John Coltrane Quartet ¦ Crescent

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LP (Album, Gatefold)

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GTIN: 0602438075829 Artists: , , , , Genres & Stile: , ,

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,

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Veröffentlichung Crescent:

1964

Hörbeispiel(e) Crescent:




Crescent auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Crescent
Studioalbum von John Coltrane

Veröffent-
lichung(en)

1964

Label(s)Impulse!

Format(e)

LP, CD

Genre(s)

Jazz

Länge

40:10

Besetzung

Produktion

Bob Thiele

Studio(s)

Rudy Van Gelder Studio, Englewood Cliffs, New Jersey

Chronologie
Coltrane’s Sound
(1964)
CrescentA Love Supreme
(1965)

Crescent ist ein Jazz-Album von John Coltrane, durch Rudy Van Gelder aufgenommen in Englewood Cliffs, New Jersey vom 27. April bis 1. Juni 1964 und veröffentlicht auf Impulse! Records.

Das Album

Crescent war Coltranes erstes Studioalbum nach seiner Zusammenarbeit mit dem Sänger Johnny Hartman im März 1963 (John Coltrane and Johnny Hartman). Es entstand ein halbes Jahr vor seinem legendären Album A Love Supreme. Mit seinem Quartett aus McCoy Tyner, Jimmy Garrison und Elvin Jones spielte er nur Eigenkompositionen; Coltrane verwendet hier nur das Tenorsaxophon. Es gilt als sein melancholischstes und düsterstes Album, nach Cook & Morton die dark hour vor der spirituellen Dämmerung von Love Supreme. Lediglich der kurze Titel „Bessie's Blues“ hebt sich aus dieser Grundstimmung heraus, ebenso das im mittleren Tempo gespielte „Wise One“, in das McCoy Tyner mit tänzerischen Akzenten die Sambarhythmen Südamerikas integriert.[1] „Wise One“ und „Lonnie's Lament“ wurzeln in den field calls, Spirituals und spontanen Blues.

Das Titelstück „Crescent“ wird von Coltrane „mit einem gewaltig hymnischen Eingangschorus vorgestellt und in einem mittelschnellen Tempo eindrucksvoll und in abgeklärter Reife improvisiert“, so die Coltrane-Biographen Gerd Filtgen und Michael Außerbauer. Sie erkennen die motivische Vorwegnahme des folgenden A Love Supreme: „Ausdrucksfülle und Geschlossenheit haben ein Optimum erreicht; eine weitere Steigerung scheint undenkbar.“[2]

Nach der „schwebenden Bluesstimmung“ von „Bessie's Blues“ benutzt Coltrane ein Rhythm and Blues-Riff als „Vehikel für eine pulsierende, vorwärts drängende Improvisation. Er trifft darin den Nerv der Großstadt mit all ihrer Hektik und den allgegenwärtigen Klängen.“[2]

Dagegen ist der Saxophonist im folgenden „Lonnie's Lament“ nur der Themenlieferant; der Titel ist ein feature für ein weit gefächertes Solo des Pianisten, an das sich Bassist Jimmy Garrison anschließt: „Ohne dass etwas von seinem individuellen Ausdruck verloren geht, handhabt Jimmy sein Instrument mit exzellenter Perfektion. Phantasievolle Melodielinien wechseln mit leichten rhythmischen Verschiebungen.“[2] Der Titel wurde zu dieser Zeit vom John Coltrane Quartet auch live gespielt, erschienen auf dem Pablo-Album Afro-Blue Impressions.

Der letzte Titel „The Drum Thing“ ist ein feature für den Schlagzeuger Elvin Jones, das ihm Freiraum für Improvisation lässt, mit sparsamer melodischer Begleitung Coltrane. Jones lässt hier afrikanisch anmutende Klänge auf dem Tomtom hören. Filtgen und Außerbauer schrieben hierzu: „Mit unglaublicher Präzision werden immer neue wechselnde rhythmische und melodische Einfälle ineinander verwoben. Genauso faszinierend ist der Einsatz verschiedener Lautstärke-Intensitäten.“

Das Album enthält neben den Liner Notes von Nat Hentoff einen kurzen Kommentar von LeRoi Jones/Amiri Baraka, der John Coltrane als daringly human, („gewagt menschlich“) bezeichnet.

Bei der April-Session entstand auch eine erste Version des Titels „Song of Praise“ (Head Arrangement); der endgültige Titel erschien 1965 auf dem Album The John Coltrane Quartet Plays.

Elvin Jones (1977)

Die Titel

  • John Coltrane Quartet – Crescent (Impulse AS-66)
  1. „Crescent“ – 8:41
  2. „Wise One“ – 9:00
  3. „Bessie's Blues“ – 3:22
  4. „Lonnie's Lament“ – 11:45
  5. „The Drum Thing“ – 7:22

Bewertung des Albums

Richard Cook und Brian Morton haben in ihrem Penguin Guide to Jazz dem Album die zweithöchste Bewertung verliehen; sie hoben insbesondere das schwermütige „Wise One“ und die eindringliche Blues-Ballade „Lonnie’s Lament“ hervor. Nach Ansicht der Autoren enthielt letzteres Stück eines der besten Solos des Bassisten Garrison. „The Drum Thing“ hebt Elvin Jones hervor, der ansonsten auf dem Crescent-Album eine weniger hervorgehobene Rolle spielt als auf vorangegangenen Alben des Quartetts.

Die gleiche Bewertung vergab auch der All Music Guide; er stellte es als ein episches Album heraus, das die meditative Seite Coltrane offenbare, als ein perfektes Vorspiel zu seinem unsterblichen Werk A Love Supreme. Tyner, Garrison und Elvin Jones unterstützen ihn bei seinen weicheren Seiten, auch wenn „Crescent“ nicht völlig im Balladenstil gehalten ist. Highlights des Albums sind für den Autor die andächtige, gleichzeitig freie Ballade „Crescent“, mit einem geduldig und sich zurücknehmend spielenden Coltrane, während sich im äußerst schönen „Wise One“ die verträumten Stimmungen von Tyner mit dem unruhigen Tenor Coltranes in einem leichten Latinrhythmus verbinden. Nastos nennt sie „ultimate Spiritual-Songs, und zwei der wirklich größten in Coltranes Karriere.“ Während „Bessie's Blues“ als klassisches Hardbop-Thema mit kurzen wiederholten Refrains auftrete, sei „Lonnie’s Lament“ eine dunkle, traurige Jazzballade, die eine Welt voller Ungerechtigkeit und Unfairness reflektiere in Form einer endgültigen Eulogie.[3]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. Cook/Morton, S. 318, bzw. Filtgen/Außerbauer, S. 174.
  2. a b c Zit. nach Filtgen & Außerbauer, S. 174.
  3. Besprechung des Albums von Michael G. Nastos im All Music Guide

Artist(s)

Veröffentlichungen von John Coltrane Quartet die im OTRS erhältlich sind/waren:

Impressions Graz 1962 ¦ Crescent

John Coltrane Quartet auf Wikipedia (oder andere Quellen):

John Coltrane Quartet
Allgemeine Informationen
Genre(s)Modern Jazz
Gründung1959 bis 1960
Auflösung1965
Letzte Besetzung
Saxophon
John Coltrane
Piano
McCoy Tyner
Bass
Jimmy Garrison
Schlagzeug
Elvin Jones
Ehemalige Mitglieder
Bass
Reggie Workman (bis 1961)
Bass
Art Davis (bis 1960)
Piano
Steve Kuhn (bis 1960)

Das John Coltrane Quartet, auch klassisches John-Coltrane-Quartett genannt, ist eine Jazz-Band, die Anfang der 1960er Jahre unter der Leitung des Saxophonisten John Coltrane bestand.

Die Entwicklung der Band von 1959 bis 1965

Im Jahr 1959 wechselte der Saxophonist John Coltrane zum Plattenlabel Atlantic Records; hier hatte er mehr Möglichkeiten, auf die Gestaltung seiner Alben Einfluss zu nehmen, als dies bei Prestige Records möglich gewesen war. Den endgültigen Durchbruch brachte das überwiegend im Frühjahr 1959 aufgenommene Album Giant Steps und seine Mitwirkung am Kind of Blue-Album von Miles Davis. Coltrane wollte eine eigene Gruppe formieren; die Musiker, mit denen er spielen wollte, waren aber zunächst alle noch anderweitig verpflichtet: McCoy Tyner, dem sein musikalisches Konzept vertraut war, Art Davis und Elvin Jones.[1]

Letztlich sind die John-Coltrane-Quartette bis zum Ende des Jahres 1959 mehr oder weniger als Übergang zu betrachten; man spürt noch den mächtigen Einfluss seiner gewohnten Miles-Davis-Umgebung. Die totale Abkehr davon sollte erst 1960 erfolgen. „Durch den Vertrag mit Atlantic abgesichert, konnte er es sich erlauben, verschiedene Besetzungen auszuprobieren.“[2] Bis zur Jahreswende 1959/1960 experimentierte Coltrane mit verschiedenen Quartett-Formationen. So hatte er mit den Bassisten Ahmed Abdul-Malik, George Tucker und Paul Chambers und Schlagzeugern wie Art Taylor, Lex Humphries und Jimmy Cobb gespielt. Auch bei den Pianisten war die Lage schwierig: Nachdem er mit Wynton Kelly, Tommy Flanagan und Cedar Walton gearbeitet hatte und überlegte, auf Bobby Timmons auszuweichen, verpflichtete er 1960 für einen mehrwöchigen Auftritt in der New Yorker Jazz Gallery den Pianisten Steve Kuhn, den Bassisten Steve Davis und den Schlagzeuger Pete LaRoca.[3]

Erst im September 1960 konnte er McCoy Tyner verpflichten. Am Bass blieb Steve Davis bis zum Ende des Jahres 1960; dann wechselten Reggie Workman und Art Davis, der jedoch einen Job als Studiomusiker im NBC-Orchestra vorzog, einander ab, bis im November 1961 – während seines Gastspiels im New Yorker Village Vanguard – schließlich Jimmy Garrison zu der Gruppe stoßen sollte. Ähnlich schwierig war auch die Wahl des Schlagzeugers; auf Pete LaRoca folgte im September 1960 Billy Higgins und im Oktober 1960 endlich Elvin Jones, der mit seinem polyrhythmischen Spiel eine neue Ära des Schlagzeugspiels einläuten sollte.[4]

Mit der Besetzung John Coltrane, McCoy Tyner, Jimmy Garrison und Elvin Jones „kristallisierte sich eine der für einen gewissen Zeitraum traumhaftesten Gruppen des modernen Jazz heraus“, schrieben die Coltrane-Biographen Filtgen und Außerbauer. „Bis zur Hinwendung Coltranes zum Free Jazz beeinflusste sie den Jazz der sechziger Jahre nach allen Seiten.“ Nach einer Europatournee mit Miles Davis 1960 entstand dann im Oktober sein Erfolgsalbum My Favorite Things, noch mit dem Bassisten Steve Davis aufgenommen. Als das erste (vollständige) Album seines „klassischen Quartetts“ wurde 1962 Coltrane veröffentlicht. In der Folge wurden in dieser Besetzung die legendären Coltrane-LPs John Coltrane and Johnny Hartman 1963, Both Directions at Once: The Lost Album und Blue World (beide posthum erschienen), Crescent und A Love Supreme 1964, The John Coltrane Quartet Plays 1965, eingespielt. Für Plattenprojekte wie Ascension oder Kulu Sé Mama erweiterte Coltrane die Quartett-Formation um Musiker wie Freddie Hubbard, Archie Shepp oder Pharoah Sanders; Letzterer sollte dann ab 1965 das Quartett zum Quintett erweitern. Schlagzeuger Elvin Jones wurde auch gelegentlich von Roy Haynes vertreten; die Stücke mit Haynes wurden dann auf dem Album Dear Old Stockholm kompiliert. Mit der Hinwendung Coltranes zum Free Jazz verließ erst Pianist McCoy Tyner nach dem Album Meditations im November 1965 die Gruppe; sein Platz wurde dann von Coltranes zweiter Ehefrau Alice Coltrane eingenommen, erstmals bei dem zweiten Village Vanguard-Konzert im Mai 1966 (Live at the Village Vanguard Again!) zu hören. Nachfolger von Elvin Jones wurde Rashied Ali. Lediglich der Bassist Jimmy Garrison blieb Coltrane bis zu seinen letzten Konzerten (The Olatunji Concert: The Last Live Recording) im April 1967 verbunden.

Eine Gesamtausgabe der Studioaufnahmen des „klassischen Quartetts“ wurde 1998 unter dem Titel The Classic Quartet – Complete Impulse! Studio Recordings in einer Edition mit 8 CDs in 20-bit Super Mapping veröffentlicht.

Überblick der verschiedenen Quartett-Besetzungen

  • 26. März 1959 – Coltrane, Cedar Walton, Paul Chambers, Lex Humphries[5]
  • 4./5. Mai 1959 – Coltrane, Tommy Flanagan, Paul Chambers, Art Taylor (Giant Steps)[6]
  • 24. November und 2. Dezember 1959 – Coltrane, Wynton Kelly, Paul Chambers, Jimmy Cobb (Coltrane Jazz)[7]
  • 21. Dezember 1961 – Coltrane, McCoy Tyner, Jimmy Garrison, Elvin Jones (Ballads)
  • 2. September 1965 – Letzte Aufnahmen in der klassischen Quartett-Besetzung (Coltrane, Tyner, Garrison, Jones) für das Album First Meditations (For Quartet) (Impulse 9332)

Literatur

Einzelnachweise

  1. Kenny Mathieson Giant Steps: Bebop and The Creators Of Modern Jazz, 1945-65
  2. Ralf Dombrowski: Basis-Diskothek Jazz (= Reclams Universal-Bibliothek. Nr. 18372). Reclam, Stuttgart 2005, ISBN 3-15-018372-3, S. 53.
  3. Lewis Porter John Coltrane: His Life and Music University of Michigan Press 1998, S. 171ff.
  4. Vgl. Filtgen/Außerbauer, S. 30 f.
  5. Giant Steps, (alternate), Naima (alternate), Like Sonny (alternate)
  6. Spiral, Countdown, Syeeda's Song Flute, Mr. P.C., Cousin Mary.
  7. I'll Wait and Pray, Little Old Lady (24. November 1959) & Like Sonny, Harmonique, My Shining Hour, Naima, Some Other Blues, Fifth House

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