die vier ersten Textzeilen von Broadsword, beginnend auf der linken Seite des Covers.

Die Rückseite zeigt im selben Rahmen das Schiff aus der Nähe, mit Drachenkopf und gelben Segeln Richtung Betrachter segelnd. Die Segel verdecken einen Teil des Rahmens. Auf diesen Segeln sind – auf der LP-Version – die Titelstücke sowie die Namen der an dem Album beteiligten Personen als Kalligrafie aufgedruckt. Vor dem Bilderrahmen hat sich die Wassermenge durchs Überlaufen aufgrund der Wellen stark erhöht.

Das Inlay der LP-Version besteht aus einem Schwarzweißdruck desselben Rahmens wie auf dem Cover. Innerhalb des Rahmens sind in Kalligrafieschrift die Liedtexte der einzelnen Stücke der Seiten Beastie und Broadsword aufgedruckt.

Wirkung

Das Album erreichte Platz 27 in Großbritannien[5] und Platz 19 in den USA. Bei Allmusic erhielt die Originalausgabe 2,5 von fünf möglichen Punkten.[6] Das Musikmagazin Rolling Stone vergab zwei von fünf Punkten. Der Rezensent bemängelte vor allem den predigtartigen Stil Andersons.[7]

Die Single Fallen On Hard Times erreichte Platz 20 in den britischen Charts, Beastie Platz 50.

Titelliste

Seite 1

  1. Beastie (3:58)
  2. Clasp (4:18)
  3. Fallen On Hard Times (3:13)
  4. Flying Colours (4:39)
  5. Slow Marching Band (3:40)

Seite 2

  1. Broadsword (5:03)
  2. Pussy Willow (3:55)
  3. Watching Me, Watching You (3:41)
  4. Seal Driver (5:10)
  5. Cheerio (1:09)

Extratitel

  1. Jack Frost and the Hooded Crow (3:22)
  2. Jack A Lynn (4:40)
  3. Mayhem Maybe (3:06)
  4. Too Many Too (3:28)
  5. Overhang (4:29)
  6. Rhythm in Gold (3:08)
  7. I Am Your Gun (3:19)
  8. Down at the End of the Road (3:31)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Jethro-Tull-Seite bei discogs, abgerufen am 16. Januar 2015.
  2. a b c d e f Informationen zu den Liedtexten (2. Teil) bei cupofwonder.com (englisch, Archivversion)
  3. a b c d Informationen zu den Liedtexten bei cupofwonder.com (englisch, Archivversion)
  4. Liedtexte bei cupofwonder.com (Archivversion)
  5. The Broadsword and the Beast in den UK-Charts@1@2Vorlage:Toter Link/chartarchive.org (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Januar 2023. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (englisch), abgerufen am 8. Januar 2015.
  6. The Broadsword and the Beast bei AllMusic (englisch), abgerufen am 8. Januar 2015.
  7. Beurteilung des Rolling Stone (Memento des Originals vom 1. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rollingstone.com (englisch), abgerufen am 10. Januar 2015.

Artist(s)

Veröffentlichungen von Jethro Tull die im OTRS erhältlich sind/waren:

Stormwatch ¦ Nothing Is Easy: Live At The Isle Of Wight 1970 ¦ Living With The Past ¦ A: A La Mode ¦ This Was ¦ Heavy Horses ¦ Stand Up ¦ Songs From The Wood ¦ A ¦ The Zealot Gene ¦ 50 For 50 ¦ RökFlöte ¦ The Broadsword And The Beast

Jethro Tull auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Jethro Tull ist eine 1967 gegründete britische Rockband. Ständiges Mitglied und Bandleader ist der Komponist, Multiinstrumentalist und Sänger Ian Anderson (Gesang, Querflöte, Saxophon, Tin Whistle, Mundharmonika, akustische Gitarre, Mandoline und andere).

Jethro Tull ist die einzige international erfolgreiche Band der Rockgeschichte, in deren Musik die Querflöte eine tragende Rolle einnimmt. Charakteristisch sind perfektionierte Techniken des forcierten Ausdrucks, etwa scharfes Anblasen, Flatterzunge und gleichzeitiger Stimmeinsatz. Der musikalische Stil der Band wird weithin dem Progressive Rock und Hard Rock und partiell dem Blues- und Folk-Rock zugeordnet. Zudem verarbeitete Jethro Tull Einflüsse aus Jazz, Weltmusik und elektronischer Musik.

Bandgeschichte

Frühe Jahre

Im November 1967 wurde Jethro Tull von Ian Anderson, Mick Abrahams, Glenn Cornick und Clive Bunker in Blackpool, damals Teil der Grafschaft Lancashire, gegründet. Anfangs trat sie unter der Bezeichnung The Four Fingers auf. Als sie das erste Mal im legendären Londoner Marquee Club gebucht wurde, hatte sie ein historisch versierter Buchungsagent „Jethro Tull“ genannt, und dabei blieb es.[3] Jethro Tull lebte im 18. Jahrhundert und gilt als einer der Begründer der modernen Landwirtschaft.

Zu Beginn ihrer Laufbahn tourten Jethro Tull durch zahlreiche Musikclubs in England. Im Marquee Club spielte die Formation regelmäßig und fand schnell eine Fangemeinde. Beim Sunbury Jazzfestival im Sommer 1968 kam der Durchbruch für Jethro Tull.

Das erste Album This Was (1968) war sehr bluesorientiert, doch sind mit dem markanten Gesang und der Querflöte Ian Andersons bereits einige Aspekte des späteren Stils präsent. Nach dem Ausstieg des auf den Blues fokussierten Gitarristen Mick Abrahams, der auf dem Debütalbum etwa den gleichen Anteil am Songwriting hatte wie Ian Anderson, wurde das musikalische Spektrum deutlich erweitert. Exemplarisch sei die Adaption der Bourrée aus der Suite für Laute in e-Moll (BWV 996) von Johann Sebastian Bach genannt, die sich auf dem zweiten Album Stand Up (1969) weit vom Bluesrock des Erstlings entfernt: Zunächst das Bach-Thema andeutend, entwickelt sich eine treibende, präzise Jazzrock-Nummer mit einem Flötensolo.

Eine der wenigen kommerziell erfolgreichen Single-Veröffentlichungen ist der frühe Song Living in the Past von 1969 im 5/4-Takt. Im selben Jahr tourte die Band mehrmals in den USA und wurde auch dort bekannt. 1970 erschien das Album Benefit.

Ihren größten Erfolg erreichte die Band mit Aqualung (1971) und dem Titel Locomotive Breath.

Progressive Rock (1972–1976)

Auf dem Nachfolgealbum Thick as a Brick (1972) wurden verschiedene musikalische Themen zu einer größeren musikalischen Einheit zusammengefasst. Mit A Passion Play wurde 1973 ein weiteres, kommerziell weniger erfolgreiches Konzeptalbum veröffentlicht. Die darauf erreichte Komplexität polarisierte Fans und Kritiker – von krasser Ablehnung bis zur Einschätzung als dem wichtigsten Album der Band. Die nachfolgenden Alben wurden wieder in Form einzelner Songs strukturiert, wobei bis 1980 neben wenigen eingängigeren Liedern vor allem komplex arrangierte Stücke das Bild prägen.

Folk-Rock (1977–1979)

Die Alben Songs from the Wood (1977), Heavy Horses (1978) und mit Einschränkungen noch Stormwatch (1979) werden oft unter dem Etikett „Folk-Rock-Phase“ zusammengefasst. Dies erscheint vordergründig aufgrund der weitgehend akustischen Instrumentierung und der Textbezüge zum Leben auf dem Land und zu Naturmythen nachvollziehbar, aber aufgrund der eigenständigen Kompositionen und der für die traditionelle Folkmusik eher untypischen Komplexität der Arrangements, vor allem auf Songs from the Wood, auch irreführend. Hinzu kam, dass ab Stormwatch auch zunehmend Politik eine textliche Rolle einnahm; so kritisierte besagtes Album die Ölförderung in der Nordsee.

Electronic-Rock (1980–1984)

Das Folgealbum A (1980) wies mit Texten über Frühwarnanlagen und Zivilschutz Bezüge zur Atompolitik auf.

Ab 1982 war der maßgebliche Schlagzeuger der Band Doane Perry. Eine Ausnahme ist das wieder in hohem Maße polarisierende Album Under Wraps aus dem Jahr 1984. Der starke Einfluss des im Umgang mit den neuen digitalen Synthesizern versierten Keyboarders Peter-John Vettese sowie ein von Ian Anderson programmierter Drumcomputer, führten noch einmal zu einem (in Teilen) sehr komplex arrangierten Album. Es kam auf diese Weise zum Teil zu Drumtracks, die ein menschlicher Schlagzeuger kaum reproduzieren kann. Energetisch ist auch Ian Andersons Gesangsleistung, die dieser selbst in Interviews als die beste seiner Karriere bezeichnete. Fatalerweise stellten die neuen Stücke bei der anschließenden Tournee derartig hohe Anforderungen an Ian Andersons Stimmbänder, dass diese nachhaltig geschädigt wurden. Dies schränkte noch jahrelang die gesanglichen Möglichkeiten Andersons ein.

Hard Rock (1987–1994)

Jethro Tull 2006 bei einem Konzert in Budapest

Das nach dem geteilten Echo und den Stimmproblemen erst 1987 veröffentlichte Crest of a Knave beendete die Phase eines keyboarddominierten Sounds und rückte das eindringliche E-Gitarren-Spiel Martin Barres stärker in den Vordergrund als auf allen bisherigen Alben. 1989 gewann Jethro Tull mit diesem Album den ersten und einzigen je vergebenen Grammy in der Sparte Beste Hard-Rock-/Metal-Darbietung – Gesang oder Instrumental.

Weltmusik-Einfluss (1995–2000)

Als das innovativste Album der 1990er Jahre wird oft Roots to Branches (1995) betrachtet. Im Gegensatz zu den Alben der frühen 1980er Jahre steht auf diesem Album Andersons Flötenspiel im Vordergrund. Es sind erstmals deutliche Einflüsse traditioneller orientalischer Musik zu hören, und erstmals verwendet Anderson bei einigen Stücken Bambus-Querflöten, deren offene Grifflöcher im Gegensatz zur Klappenmechanik der Böhm-Flöte Techniken wie Pitchbending und Glissando ermöglichen, bei denen die Tonhöhe stufenlos verändert wird. 1999 erschien das Album J-Tull Dot Com, das in den deutschen Charts Platz 14 belegte.

Ausklang (2000–2011)

Nach dem Album Dot Com von 1999 folgte eine längere Phase von Konzerten, aber ohne Studioalben.

Ende 2003 wurde das Christmas Album veröffentlicht, für das ältere Stücke neu eingespielt wurden und neues Material passend zum Arbeitstitel geschrieben wurde.

2005 erschien das Album Ian Anderson Plays the Orchestral Jethro Tull, an dem auch David Goodier und John O’Hara sowie der Gitarrist Florian Opahle beteiligt waren. 2007 verließen der Bassist Jonathan Noyce und der Keyboarder Andrew Giddings die Band und wurden durch Goodier und O’Hara ersetzt. 2008 bis 2011 ging Jethro Tull auf „40th Anniversary Tour“ bis „43rd Anniversary Tour“.[4]

Jethro Tull Night of the Prog Lorelei, 21. Juli 2007

Inaktivität von Jethro Tull (2012–2015)

Im Jahr 2012 verließ der langjährige Gitarrist Martin Barre offiziell die Band. Florian Opahle, der Gitarrist der zunehmend aktiveren Alternativbesetzung, hatte Barre bereits mehrmals vertreten. Barre sowie Ian Anderson tourten mit jeweils eigenen Bands, mit denen sie auch neue Studioalben einspielten, wobei auf Album-Covern und Konzertankündigungen weiterhin der Name Jethro Tull Verwendung fand.

Vierzig Jahre nach dem ersten Teil veröffentlichte Anderson im Jahr 2012 Thick as a Brick 2 – wie 1972 ein sowohl im Libretto als auch musikalisch verwobenes Konzeptalbum, das sich stilistisch zwischen den akustisch orientierten vorangegangenen Soloalben Andersons und hartem Rock bewegt. Es wurde von Anderson mit der „Ian Anderson Touring Band“ eingespielt, die auch die folgende Tournee bestritt. Ihr gehören mit Goodier und O’Hara zwei ehemalige Jethro-Tull-Mitglieder sowie Opahle, der Schlagzeuger Scott Hammond und als zusätzlicher Sänger Ryan O’Donnell an.

Jethro Tull beim Konzert in Zagreb am 13. Oktober 2018

2014 folgte das Konzeptalbum Homo Erraticus („Der wandernde Mensch“), das von der Vorgeschichte bis in die Zukunft prognostizierend achttausend Jahre menschlicher Migration behandelt. In den Liner Notes erklärt Anderson, dass er künftig unter eigenem Namen auftreten werde, zumal fast das gesamte Werk der Band von ihm stamme. Er verwies auch darauf, dass „Jethro Tull“ der Name eines anderen Mannes sei und die Band nur zufällig so genannt wurde.[5] Die Ian Anderson Touring Band tourte seit 2015 mit dem Projekt Jethro Tull – The Rock Opera, das textlich modifiziertes Tull-Repertoire und neue Rocksongs über den Namensgeber der Band mit aufwändigen Videoproduktionen auf die Bühne bringt, wobei neben dem Konzeptcharakter auch verschiedene, zum Teil über Videoeinspielungen eingewobene Gesangsrollen dem Format der Rockoper entsprechen. Zum ersten Mal war eine Sängerin dabei: die Isländerin Unnur Birna Björnsdóttir, die auch Violine spielt.[6] Die Tour 2016 führte durch Europa und in die USA.

Neubeginn (seit 2017)

2017 folgten Auftritte unter der Bezeichnung Jethro Tull by Ian Anderson in Australien und Neuseeland sowie in Osteuropa. Im Jahr 2018 tourte Jethro Tull anlässlich ihres 50. Jubiläums durch Europa und Nordamerika. Schwerpunkt waren die ersten 10 Jahre.[7][8] In einem Interview sieht Anderson die Wiedervereinigung von Jethro Tull nicht ganz unkritisch und bezieht sich sogar direkt auf den Wikipedia-Artikel zur Band.[9] Neuer Gitarrist ist seit November 2019 Joe Parrish.[10] Die Tour 2020 wurde wegen der COVID-19-Pandemie auf 2021 verschoben.[11] Im Januar 2022 erschien das neue Album The Zealot Gene. Im April 2023 folgte das Album RökFlöte. Hier ließ Ian Anderson Themen aus der Ragnarök und der nordischen Mythologie einfließen.[12]

Charakteristika der Band

Die Geschichte der Band ist durch oftmals wechselnde Besetzungen geprägt. Ian Anderson strebt es an, kompetente Musiker um sich zu scharen, die in der Lage sind, auch seine musikalischen Ideen adäquat umzusetzen – sowohl im Studio als auch auf der Bühne. Die Live-Auftritte von Jethro Tull waren dementsprechend von großer musikalischer Professionalität gekennzeichnet. Den ab 1969 bestehenden Kern von Jethro Tull bildeten Frontmann Anderson und Gitarrist Martin Barre.

Markenzeichen von Jethro Tull ist das virtuose rock-orientierte Flötenspiel des Sängers und Komponisten Ian Anderson. Zahlreiche Kompositionen sind durch die Verwendung von Molltonarten, eine starke Dynamik, häufigen Taktwechsel sowie vielfältige Synkopierung und rhythmische Verschiebungen geprägt. Allerdings gibt es bei Jethro Tull auch etliche balladeske Stücke, die aber durch einfallsreiche Instrumentierung und Phrasierung stets Tull-typische rockige Akzente erhalten. Viele der Texte Ian Andersons sind originell, teilweise skurril, und handeln bei aller Hintergründigkeit von alltäglichen Menschen und Begebenheiten.

Ian Anderson mit Jethro Tull in Butzbach, Deutschland, am 6. Juni 2007

Bandmitglieder

Mitglieder von Jethro Tull von 1967 bis 2006

Gastmusiker

  • Phil Collins spielte bei zwei Stücken am 21. Juli 1982 Schlagzeug
  • Florian Opahle ist seit 2004 auf einigen Live-Mitschnitten zu hören und zu sehen
  • Maddy Prior sang auf der LP Too Old to Rock ’n’ Roll: Too Young to Die! im Hintergrund
  • Angela Allen sang ebenfalls auf Too Old to Rock ’n’ Roll: Too Young to Die! im Hintergrund
  • Anna Phoebe begleitete ab 2007 einige Lieder auf der Violine[13]
  • Egill Ólafsson von der isländischen Band Þursaflokkurinn sang beim Konzert am 9. Juni 2013 in der Harpa in Reykjavík bei mehreren Titeln mit und spielte bei One White Duck / 010 = Nothing at All zudem Gitarre. Außerdem wurde Brúðkaupsvísur, ein Þursaflokkurinn-Klassiker, gespielt, den Égill Ólafsson komponiert hat.

Auszeichnungen

Diskografie

Studioalben

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[17]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE AT CH UK USTemplate:Charttabelle/Wartung/Charts inexistent
1968This WasDE28
(1 Wo.)DE
UK10
(17 Wo.)UK
US62
(17 Wo.)US
in DE 2018 in der 50th Anniversary Edition in den Charts
1969Stand UpDE5
(36 Wo.)DE
UK1
Silber
Silber

(29 Wo.)UK
US20
Gold
Gold

(40 Wo.)US
1970BenefitDE5
(9 Wo.)DE
AT30
(1 Wo.)AT
CH23
(1 Wo.)CH
UK3
(14 Wo.)UK
US11
Gold
Gold

(41 Wo.)US
in AT und CH Erst- und in DE Wiedereinstieg 2021 in der 50th Anniversary Edition
1971AqualungDE5
Gold
Gold

(34 Wo.)DE
AT60
(1 Wo.)AT
UK4
Gold
Gold

(23 Wo.)UK
US7
Dreifachplatin
×3
Dreifachplatin

(76 Wo.)US
Platz 337 der Rolling-Stone-500
1996 als 25th Anniversary Edition und 2011 als 40th Anniversary Edition wiederveröffentlicht
1972Thick As a BrickDE2
(27 Wo.)DE
CH70
(1 Wo.)CH
UK5
(14 Wo.)UK
US1
Gold
Gold

(46 Wo.)US
in CH 2022 in der 50th Anniversary Edition erstmals in den Charts
1973A Passion PlayDE5
(21 Wo.)DE
AT4
(16 Wo.)AT
UK16
Silber
Silber

(7 Wo.)UK
US1
Gold
Gold

(32 Wo.)US
1974War ChildDE27
(12 Wo.)DE
UK14
(4 Wo.)UK
US2
Gold
Gold

(31 Wo.)US
1975Minstrel in the GalleryDE30
(12 Wo.)DE
AT7
(4 Wo.)AT
UK20
Silber
Silber

(6 Wo.)UK
US7
Gold
Gold

(14 Wo.)US
Wiederveröffentlichung 2015
1976Too Old to Rock ’n’ Roll: Too Young to Die!DE26
(16 Wo.)DE
AT10
(4 Wo.)AT
UK25
(10 Wo.)UK
US14
(21 Wo.)US
1977Songs from the WoodDE10
(7 Wo.)DE
AT23
(8 Wo.)AT
CH45
(1 Wo.)CH
UK13
Silber
Silber

(12 Wo.)UK
US8
Gold
Gold

(22 Wo.)US
1978Heavy HorsesDE4
(16 Wo.)DE
AT18
(17 Wo.)AT
CH30
(1 Wo.)CH
UK20
Silber
Silber

(11 Wo.)UK
US19
Gold
Gold

(17 Wo.)US
1979StormwatchDE8
(10 Wo.)DE
AT46
(1 Wo.)AT
CH42
(1 Wo.)CH
UK27
(4 Wo.)UK
US22
Gold
Gold

(17 Wo.)US
1980ADE11
(15 Wo.)DE
AT10
(8 Wo.)AT
CH18
(1 Wo.)CH
UK25
(6 Wo.)UK
US30
(12 Wo.)US
1982The Broadsword and the BeastDE4
(32 Wo.)DE
AT18
(4 Wo.)AT
CH15
(1 Wo.)CH
UK27
Silber
Silber

(20 Wo.)UK
US19
(12 Wo.)US
1984Under WrapsDE15
(10 Wo.)DE
CH9
(7 Wo.)CH
UK18
(5 Wo.)UK
US76
(12 Wo.)US
1987Crest of a KnaveDE10
(16 Wo.)DE
AT19
(4 Wo.)AT
CH7
(9 Wo.)CH
UK19
Gold
Gold

(10 Wo.)UK
US32
Gold
Gold

(28 Wo.)US
Grammy (Hard-Rock-Album)
1989Rock IslandDE5
(15 Wo.)DE
AT20
(2 Wo.)AT
CH7
(9 Wo.)CH
UK18
Silber
Silber

(6 Wo.)UK
US56
(18 Wo.)US
1991Catfish RisingDE21
(12 Wo.)DE
AT36
(5 Wo.)AT
CH12
(7 Wo.)CH
UK27
(3 Wo.)UK
US88
(5 Wo.)US
1995Roots to BranchesDE55
(7 Wo.)DE
CH25
(5 Wo.)CH
UK20
(4 Wo.)UK
US114
(1 Wo.)US
1999J-Tull Dot ComDE15
(5 Wo.)DE
CH50
(1 Wo.)CH
UK44
(2 Wo.)UK
US161
(1 Wo.)US
2003The Jethro Tull Christmas AlbumDE51
(2 Wo.)DE
Weihnachtsalbum
2022The Zealot GeneDE4
(7 Wo.)DE
AT5
(5 Wo.)AT
CH3
(5 Wo.)CH
UK9
(1 Wo.)UK
2023RökflöteDE4
(4 Wo.)DE
AT4
(2 Wo.)AT
CH3
(3 Wo.)CH
UK17
(1 Wo.)UK

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Literatur

  • David Rees: Minstrels in the Gallery – Die Geschichte von Jethro Tull. Star Cluster Verlag Zimmermann, Balve, c 2001, ISBN 3-925005-60-9.
  • Didi Zill, Hermann Büchner: Jethro Tull. Die legendäre Band in Fotografien von 1969 bis 1984. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2003, ISBN 3-89602-462-0.
  • Karl Schramm: Jethro Tull Songbook. Palmyra, Heidelberg 1993, ISBN 3-9802298-5-8.
  • Wolfgang und Kevin Thomas: Jethro Tull Over Germany. Siegener Rock-Museum, Siegen 2012, ISBN 978-3-00-037254-4.

Weblinks

Commons: Jethro Tull – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Jethro Tull: MUSICIANS. jethrotull.com, 1. November 2019, abgerufen am 12. Februar 2021 (englisch).
  2. Jethro Tulls neuer Mann: Florian Opahle. In: Gitarre & Bass. Nr. 7 2012, S. 38.
  3. FAQ auf der Jethro-Tull-Website (Memento vom 17. März 2009 im Internet Archive) (englisch)
  4. Website von Doane Perry (englisch), abgerufen am 22. April 2014
  5. Liner Notes von Homo Erraticus (englisch)
  6. Jethro Tull: The Rock Opera Musicians (2015–present) (englisch), abgerufen am 14. Mai 2016
  7. tull tour dates. Abgerufen am 12. Februar 2021.
  8. Olaf Neumann: Im Gespräch: Ian Anderson zur Jubiläumstour von Jethro Tull, Der frühe Vogel des Rock. kulturjoker.de, 1. Juli 2018, abgerufen am 12. Februar 2021.
  9. Fraser Lewry: Ian Anderson on reuniting Jethro Tull: "it's a tricky one". loudersound.com, 6. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021 (englisch).
  10. Ian Anderson: Jethro Tull. twitter.com, 1. November 2019, abgerufen am 11. Februar 2021 (englisch).
  11. Lena Christ: Wintertermine ebenfalls verschoben, Jethro Tull: Ian Anderson 2021 im Sommer und Herbst auf Deutschlandtour. regioactive.de, 19. Oktober 2020, abgerufen am 12. Februar 2021.
  12. Ian Anderson von Jethro Tull im Rolling-Stone-Interview, Rolling Stone Deutschland, englisch, abgerufen am 22. April 2023
  13. Anna Phoebe bei jethrotull.com (englisch), abgerufen am 28. November 2015
  14. Die Übergabe ist dokumentiert auf der Konzert-DVD Passion Flute – Live 2005.
  15. RogorMortis: Ian Anderson/ Jethro Tull. auralmoon.com, 20. April 2009, abgerufen am 12. Februar 2021 (englisch).
  16. Steve Dancey: Ian Anderson - Prog Rock God. dailyecho.co.uk, 25. April 2014, abgerufen am 12. Februar 2021 (englisch).
  17. Chartquellen: DE AT CH UK US

Jethro Tull ¦ The Broadsword And The Beast
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