Lee Konitz & Martial Solal ¦ Live At The Berlin Jazz Days 1980

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1982

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Lee Konitz (2015)

Lee Konitz (* 13. Oktober 1927 in Chicago, Illinois, USA; † 15. April 2020 in Greenwich Village, New York City)[1] war ein Saxophonist des Modern Jazz. Auf seinem Hauptinstrument, dem Altsaxophon, stellte er am Ende der 1940er Jahre den einzigen originären Beitrag neben Charlie Parker dar und zugleich beginnend mit seiner ersten Einspielung von Subconscious-Lee „den wichtigsten neuen Einfluss nach diesem“. In seiner motivischen Arbeit erreichte die Soloimprovisation Martin Kunzler zufolge „einen ästhetischen und inhaltlichen Höhepunkt.“ Mit seiner linearen Spielhaltung prägte der neben Lennie Tristano „bedeutendste Cool-Innovator“ Musiker wie Paul Desmond oder Bill Evans ebenso wie Hans Koller und Albert Mangelsdorff und schließlich sogar Avantgardisten wie Anthony Braxton.[2]

Leben und Wirken

Konitz kaufte 1938 eine Klarinette und eine Selbstunterrichtungsmethode, dann 1939 ein Tenorsaxophon. Er war zunächst als Altsaxophonist bei Teddy Powell und Jerry Wald tätig, bevor er zwei Jahre das Roosevelt College besuchte. Seine ersten Aufnahmen machte Konitz 1947 und 1948 mit Claude Thornhill.

Mit 21 Jahren war er in New York Mitglied im berühmten Miles Davis/Gil Evans-Nonett, das an den Plattensessions von Birth of the Cool beteiligt war. Diese Aufnahmen (1949–50) sind einer der Ursprünge des Cool Jazz. Die Mitgliedschaft in dieser Band zeichnete ihn aus, weil er als Weißer in diese Band aufgenommen wurde, obwohl es zu dieser Zeit genügend arbeitslose afroamerikanische Altsaxophonisten gab. Gleichzeitig arbeitete er mit dem Pianisten Lennie Tristano und dem Tenorsaxophonisten Warne Marsh zusammen und nahm 1949 mit ihnen und Billy Bauer erste freie Improvisationen auf (insbesondere „Intuition“ und „Digression“, auf Crosscurrents).

Ab Anfang der 1950er entfernte er sich vom Cool Jazz: „Seine weit geschwungenen Achtel-Ketten folgen primär motivischen Entwicklungsmöglichkeiten und Idealen der inneren Symmetrie.“[2] Konitz arbeitete 1951 in Schweden (Sax of a Kind, Americans in Sweden); 1952 spielte er in Kanada mit Tristano, dann in Stan Kentons Band 1952 bis 1954; als Solist ist er 1952 zu hören auf New Concepts of Artistry in Rhythm. 1953 entstanden Aufnahmen mit Gerry Mulligan. 1954/55 leitete er in New York und Boston eigene Gruppen. Im Sommer 1955 trat er mit Tristano in einem New Yorker Restaurant auf, die Aufnahmen erschienen unter dem Titel Lennie Tristano auf Atlantic. Im Januar 1956 ging er auf Europatournee mit Hans Koller, Lars Gullin und Zoot Sims. Trotz seines künstlerischen Erfolges ging er damals aber immer wieder bürgerlichen Tätigkeiten nach, um sich die künstlerische Freiheit zu bewahren.

Konitz, der in den 1950er Jahren zahlreiche Polls gewann, konzentrierte sich Anfang der 1960er Jahre für eine Weile auf die Tätigkeit als Lehrer in Kalifornien. 1964 trat er erneut mit Tristano auf. 1965 stand er mit einem viel beachteten Solo über Donna Lee im Mittelpunkt eines auch auf Platte dokumentierten Parker-Gedächtniskonzertes in der Carnegie Hall. Er nahm wieder mit Mulligan und mit Bill Evans (Revelation) auf. Auch spielte er 1965/66 sowie 1968/69 mit verschiedenen, auch europäischen Musikern auf europäischen Festivals, darunter den Berliner Jazztagen. In dieser Zeit lebte er bei Freunden in Lörrach.

Lee Konitz in Toronto (2007)
Lee Konitz im „Roten Saal“ von Schloss Mergentheim 2015

Ende der 1960er Jahre zog es Konitz wieder zur Lehrtätigkeit zurück. Nach einigen Europareisen, Festivalauftritten, u. a. in Japan (1972), New York (1973), Berlin (1973) und Antibes (1974) und wenigen Plattenveröffentlichungen trat er erst Mitte der 1970er Jahre wieder regelmäßiger in Erscheinung. Von 1975 bis 1983 leitete er – zunächst im New Yorker Stryker’s Club – ein Nonett, mit dem er 1979 auch Europa besuchte (Live at Laren), wo er auch mit Karl Bergers Woodstock Ensemble auftrat. 1980 tourte er mit dem Orchester von Gil Evans. Als Lehrer wirkte Lee Konitz 1979/80 häufig in Kanada. Auch in den 1980er Jahren blieb er trotz verstärkter Lehrtätigkeit an Colleges, der New York University und später auch in Philadelphia international präsent.

Konitz nahm mehr als 150 Alben auf, als Leader und als Sideman. Ab den 1960er Jahren spielte er vermehrt in Europa Clubkonzerte in kleinen Formationen, häufig nur von einem Pianisten begleitet. 1972 gastierte er bei Charles Mingus and Friends in Concert; 1974 spielte er eine bis heute beachtenswerte Soloaufnahme „Lone Lee“ ein. Ein sehr großer Erfolg war die Reunion mit Warne Marsh Ende 1975. Ab 1980 tourte er bis ins hohe Alter regelmäßig durch die Jazzclubs Europas; er war oft im Studio mit jungen Formationen (z. B. in Franz Koglmanns We Thought About Duke oder dem Trio Minsarah um Florian Weber), verfolgte aber auch Avantgardeprojekte mit avancierten Musikern wie Andrew Hill, Attila Zoller, Derek Bailey oder dem Theo Jörgensmann Quartet. Konitz, der zeitweise in Köln lebte, zeigte sich auch für Musik von Debussy, Satie und Bach offen; gemeinsam mit einem Streichquartett und Ohad Talmor ging er mit dem Lee Konitz String Project auf Tournee und improvisierte über Musik des französischen Impressionismus. Im November 2000 spielte Konitz mit dem Brandenburgischen Staatsorchester bei zwei Konzerten in Frankfurt (Oder) und Potsdam das für ihn geschriebene Konzert Prisma von Günter Buhles.

Maßstabsetzende Duoaufnahmen zogen sich wie ein roter Faden durch sein Lebenswerk: Angefangen mit Billy Bauer (Rebecca, 1950) folgte die Zusammenarbeit mit Gitarrist Jim Hall, den Posaunisten Albert Mangelsdorff und Jiggs Whigham, Tenorsaxofonist Joe Henderson oder Pianist Frank Wunsch. Die LPs und CDs von Konitz erschienen bei großen Labels wie Universal, oft auch bei unabhängigen Labels wie z. B. Philology in Italien (Duoeinspielung mit Franco D’Andrea), Nabel, Pirouet und Enja in Deutschland, Nato in Frankreich oder HatHut Records in der Schweiz.

Konitz starb im April 2020 während der COVID-19-Pandemie in New York City im Alter von 92 Jahren in Greenwich Village an den Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion.[3]

Auszeichnungen und Preise

1992 erhielt er den hochdotierten Jazzpar-Preis. 1998 wurde sein Album Motion (1961) in die Wireliste The Wire’s “100 Records That Set the World on Fire (While No One Was Listening)” aufgenommen. 2009 erhielt er die NEA Jazz Masters Fellowship, die wichtigste Auszeichnung für amerikanische Jazzmusiker. 2013 wurde ihm die German Jazz Trophy verliehen.[4] 2015 wurde er in die Down Beat Hall of Fame aufgenommen.

Diskographische Hinweise

als Sideman

  • Lennie Tristano Crosscurrents
  • Miles Davis Birth of the Cool (Capitol)
  • Ralph Burns Free Forms
  • Kenny Wheeler Angel Song (ECM)

Literatur

Quellen

  1. Joe Bebco: Jazz innovator Lee Konitz has died of Covid-19 at age 92 syncopatedtimes.com vom 15. April 2020
  2. a b Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 1: A–L (= rororo-Sachbuch. Bd. 16512). 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-16512-0, S. 695.
  3. Lee Konitz, Jazz Saxophonist and Miles Davis Collaborator, Dead at 92, pitchfork.com, erschienen und abgerufen am 16. April 2020.
  4. Lee Konitz erhält Jazz Trophy für Lebenswerk, Der Standard, 9. Juli 2013

Weblinks

Commons: Lee Konitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Martial Solal (2006)

Martial Solal (* 23. August 1927 in Algier) ist ein französischer Pianist und Komponist des Modern Jazz. Seit 1950 lebt er in einem Vorort von Paris. Er gilt seit den 1950er Jahren als führender Jazz-Pianist Frankreichs. Ursprünglich ist er stark von Bud Powell beeinflusst, bezieht aber die Stilistik Lennie Tristanos ein. Marcus Gammel stellt neben seiner brillanten Technik „sein Nuancenreichtum, seine Vorliebe für starke Kontraste und seine Spontaneität hervor.“ Als Komponist hat er „eine sehr dichte, farbenreiche Klangsprache entwickelt, die immer wieder erfolgreich die Grenzen zwischen Jazz und zeitgenössischer Kompositionsmusik überschreitet.“[1]

Leben und Werk

Martial Solal hatte schon sechsjährig Klavierunterricht bei seiner Mutter, einer Opernsängerin, und hatte ab 1940 ein Interesse für Jazz, das zunächst durch Aufnahmen von Fats Waller und Art Tatum geweckt wurde. 1950 kam er nach Paris, wo er bald Arbeit in lokalen Orchestern fand, ein eigenes Quartett mit Roger Guérin bildete, aber auch mit Django Reinhardt (1953) aufnahm. Als Hauspianist im Club Saint Germain (1953, 1957–1959) begleitete er Musiker wie Don Byas, Lucky Thompson, Billy Byers, J. J. Johnson, Stan Getz, Kenny Clarke, Chet Baker oder Sidney Bechet. 1955 gründete er mit Daniel Humair und Guy Pedersen sein eigenes Trio, mit dem er ab 1959 überwiegend arbeitete. Bereits 1960 erschien seine erste Solo-LP, der später international beachtete Solo-Alben wie Nothing But Piano (1975), The Solosolal (1978), Bluesine (1983) oder zuletzt die Grammy-nominierte Live at Village Vanguard (2009) folgen. Daneben leitete Solal schon Ende der 1950er Jahre eine eigene Bigband, die er gelegentlich wieder aufleben ließ (1962, 1966). Zu Beginn der 1960er Jahre trat Solal international auf Festivals wie Newport (1963), Montreal, Monterey oder Berlin als Solist, mit seinem Trio, einem gemeinsam mit Roger Guérin geleiteten Quartett und zeitweise in einem ungewöhnlichen Trio mit zwei Bassisten (Guy Pedersen und Gilbert Rovère) auf. 1963 arbeitete er längere Zeit im New Yorker Hickory House.

Weiterhin entstanden Aufnahmen mit Lucky Thompson, André Hodeir, Wes Montgomery (The NDR Hamburg Studio Recordings), Stéphane Grappelli, Lee Konitz, Michel Portal, John Scofield, Didier Lockwood und Toots Thielemans. Seit 1981 konzertierte er häufiger mit seiner Bigband, der Solisten wie François Jeanneau, Jean-Louis Chautemps, Lee Konitz, Roger Guérin oder Christian Escoudé angehörten. Daraus wurde später seine Dodecaband und die Newdecaband, in der auch seine Tochter, die Sängerin Claudia Solal, mitwirkte. In den letzten Jahren trat er vor allem im Duo und in Soloprogrammen auf. Am 23. Januar 2019 gab er mit 91 Jahren auf der Bühne des Pariser Salle Gaveau sein letztes Konzert.[2]

Aufbauend auf seiner Kompositionsarbeit für Godards Film Außer Atem (1959) schrieb er seit den 1960er Jahren vermehrt Filmmusik. Solals Beitrag steht nach Martin Kunzler mit den einschlägigen Soundtracks von Miles Davis, Gerry Mulligan und Art Blakey gleichrangig am Beginn einer neuen Entwicklung in der Filmkomposition.[3] Weiterhin sind seine Suite Rhythmical Escape und sein Concerto für Piano und Orchester (1981) zu erwähnen. Auch schrieb er eine Reihe von Kammermusikwerken – etwa für Elżbieta Chojnacka, Marcel Azzola, Les Percussions de Strasbourg, Pierre Charial oder das Ensemble Concert Arban – sowie eine Sammlung von Klavieretüden.

Preise und Auszeichnungen

1956 erhielt er den Prix Django Reinhardt (im zweiten Jahr dessen Bestehens). Sein Album Suite For Trio mit Niels-Henning Ørsted Pedersen und Daniel Humair wurde 1979 mit dem Grand Prix du Disque ausgezeichnet. 1999 erhielt er den hochdotierten Jazzpar-Preis. 1998 wurde er als bester französischer Musiker ausgezeichnet und 2004 erhielt er den Django d’Or (Frankreich).

In Paris ist ein internationaler Klavier-Jazzwettbewerb nach ihm benannt, der Concours de piano jazz Martial Solal.

Diskografische Hinweise

Martial Solal (1988; Foto: Erling Mandelmann)
  • 1953 The Complete Vogue Recordings, Vol. 1 – Trios And Quartet (Vogue/BMG, 1953–56)
  • 1954 The Complete Vogue Recordings, Vol. 2 – Trios And Solos (Vogue/BMG, 1954–56)
  • 1955 The Complete Vogue Recordings, Vol. 1 – Trio And Big Band (Vogue/BMG, 1955–58)
  • 1965 Zo-Ko-So (MPS) mit Hans Koller und Attila Zoller
  • 1968 Key for Two (mit Pierre Michelot)
  • 1970 Sans Tambour ni Trompette (RCA)
  • 1971 En Solo (RCA)
  • 1974 Locomotion (ed. 2020), mit Bernard Lubat, Henri Texier
  • 1975 Duo in Paris (Dreyfus) mit Joachim Kühn
  • 1981 Martial Solal Big Band (Dreyfus)
  • 1983 Bluesine (Soul Note)
  • 1984 Plays Hodeir (OMD)
  • 1988 9-11 P.M. Town Hall (Label Bleu, nur auf zwei Titeln)
  • 1990 Tryptique (Adda)
  • 1993 Solal-Lockwood (JMS)
  • 1993 Improvisie Pour France Musique (JMS)
  • 1994 Triangle (JMS) mit Marc Johnson und Peter Erskine
  • 1997 Just Friends (Dreyfus) mit Gary Peacock und Paul Motian
  • 1998 Ballade du 10 Mars (Soul Note)
  • 1998 Jazz’n (e)motion (BMG/RCA)
  • 1997 Plays Ellington (Dreyfus)
  • 1999 Contrastes: The Jazzpar Price (Storyville)
  • 2005 Martial Solal & Dave Douglas Rue de Seine (CAMjazz)
  • 2017 Martial Solal & Dave Liebman: Masters in Bordeaux (Sunnyside)
  • 2018 My One and Only Love - Live at Theater Gütersloh (Intuition Records)
  • 2021 Coming Yesterday (Live at Salle Gaveau 2019) (Challenge Records)[2]

Filmografie

  • 1959: Zwei Männer in Manhattan (Deux hommes dans Manhattan)
  • 1960: Affäre einer Nacht (L'affaire d'une nuit)
  • 1960: Das Testament des Orpheus (Le testament d’Orphée)
  • 1960: Außer Atem (À bout de souffle)
  • 1961: Eva und der Priester (Léon Morin, prêtre)
  • 1962: Verlockung (Svenska flickori i Paris)
  • 1962: Die Feinde (Les ennemis)
  • 1964: Der Boss hat sich was ausgedacht (Échappement libre)
  • 1965: Drei Zimmer in Manhattan (Trois chambres à Manhattan)
  • 1995: Jean Seberg – American Actress

Literatur

Weblinks

Commons: Martial Solal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. vgl. W. Kampmann Reclams Jazzlexikon, S. 492f.
  2. a b Fulminanter Abschied von der Konzertbühne. NDR, 23. April 2021, abgerufen am 28. April 2021.
  3. Martin Kunzler Jazz-Lexikon, S. 1256

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