Meshuggah ¦ obZen

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2LP (Album, Gatefold)

Nicht vorrätig

GTIN: 4251981703275 Artist: Genres & Stile: , , ,

Zusätzliche Information

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Inhalt

Ausgabe

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Label

Release

Veröffentlichung obZen:

2008

Hörbeispiel(e) obZen:

obZen auf Wikipedia (oder andere Quellen):

obZen ist das sechste Studioalbum der schwedischen Progressive-Metal-Band Meshuggah. Es wurde am 7. März 2008 über Nuclear Blast veröffentlicht. Es ist das erste Album mit dem Bassisten Dick Lövgren, der die Band seit 2004 live unterstützt.

Entstehungsgeschichte

Der neue Bassist Dick Lövgren live 2008

Im März 2007 begannen die Aufnahmen für das Album im Tonstudio „Fear and Loathing“ in Stockholm. Für die Schlagzeugspuren wurde, im Gegensatz zum Vorgängeralbum Catch Thirtythree, auf den Drumcomputer „Drumkit From Hell“ zum Großteil verzichtet und das Schlagzeug wieder live eingespielt. Ende Oktober 2007 wurden die Aufnahmen zu obZen fertiggestellt.[1] Tomas Haake, der Hauptsongwriter, wurde im Schlagzeug- und Perkussion-Magazin Modern Drummer zum besten Schlagzeuger in der Kategorie Metal gewählt.[2]

Ursprünglich war das Album für November 2007 geplant, rechtzeitig vor einer Europatournee mit The Dillinger Escape Plan. Nachdem die Aufnahmen jedoch länger dauerten als geplant, wurde die Tour gestrichen. Später äußerte sich die Band auf ihrer offiziellen Website dazu und ließ verlautbaren, dass durch den verschobenen Veröffentlichungstermin die Promotion des Albums warten müsse und dass sie sich voll und ganz auf die Fertigstellung ihrer Aufnahmen konzentrieren wollen.[3][4]

Zum Lied „Bleed“ wurde ein Video gedreht, das am 13. Januar 2008 veröffentlicht wurde. Produziert und geschrieben wurde es von Ian McFarland.[5] Zusätzlich wurde ein Schlagzeug-Wettbewerb veranstaltet. Jeder Schlagzeuger bekam die Möglichkeit, zu „Bleed“ zu spielen und seine beste Reproduktion als Video via YouTube oder Myspace zu veröffentlichen. Tomas Haake persönlich stellte die Jury und bewertete die abgegebenen Versuche.[6]

2023 erschien zum 15. Jubiläum der Erstveröffentlichung eine von Thomas Eberger und Sofia von Hage (Stockholm Mastering) neu abgemischte Version des Albums.[7]

Stil

Laut Gitarrist Mårten Hagström ist obZen stilistisch ein Schritt zurück zu den Wurzeln:

„Bei uns ist jede neue Platte immer eine Reaktion auf das Vorgängerwerk. „Catch 33“ war ein monolithischer, Albtraumartiger Soundtrack, der nur aus einem 47-minütigen Song bestand. Nach langer, langer Zeit haben wir uns diesmal endlich wieder darauf gefreut, Songs mit richtigem Songcharakter aufnehmen zu können. Des Weiteren sind wir immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen, und die Herausforderung für „ObZen“ bestand darin, zurück zu den Wurzeln zu gehen und trotzdem den gesamten MESHUGGAH-Kosmos irgendwie mit einzubinden, um daraus etwas Neues zu kreieren.“

Mårten Hagström: Interview mit Rock Hard[8]

Hintergrund

Der Titel des Albums ist ein Wortspiel aus den beiden Wörtern „obscene“ (englisch für „obszön“) und „Zen“.[9] Er steht metaphorisch für die Menschheit, die versucht, ihren inneren Frieden durch Blutvergießen und Habgier zu finden.[9]

Das Albumcover zeigt eine männliche Person mit drei Armen im Lotossitz, im Moment des perfekten Zen. Die Person ist blutüberströmt und hält die Augen geschlossen.[10] Während die Dreiarmigkeit ein Symbol für die hinduistische Gottheit Ardhanarishvara darstellt, formen die Hände, die durch Blut besonders hervorgehoben wurden, jeweils eine Sechs. Die daraus resultierende vor allem im Okkultismus wichtige Zahl Sechshundertsechsundsechzig sorgte dafür, dass in den Vereinigten Staaten das Cover zensiert wurde, wodurch das Album nur noch mit einem Schuber, der die Szene einschränkt, verkauft werden darf.[11] Das Cover wurde von Joachim Luetke, der auch das Dimmu-Borgir-Album In Sorte Diaboli kreierte, entworfen.[12] Die untere Hälfte des Bildes wurde mit Hilfe eines weiblichen Models erstellt, da das männliche Model nicht im Stande war, im Lotossitz zu sitzen.

Titelliste

Nr.TitelLängeMusikText
1Combustion4:09ThordendalHaake
2Electric Red5:51Hagström, HaakeHaake
3Bleed7:23ThordendalHaake
4Lethargica5:47HagströmHaake
5Obzen4:24HagströmHaake
6This Spiteful Snake4:52Hagström, HaakeHaake
7Pineal Gland Optics5:12ThordendalHaake
8Pravus5:10HagströmHaake
9Dancers to a Discordant System9:36ThordendalHaake

Rezeption

Das Album verkaufte sich in den Vereinigten Staaten innerhalb der ersten Woche über 11.400 Mal und im Laufe des ersten halben Jahres wurden etwa 50.000 Exemplare verkauft.[17] In Schweden erreichte obZen Platz 16 der Albumcharts und auch in den Vereinigten Staaten stieg es auf Platz 59 der Billboard-200-Charts ein.[16] Im Vereinigten Königreich erreichte das Album Platz 151 der Charts.

Rock Hard-Schreiber Volkmar Weber beschreibt das Album als „eine erneute Demonstration des musikalisch Machbaren“ und vergibt die Note 9.[18] Oliver Schneider, Journalist des Webzines Powermetal.de bezeichnet das Album als „die vertonte Weltherrschaft“.[19]

Petra Schurer vom deutschen Metal Hammer vergibt die Höchstnote 7 in der Kategorie „Progressive Metal“ und lobt vor allem die Komplexität des Albums und die musikalischen Kompetenzen der Musiker:

„[Meshuggah] besitzen überragende instrumentale Fähigkeiten, spielen und nutzen sie voll aus, schrauben aber immer dann eine Stufe runter, wenn die Gefahr besteht, dass ein Lied ins willenlos Technische abdriftet. Das gelingt nur wenigen.“

Petra Schurer: CD-Review[20]

Einzelnachweise

  1. Meshuggah: New Album Title Revealed (Memento des Originals vom 13. Dezember 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.roadrunnerrecords.com blabbermouth.net, Nov. 12, 2007; abgerufen am 3. November 2008
  2. Meshuggah – Tomas Haake ist Metal Drummer #1. stormbringer.at; abgerufen am 3. November 2008
  3. Meshuggah – The Dillinger Escape Plan - Tour cancelled. meshuggah.net, 11. September 2007; abgerufen am 3. November 2008
  4. Meshuggah Explains The Dillinger Escape Plan Tour Cancellation (Memento desOriginals vom 3. März 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.roadrunnerrecords.comblabbermout.net, Sep. 11, 2007; abgerufen am 3. November 2008
  5. Meshuggah: ‘Bleed’ Video Available. (Memento desOriginals vom 19. Mai 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.roadrunnerrecords.com blabbermouth.net, May 14, 2008; abgerufen am 3. November 2008
  6. Meshuggah ‘Bleed’ Video Drumming Competition. (Memento desOriginals vom 12. März 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.roadrunnerrecords.com blabbermouth.net, Mar. 18, 2008; abgerufen am 4. November 2008
  7. Meshuggah: neue remasterte Single „Bleed“ veröffentlicht, 15 Jahre „ObZen“, Time for Metal, René Wolters, 31. März 2023
  8. Interview mit Mårten Hagström.@1@2Vorlage:Toter Link/www.rockhard.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2022. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. rockhard.de; abgerufen am 3. November 2008
  9. a b Meshuggah: New Song ‘Bleed’ Available On MySpace (Memento desOriginals vom 22. April 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.roadrunnerrecords.com blabbermouth.net:, Feb. 5, 2008; abgerufen am 3. November 2008
  10. Abbildung des Covers @1@2Vorlage:Toter Link/www.nuclearblast.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. nuclearblast.de; abgerufen am 3. November 2008
  11. Meshuggah - “obZen” Cover in USA zensiert! stormbringer.at; abgerufen am 4. November 2008
  12. Meshuggah – Nuclear Blast Video Cast – Episode Two – Part 3 – Interview youtube.com; abgerufen am 3. November 2008
  13. Chartquellen: obZen in den deutschen Charts offiziellecharts.de; abgerufen am 7. April 2023
  14. obZen in der Schweizer Hitparade hitparade.ch; abgerufen am 3. November 2008
  15. Meshuggah in den schwedischen Charts swedishcharts.com; abgerufen am 4. November 2008
  16. a b Artist Chart History – Meshuggah billboard.com; abgerufen am 4. November 2008
  17. Meshuggah’s ‘obZen’ Cracks 50,000 U.S. Sales Mark. (Memento desOriginals vom 18. September 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.roadrunnerrecords.com blabbermouth.net, Sep. 17, 2008; abgerufen am 3. November 2008
  18. CD-Review rockhard.de; abgerufen am 4. November 2008
  19. CD-Review powermetal.de; abgerufen am 4. November 2008
  20. CD-Review (Memento desOriginals vom 26. Juni 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.metal-hammer.de metal-hammer.de; abgerufen am 4. November 2008

Artist(s)

Veröffentlichungen von Meshuggah die im OTRS erhältlich sind/waren:

The Violent Sleep Of Reason ¦ Immutable ¦ Nothing ¦ obZen ¦ Koloss

Meshuggah auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Meshuggah (von hebräisch מְשׁוּגָּע meschuga für ‚verrückt‘, siehe auch meschugge) ist eine schwedische Metal-Band aus Umeå. Ihre Musik enthält Elemente diverser Metal-Stile (beispielsweise Thrash- und Death Metal) mit starken Jazz-Einflüssen. Aufgrund der komplexen Rhythmiken und Tempowechsel ist auch die Einordnung zum Progressive Metal üblich. Die Band selbst klassifiziert sich als Experimental Metal.[1]

Geschichte

Tomas Haake, 2005

1985–1989: Entstehung

Die Ursprünge der Band liegen in der Band Metallien, die 1985 von Sänger Roger Olofsson, den Gitarristen Peder Gustafsson und Fredrik Thordendal, dem Bassisten Janne Wiklund und dem Schlagzeuger Örjan Lindmark gegründet wurde. Nach einigen Demos löste sich Metallien auf und Fredrik Thordendal spielte mit anderer Besetzung und unter anderem Namen weiter.

Die Band Meshuggah wurde ursprünglich 1987[2] von Sänger Jens Kidman, Gitarrist Johan Sjörgen, Bassist Jörgen Lindmark und Schlagzeuger Per Sjögren gegründet. Jens Kidman verließ diese Besetzung von Meshuggah nach der Aufnahme einiger Demos wieder und gründete die Band Calipash, gemeinsam mit Gitarrist Torbjörn Granström, Bassist Peter Nordin und Schlagzeuger Niclas Lundgren.

Während sich die übrigen Mitglieder von Meshuggah trennten, erfolgten auch bei Calipash Umstrukturierungen. Fredrik Thordendal ersetzte Granström an der Gitarre und gemeinsam mit Thordendal entschied sich Kidman, den Namen seiner ursprünglichen Band, Meshuggah, zu übernehmen.

1989–1995: Contradictions Collapse und Destroy Erase Improve

1989 brachte Meshuggah ihre erste Aufnahme, eine auf 1000 Stück limitierte 12" Vinyl-EP mit dem Namen Psykisk Testbild, heraus und unterzeichnete im November desselben Jahres[2] einen Plattenvertrag mit dem deutschen Plattenlabel Nuclear Blast. Danach übernahm Tomas Haake das Schlagzeug und ersetzte somit Lundgren. Das erste Studioalbum, Contradictions Collapse, wurde 1991 veröffentlicht.

Jens Kidman konzentrierte sich von nun an ausschließlich auf den Gesang und ein weiterer Gitarrist wurde benötigt. Diesen fand man in Mårten Hagström, welcher bereits in seiner Jugend mit Haake gespielt hatte. 1993 wurde in dieser neuen Konstellation die EP None auf den Markt gebracht. Im Jahr 1994 begann man mit den Aufnahmen für die EP Selfcaged, welche aber aufgrund zweier Unfälle erst 1995 veröffentlicht wurde. Der Zimmermann Thordendal hatte sich bei der Arbeit die Spitze seines linken Mittelfingers abgetrennt und Haake verletzte sich an der Hand durch ein Schleifgerät. Aufgrund dieser Umstände konnte die Band einige Monate lang nicht spielen.

Zu Beginn des Jahres 1995 wurde ihr zweites Album Destroy Erase Improve aufgenommen und im Anschluss daran begann eine zweimonatige Europatour mit Machine Head. Während dieser Tour wurde Peter Nordin krank und musste notgedrungen nach Schweden zurückkehren. Meshuggah entschied, die Tour vierköpfig zu Ende zu spielen, obwohl ihnen von Machine Head-Bassist Adam Duce angeboten wurde, kurzfristig einzuspringen. Für den Bass sorgte auf einigen Konzerten Thordendal, welcher durch ein Guitar Rig spielte oder Hagström, der mithilfe eines Pitch Shifters seine Gitarre um eine Oktave tiefer spielte. Im Mai 1995 wurde Destroy Erase Improve veröffentlicht. Im Herbst desselben Jahres gingen sie mit Clawfinger auf eine kurze Tour durch Skandinavien und Deutschland. Die ersten Konzerte der Tour spielten sie ohne Bassisten, da Peter Nordin die Band verließ. Für das Konzert in Hamburg sprang Gustaf Hielm ein, der früher bei der schwedischen Punkband Charta 77 gespielt hatte. Ende 1995 ging Meshuggah außerdem auf eine einmonatige Tour mit Hypocrisy.

1996–2002: Chaosphere und Nothing

Thordendal arbeitete im Jahr 1996 fast ausschließlich für sein Soloalbum, welches im März 1997 unter dem Namen Sol Niger Within in Schweden veröffentlicht wurde. The True Human Design, die vierte EP, wurde im Herbst 1997 nach einigen Aufschüben des Plattenlabels veröffentlicht. Zeitgleich wurde auch Sol Niger Within in Amerika auf den Markt gebracht.

Im Januar 1998 trat Gustaf Hielm endgültig in die Band ein, nachdem er mehr als zwei Jahre als Live- und Studiomusiker für Meshuggah spielte. Das Album Contradictions Collapse wurde mit vier Bonustracks von der EP None über Nuclear Blast neu veröffentlicht. Im Mai wurde mit den Aufnahmen für das dritte Studioalbum Chaosphere begonnen, welches nach einigen Aufschüben durch das Plattenlabel im November desselben Jahres veröffentlicht wurde. Im Anschluss daran ging Meshuggah mit Entombed auf Tour durch Skandinavien.

Zu Beginn des Jahres 1999 wurde eine Tour durch die Vereinigten Staaten angekündigt, später jedoch abgesagt. Mit Slayer kam es dann einige Zeit später dennoch zu einer Amerika-Tournee. Die amerikanische Presse huldigte Chaosphere und ihren Auftritten und zahlreiche Magazine wurden auf die Band aufmerksam.

Im Jahr 2000 wurde die Kompilation Rare Trax veröffentlicht, nachdem erste Gerüchte über ein neues Album von der Band vorerst dementiert wurden. Hierbei handelt es sich um eine Sammlung von Demos und seltenen Aufnahmen, wie der Psykisk Testbild EP. Bassist Gustaf Hielm verließ die Band im Juli 2001. Gemeinsam mit Tool ging Meshuggah erneut auf Tour durch die Vereinigten Staaten, wo sie erste Konzerte vor mehr als 100.000 Menschen spielten.

2002 wurden drei Songs im hauseigenen Studio mit programmiertem Schlagzeug unter Verwendung des Drumkit from Hell, einem Software-Synthesizer, aufgenommen und als Demo veröffentlicht. Im Mai wurde mit den Aufnahmen für das neue Album begonnen. Diese nahmen ungefähr 5 bis 6 Wochen in Anspruch. Kurz darauf spielte die Band wieder in Amerika auf der Ozzfest-Tour. Im August wurde das vierte Studioalbum Nothing veröffentlicht. Ende 2002 ging Meshuggah erneut mit der Band Tool auf USA-Tour.

2003–2010: Catch Thirtythree und obZen

Jens Kidman, 2013

Nach einer kurzen Pause wurde 2004 die EP I veröffentlicht, welche aus einem einzigen 21-minütigen Song bestand. Im darauf folgenden Jahr folgte das fünfte Studioalbum Catch Thirtythree, welches sich als Meshuggahs vorerst anspruchsvollstes Album herausstellte. Dabei wurde wie bereits bei der zuvor erschienenen Demo das Schlagzeug per Drumcomputer eingespielt.[3] 2006 wurde das Album Nothing mit einer Bonus-DVD erneut aufgelegt und mit komplett neuen Gitarrenspuren, sowie einigen neuen Bassspuren versehen. Noch im selben Jahr begab sich die Band erneut ins Studio, um für ihr neues Album aufzunehmen, welches unter dem Namen obZen im März 2008 veröffentlicht wurde. Diesmal übernahm jedoch Haake wieder das Schlagzeug.[4] Im Anschluss daran ging die Band auf Welttour, die in Amerika als Opener für Ministry begann und anschließend in Europa, Asien und Australien als Headliner fortgesetzt wurde.[5][6]

2011–heute: Koloss

Meshuggah live bei Rock am Ring 2018

Anfang 2011 begab sich die Band ins Studio, um ihr siebtes Studioalbum einzuspielen, welches am 23. März 2012 unter dem Namen Koloss veröffentlicht wurde.[7] Es folgten eine Europa-Tournee 2012 und eine Nordamerika-Tournee 2013.[8] Am 5. Februar 2013 wurde die EP Pitch Black veröffentlicht. Sie enthält einen von Fredrik Thordendal 2003 in Stockholm eingespielten unveröffentlichten Track gleichen Namens und eine Live-Aufnahme des ObZen-Tracks Dancers to a Discordant System, die beim Distortion Fest in Eindhoven in den Niederlanden am 9. Dezember 2012 aufgenommen wurde.[9]

Stil

Meshuggahs Einflüsse reichen von Metallica bis zu Folk und Jazz.[2] Während die erste EP (1989) und das Debütalbum (1991) noch dem Thrash Metal zugeordnet werden können, stoßen später immer weitere progressive Strukturen hinzu. Auf Destroy Erase Improve (1995) finden sich die später als typisch für Meshuggah gesehenen musikalischen Merkmale erstmals gehäuft wieder, mit dem 1998 erschienenen Chaosphere kam die Band „klanglich dort an, wo sie sich in den folgenden zwanzig Jahren [etablierten]. Der Terminus Math Metal ist zu dieser Zeit einer der Begriffe, der den Schweden zugeordnet wird“.[10]

Zum auffälligsten Stilmerkmal der Band wurden die ungewöhnlich komplexen Taktstrukturen, die in der Musiktheorie als Polymetrik bzw. als polymetrische Subdivisionen (Unterteilungen) bezeichnet werden. Während die Hihat oder die Becken durch konstante Schläge das Fundament für einen langsamen, aber geraden Takt bilden, werden auf der Bassdrum und Snare schnelle, komplizierte Muster im beispielsweise 3/4- oder 5/4-Takt gespielt. In diesem Kontext spricht man auch von Polyrhythmik. Diese Muster werden so oft wiederholt, bis 8, 16 oder 32 Schläge der Hihat verstrichen sind, also bis der Takt letztendlich doch „aufgeht“. Die Saiteninstrumente spielen meist die gleichen Betonungen wie die Bassdrum, und auch der Sänger passt seine Worte den komplexen Figuren an. Nur selten findet man in den Liedern von Meshuggah tatsächlich durchgehende ungerade Taktarten. Was ebenso auffällig und typisch für Genres wie Death- und Thrash Metal ist, ist die Freitonalität der Songs. Es existieren also keine Tonarten, funktionsharmonische oder modale Strukturen und keine auf Dur und Moll zurückführbaren Gitarrenriffs.

Seit dem Album Nothing werden achtsaitige E-Gitarren benutzt. Diese erlauben es, die tiefste Saite auf F# (in Standardstimmung) zu stimmen, Meshuggah stimmen jedoch noch weitere ein bis zwei Halbtöne (F oder E) herunter, also fast, beziehungsweise eine ganze Oktave tiefer als gewöhnlich gestimmte Gitarren. Erst spielten die Meshuggah-Gitarristen achtsaitige Gitarren von Nevborn Guitars, heute spielen sie nur noch achtsaitige Custom-Gitarren der Marke Ibanez.

Rezeption

Meshuggah live bei Rock am Ring 2023

Meshuggah sind bekannt geworden für ihren innovativen[11] Musikstil, der sich zwischen jedem Album entwickelt[12] und den Heavy Metal in neues Gebiet bringt,[13] sowie für die technischen Fähigkeiten der Band.[14] Rockdetector meinte zum Album Destroy Erase Improve: „Die Band reduziert den Metal auf das Wesentliche, bevor sie es in einer völlig abstrakten Form wiederaufbaut“[15] Die Polyrhythmen können den Klang der Band kakophon wirken lassen, als würde jedes Mitglied gleichzeitig ein anderes Lied spielen.[16] Der Rolling Stone bezeichnet Meshuggah als „eine von den zehn besten Hard und Heavy Bands“[17] und die Alternative Press nannte sie „die wichtigste Band im Metal“.[18]

Meshuggah wurden als virtuos[19] beschrieben und als Musiker an der Grenze der Genialität bezeichnet.[20] 2007 bekam die Band sogar eine tiefe Analyse in dem akademischen Magazin Music Theory Spectrum.[21] Meshuggah hat wenig Erfolg im Mainstream gehabt, gilt aber in der extremen Untergrund-Musik als sehr bedeutend und starker Einfluss für andere Metal-Bands. Meshuggah hat den onomatopoetischen Begriff Djent für ein „elastisches, synkopisches Gitarren-Riff“ entwickelt. Der Begriff beschreibt mittlerweile auch ein eigenes Subgenre,[22] dessen Ursprung häufig auf Meshuggahs Song Aztec Two-Step (1995) zurückgeführt wird.[10]

Der Geologe Prof. Mats E. Eriksson benannte 2022 die Spezies eines Fossilfundes von Gotland als Muldaster haakei, inspiriert durch den derzeitigen Drummer der Band, Tomas Haake.[23]

Diskografie

Studioalben

JahrTitel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE AT CH UK US SE
1991Contradictions Collapse
Nuclear Blast
Erstveröffentlichung: 1. Januar 1991
1995Destroy Erase Improve
Nuclear Blast
SE43
(1 Wo.)SE
Erstveröffentlichung: 12. Mai 1995
1998Chaosphere
Nuclear Blast
Erstveröffentlichung: 9. November 1998
2002Nothing
Nuclear Blast
US165
(3 Wo.)US
SE41
(3 Wo.)SE
Erstveröffentlichung: 6. August 2002
2005Catch Thirtythree
Nuclear Blast
US170
(1 Wo.)US
SE12
(1 Wo.)SE
Erstveröffentlichung: 31. Mai 2005
2008obZen
Nuclear Blast
DE93
(1 Wo.)DE
CH99
(1 Wo.)CH
US59
(3 Wo.)US
SE16
(2 Wo.)SE
Erstveröffentlichung: 11. März 2008
Wiederveröffentlichung: 31. März 2023
in DE erst 2023 in den Charts
2012Koloss
Nuclear Blast
DE48
(1 Wo.)DE
AT46
(1 Wo.)AT
CH39
(1 Wo.)CH
UK93
(1 Wo.)UK
US17
(2 Wo.)US
SE12
(3 Wo.)SE
Erstveröffentlichung: 27. März 2012
2016The Violent Sleep of Reason
Nuclear Blast
DE18
(1 Wo.)DE
AT31
(1 Wo.)AT
CH21
(1 Wo.)CH
UK32
(1 Wo.)UK
US17
(2 Wo.)US
SE17
(1 Wo.)SE
Erstveröffentlichung: 7. Oktober 2016
2022Immutable
Atomic Fire
DE6
(1 Wo.)DE
AT12
(1 Wo.)AT
CH6
(3 Wo.)CH
UK38
(1 Wo.)UK
US113
(1 Wo.)US
SE3
(1 Wo.)SE
Erstveröffentlichung: 1. April 2022

Livealben

JahrTitel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE AT CH UK US SE
2010Alive
Nuclear Blast
SE43
(1 Wo.)SE
Erstveröffentlichung: 5. Februar 2010
2014The Ophidian Trek
Nuclear Blast
Erstveröffentlichung: 26. September 2014

EPs

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungenTemplate:Charttabelle/Wartung/ohne Quellen
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 SE
2004ISE33
(5 Wo.)SE
Erstveröffentlichung: 13. Juli 2004

Weitere EPs

  • 1989: Meshuggah
  • 1994: None
  • 1995: Selfcaged
  • 1997: The True Human Design
  • 2013: Pitch Black

Kompilationen und Remixe

Demos

  • 1989: Ejaculation of Salvation
  • 1991: All This Because of Greed
  • 1993: Promo 1993
Commons: Meshuggah – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Genre. facebook.com/meshuggah; abgerufen am 30. April 2013
  2. a b c Meshuggah. In: Bård G. Eithun (Hrsg.): Orcustus. The Shadow of the Golden Fire. Nr. 2, 1992, S. 13.
  3. Tomas Haake. In: drummerworld.com. Abgerufen am 18. Januar 2012.
  4. Meshuggah: New Album Title Revealed. In: blabbermouth.net. 12. November 2007, archiviert vom Original am 13. Dezember 2007; abgerufen am 18. Januar 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.roadrunnerrecords.com
  5. Meshuggah Biography. In: meshuggah.net. Archiviert vom Original am 24. Januar 2012; abgerufen am 18. Januar 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.meshuggah.net
  6. Meshuggah Biography. In: Allmusic. Abgerufen am 18. Januar 2012.
  7. Michael Edele: Meshuggah Koloss bei laut.de.
  8. Tournee 2012 und 2013. (Memento desOriginals vom 27. Mai 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.meshuggah.net abgerufen am 24. April 2013
  9. Pitch Black. abgerufen am 24. April 2013
  10. a b Rodney Fuchs: Meshuggah - Reissued & Reimagined. In: FUZE #73, Dez. 2018 / Jan. 2019, S. 10.
  11. Greg Pratt: Meshuggah Are Breaking the Silence abgerufen am 18. Juli 2016.
  12. Patrick Slevin: Meshuggah: Challenges Collapse. theaquarian.com; abgerufen am 18. Juli 2016.
  13. John Serba: Destroy Erase Improve review. allmusic.com; abgerufen am 18. Juli 2016.
  14. Jon Wiederhorn: Meshuggah Deliver Something For Nothing. mtv.com; abgerufen am 18. Juli 2016.
  15. Garry Sharpe-Young:Meshuggah Rockdetector Biography. (Memento desOriginals vom 18. Dezember 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rockdetector.com rockdetector.com; abgerufen am 18. Juli 2016.
  16. Adrien Begrand: Nothing (Special Edition). popmatters.com; abgerufen am 18. Juli 2016.
  17. Nuclear Blast:Meshuggah. (Memento vom 10. Mai 2008 im Internet Archive) nuclearblastusa.com; abgerufen am 18. Juli 2016.
  18. Jill Mikkelson: Meshuggah’s One-Track Mind. exclaim.ca; abgerufen am 18. Juli 2016.
  19. Ben Ratliff:Meshuggah obZen. (Memento vom 18. Mai 2008 im Internet Archive) blender.com; abgerufen am 18. Juli 2016.
  20. Revolver:“Bleed” Video Hits The Web (Memento vom 23. Dezember 2008 im Internet Archive) revolvermag.com; abgerufen am 18. Juli 2016.
  21. Jonathan Pieslak: Re-casting Metal: Rhythm and Meter in the Music of Meshuggah. In: Society for Music Theory (Hrsg.): Music Theory Spectrum. Band 29, Nr. 2, 1. Oktober 2007, ISSN 0195-6167, S. 219–245, doi:10.1525/mts.2007.29.2.219, JSTOR:10.1525/mts.2007.29.2.219 (englisch, 27 S., scribd.com [abgerufen am 18. Juli 2016]).
  22. Jamie Thomson: Djent, the metal geek’s microgenre. theguardian.com; abgerufen am 18. Juli 2016.
  23. Mats E. Eriksson et al.: Miniaturization during a Silurian environmental crisis generated the modern brittle star body plan. Nature Magazine, 10. Januar 2022, abgerufen am 11. Januar 2022.