Keith Jarrett ¦ Budapest Concert

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2LP (Album, Gatefold)

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GTIN: 0602507393304 Artist: Genres & Stile: ,

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Inhalt

Label

Release

Veröffentlichung Budapest Concert:

2020

Hörbeispiel(e) Budapest Concert:





Budapest Concert auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Budapest Concert
Livealbum von Keith Jarrett

Veröffent-
lichung(en)

2020

Label(s)ECM Records

Format(e)

2 CD

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

14

Länge

1:32:20

Besetzung

Aufnahmeort(e)

Béla-Bartók-Konzerthalle Budapest

Chronologie
Munich 2016
(2019)
Budapest Concert

Budapest Concert ist ein Jazzalbum von Keith Jarrett. Die im Juli 2016 bei einem Konzert in der Béla-Bartók-Konzerthalle (Bartók Béla Nemzeti Hangversenyterem), Budapest, entstandenen Aufnahmen erschienen am 30. Oktober 2020 auf ECM Records.

Hintergrund

Das Album entstand aus den Mitschnitten der Tournee 2016; es wurde vierzehn Tage vor dem – von ECM 2019 veröffentlichten – Münchner Auftritt – aufgenommen. Es gibt daher einige Ähnlichkeiten – es enthält ein Dutzend kontrastierende Stücke in Suiten-ähnlicher Form einschließlich von Zugaben, „Answer Me, My Love“ (im Original „Glaube mir“ von Gerhard Winkler und Fred Rauch) und „It’s a Lonesome Old Town“ von Harry Tobias und Charles Kisco, ein Lied aus dem Repertoire von Frank Sinatra und Nat King Cole. Die Veröffentlichung des Budapest Concert fiel in die Zeit, als der 75-jährige Pianist enthüllte, dass zwei Schlaganfälle im Jahr 2018 seine Karriere als öffentlich auftretender Musiker beendet haben könnten. Keith Jarrett sagte The New York Times, dass er den Gebrauch seines linken Armes und seiner Hand verloren habe, vielleicht für immer.[1]

Titelliste

Innenraum der Bela Bartók National Concert Hall
  • Keith Jarrett: Budapest Concert (ECM 2700)
CD 1
  1. Part I (Keith Jarrett) 14:42
  2. Part II (Keith Jarrett) 6:54
  3. Part III (Keith Jarrett) 8:10
  4. Part IV (Keith Jarrett) 7:35
CD 2
  1. Part V (Keith Jarrett) 5:13
  2. Part VI (Keith Jarrett) 3:52
  3. Part VII (Keith Jarrett) 5:45
  4. Part VIII (Keith Jarrett) 5:35
  5. Part IX (Keith Jarrett) 2:42
  6. Part X (Keith Jarrett) 8:40
  7. Part XI (Keith Jarrett) 5:54
  8. Part XII – Blues (Keith Jarrett) 4:04
  9. It’s a Lonesome Old Town (Harry Tobias, Charles Kisco) 8:01
  10. Answer Me (Gerhard Winkler, Fred Rauch) 4:55

Rezeption

Rezensionen

Wolfgang Sandner meinte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass man der Einschätzung Jarretts zustimmen könne und das Budapest Concert eine seiner besten Einspielungen überhaupt sei. Keith Jarrett habe immer eine besondere emotionale Bindung zu Ungarn gehabt und insbesondere zu ungarischer Musik, was mit der Herkunft der Großeltern mütterlicherseits aus der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie zusammenhängen mag, auch wenn beide Großelternteile slowenischer Abstammung gewesen sind. Wie die Aufnahme aus München vom 16. Juli 2016 erlebe man mit dem „Budapest Concert“ „Sternstunden in der an Sternstunden reichen Karriere Keith Jarretts; einen erstaunlichen Kosmos pianistischer Klangmöglichkeiten, brillante Musik, die sich in alle möglichen und unmöglichen Richtungen des Quintenzirkels ausbreitet, atonal darüber hinausschießt, keine metrisch-rhythmischen Beschränkungen kennt und doch stets zu schlüssigen Formen zurückfindet.“ Und immer wieder gebe es überwältigende Beispiele einer sinnlich schönen Klangkunst ohne auch nur die Spur einer ästhetisch fragwürdigen Trivialität: etwa Charles Kiscos uralten Schlager „It’s a Lonesome Old Town“, beide Male unterschiedlich interpretiert, aber beide Male mit der souveränen Melancholie, die man von keinem anderen Pianisten so zu hören bekomme.[2]

Michael Rüsenberg bestreitet hingegen, dass das Budapest Concert eine der besten Einspielungen Jarretts sei. Er vergleicht es mit dem Münchner Konzert und stellt nicht nur formale Ähnlichkeiten in mehreren Sätzen fest (diese „verwandte Performance-Struktur“ relativiere „die Leitidee von der absoluten Voraussetzungslosigkeit des Vortrages“ von Jarrett bei seinen Solokonzerten „wesentlich“). Über weite Strecken sei das Werk keineswegs künstlerisch besser als Munich 2016, auch wenn es mit dem „Part X“ eine besondere Preziose gebe: „Über lange Strecken pendelt Jarrett zwischen zwei Akkorden der linken Hand und malt, mitunter erfreulicherweise nicht fehlerfrei, mit der rechten eine Landschaft, in der er zur Hälfte ganz kurz Steine abtastet, die von der Gestalt her Eddie Harris´ „Freedom Jazz Dance“ ähneln.“[3]

John Bungey (London Jazz News) lobte vor allem den Zweiten Teil des Konzerts, dessen Musik nach den frühen unruhigen Salven umso heller leuchte. Natürlich könne man keine musikalischen Höhen erreichen, ohne zuerst durch die Ausläufer zu wandern. „Hier wird viel das Basislager umkreist – bevor er einige Nuggets entdeckt, die ihn von seiner besten Seite zeigen.“[1]

Michael Laages (NDR) meinte, Jarrett sei „frei in der Phantasie und in sich doch auch fest gebunden – kaum jemand sonst auf der Welt beherrscht diesen Zaubertrick.“ Staunen mache auch ein deutscher Schlager: „Glaube mir“ war der deutsche Titel, 1952 geschrieben vom „Caprifischer“-Komponisten Gerhard Winkler. In Jarretts Variante werde ein Traum-Song draus, weitab von jedem Kitschgefühl.[4]

Giovanni Russonello zählte das Album in The New York Times zu dem besten Veröffentlichungen im Jazz des Jahres 2020 und meinte, die Obertöne seines berühmtesten Albums „The Köln Concert“ (1975) seien offensichtlich, obwohl er sich von den langwierigen, ungebrochenen Improvisationen dieser Zeit entfernt habe und hier mit einem ungetrübten Gefühl der Klarheit spiele – besonders bei den beiden Songs, die das Album als Zugabe abschließen.[5] Auch Konstantin Rega zählte das Album im Treble Magazine zu den besten Jazzalben des Jahres 2020 und meinte, Wie seine Bremen-Lausanne-Konzerte bestehe auch dieses Set aus seinen spektakulären Improvisationen. Obwohl er sich immer von seinen vorherigen Aufnahmen unterscheide, befände sich immer noch dieser Fingerabdruck auf der Tastatur. Während „Teil I“ für seine vielen Drehungen, Wendungen, Töne und Tempi am längsten und vielleicht am wenigsten zugänglich sei, hält der Autor „Teil VII“ oder „VIII“ etwas ohrenschonender und erkennt einen fast an Maurice Ravel und Claude Debussy erinnernden Einfluss. Immer sei es ein Vergnügen, einen Meister an den Tasten zu hören..[6]

Charts und Chartplatzierungen

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[7][8][9]
Budapest Concert
 DE1706.11.2020(… Wo.)
 AT4513.11.2020(1 Wo.)
 CH1108.11.2020(… Wo.)

Budapest Concert erreichte in Deutschland Rang 17 der Albumcharts, womit es das zuvor erfolgreichste Chartalbum La fenice ablöste, dass im Jahr 2018 Rang 18 erreichte.[7] Darüber hinaus erreichte das Album die Chartspitze der deutschen Jazzcharts im November 2020.[10] In Österreich erreichte das Album Rang 45 und platzierte sich eine Woche in der Hitparade.[8] In der Schweizer Hitparade erreichte Budapest Concert mit Rang elf seine höchste Chartnotierung.[9] Für Jarrett ist dies der 20. Charterfolg in den deutschen Albumcharts sowie der 13. in der Schweiz und der zehnte in Österreich.[7][8][9]

Die Redaktion von JazzTimes listete das Album auf Rang 14 der besten Neuveröffentlichungen des Jahres.[11]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b John Bungey: Keith Jarrett – “Budapest Concert”. London Jazz News, 23. Oktober 2020, abgerufen am 25. Oktober 2020 (englisch).
  2. Wolfgang Sandner: Am bitteren Ende einer langen Wanderschaft. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Oktober 2020, abgerufen am 27. Oktober 2020.
  3. Michael Rüsenberg: Keith Jarrett: Budapest Concert *******. jazzcity.de, abgerufen am 9. Dezember 2020.
  4. Der Fundus von Keith Jarrett Konzert-Mitschnitten ist enorm. NDR, 23. Oktober 2020, abgerufen am 24. Oktober 2020.
  5. Giovanni Russonello: Best Jazz Albums of 2020. The New York Times, 2. Dezember 2020, abgerufen am 7. Dezember 2020 (englisch).
  6. Jeff Terich, Konstantin Rega u.a: Best Jazz albums 2020. Treble, 1. Dezember 2020, abgerufen am 14. Dezember 2020 (englisch).
  7. a b c Keith Jarrett – Budapest Concert. offiziellecharts.de, abgerufen am 12. Dezember 2020.
  8. a b c Keith Jarrett – Budapest Concert. austriancharts.at, abgerufen am 12. Dezember 2020.
  9. a b c Keith Jarrett – Budapest Concert. hitparade.ch, abgerufen am 12. Dezember 2020.
  10. Top 20 // Jazz-Charts November 2020. plattenladentipps.de, Dezember 2020, abgerufen am 12. Dezember 2020.
  11. JazzTuímes-Redaktion: Year in Review: The Top 40 New Jazz Releases of 2020 (20-11). Our critics vote on the year's top new releases. JazzTimes, 7. Januar 2021, abgerufen am 8. Januar 2021 (englisch).

Artist(s)

Veröffentlichungen von Keith Jarrett die im OTRS erhältlich sind/waren:

Budapest Concert ¦ Sun Bear Concerts

Keith Jarrett auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Keith Jarrett in Frankreich (2003)

Keith Jarrett (* 8. Mai 1945 in Allentown, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Pianist, der überwiegend Jazz, aber auch Klassische Musik spielt.

Jarretts Spiel war vor allem in den 1970er Jahren durch weit ausgreifende Soloimprovisationen gekennzeichnet, die in ungewöhnlich umfangreichen Livemitschnitten dokumentiert sind (u. a. Solo Concerts Bremen/Lausanne, The Köln Concert, Sun Bear Concerts).

Leben und Werk

Keith Jarrett ist der älteste von fünf Söhnen einer christlich geprägten Familie. Er hatte seit dem dritten Lebensjahr Klavierunterricht und stand als Siebenjähriger zum ersten Mal auf der Bühne. Als „Wunderkind“ spielte er weitere Konzerte. Seine Mutter und er schlugen ein Angebot zur Ausbildung bei Nadia Boulanger in Paris aus. Jarrett verbrachte ein Jahr am Berklee College of Music in Boston, dem er aber – außerordentlich begabt und spieltechnisch versiert – wenig abgewinnen konnte. Schon zuvor begann er als Barpianist seine Laufbahn als Live-Musiker.

Ab 1963 spielte er für längere Zeit mit Art Blakey zusammen. 1966 engagierte ihn der Saxofonist Charles Lloyd für seine Band, mit der er mehrere Europatourneen und auch Auftritte beim Monterey Jazz Festival und im Fillmore West absolvierte. Mitte 1968 gründete er mit dem Bassisten Charlie Haden und dem Schlagzeuger Paul Motian ein eigenes Trio, das er von 1971 bis 1976 um den Saxofonisten Dewey Redman ergänzte, das sogenannte amerikanische Quartett.

Der Durchbruch jedoch gelang Jarrett als Mitglied der Jazzrockformationen von Miles Davis, wo er zwischen 1969 und 1971 vor allem E-Piano und Orgel spielte. Erst im Anschluss trat er auch als Solokünstler auf und spielte Soloplatten ein. Bis zum Jahr 1975 spielte er rund 50 Solo-Konzerte in aller Welt. Aufnahmen wie Solo Concerts Bremen/Lausanne (1974) und The Köln Concert (1975) dokumentieren dies. Die Aufnahmen von fünf Solo-Auftritten in Japan vor 40.000 Zuhörern wurden 1978 unter dem Titel Sun Bear Concerts in einer Kassette mit zehn LPs veröffentlicht.

Ungefähr zur gleichen Zeit brachte ihn sein Produzent Manfred Eicher zu Projekten wie seinem sogenannten Europäischen Quartett mit dem Saxofonisten Jan Garbarek und der aus Palle Danielsson und Jon Christensen bestehenden Rhythmusgruppe (Belonging, 1974, My Song, 1978). Während der frühen 1970er Jahre arbeitete Jarrett aber auch mit anderen Musikern wie Freddie Hubbard, Airto Moreira, Kenny Wheeler (Gnu High, 1975) und Charlie Haden (Closeness) zusammen.

Neben den Aktivitäten im Konzertsaal begann Jarrett auch, sich für klassische Musik und im Jazz unübliche Instrumente zu interessieren. Die Alben Hymns, Spheres (1976) und Invocations – Moth and the Flame (1979) entstanden an der Riepp-Kirchenorgel in Ottobeuren, die Aufnahme In the Light brachte ihn 1973 mit dem Südfunk-Sinfonieorchester zusammen, Book of Ways (1986) präsentierte ihn am Clavichord; die während der folgenden Jahre entstandenen, mehrfach preisgekrönten, bei der Kritik umstrittenen Einspielungen von Johann Sebastian Bachs Goldberg-Variationen (1989)[1] und seines Wohltemperierten Klaviers (1987/90) spielte er zum Teil auf dem Cembalo.

Zu Beginn der 1980er Jahre, nach einer ersten großen persönlichen Krise, belebte er mit der 1983 einsetzenden Serie von Standards-Einspielungen das Broadway- und Tin-Pan-Alley-Repertoire wieder und gab im Trio mit Gary Peacock am Kontrabass und Jack DeJohnette am Schlagzeug auch dem Klaviertrio-Format neue Impulse. Seitdem folgten zahlreiche, überwiegend live aufgenommene Einspielungen dieser Gruppe, wobei die Schallplattenfirma allerdings auf eine abwechselnde Veröffentlichung mit Solo-Darbietungen (aus Paris 1988, Wien 1991 und Mailand 1995) achtete.

Jarrett litt seit 1996 für drei Jahre am chronischen Erschöpfungssyndrom. Noch während der Krankheitsphase nahm er 1998 das Solo-Album The Melody at Night, with You auf, das zunächst nur ein privates Weihnachtsgeschenk für seine zweite Frau Rose Anne war. In einem Interview äußerte Jarrett, jedes Solokonzert sei für ihn etwas ganz Besonderes, weil ihm diese Krankheit klargemacht habe, dass jedes Konzert sein letztes sein könnte. Das höre man auch seiner Musik an. Er gebe sich sichtlich Mühe, bei seinen neuen Konzerten vollkommen zu spielen und nicht mehr „einfach drauflos“ wie bei seinen berühmten Aufnahmen aus den 1980er Jahren.[2]

Außerdem setzte er seine internationale Konzerttätigkeit mit seinem Trio fort. Zu seinen wichtigsten Aufnahmen der neuesten Zeit gehören Always Let Me Go (2001), Up for It (2002) und die Solo-Doppel-CD Radiance (2005).

Die Musik von Keith Jarrett ist, wie er in einem Fernsehinterview 2005 berichtete, geprägt durch die Philosophie und Lehre Georges I. Gurdjieffs, dessen Sacred Hymns (ECM) er bereits 1980 veröffentlichte, sowie durch die Beschäftigung mit verschiedenen außermusikalischen Themenbereichen.

Keith Jarrett gab im Oktober 2020 bisher unbekannte Gesundheitsprobleme bekannt. Demnach habe er 2018 zwei Schlaganfälle erlitten; seine linke Körperhälfte sei immer noch teilweise gelähmt. Daher werde er vermutlich nie mehr live auftreten und ebenso wenig Klavier spielen können, zumindest nicht auf dem Niveau, auf dem er spielen möchte.[3]

Privates

Jarrett lebt in einem Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert in Oxford Township (New Jersey) im ländlichen Warren County. Er nutzte eine umgebaute Scheune auf seinem Grundstück als Übungsraum und Aufnahmestudio.[4]

Im Jahr 1964 heiratete Jarrett Margot Erney, eine High-School-Freundin aus Emmaus, mit der er in Boston zusammen war. Das Paar hat zwei Söhne, Gabriel und Noah. Die Ehe wurde im Jahr 1979 geschieden.[5] Von 1980 bis 2010 war er mit Rose Anne (geb. Colavito) verheiratet. Seitdem ist die Japanerin Akiko seine Frau.[6]

Jarrett hat vier jüngere Brüder, von denen zwei auch Musiker sind; Chris Jarrett ist ebenfalls Pianist und lebt in Deutschland. Sein Bruder Scott Jarrett ist als Singer-Songwriter und Produzent tätig.

Von den Söhnen aus seiner ersten Ehe ist Noah Jarrett Bassist und Komponist[7] und Gabriel Schlagzeuger.[8]

Wirkung

Keith Jarrett gehört zu den erfolgreichsten und stilprägenden Musikern der vergangenen vier Jahrzehnte und hat vor allem durch seine frühen Solo-Konzerte maßgeblich die Vorstellung vieler Menschen von zeitgenössischer Improvisation beeinflusst. Dabei baute er ein leicht verständliches, transparentes Prinzip des freien Flusses motivisch geprägter Improvisationen aus und kultivierte es. Der große Durchbruch kam 1975 schlagartig mit der Veröffentlichung seines legendären, eigentlich unter unglücklichen Umständen stattfindenden The Köln Concert, das von der damals achtzehnjährigen Konzertveranstalterin Vera Brandes organisiert wurde. Bei Kritikern und beim Publikum war das Köln Concert ein großer Erfolg. Die Platte bekam den Preis der Deutschen Phono-Akademie und wurde vom Time Magazine zu einer der „Records of the Year“ gewählt. Die Verkaufszahlen liegen bei rund 3,5 Millionen verkaufter CDs und Schallplatten. Die Platte mit ihrem markanten weißen Cover war in vielen Haushalten zu sehen und „zierte die Plattenschränke jener Zeit wie die Poster von Che Guevara in Studentenbuden ein Jahrzehnt zuvor.“ [2] Sie ist nach wie vor Jarretts bekannteste Plattenaufnahme.

Auszeichnungen

2002 wurde Jarrett in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. 2003 erhielt er den Polar Music Prize, 2004 wurde er mit dem Léonie-Sonning-Musikpreis ausgezeichnet. 2008 wurde er in die Down Beat Hall of Fame aufgenommen. 2014 erhielt er mit der NEA Jazz Masters Fellowship die höchste amerikanische Auszeichnung für Jazzmusiker.

Diskografie

Unter dem ECM-Label wurden über 40 Alben des Pianisten veröffentlicht. Zusätzlich hat er einige Aufnahmen des klassischen Repertoires herausgegeben. Hier sind vor allem die Einspielungen der Goldberg-Variationen und des Wohltemperierten Klaviers von Johann Sebastian Bach zu erwähnen, sowie die Solo-Suiten für Cembalo von Georg Friedrich Händel und auch die 24 Präludien und Fugen von Dmitri Schostakowitsch. Außerdem ist Keith Jarrett als Pianist bei Produktionen anderer Musiker wie Miles Davis, Jan Garbarek oder Kenny Wheeler vertreten.

Neben den berühmten Solokonzerten, auf denen er (mit Ausnahme der Zugaben) ausschließlich improvisierte, ist sein Jazztrio mit Gary Peacock am Bass und Jack DeJohnette am Schlagzeug sehr bekannt. Die Zusammenarbeit begann mit den Aufnahmen zu den Standards-Alben und hält bis heute an. Auf jüngeren Live-Aufnahmen versuchte sich das Trio in der freien Improvisation, während auf älteren Alben die Interpretation von Jazz-Standards betont wird.

Beachtung verdienen auch die vor allem in den 1970er Jahren entstandenen Kurzkompositionen, die er mit seinen beiden Quartetten, dem europäischen und dem amerikanischen, aufgenommen hat.

Keith Jarrett spielt neben Klavier auf manchen Aufnahmen auch Orgel, Flöte oder Saxophon.

Literatur

Filmdokumentation

  • Keith Jarrett – Der amerikanische Jazzpianist im Porträt. 2007, 30 Min., Buch und Regie: Frank Zervos und Ekkehard Wetzel, Produktion: ZDFdokukanal
  • DVD „Standards I / II“ Recorded Live 1985 und 1986 in Tokyo. 22 Standards auf 2 DVDs. 210 Minuten. Color 4:3. ECM Records 2008

Weblinks

Commons: Keith Jarrett – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  • Interview mit Wolfgang Sandner: Das Geheimnis der Tokyo Tapes. Keith Jarrett spricht erstmals über seine Krankheit, die Zukunft der Musik und die Fehler des Klaviers. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. Juli 2001.
  • Martin Kunzler: Jazz-Lexikon, 2. Auflage, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2000, Band 1, S. 618–616.
  1. allmusic.com: Bach: Goldberg Variations: Review by Richard S. Ginell (englisch)
  2. a b Das Geheimnis der Tokyo Tapes. Keith Jarrett spricht erstmals über seine Krankheit, die Zukunft der Musik und die Fehler des Klaviers. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. Juli 2001, Interview mit Wolfgang Sandner (3161 Wörter) „Ein Interview und einen Fototermin mit Keith Jarrett zu bekommen, ist ungefähr so schwierig wie die Aufzucht von Panda-Bären.“
  3. Pianist Keith Jarrett Discusses Previously Unknown Strokes. Down Beat, 21. Oktober 2020, abgerufen am 21. Oktober 2020 (englisch).
  4. wsj.com: A One-of-a-Kind Artist Prepares for His Solo
  5. articles.mcall.com: Keith Jarrett
  6. Keith Jarrett: Eine Biographie in der Google-Buchsuche
  7. noahjarrett.com (Memento vom 24. März 2018 im Internet Archive)
  8. jambands.ca: Interview with Gabe Jarrett (Memento vom 4. Februar 2018 im Internet Archive)
  9. ECM: erste Rezensionen (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)
  10. Auszeichnungen: DE

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