Joe Henderson ¦ Page One

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LP (Album)

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GTIN: 0602507465636 Artists: , , , , Genres & Stile: ,

Zusätzliche Information

Format

Inhalt

Ausgabe

Label

Serie

Release

Veröffentlichung Page One:

1963

Hörbeispiel(e) Page One:





Page One auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Page One
Studioalbum von Joe Henderson

Veröffent-
lichung(en)

1963

Label(s)Blue Note

Format(e)

LP, CD

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

6

Länge

41:54

Besetzung

Produktion

Alfred Lion

Studio(s)

Rudy Van Gelder Studio, Englewood Cliffs, New Jersey

Chronologie
Page OneOur Thing
(1963)

Page One ist ein Jazz-Album von Joe Henderson. Es wurde am 3. Juni 1963 in Englewood Cliffs aufgenommen und 1963 auf Blue Note Records veröffentlicht.

Das Album

Page One war das Debütalbum[1] des Tenorsaxophonisten Joe Henderson, der erst im Spätsommer 1962 nach seiner Entlassung aus der US-Army nach New York gekommen war. Der Trompeter Kenny Dorham führte ihn in die dortige Jazzszene ein und machte ihn zum Mitglied seines Quintetts. Im April 1963 entstand unter Dorhams Leitung das Blue Note-Album Una Mas mit Henderson, Butch Warren, Herbie Hancock und Tony Williams. Am 3. Juni 1963 gingen die Musiker in ähnlicher Besetzung mit dem Schlagzeuger Pete LaRoca und dem Pianisten McCoy Tyner ins Studio, der aus Kontraktgründen auf dem damaligen LP-Cover nicht aufgeführt wurde.[2]

Da die Juni-Session unter Hendersons Leitung sehr erfolgreich verlief, zogen Alfred Lion und Francis Wolff die Veröffentlichung des Materials vor und brachten zuerst Page One auf den Markt; es wurde – nicht zuletzt durch den Titel „Blue Bossa“ – zu einem der erfolgreichsten Alben des Labels und gehört inzwischen zu den klassischen Alben dieser Ära. Insgesamt nahm das Dorham/Henderson-Quintett fünf Alben auf.

Bekannteste Titel des Albums wurden die beiden Bossa-Nova-Kompositionen Dorhams und Hendersons, das Titelstück „Blue Bossa“ und „Recorda Me“ (portugiesisch „denk an mich“), den der Saxophonist bereits 1955 nach Ende seiner Highschool-Zeit schrieb. „Recorda Me“ verbinde das Fließende des Bossa Nova-Feeling mit Jazztechniken, schrieb Kenny Dorham in den Liner Notes. Auf seinem Jobim-Album Double Rainbow von 1995 nahm Henderson diese Verbindung wieder auf. „Jinrikisha“, ebenfalls eine Henderson-Komposition, ist nach einer dämonischen chinesischen Karte benannt und wird von der Band im mittleren Tempo gespielt. Tyner setzt sparsame akkordische Akzente.

Joe Henderson

In „La Mesha“ erforschte Henderson „auf dramatische Weise die Melodie; innerhalb der Phrasen der Melodie offenbart er kraftvolle Soli, eine Art Melange aus Thema und Variationen hierzu“, schrieb Zan Stewart. Hendersons Blues „Out of the Night“, bereits 1957 geschrieben, „gebraucht Phrasen mit ausgedehnten Noten und einem Gespür für Raum, indem er Spannung aufbaut, die erst mit den schnelleren, dichteren Passagen abgebaut wird.“[3] Stewart betont auch die Leichtigkeit des Pianospiels Tyners, verglichen mit der Intensität seines späteren Werkes. Das Stück endet mit einem kurzen Solo Tyners und einem Unisono-Vortrag des Themas durch die beiden Bläser. Dorhams Titel „Blue Bossa“ wurde zu einem der bekanntesten Titel Joe Hendersons und zu einem Jazzstandard, der Interpretationen durch Musiker wie Jay Jay Johnson, Kenny Burrell, Tommy Flanagan, Chick Corea und Bobby McFerrin sowie Ray Brown und Ernestine Anderson erfuhr.

Bewertung des Albums

McCoy Tyner (1973)

Richard Cook und Brian Morton schrieben 2001 in ihrer Würdigung des Albums im Penguin Guide to Jazz, das sie mit der Höchstnote von vier Sternen auszeichneten: Joe Henderson ist immer in der Mitte eines großartigen Solos. Er ist ein thematischer Spieler, der sich mit methodischer Intensität durch die Strukturen der Kompositionen arbeite; aber er ist auch ein meisterhafter licks-Spieler, der über einen anscheinend endlosen Vorrat an Phrasen verfüge, mit denen er der Herausforderung jeder Post-Bop-Session begegne. Dies gibt seinen besten Improvisationen die Balance zwischen Überraschung, Unmittelbarkeit und Stimmigkeit, über die nur wenige Saxophonisten verfügen. Bei dem Album Page One sei einfach alles, sogar das hingeworfene Blues Homestretch ausdrucksstark ausgeführt. Tyner, Warren und LaRoca waren eine Rhythmusgruppe, die zwar nur selten miteinander spielte, hier aber sehr gut harmoniere, wie es auch der (sonst) unkalkulierbare Dorham tue.

Die Titel

  • Joe Henderson/Kenny Dorham Quintett - Page One (Blue Note BLP 4140 und BST 84140)
  1. „Blue Bossa“ (Kenny Dorham) – 8:03
  2. „La Mesha“ (Dorham) – 9:10
  3. „Homestretch“ – 4:15
  4. „Recorda Me“ – 6:03
  5. „Jinrikisha“ – 7:24
  6. „Out of the Night“ – 7:23

Alle weiteren Kompositionen stammen von Joe Henderson. Die Liner Notes zu dem Original-Album schrieb Kenny Dorham.

Diskographische Hinweise

Das Album wurde im Jahr 2003 in der Reihe The Rudy Van Gelder Edition neu herausgegeben, versehen mit neuen Liner Notes von Bob Blumenthal.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1962 erschien laut All Music Guide auf Capitol Records das Album You'd Be So Nice to Come Home To von Joe Henderson; die Diskographien über Henderson (http://www.Jazzdisco.org und http://www.jazzdiscography.com) erwähnen dieses Album jedoch nicht. Vgl. All Music Guide
  2. Tyner war zu dieser Zeit bei Impulse! Records unter Vertrag; auf dem Front-Cover hieß es daher "Joe Henderson - Page One - Kenny Dorham, Butch Warren, Pete LaRoca/etc".
  3. zit. nach Zan Stewart, liner notes.

Artist(s)

Veröffentlichungen von Joe Henderson die im OTRS erhältlich sind/waren:

Page One ¦ State Of The Tenor: Live At The Village Vanguard

Joe Henderson auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Joe Henderson

Joe Henderson (* 24. April 1937 in Lima, Ohio; † 30. Juni 2001 in San Francisco, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Jazzmusiker (Tenorsaxophonist).

Leben und Wirken

Joe Henderson wuchs als eines von fünfzehn Kindern in ärmlichen Verhältnissen auf. Der erste Kontakt zur Musik fand sich nach seinen eigenen Worten in den „Jazz at the Philharmonic“-Platten eines seiner Brüder. Nachdem ihm gelungen war, den Vater zum Kauf eines Saxophons zu überreden, gab die Musik Lester Youngs die ersten Stücke zur Übung; weitere frühe Vorbilder waren Charlie Parker, Dexter Gordon und Stan Getz.

In der Highschool schrieb Henderson erste Stücke für die Schulband, studierte dann Musik am Kentucky State College und der Wayne University in Detroit; erste Aufnahmen entstanden im Probenraum von Joe Brazil. Er leistete dann von 1960 bis 1962 seinen Militärdienst ab, wo er Mitglied einer Army-Band in war. Bei einer Talentshow der Army gewann er mit einer Vier-Mann-Band den ersten Platz und tourte weltweit mit einer Band zur Truppenunterhaltung. Dabei kam es in Paris zu einer Session mit Kenny Clarke und Kenny Drew.[Anm 1]

Nach seiner Entlassung aus der Army im Spätsommer 1962 ging er nach New York, wo er den Trompeter Kenny Dorham kennenlernte und mit ihm und Jack McDuff zusammenarbeitete. 1963 nahm ihn das Label Blue Note unter Vertrag und im April entstanden die Aufnahmen zu Kenny Dorhams Album Una Mas. Blue Note veröffentlichte aber zuerst das im Juni aufgenommene Album Page One, das das erste Album Hendersons unter eigenem Namen war. Es wurde zu den erfolgreichsten des Labels und gehört zu den klassischen Alben der Hardbop-Ära. Insgesamt nahm das Dorham/Henderson-Quintett fünf Alben auf, mit einer Rhythmusgruppe aus McCoy Tyner[Anm 2] bzw. Herbie Hancock am Klavier, dem Bassisten Butch Warren und Pete LaRoca bzw. Tony Williams am Schlagzeug.

In den folgenden Jahren wirkte er als Sideman bei zahlreichen Alben, u. a. von Horace Silver, in dessen Quintett er Junior Cook ersetzte (Song for My Father, 1963), Grant Green (Idle Moments, 1963), auf Lee Morgans Soul-Jazz-Klassiker The Sidewinder und Andrew Hills legendärem Point of Departure (beide 1964) sowie bei Blue Mitchell, Woody Shaw und anderen mit; in dieser Zeit brachte er auch eigene Veröffentlichungen heraus. Henderson spielte nun an der Seite von Herbie Hancock, Andrew Hill und kurzzeitig auch mit Miles Davis[Anm 3] und der Gruppe Blood, Sweat & Tears. 1967 wirkte er an McCoy Tyners Schlüsselwerk The Real McCoy mit.

Ab Ende der 1960er Jahre erschienen auf Orrin Keepnews Label Milestone Platten von Henderson, auf denen er der von Miles Davis initiierten „Fusionierung“ des Jazz mit Elementen des Rock folgt und mit Herbie Hancock, Ron Carter, Jack DeJohnette und Airto Moreira auch teilweise mit denselben Musikern agierte. Henderson erweiterte das Instrumentarium um einen oder mehrere Perkussionisten und ein Fender-Rhodes-Piano, dann auch Synthesizer, und er experimentierte für kurze Zeit mit seinem eigenen Sound, verfremdete sein Tenorsaxophon mit Effektgeräten und spielte daneben verschiedene Flöten und Sopransaxophon. Titel wie Power to the People (1969) und Black Is the Color (1972) widerspiegeln zudem seine Identifikation mit der afroamerikanischen Emanzipationsbewegung jener Zeit. Von der Jazzkritik wurden diese Alben jedoch zwiespältig aufgenommen. 1979/1980 arbeitete er u. a. mit Chick Corea und Ron Carter (Mirror, Mirror) zusammen; 1985 trat er mit Carter und Al Foster im Trio auf, veröffentlicht als The State of the Tenor – Live at the Village Vanguard. 1987 folgte ein Gastspiel auf dem Jazzfestival von Genua, bei dem er von Charlie Haden und Al Foster begleitet wurde.

Nach einer längeren Zeit ohne Veröffentlichungen unter eigenem Namen, in der er u. a. mit der Paris Reunion Band, McCoy Tyner, Herbie Hancock und auch mit eigener Band tourte und an Aufnahmen zu Wynton Marsalis’ Album Thick in the South beteiligt war, schloss Henderson einen Plattenvertrag mit dem Verve-Label ab und legte im Laufe der 1990er Jahre drei Konzeptalben vor, die Billy Strayhorn, dem Komponisten Duke Ellingtons (Lush Life, 1992), Miles Davis (So Near, So Far, 1993) und Tom Jobim (Double Rainbow, 1995) gewidmet waren. Das Tribut-Album für Jobim bestand aus zwei Suiten, die eine mit einer brasilianischen Band um den Gitarristen Oscar Castro-Neves, die andere von einem US-amerikanischen Quartett mit Herbie Hancock, Christian McBride und Jack DeJohnette eingespielt.

Zwischen 1992 und 1996 entstand außerdem eine Bigband-Produktion unter der Leitung von Arrangeur und Produzent Bob Belden (Big Band, 1996). 1997 folgte eine Interpretation von George Gershwins Porgy and Bess, bei der unter anderen Tommy Flanagan, Dave Holland (Bass) und Jack DeJohnette mitspielten und Chaka Khan Summertime und Sting It Ain’t Necessarily So sangen.

Joe Henderson, der sich stets als einen Lernenden und Suchenden sah, erlitt Anfang 1998 einen schweren Schlaganfall und musste seine musikalische Karriere beenden. Am 30. Juni 2001 verstarb er in San Francisco an Herzversagen.

Benny Golson würdigte den Kollegen: „Joe had one foot in the present, the other in the future, and he was just a step away from immortality.“[1]

Werke (Auswahl)

Boxsets und Zusammenstellungen

  • The Blue Note Years (4 CDs, Blue Note – 1963–1990)
  • The Milestone Years (8 CDs, Fantasy/Milestone – 1967–1976)
  • The Best of Blue Note Years (Blue Note – 1963–1985)
  • Ballads & Blues (Blue Note – 1963–1985)

Weblinks und Quellen

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Ben Ratliff: Joe Henderson, Saxophonist And Composer, Dies at 64. In: The New York Times. 3. Juli 2001 (englisch, nytimes.com [abgerufen am 23. Januar 2021]).

Anmerkungen

  1. Informationen zur Frühzeit Hendersons laut Kenny Dorham im Cover-Text zu Page One (1963).
  2. Der Covertitel von Page One (1963) führte McCoy Tyner nicht auf, da er zu dieser Zeit bei Impulse! Records unter Vertrag stand; daher hieß es: „Joe Henderson Page One, Kenny Dorham, Butch Warren, Pete LaRoca/etc.“. Auf der Albumrückseite wurde er allerdings genannt.
  3. Aufgrund gesundheitlicher Probleme erweiterte Davis zu seiner Entlastung sein (zweites) Quintett Anfang 1967 mit Joe Henderson als weiteren Solisten. Zum einen für ein Engagement im New Yorker Village Vanguard und für eine Tournee der World Series of Jazz im Februar und März d. J. durch vierzehn Städte. Siehe dazu Jack Chambers: Milestones 2: The Music and Times of Miles Davis Since 1960. Beech Tree Books, New York 1985, S. 100.

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