LP, 2014
LP auf dem ZMF 2018 in Freiburg

LP (* 18. März 1981[1][2] (nach anderer Quelle 1968[3]) in Huntington, New York als Laura Pergolizzi) ist eine US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin.

Leben und Karriere

Laura A. Pergolizzi wurde in Huntington auf Long Island, als zweites Kind des Anwalts Richard Pergolizzi und der ehemaligen Opernsängerin Marie Pergolizzi (1986 an Krebs verstorben) geboren; sie ist italienischer und irischer Abstammung.[4] Ihr älterer Bruder Richard Pergolizzi ist ein Radiologe in Fairfax, Virgina. Sie besuchte die Walt Whitman High School in Huntington,[5] dann die Universität Albany, und zog, nachdem sie in Englischer Literatur graduierte, nach London. Dort traf sie ihre Freundin (und Bassistin) Alicia Godsberg, mit der sie schon ab 1991 Songs komponiert hatte.[6]

Beide zogen nach New York zurück und gründeten 1995 eine Band namens Lionfish, bezogen auf beider Sternzeichen (Löwe und Fische). Too Much Love, die erste Lionfish-CD wurde 1997 veröffentlicht danach folgte Concrete in 2000. In dieser Zeit jobbte LP in Bars und Restaurants und nahm Gesangsunterricht.[7] David Lowery von der Band Cracker sah LP in der Lionfish Performance, stellte sie als Backing-Sänger ein auf „Cinderella“, einem versteckten Track auf dem 1998 erschienenen Album der Band, Gentleman’s Blues[8] und nahm sie als Gast mit auf eine Tour seiner Band, woraufhin sie ihre Band Lionfish verließ. Weiterhin hatte er Anteil an der Produktion ihres ersten Studioalbums Heart Shaped Scar, das 2001 über Koch Records erschien.[9] Es folgte 2004 das zweite Album mit dem Namen Suburban Sprawl & Alcohol, das sie mit der Produzentin und Komponistin Linda Perry (ex-4 Non Blondes) erarbeitet hatte. Trotz einiger guter Kritiken blieb das Album weitestgehend erfolglos.[10] Das Lied Wasted wurde einige Jahre später als Theme Song für die Staffeln 2 und 3 der Fernsehserie South of Nowhere auf TeenNick verwendet. Auch die MTV-Serie The Hills verwendete mit Damage Is Done ein Lied von dem Album.[11][12]

2006 besuchte LP die Musikmesse South by Southwest (SXSW), wo verschiedene Plattenfirmen ihr Interesse bekundeten und ein regelrechter Bieterkrieg entstand. Schließlich unterschrieb sie bei der Def Jam Music Group, wo sie allerdings nur wenige Monate blieb.[13] Nach künstlerischen Differenzen wechselte sie 2007 zu SoBe Entertainment.[10] Das Lied Love Will Keep You Up All Night, das sie zusammen mit Billy Mann geschrieben hatte, wurde auf dem Album Unbreakable der wiedervereinigten Backstreet Boys verwendet. 2009 begann LP für verschiedene Künstler als Songwriter tätig zu werden. Insbesondere auf dem Album Superficial von Heidi Montag stammen mehrere Songs, darunter die Single More Is More, aus ihrer Feder. Weitere Künstler, für die sie tätig war, waren Cathy Dennos und Erik Hassle.[13]

2010 zog LP nach Los Angeles und unterschrieb bei RedOne.[13] Für Rihannas fünftes Studioalbum schrieb sie die Hitsingle Cheers (Drink to That). Außerdem war sie Co-Autorin von Christina Aguileras Top-Hit Beautiful People aus dem Soundtrack zum Film Burlesque. 2011 war sie für den The-Voice-Finalisten Vicci Martinez tätig. Sie schrieb das Lied Afraid to Sleep.[14] Ihr eigener Song Into the Wild wurde im September 2011 für einen Werbespot der Citibank verwendet und machte die Künstlerin auch einem Mainstream-Publikum bekannt.[11]

2012 unterschrieb sie bei Warner Bros Records. Es folgte 2012 ihr Majordebüt, die EP Into the Wild: Live at the EastWest Studios.[14] Sie trat anschließend auf diversen Festivals wie dem SXSW und dem Lollapalooza auf. 2012 wurde sie „Artist of the Week“ in der Modezeitschrift Vogue.[10] Außerdem schloss sie einen Endorsement-Deal mit Martin Guitar ab.[15] Zudem veröffentlichte sie eine Reihe von Coverversionen auf Video. Diese entstanden unter dem Titel The Ukulele Sessions auf YouTube.[14]

Am 3. Juni 2014 erschien ihr drittes Album Forever for Now, auf dem sie unter anderem mit Billy Steinberg, Isabella Summers (Florence and the Machine), Josh Alexander, Claude Kelly, Justyn Pilbrow, Carl Ryden und Rob Kleiner zusammenarbeitete. Produzent war Rob Cavallo, der bereits mit Green Day und My Chemical Romance zusammenarbeitete.[14][12][16] Das Album erreichte Platz 132 der Billboard 200 und war damit ihr erster Charterfolg.[17]

2016 erschien ihre Single Lost on You, die der Sängerin zum internationalen Durchbruch verhalf: In Griechenland und Frankreich erreichte das Lied die Spitzenposition der Charts und auch in Österreich, der Schweiz und in Italien gelangen der Single Top-5-Platzierungen. Zudem wurde das Lied in Italien mit Dreifachplatin ausgezeichnet. Außerdem sang sie 2016 den Song Back Where I Belong von den schwedischen Musikproduzenten und DJs Avicii und Otto Knows.[18]

Laura Pergolizzi ist mit Lauren Ruth Ward verlobt, die sie ganz am Ende des offiziellen Videoclips zu Lost on You küsst. Lauren Ruth Ward ist auch in den Videos zu Thightrope, Other People und When We Are High zu sehen.

Musikstil

LP spielt Indie-Rock mit Einflüssen aus dem Pop. Sie konzentriert sich auf ihren ersten Alben auf Ukulele und Stimme, eingespannt in eine an Bob Dylan erinnernde Musik.[10] Obwohl sie songwriterisch im Mainstream-Pop und im Contemporary R&B tätig ist, fand man derlei Einflüsse in ihren eigenen Liedern selten. Erst mit ihrem Album Forever for Now finden sich einige Anklänge an den Pop, insbesondere durch die Produktion von Cavallo. So sind einige Lieder mit Dance Beats unterlegt, während ihr Gesang allerdings weiterhin eher in Richtung von Singer-Songwriter der 1970er Jahre geht und dezent an Van Morrison und Tim Buckley erinnert.[19][20][16] Der Song Lost on You bricht jedoch mit diesen Charakteristiken.

Diskografie

Alben

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[17]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DEAT ATCH CHUK UKUS US
2001Heart-Shaped Scar
Erstveröffentlichung: 2001
2004Suburban Sprawl and Alcohol
Erstveröffentlichung: 29. Juni 2004
2014Forever For NowUS132
(1 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 2. Juni 2014
Verkäufe: US: 16.000
2016Lost on YouDE50
(7 Wo.)DE
AT34
(7 Wo.)AT
CH7
(34 Wo.)CH
UK17
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 9. Dezember 2016
Verkäufe: + 205.000
2018Heart to MouthCH22
(6 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 7. Dezember 2018
Verkäufe: + 10.000

EPs

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[17]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DEAT ATCH CHUK UKUS US
2012Into the Wild: Live at EastWest Studios
Erstveröffentlichung: 24. April 2012
Spotify Sessions
Erstveröffentlichung: 2. Oktober 2012
2016Death ValleyCH41
(7 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 17. Juni 2016
Verkäufe: 13.000

Singles

JahrTitel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[17]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DEAT ATCH CHUK UKUS US
2015Lost on You
Lost on You
DE42
Gold
Gold

(15 Wo.)DE
AT4
(17 Wo.)AT
CH5
Platin
Platin

(39 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 20. November 2015
Verkäufe: + 675.000

Weitere Singles

  • 2012: Into the Wild
  • 2014: Night Like This
  • 2014: Someday
  • 2015: Muddy Waters
  • 2016: Other People
  • 2018: N’oublie pas (mit Mylène Farmer)
  • 2018: Girls Go Wild
  • 2018: Recovery

Songwriting

Gastbeiträge
JahrTitelKünstlerAlbumLabel
2007Love Will Keep You Up All NightBackstreet BoysUnbreakableJive
2010Standing Where You Left MeErik HassleTaken EPRoxy/EMI/Universal
More Is MoreHeidi MontagSuperficialWarner Bros.
TwistedHeidi MontagSuperficialWarner Bros.
Hey BoyHeidi MontagSuperficialWarner Bros.
Love It or Leave ItHeidi MontagSuperficialWarner Bros.
Beautiful PeopleChristina AguileraBurlesque: Original Motion Picture SoundtrackRCA Records
2011Cheers (Drink to That)RihannaLoudIsland Def Jam
You Don’t Get to KnowHitomiAvex/Japan
Waiting Outside the Lines (Remix)Greyson Chance feat. ChariceGeffen
Afraid to Sleep (The Voice)Universal Republic
I’m Still HotViolent Lips
2012HappeningChiddy BangEMI Records
Hi-Roller BabyJoe WalshAnalog ManConcord Music
Shine Ya LightRita OraOraRoc Nation
LolitaThe VeronicasSire Records
FingerprintLeona LewisGlassheartSony Music
2013RedCherCloser to the TruthWarner Bros.
PrideCherCloser to the TruthWarner Bros.
2014Tidal WaveKarminPulsesEpic
HumanCher LloydSorry I’m LateEpic
Line of FireThe VeronicasThe VeronicasSony Music
2015Mirror ManElla HendersonChapter OneSyco

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Silberne Schallplatte

Goldene Schallplatte

  • AustralienAustralien Australien
  • BelgienBelgien Belgien
    • 2016: für die Single Lost on You
  • ItalienItalien Italien
    • 2019: für die Single Girls Go Wild
  • PolenPolen Polen
    • 2017: für das Album Death Valley
    • 2019: für die Single Girls Go Wild
    • 2019: für das Album Heart to Mouth

Platin-Schallplatte

  • FrankreichFrankreich Frankreich
    • 2017: für das Album Lost on You
  • ItalienItalien Italien
    • 2017: für die Single Other People
    • 2018: für das Album Lost on You
  • NeuseelandNeuseeland Neuseeland
    • 2011: für die Autorenbeteiligung Cheers (Drink to That) (Rihanna)
  • NorwegenNorwegen Norwegen
    • 2021: für die Single Lost on You
  • PolenPolen Polen
    • 2016: für die Single Lost on You

2× Platin-Schallplatte

  • PolenPolen Polen
    • 2020: für das Album Lost on You
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
    • 2015: für die Autorenbeteiligung Cheers (Drink to That) (Rihanna)

3× Platin-Schallplatte

  • AustralienAustralien Australien
    • 2015: für die Autorenbeteiligung Cheers (Drink to That) (Rihanna)

4× Platin-Schallplatte

  • ItalienItalien Italien
    • 2016: für die Single Lost on You

Diamantene Schallplatte

  • FrankreichFrankreich Frankreich
    • 2017: für die Single Lost on You

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/RegionAus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Auszeichnungen, Verkäufe, Quellen)
Silver record icon.svg SilberGold record icon.svg GoldPlatinum record icon.svg PlatinDiamond record icon.svg DiamantVer­käu­feQuel­len
Australien (ARIA) Australien (ARIA)0! SGold record icon.svg Gold1Platinum record icon.svg 3× Platin30! D245.000aria.com.au
Belgien (BEA) Belgien (BEA)0! SGold record icon.svg Gold10! P0! D15.000ultratop.be
Deutschland (BVMI) Deutschland (BVMI)0! SGold record icon.svg Gold10! P0! D200.000musikindustrie.de
Frankreich (SNEP) Frankreich (SNEP)0! S0! GPlatinum record icon.svg Platin1Diamond record icon.svg Diamant1350.000snepmusique.com
Italien (FIMI) Italien (FIMI)0! SGold record icon.svg Gold1Platinum record icon.svg 6× Platin60! D325.000fimi.it
Neuseeland (RMNZ) Neuseeland (RMNZ)0! S0! GPlatinum record icon.svg Platin10! D15.000nztop40.co.nz
Norwegen (IFPI) Norwegen (IFPI)0! S0! GPlatinum record icon.svg Platin10! D60.000ifpi.no
Polen (ZPAV) Polen (ZPAV)0! SGold record icon.svg 3× Gold3Platinum record icon.svg 3× Platin30! D90.000bestsellery.zpav.pl
Schweiz (IFPI) Schweiz (IFPI)0! S0! GPlatinum record icon.svg Platin10! D30.000hitparade.ch
Vereinigte Staaten (RIAA) Vereinigte Staaten (RIAA)0! S0! GPlatinum record icon.svg 2× Platin20! D2.000.000riaa.com
Vereinigtes Königreich (BPI) Vereinigtes Königreich (BPI)Silver record icon.svg Silber10! G0! P0! D200.000bpi.co.uk
InsgesamtSilver record icon.svg Silber1Gold record icon.svg 7× Gold7Platinum record icon.svg 18× Platin18Diamond record icon.svg Diamant1

Weblinks

Commons: LP (Laura Pergolizzi) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bio. In: LP Blog Official. 17. März 2018, abgerufen am 20. Mai 2020 (amerikanisches Englisch).
  2. Martina Dessì: Concerti di LP in Italia nel 2020 da Torino a Marostica: biglietti in prevendita. 17. Dezember 2019, abgerufen am 20. Mai 2020.
  3. LP bei laut.de
  4. Bio. In: LP Blog Official. 17. März 2018, abgerufen am 13. Dezember 2018 (amerikanisches Englisch).
  5. Reconnect with friends from Classmates Test High School, find reunions, view yearbook photos and more. Abgerufen am 2. April 2021 (englisch).
  6. These days. By Gordon Haber & Laura Pergolizzi, Maybe the rain, Back to Boston. Abgerufen am 23. Dezember 2018.
  7. Stephan Boissonneault: Indie songstress LP took opera lessons to control her wild voice | Vue Weekly. Abgerufen am 23. Dezember 2018 (amerikanisches Englisch).
  8. Who Is L.P.? ehemalige offizielle Website, abgerufen am 29. August 2016.
  9. News. ehemalige Offizielle Website, abgerufen am 29. August 2016.
  10. a b c d Freddie Campion: Artist of the Week: LP. Vogue, 30. Mai 2012, abgerufen am 29. August 2016.
  11. a b LP bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 28. August 2016.
  12. a b Gary Graff: LP Focuses on LP With First Album in a Decade. Billboard.com, 3. Juni 2014, abgerufen am 29. August 2016.
  13. a b c Jamie Gumbrecht: Songwriter LP goes into the wild – as a singer. CNN, 26. April 2012, abgerufen am 29. August 2016.
  14. a b c d Dan Hyman: Listen Up: LP. Elle, 30. August 2012, abgerufen am 29. August 2016.
  15. Martin Ambassador. Martin Guitar, abgerufen am 29. August 2016.
  16. a b Kelly McCartney: LP: Forever for Now. Popmatters.com, 12. September 2014, abgerufen am 29. August 2016.
  17. a b c d Chartquellen:
  18. Soundcloud: Otto Knows ft. Avicii – Back Where I Belong. Abgerufen am 26. Juli 2017.
  19. LP: Forever for Now: AllMusic Review by Stephen Thomas Erlewine bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 29. August 2016.
  20. Grant britt: LP – Forever for Now. (Nicht mehr online verfügbar.) NoDepression.com, 19. Juni 2014, archiviert vom Original am 29. August 2016; abgerufen am 29. August 2016.