Kammerorchester Basel (2013)

Das Kammerorchester Basel wurde 1984 als Serenata Basel von Absolventen verschiedener Schweizer Musikhochschulen gegründet. Konzerte finden regelmässig im Rahmen der eigenen Abonnementsreihe in Basel und der Region statt. Zudem gastiert das Kammerorchester Basel auf internationalen Festivals und tritt in den Konzerthäusern europäischer Musikzentren wie London, Amsterdam, Köln, Berlin, Zürich, München, Wien, Valencia oder Paris auf

Geschichte

Bis 1998 war Johannes Schläfli Chefdirigent. 1999 erfolgte die Umbenennung zum Kammerorchester Basel. Seitdem erarbeitet das Kammerorchester seine Programme unter der Leitung eigener Konzertmeisterinnen und Konzertmeister und Gästen sowie in Zusammenarbeit mit ausgewählten Solisten wie Maria João Pires, Sol Gabetta, Nuria Rial, Christoph Prégardien, Erwin Schrott, Khatia Buniatishvili und Patricia Kopatchinskaja zusammen und Dirigenten wie Trevor Pinnock, Mario Venzago, Heinz Holliger, René Jacobs und Christophe Rousset. Seit 2015/16 ist Giovanni Antonini, mit dem das Kammerorchester Basel seit Jahren eine enge künstlerische Partnerschaft pflegt, Principal Guest Conductor.

Im Mittelpunkt der musikalischen Arbeit des Kammerorchesters steht der Anspruch, Alte und Neue Musik zu kombinieren. Das Kammerorchester Basel knüpft damit an eine Konzerttradition an, die von dem Basler Musikmäzen und Dirigent Paul Sacher ins Leben gerufen wurde (Basler Kammerorchester, 1926–1987).

Neben der Wiener Klassik und Barockprogrammen setzt sich das Orchester für die Zeitgenössische Musik ein. Jährlich vergibt das Orchester Kompositionsaufträge und wirkt bei der «Basel Composition Competition[1]» mit. Ein weiterer Bestandteil des musikalischen Schaffens ist zudem die Vermittlungsarbeit im Austausch mit Kindern und Jugendlichen[2].

Seit Januar 2013 ist die Clariant International Ltd. Sponsor des Kammerorchester Basel.[3]

CD-Einspielungen

Zahlreiche Einspielungen bei Klassiklabels wie Sony, Deutsche Harmonia Mundi und Warner Classics wurden mit Preisen ausgezeichnet.

Das Ensemble erhielt drei Mal den ECHO Klassik: in 2008 als «Bestes Ensemble» für die historisch informierten Interpretationen von Beethovens dritter und vierter Sinfonie unter Giovanni Antonini, in 2012 mit Nuria Rial für die «Operneinspielung des Jahres» und in 2015 mit Emmanuel Pahud für die «beste Konzerteinspielung des 19. Jahrhunderts»[4]

Auf die Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik wurde in 2017 die CD «Mozart Arias» mit der Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann[5], sowie in 2018 die CD «Lamentatione» mit Aufnahmen von Haydn Sinfonien auf historischen Instrumenten unter Giovanni Antonini[6] gewählt. Unter Antoninis Leitung wird das Kammerorchester Basel im Wechsel mit dem italienischen Ensemble Il Giardino Armonico bis ins Jahr 2032 alle 107 Sinfonien Joseph Haydns aufführen und auf CD einspielen[7]. Eine weitere integrale Aufführung und Einspielung ist in den kommenden drei Jahren geplant: Franz Schuberts Sinfonien unter der Stabführung Heinz Holligers.

Auszeichnungen

Als erstes Schweizer Orchester wurde das Kammerorchester Basel mit einem Schweizer Musikpreis 2019 ausgezeichnet. Das Bundesamt für Kultur schätzt damit die «besondere Vision ein klassisches Orchester zu erschaffen, jenseits der längst bestehenden Institutionen». Darüber hinaus werden die «ausgezeichneten Programme auf höchstem musikalischem Niveau» hervorgehoben sowie «neue Formen der Vermittlung, die sich nicht nur an Kenner, sondern besonders auch an Kinder und Laien richten».[8]

Die Preisverleihung fand am 20. September 2019 im Kunstmuseum Basel unter Anwesenheit des Bundesrates Alain Berset und der Direktorin des Bundesamtes für Kultur Isabelle Chassot statt.

Weblinks

Commons: Kammerorchester Basel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. BASEL COMPOSITION COMPETITION | Home. Abgerufen am 30. September 2020.
  2. Musikvermittlung. Abgerufen am 30. September 2020.
  3. Clariant Ltd Basel: Clariant verlängert Sponsoring Engagement beim Kammerorchester. Abgerufen am 30. September 2020.
  4. Preisträger | ECHO KLASSIK. Abgerufen am 30. September 2020 (deutsch).
  5. Bestenliste 1-2017. Abgerufen am 30. September 2020.
  6. Bestenliste 4-2018. Abgerufen am 30. September 2020.
  7. Haydn2032. Abgerufen am 30. September 2020.
  8. Bundesamt für Kultur: Kammerorchester Basel. Abgerufen am 30. September 2020.