Motörhead + Lemmy ¦ Live To Win

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LP (Album, Gatefold)

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GTIN: 0889466218514 Artists: , Genres & Stile: , ,

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Veröffentlichung Live To Win:

2021

Hörbeispiel(e) Live To Win:





Live To Win auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Artist(s)

Veröffentlichungen von Motörhead die im OTRS erhältlich sind/waren:

Ace Of Spades ¦ Rock ‘n’ Roll ¦ The Best Of Motörhead ¦ Live To Win ¦ Bomber ¦ Louder Than Noise… Live In Berlin ¦ No Sleep ’til Hammersmith ¦ Overnight Sensation ¦ Everything Louder Forever: The Very Best Of Motörhead

Motörhead auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Motörhead
Motorhead.svg

Motörhead im Mai 2005
Motörhead im Mai 2005
Allgemeine Informationen
HerkunftLondon, England
Genre(s)Heavy Metal, Hard Rock, Rock ’n’ Roll, Speed Metal
Gründung1975
Auflösung2015
Websitewww.imotorhead.com
Gründungsmitglieder
Ian „Lemmy“ Kilmister († 2015)
Larry Wallis (bis 1976; † 2019)
Lucas Fox (bis 1975)
Letzte Besetzung
Ian „Lemmy“ Kilmister († 2015)
Philip „Wizzö“ Campbell (seit 1983)
Schlagzeug
Mikkey Dee (seit 1992)
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Phil „Philthy Animal“ Taylor (1976–1984, 1987–1992; † 2015)
Schlagzeug
Pete Gill (1984–1987)
E-Gitarre
„Fast“ Eddie Clarke (1976–1982; † 2018)
E-Gitarre
Brian Robertson (1982–1983)
E-Gitarre
Michael „Würzel“ Burston (1983–1995; † 2011)

Motörhead [ˈmoʊtərhɛd] war eine 1975 in London gegründete Rockband. Die Musik von Motörhead vereinte Einflüsse aus Punk, Hard Rock, Rock ’n’ Roll und Bluesrock. Ihr Einfluss auf andere Musiker und Bands war und ist im Vergleich zum eigenen kommerziellen Erfolg sehr groß.[1]

Zwischen 1979 und 1982 hatte die Band ihre kommerziell erfolgreichste Phase. Die Alben aus dieser Zeit wie Overkill, Bomber (beide 1979) und Ace of Spades (1980) gelten als wegweisend für den Heavy Metal und als Klassiker des Genres. Seit den frühen 2000er Jahren verzeichnete Motörhead wieder eine steigende Popularität. Die Bandgeschichte war von zahlreichen Wechseln in der Besetzung, beim Management und der Plattenlabel geprägt. Motörhead stand bei insgesamt 16 verschiedenen Labels unter Vertrag. Seit 1995 war die Gruppe unverändert in der Besetzung Lemmy Kilmister (E-Bass, Gesang), Phil Campbell (E-Gitarre) und Mikkey Dee (Schlagzeug) aktiv. Einen Tag nach dem Tod von Lemmy Kilmister am 28. Dezember 2015 erklärte Mikkey Dee das Ende der Band.

Charakteristisch für Motörhead war, dass der E-Bass die Rolle der Rhythmusgitarre übernahm, wodurch die Klangfarbe der Musik deutlich basslastiger als die vergleichbarer Gruppen wie AC/DC war. Im Auftreten und in den Liedtexten präsentierte die Gruppe sich als „Outlaws“. Damit sicherte sich Motörhead die Sympathien der Punk-Szene der späten 1970er Jahre und diente so als Bindeglied zwischen Punk und Heavy Metal.

Geschichte

Gründung und frühe Jahre

Lemmy Kilmister, hier mit E-Gitarre

Die Geschichte von Motörhead ist untrennbar mit der des Sängers und Bassisten Ian „Lemmy“ Kilmister verbunden. Der am 24. Dezember 1945 in Stoke-on-Trent, Staffordshire, England geborene Ian Kilmister, Sohn eines Feldkaplans der Royal Air Force und einer Bibliothekarin, spielte seit 1971 Bass bei der britischen Space-Rock-Band Hawkwind. Während einer Nordamerika-Tournee wurde er an der Grenze der USA zu Kanada im Mai 1975 wegen Besitzes von Amphetaminen festgenommen. Die Band stellte die Kaution für Kilmister und flog ihn für den Auftritt nach Toronto ein, weil sie auf die Schnelle keinen Ersatz finden konnte, allerdings wurde er nach dem Konzert gefeuert.

Kilmister kehrte nach England zurück und begann sofort mit der Zusammenstellung einer neuen Band. Gitarrist Larry Wallis kannte er von gemeinsamen Auftritten mit UFO und den Pink Fairies, Schlagzeuger Lucas Fox wurde ihm von einer Freundin empfohlen. Kilmister spielte Bass und übernahm den Gesang. Ursprünglich sollte die Band Bastard heißen, allerdings hielt der damalige Bandmanager Douglas Smith den Namen nicht für medientauglich.[2] Daraufhin wählte Kilmister „Motörhead“ als Bandnamen. Die Bezeichnung stammt aus dem US-amerikanischen Slang, bedeutet „geschwindigkeitssüchtig“ und ist auch ein Synonym für Konsumenten amphetaminhaltiger Drogen. Zugleich ist „Motorhead“ der Titel des letzten Liedes, das Kilmister für Hawkwind geschrieben hatte. Dieses Lied wurde ursprünglich als B-Seite der Hawkwind-Single Kings of Speed veröffentlicht. Die Verwendung des in der englischen Sprache nicht gebräuchlichen Buchstabens ö im Bandnamen geht auf die Gruppe Blue Öyster Cult zurück. Das Motörhead-Logo mit diesem Umlaut stammt vom Grafiker Joe Petagno, der das Cover für das erste Album der Gruppe anfertigte. Dieser sogenannte Heavy-Metal-Umlaut fand auch Verwendung in den Spitznamen der Bandmitglieder Phil Campbell („Wizzö“) und Mick Burston („Würzel“) sowie in verschiedenen Albumtiteln.

Am 20. Juli 1975 absolvierten Motörhead ihren ersten Auftritt im Londoner Roundhouse im Vorprogramm der Band Greenslade und im Oktober 1975 spielte die Band als Opener für Blue Öyster Cult im Hammersmith Odeon.

United Artists, das Plattenlabel von Hawkwind, nahm Motörhead unter Vertrag und im Frühjahr 1976 ging die Band ins Tonstudio, um ihr erstes Album On Parole aufzunehmen. Bereits während der Aufnahmen kam es zu Spannungen mit Schlagzeuger Lucas Fox, der mit dem von übermäßigem Konsum von Alkohol und anderen Drogen gekennzeichneten Lebensstil der übrigen Musiker nicht mithalten konnte. Durch einen gemeinsamen Freund lernte Kilmister Phil „Philthy Animal“ Taylor kennen, und nach einer Jamsession mit ihm wurde Fox gefeuert, durch Taylor ersetzt und die Aufnahmen in dieser Besetzung fertiggestellt. Allerdings verhinderte das Plattenlabel die Veröffentlichung des Albums und einer Single, die Motörhead für ihr neues Label Stiff Records im Sommer 1976 aufgenommen hatte. Während dieser Zeit kam Kilmister auf die Idee, die Band mit „Fast“ Eddie Clarke um einen zweiten Gitarristen zu erweitern. Zur ersten gemeinsamen Probe erschien Larry Wallis um mehrere Stunden verspätet und verließ danach die Band.[3] Als Hauptgrund für seinen Weggang gab Wallis später an, er hätte wegen der Probleme bei den Aufnahmen die Lust an Motörhead verloren und das Gefühl, Clarke wäre von Anfang an dazu gedacht gewesen, ihn zu ersetzen.[4]

Kommerzieller Durchbruch und Erfolg

Ende 1976 entließ United Artists die Band aus dem bestehenden Vertrag. Ohne gültigen Plattenvertrag beschloss Motörhead im Frühjahr 1977, sich wegen Erfolglosigkeit aufzulösen und ein letztes Konzert zu geben.[5] Während dieses Konzerts war Ted Carroll von Chiswick Records anwesend und bot den Musikern im Anschluss einen Plattenvertrag für eine Single an. Aus den Aufnahmen zur Single wurden Aufnahmen für ein vollständiges Album, das im September 1977 unter dem Titel Motörhead erschien. Eingespielt wurde es in der Besetzung Kilmister, Taylor und Clarke und bedeutete mit Platz 43 der britischen Albumcharts den ersten kommerziellen Erfolg der Band. Die Beyond the Tresholds of Pain Tour zum Album musste Motörhead nach fünf Auftritten abbrechen, weil Phil Taylor sich das Handgelenk gebrochen hatte.

Nachdem es Mitte 1978 zum Bruch mit Bandmanager Tony Secunda gekommen war, weil dieser den Vertrag mit Chiswick Records gekündigt hatte, übernahm Douglas Smith wieder das Management und besorgte Motörhead einen Vertrag mit Bronze Records. Das erste Ergebnis dieser Zusammenarbeit war die Single Louie Louie, die am 25. August 1978 erschien und Platz 68 der britischen Singlecharts erreichte. Nach einer Tournee im Herbst 1978 wurde das Album Overkill aufgenommen und am 24. März 1979 veröffentlicht. Es erreichte in Großbritannien Platz 24 der Albumcharts und erhielt eine „Silberne Schallplatte“ für mehr als 60.000 verkaufte Einheiten. Nach Abschluss der Tournee zu Overkill nahm Motörhead das nächste Album auf, das am 27. Oktober 1979 unter dem Titel Bomber erschien; es erreichte Platz 12 der britischen Albumcharts und ebenfalls Silber-Status. Damit erzielten die Musiker erstmals Einnahmen, von denen sie leben konnten, und investierten einen Großteil der Tantiemen in die Ausrüstung der Band.[6]

Kurz nach Bomber und dem damit verbundenen kommerziellen Erfolg veröffentlichte United Artists Records im Herbst 1979 das bereits 1976 aufgenommene On Parole. Da die Rechte an dem Album beim Plattenlabel lagen, benötigten sie dafür nicht das Einverständnis der Band.

Während der Tournee zu Bomber wurden vier Titel live mitgeschnitten und erschienen im Mai 1980 als EP The Golden Years, die mit Platz 8 die britischen Top Ten erreichte. Die Strapazen des Tourneelebens forderten ihren Tribut, als Kilmister nach einem Konzert in der Stafford Bingley Hall im Juli 1980 kollabierte. Nach einer kurzen Erholungsphase begann die Band Anfang August mit den Aufnahmen zu Ace of Spades, das am 8. November 1980 erschien. Das Album war der größte Erfolg von Motörhead in Großbritannien mit Platz 4 der Albumcharts und Gold-Status für mehr als 100.000 verkaufte Einheiten. Die Single Ace of Spades erreichte Platz 15 der britischen Singlecharts.

Im November begann die Ace-Up-Your-Sleeve-Tour durch Großbritannien und Nordirland. Nach einem Auftritt in Belfast verletzte sich Phil Taylor an der Halswirbelsäule, sodass die für Anfang 1981 geplanten Auftritte in Europa verschoben werden mussten. Während dieser Zeit nahm Motörhead gemeinsam mit Girlschool die EP St. Valentine’s Day Massacre auf, auf der sich mit Please Don’t Touch eine Coverversion von Johnny Kidd & the Pirates befand. Die EP erreichte Platz 5 der Charts. Im März 1981 wurde die Tournee fortgesetzt. Während der Auftritte in Leeds und Newcastle wurden die Aufnahmen gemacht, die auf dem im Juni 1981 veröffentlichten Live-Album No Sleep ’til Hammersmith zu hören sind. Dieses Album stieg in der ersten Chartwoche auf Platz 1 der britischen Albumcharts ein. Für das Album erhielt Motörhead ihre bislang letzte Goldene Schallplatte in Großbritannien.

Bandinterne Streitigkeiten und Besetzungswechsel

Nach Abschluss der USA-Tournee mit Ozzy Osbourne kehrte Motörhead nach Europa zurück und begann mit den Aufnahmen zum nächsten Album Iron Fist. Während dieser Zeit kam es zu Differenzen zwischen dem Management und der Band, da die Mitglieder von Motörhead vermuteten, dass sie in finanzieller Hinsicht betrogen worden waren. Diese Probleme schlugen sich in den Aufnahmen nieder, weil das Management nicht die nötigen 10.000 Pfund für die Produktion des Albums zur Verfügung stellte. Daraufhin entschied Kilmister, dass Eddie Clarke das Album produzieren sollte.[7] Nachdem Kilmister während der laufenden Tournee zum Iron-Fist-Album Clarke dazu verpflichtet hatte, auch die Aufnahmen zur Stand-by-Your-Man-EP mit Wendy O. Williams zu produzieren, kam es im Studio zum offenen Streit zwischen beiden Musikern,[8] in dessen Folge Clarke Motörhead verließ. Zwar spielte Clarke noch zwei ausstehende Shows in New York und Toronto, war aber zu dem Zeitpunkt kein offizielles Mitglied von Motörhead mehr.

Ersetzt wurde Clarke durch Brian Robertson (ehemals Thin Lizzy), den Kilmister bereits seit Jahren kannte. Weil er kurzfristig verfügbar war, ließ die Band ihn von Europa nach Kanada einfliegen. Nach einer kurzen Probe spielte er das erste Konzert mit Motörhead in Detroit im Juni 1982.[9] Es folgten weitere Auftritte in Japan und Europa, bevor im März 1983 die Aufnahmen zu Another Perfect Day begannen. Das Album gilt wegen Robertsons Gitarrenarbeit als motörhead-untypisch, weil es raffiniertere und extravagantere Melodien als die anderen Alben enthält.[10] Mit dem im Juni 1983 veröffentlichten Album begann der kommerzielle Erfolg von Motörhead nachzulassen, es erreichte nicht mehr die Top Ten der Albumcharts und erhielt keine Auszeichnung für die Anzahl der Verkäufe. Die Fans von Motörhead mochten Another Perfect Day zunächst nicht und warfen der Band vor, eher kommerzielle als musikalische Interessen zu verfolgen; heute gilt das Album als Geheimtipp.[11] Die Zusammenarbeit mit Robertson währte bis zum Herbst 1983. Während der laufenden Tournee weigerte er sich zunächst, alte Motörhead-Lieder zu spielen. Zum Eklat kam es nach einem Konzert in Hannover, bei dem Robertson trotz Ermahnung durch Kilmister dreimal das Lied Another Perfect Day anstimmte. Daraufhin feuerte Kilmister ihn und sagte den Rest der Tour ab.[12]

Gitarrist Phil Campbell (2005)

In einem Interview mit der Musikzeitschrift Melody Maker gab Kilmister bekannt, dass Motörhead auf der Suche nach einem neuen Gitarristen sei. Aus der Vielzahl der Bewerbungen wurden Phil Campbell und Michael „Würzel“ Burston ausgewählt. Um sich für einen entscheiden zu können, setzte Kilmister ein Vorspielen an, zu dem Schlagzeuger Taylor jedoch nicht erschien und stattdessen erklärte, aufhören zu wollen. Auf Vorschlag des Bandmanagers wurde er durch Pete Gill (ehemals Saxon) ersetzt, den Kilmister seit einer gemeinsamen Tour 1979 mit Saxon kannte. Weiterhin wurde entschieden, die Band mit zwei Gitarristen fortzuführen. In dieser Besetzung setzte Motörhead im Frühjahr 1984 die im Herbst 1983 unterbrochene Tournee fort. Zur Promotion der neuen Besetzung veröffentlichte Bronze Records im September 1984 das Best-of-Album No Remorse, das neben bereits veröffentlichten Stücken vier in der aktuellen Besetzung aufgenommene neue Titel enthielt. Aufgrund von Problemen mit dem Label, das sich laut Kilmister „nicht mehr für die Band interessierte“,[13] verließ Motörhead Ende 1984 Bronze Records, war aber wegen Rechtsstreitigkeiten bis auf weiteres daran gehindert, ein neues Album zu veröffentlichen. Während dieser Zeit bestritt die Band verschiedene Auftritte, unter anderem zum zehnjährigen Jubiläum im Juni 1985 im Hammersmith Odeon.

Im November 1985 war der Streit mit Bronze Records beigelegt, und Bandmanager Douglas Smith nahm Motörhead bei seinem eigenen Plattenlabel GWR Records unter Vertrag. Das Anfang 1986 aufgenommene Studioalbum Orgasmatron erschien am 9. August 1986, gefolgt von einer Tournee. Anfang 1987 fanden die Dreharbeiten zu Motörheads Cameo-Auftritt im Film Eat the Rich statt. Während des Drehs wurde Pete Gill von Kilmister wegen persönlicher Differenzen gefeuert, und Phil Taylor kehrte zur Band zurück. Mit ihm nahm Motörhead im Juni 1987 das nächste Album Rock ’n’ Roll auf, das im September des Jahres erschien. Die darauf folgende Tournee führte die Band 1988 im Vorprogramm von Alice Cooper in die USA. Im Juli 1988 wurde ein Konzert im finnischen Hämeenlinna beim Giants of Rock aufgenommen und als Live-Album No Sleep at All veröffentlicht. Nach einer kurzen Auszeit Anfang 1989 begann die Band mit dem Songwriting für das nächste Album. Dessen Veröffentlichung verschob sich allerdings erheblich, weil sich Motörhead im Herbst 1989 von ihrem Manager und damit auch von dessen Plattenfirma GWR Records trennte. Grund für die Trennung war der Verdacht finanzieller Unregelmäßigkeiten, der schließlich zu einem Vertrauensbruch zwischen Smith und Motörhead führte.[14]

Major-Deals und die Suche nach einem neuen Plattenlabel

1990 fand Motörhead mit Phil Carson einen neuen Manager, der bereits für Robert Plant gearbeitet hatte. Carson verschaffte Motörhead einen Plattenvertrag bei WTG Records, einem Sublabel von Sony Music. Der Sitz des Unternehmens war Los Angeles, weshalb Kilmister im Juni 1990 seinen Wohnsitz dorthin verlegte, während die übrigen Bandmitglieder in England blieben. Kurz darauf begannen die Aufnahmen zum Album 1916, das im Februar 1991 erschien. Es erreichte mit Platz 142 die bis dahin höchste Notierung in den US-amerikanischen Billboard-200-Albumcharts. Während der anschließenden Tournee trennte sich Manager Carson von der Band, weil er ein besseres Angebot bekommen hatte. Das Management übernahm zunächst Sharon Osbourne, die allerdings finanzielle Unregelmäßigkeiten während der Japan-Tour der Band anlastete und den Vertrag kündigte. Ohne Management ging Motörhead auf Tour durch Australien. Darauf folgte die vom Sony-Konzern organisierte Operation-Rock-'n'-Roll-Tournee durch Nordamerika. Neben Motörhead nahmen mit Alice Cooper, Judas Priest, Metal Church und Dangerous Toys insgesamt fünf Bands daran teil, die alle bei verschiedenen Labels des Sony-Konzerns unter Vertrag standen. Gegen Ende der Tour fand Motörhead mit Doug Banker einen neuen Manager. Anfang 1992 begannen die Aufnahmen zum Album March ör Die, während der Schlagzeuger Taylor gefeuert wurde. Die Trennung hatte sich bereits abgezeichnet, endgültiger Auslöser war, dass Taylor zu den Aufnahmen erschien, ohne die neuen Stücke einstudiert zu haben.[15]

Schlagzeuger Mikkey Dee

Als neuer Schlagzeuger wurde der Schwede Mikkey Dee verpflichtet, den Kilmister von einer gemeinsamen Tour mit King Diamond kannte. Dee ist erstmals auf March ör Die zu hören, das im August 1992 erschien. Erneut wechselte Motörhead das Management, neuer Manager wurde Todd Singerman. Zu dieser Zeit zeichnete sich zudem der Bankrott des Labels WTG ab. Anfang 1993 wechselte die Band zu dem auf Dance-Musik spezialisierten deutschen Label ZYX Music, weil es das beste finanzielle Angebot machte.[16] Im November 1993 erschien mit Bastards das nächste Studioalbum. Nach der Tour zum Album trennten sich Motörhead und ZYX und die Band wechselte zu CBH, dem Label ihres deutschen Promoters Rainer Hänsel. Für das im März 1995 veröffentlichte Album Sacrifice konnte mit CMC Records erst im Nachhinein ein Distributor für die Märkte außerhalb Europas gefunden werden. Kurz darauf verließ Gitarrist Michael „Würzel“ Burston die Band, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Lemmy Kilmister beschuldigte, ihn finanziell auszunehmen. Motörhead beschloss, keinen Ersatz für Burston zu suchen, und war seitdem als Trio in der Besetzung Kilmister, Campbell und Dee aktiv.

Nach einer Tournee erschien im Oktober 1996 das nächste Studioalbum Overnight Sensation. Die dazugehörige Tournee führte die Band erstmals nach Russland, wo sie vier Auftritte in Moskau, Rostow und Sankt Petersburg bestritt. Im März 1998 erschien das Album Snake Bite Love. Auf der anschließenden Tour wurde ein Auftritt in Hamburg mitgeschnitten und 1999 als Live-Album Everything Louder than Everyone Else veröffentlicht. Ebenfalls im Jahr 1999 wurde während der Pausen der laufenden Tournee das fünfzehnte Studioalbum aufgenommen. Am 16. Mai 2000 erschien We Are Motörhead, gefolgt von einer gut ein Jahr dauernden Tournee.

Steigende Popularität

Einen Wendepunkt in kommerzieller Hinsicht stellte das im April 2002 veröffentlichte Album Hammered dar. Motörhead verkaufte von der Platte innerhalb eines Monats mehr Exemplare als von den beiden vorangegangenen Alben bis dahin zusammen. Da die Band wieder für größere Konzertveranstaltungen gebucht wurde, bedeutete dies einen finanziellen Aufschwung für die Musiker.[17] Es folgte ein Plattenvertrag beim renommierten deutschen Independentlabel SPV und 2004 das Album Inferno. Weiterhin nahm Motörhead im Jahr 2004 das Lied You Better Swim für den SpongeBob-Schwammkopf-Film auf. Für ihren Titel Whiplash, eine Metallica-Coverversion, erhielt Motörhead 2005 den Grammy Award in der Kategorie Best Metal Performance.

Am 16. Juni 2005 wurde im Hammersmith Apollo in London das 30-jährige Bandjubiläum gefeiert. Für Motörhead eröffneten die langjährigen Weggefährten von Saxon und Girlschool. Ebenfalls im Jahr 2005 spielte Motörhead auf dem Vaya-con-tioz-Abschiedsfestival der Böhsen Onkelz auf dem Lausitzring.

Motörhead hat seit 2000 mehrmals mit der amerikanischen Wrestling-Promotionsfirma World Wrestling Entertainment (WWE) zusammengearbeitet. So wurden drei Lieder aufgenommen (The Game, Line in the Sand (Evolution) und King of Kings), die als Einzugsmusik für den Wrestler Triple H verwendet werden. Auch sind die Lieder auf den verschiedenen CDs der Promotion zu finden. Zudem hatte Motörhead Auftritte bei Wrestlemania 17 (1. April 2001) und WrestleMania 21 (3. April 2005), wo sie Triple Hs Einzüge live begleiteten.

Im August 2006 wurde das Album Kiss of Death veröffentlicht – das erste seit dem 1992er-Album March ör Die, das sich in den britischen Albumcharts platzieren konnte. In Deutschland stieg es in der ersten Chartwoche auf Platz 4 der Albumcharts ein. Im Jahr 2008 erschien das Album Motörizer. Für einen Teil der Amerika-Tour 2009 wurde als Ersatz für Schlagzeuger Mikkey Dee, der wegen der Teilnahme an der schwedischen Ausgabe des Dschungelcamps nicht verfügbar war, Ex-Guns-N’-Roses-Schlagzeuger Matt Sorum verpflichtet. Im Zuge der Vorarbeiten zum 20. Studioalbum The Wörld Is Yours, das im Dezember 2010 anlässlich des 65. Geburtstages von Lemmy Kilmister und des 35-jährigen Bandjubiläums erschien, gründete die Band ein eigenes Plattenlabel unter dem Namen Motörhead Music.[18] Während der Tournee zum Album The Wörld Is Yours wurde ein Auftritt in Santiago de Chile am 9. Juli 2011 mitgeschnitten und im November 2011 als DVD The Wörld Is Ours Vol. 1: Everywhere Further Than Everyplace Else veröffentlicht. Aufgenommen wurde das Konzert von Sam Dunns Produktionsfirma Banger Films.

Seit 2011 bietet Motörhead eine eigene Getränkekollektion an. Sie besteht aus dem Rotwein Motörhead Shiraz, einem Rosé und einem Wodka mit dem Namen Vödka.[19] Daneben wird verschiedenes Zubehör wie Wein- und Whiskygläser angeboten.

Gesundheitliche Probleme

Da Kilmister nach einer Operation und einem Sturz körperlich stark geschwächt war, sagten Motörhead am 2. Juli 2013 alle Festivalauftritte des Jahres ab. So musste der Auftritt der Band beim Wacken Open Air 2013 wegen Kilmisters schlechtem Zustand nach einer halben Stunde abgebrochen werden.[20][21] Die gesundheitlichen Probleme des Frontmanns überschatteten auch die Aufnahmen für das 21. Studioalbum Aftershock,[22] das am 18. Oktober 2013 erschien. Die für den Winter 2013 geplante Europatour musste zunächst verschoben und letztlich abgesagt werden. Als Grund wurde Kilmisters schlechter Gesundheitszustand genannt, bedingt durch eine seit Jahren bestehende Diabetes.[23]

2014 nahmen Motörhead gemeinsam mit Biff Byford den Song Starstruck für ein Ronnie-James-Dio-Tributealbum auf. Es wurde am 1. April 2014 veröffentlicht und heißt This Is Your Life. Im selben Jahr hatten sie ein Konzert in Birmingham, bei dem sie zum ersten Mal wieder mit Phil Taylor und Eddie Clarke auf der Bühne standen. Diese hatten bei Ace of Spades einen Gastauftritt.[24] Im September 2014 fand die erste Motörhead-Kreuzfahrt unter dem Titel The Motörboat Experience statt.

In einem Interview mit dem Magazin Rock Hard kündigte Kilmister für 2015 ein neues Studioalbum an.[25] Dieses wurde mit dem Titel Bad Magic am 28. August 2015 veröffentlicht. Es erreichte in der ersten Woche nach Veröffentlichung Platz 1 der deutschen Albumcharts und ist damit das erste Nummer-eins-Album der Band nach No Sleep ’til Hammersmith, das 1981 Platz 1 der britischen Albumcharts erreichte. Am Vorabend der Albumveröffentlichung musste Motörhead ein Konzert in Salt Lake City abbrechen, weil Kilmister über Atemnot klagte, das Konzert in Denver am darauf folgenden Tag wurde aus diesem Grund abgesagt.[26] Es folgten Anfang September 2015 weitere Konzertabsagen, begründet wurde dies mit der Höhenkrankheit, die sich Kilmister in Salt Lake City zugezogen haben soll.[27] Am 8. September setzte Motörhead die begonnene Tour in St. Louis fort.

Tod von Lemmy Kilmister

Am 28. Dezember 2015 verstarb Lemmy Kilmister an einer Krebserkrankung.[28] In einem Interview mit der schwedischen Zeitung Expressen sagte der Schlagzeuger Mikkey Dee, dass durch den Tod des Sängers die Band nicht mehr bestehen würde. Künftige Tourneen und neue Alben schloss er kategorisch aus, womit das Ende der Band offiziell besiegelt wurde.[29][30]

UDR Music gab bekannt, am 27. Mai 2016 mit Clean Your Clock ein Live-Album der Band veröffentlichen zu wollen. Das Album, welches Material ihrer Shows vom 20. und 21. November 2015 im Münchner Club Zenith zeigt, wurde als DVD, Blu-Ray-Disc, CD, Vinyl und als Boxset veröffentlicht.[31] Das letzte Konzert der Band fand am 11. Dezember 2015 in der Max-Schmeling-Halle in Berlin statt, nachdem es am 27. November 2015 aufgrund einer Erkrankung von Gitarrist Phil Campbell verschoben wurde.

Stilistische Einordnung

Motörhead wird in der Literatur und in Musikzeitschriften meist dem Genre des Heavy Metal zugeordnet, obwohl in die Musik Stilelemente aus dem Hard Rock, dem Punk- und dem Bluesrock[10] einfließen. Der Musikwissenschaftler Dietmar Elflein kommt in einer Analyse der Musik der Band 2010 zu dem Schluss, dass aufgrund der Backbeat-Technik im Schlagzeugspiel, der Shuffles sowie der verwendeten Bluesschemata musiktheoretisch eine Zuordnung der Band zum Heavy Metal nicht in Betracht kommt,[32] in einem Interview mit der taz bezeichnete er die Musik von Motörhead als „Chuck Berry, nur verzerrter und lauter“.[33] Steve Waksman schreibt in einer Studie aus dem Jahr 2009, dass Motörhead im musikalischen Gesamtkontext die erste Band war, die Punk und Heavy Metal kombinierte.[34] Ian Christe bezeichnet Motörhead als das Bindeglied zwischen Black Sabbath und dem aufkommenden Punk Mitte/Ende der 1970er Jahre. Black Sabbath habe den Heavy Metal erfunden, Judas Priest habe ihn bekannt gemacht und Motörhead habe ihn definiert.[35] Das Musikmagazin Rolling Stone schreibt, dass die Musik der Band „der kleinste gemeinsame Nenner zwischen Punk und Metal“ sei.[36] Das deutsche Musikmagazin Rock Hard bezeichnet das Debütalbum Motörhead als „völlig eigenständigen Bastard aus Rock ’n’ Roll und Punk“.[37] Jörg Scheller nennt Motörhead einen Sonderfall, da die Band einerseits eine klassische Heavy-Metal-Band sei, andererseits aber auch eine Rock-’n’-Roll-Band.[38] Im Tagesspiegel präzisiert Scheller: „Aus den sechziger Jahren brachten sie [Motörhead] den Freiheitsdrang mit, aus ihrer Gegenwart sogen sie den Anarchismus und Nihilismus des Punk auf, verquirlten ihn mit der maschinellen Kälte des Heavy Metal und konterkarierten diesen mit der Lebenslust urwüchsigen Rock’n’Rolls.“[39]

Die Gruppe selbst und besonders der Bandgründer Lemmy Kilmister betrachtete die Gruppe allerdings nicht als Metal-Band.[40] In einem Interview mit dem Rolling Stone anlässlich der Veröffentlichung des 2004er-Albums Inferno äußerte Kilmister, dass es Zeit sei, für die Musik eine neue Kategorie zu schaffen: „Motörhead Music“.[41] In anderen Interviews weist er darauf hin, dass er sich dem Punk stets mehr verbunden fühlte als dem Metal, Motörhead habe mehr mit The Damned als mit Black Sabbath gemeinsam und keine Gemeinsamkeiten mit Judas Priest;[40][42] für ihn sind Bands wie Black Sabbath und Judas Priest Metal, schnellere Bands wie die der New Wave of British Heavy Metal (NWoBHM) und Metallica klingen für ihn mehr nach Punk als nach Metal.[42] Punks seien interessanter und wütender, Metaller verlören ihre Wut schnell, wenn Geld im Spiel sei, und Metal habe seinen revolutionären Geist verloren, als er in die Arenen kam, wo Punks niemals gespielt hätten.[42] Die Band selbst bezeichnet ihren Stil als Rock ’n’ Roll[40][42] und beruft sich damit auf das Lebensgefühl, die Thematiken und die Songstruktur des 1950er-Genres betreffende Traditionen, was besonders bei Liedern wie Angel City, Going to Brazil, Don’t Waste Your Time und Coverversionen wie Blue Suede Shoes und Hoochie Coochie Man deutlich wird. Allerdings ist dies nicht als Motörheads Hauptgenre zu bezeichnen, da die Band auch andere Stile bedient oder von ihnen beeinflusst ist. Einige Stücke sind dem Hard Rock zuzuordnen, so ist You Better Run mit Bad to the Bone von George Thorogood vergleichbar, auf das auch die Textzeile „I’m iron & steel, I’m bad to the bone“ anspielt. Titel wie R.A.M.O.N.E.S., ein Lied über die US-amerikanische Band Ramones, sind wiederum eindeutig dem Punk zuzuordnen, die Band trat unter anderem mit The Damned auf,[40] und Lemmy hatte Kontakte zur frühen Punk-Subkultur, unter anderem zu Sid Vicious und Wendy O. Williams.

Musikalische Bedeutung

Motörhead wird zu den Wegbereitern des Speed Metal gezählt.[36][43] Das Billboard Magazine weist auf den weitreichenden Einfluss von Motörhead hin und schreibt, dass der „überwältigende, laute und schnelle Heavy Metal [der Band] einer der wegweisendsten Stile der späten 1970er war“, die Musik der Band sei kein Punk-Rock, vielmehr war sie die erste Metal-Band, die „dessen Energien gebündelt und damit den Grundstein für spätere Genres“ des Heavy Metal legte.[36][44] So werden Lieder wie Overkill oder Bomber als Basis für den Thrash Metal angesehen.[10] Dem 1979er-Album Overkill wird eine bedeutende Rolle für die Entwicklung der New Wave of British Heavy Metal zugesprochen,[45] das 1980er-Album Ace of Spades wird als eines der wichtigsten Alben der Rock-Geschichte bezeichnet.[37] Des Weiteren bereitete Motörhead mit der Kombination aus schnellem Tempo und Doublebass-Technik, die erstmals auf Overkill (1979) zu hören war, den Weg für spätere Schlagzeugtechniken wie den Blastbeat.[46]

Über alle Subgenres des Metals sind Musiker und Bands von Motörhead beeinflusst. Bereits Ende der 1970er Jahre spielten Gruppen wie die Tygers of Pan Tang Coverversionen der Band,[47] und die Black-Metal-Pioniere Venom und Bathory ließen sich neben anderen Bands wie Black Sabbath auch von Motörhead inspirieren.[48][49] Motörhead gehörte zu den Haupteinflüssen der Anfang der 1980er Jahre aufkommenden Metal-Szene in den USA. Lars Ulrich, Schlagzeuger von Metallica, begleitete Motörhead auf deren 1981er-USA-Tournee und war Leiter des US-amerikanischen Motörhead-Fanklubs.[50] In Bezug auf die soziale gemeinschaftsbildende Wirkungsmacht von Motörhead innerhalb der Hard-Rock-Szene erklärte Lars Ulrich in dem Dokumentarfilm Classic Albums: Motörhead – Ace of Spades von 2004: „Damals gab es eine große Kluft zwischen Punks und Metalfans. Aber Motörhead rissen all diese Schranken nieder.[51] Jeff Becerra, Sänger der US-amerikanischen Death-Metal-Pioniere Possessed, verwies darauf, dass der Anspruch von Possessed gewesen sei, „so schnell und so laut zu spielen … wie Motörhead“.[52] Die ebenfalls zu den Pionieren dieser Musikrichtung zählenden Bands Master und Death Strike von Paul Speckmann zählen Motörhead ebenfalls zu ihren Einflüssen.[53] Auch die Kanadier Voivod zeigten sich auf ihrem 1984er-Debüt War and Pain hörbar unter dem Einfluss der Musik von Motörhead.[54] Die Mitte der 1980er Jahre in den USA aufkommende Metalcore-Bewegung bezieht sich ebenso auf Motörhead[55] wie die 1990er-Crust-Bewegung. Der Einfluss der Band reicht bis in die heutige Zeit. Fenriz von der norwegischen Band Darkthrone verwies darauf, dass er sich bei dem in den 2000ern vollzogenen Stilwechsel von den frühen Veröffentlichungen von Motörhead inspirieren ließ[56] und nannte die von Motörhead praktizierte Verbindung von Heavy Metal und Punk „Metalpunk“.[57]

Musik und Texte

Intro (Takte 1–4), Hauptriff (Takte 5–8) und Strophenbegleitung (Takte 9–12) aus Ace of Spades.Audio-Datei / Hörbeispiel Hörbeispiel?/i

Die Musik von Motörhead wird als Kombination aus schnellem Schlagzeugspiel, verzerrtem Bass, Lautstärke und einem Gesang, der traditionelle Gesangstechniken mit Shouting kombiniert, bezeichnet.[58] Die frühen Veröffentlichungen zeigten sich stark von Rock ’n’ Roll und Punk beeinflusst. So ist das Debütalbum Motörhead (1977) von 12-taktigen Gitarrenriffs und Doppelgriffen nach Art von Rock-Musikern wie Chuck Berry geprägt.[59] Mit der Veröffentlichung von Overkill (1979) definierte Motörhead seinen Stil durch stark verzerrte, um einen Halbton tiefer gestimmte Gitarren,[60] den verstärkten Einsatz der Doublebass-Schlagzeugtechnik, verbunden mit schnellen Sechzehntel-Rhythmen nach dem Vorbild von Gruppen wie Deep Purple neu.[61] Die Musik basierte weitgehend auf zwei statt auf drei Akkorden.[62] Als eher untypisch für Motörhead wird das Album Another Perfect Day angesehen, das wegen der Mitwirkung von Gitarrist Brian Robertson (ehemals Thin Lizzy) raffiniertere und extravagantere Melodien als andere Veröffentlichungen der Gruppe bietet.[10]

Als typisch für Motörhead wird der Klang des E-Bass bezeichnet, der weitestgehend die zweite Gitarre ersetzt.[63] Beim Spielen wird durchgehend eine Leersaite angeschlagen, die in Kombination mit gegriffenen Saiten einen Klang erzeugen, der den E-Bass die Rolle der Rhythmusgitarre übernehmen lässt.[60] Ein weiteres stilistisches Merkmal ist dabei, dass viele Lieder mit einem markanten Bassriff eröffnet werden. Dies ist beispielsweise der Fall bei Motörhead, Stone Dead Forever, Ace of Spades und Overnight Sensation. Die Klangfarbe der Gitarren wird als stark verzerrt beschrieben und verzichtet außer bei Soli auf klangformende Effekte wie Wah Wahs. Dadurch ist die Klangfarbe der Musik von Motörhead deutlich basslastiger als die vergleichbarer Bands wie AC/DC.[63] Der Schlagzeugklang ist unverzerrt und erzeugt durch eine Wall of Sound eine klangliche „Konzertsituation“.[63] Ausgangspunkt des Schlagzeugspiels ist stets ein Backbeat.[60] Der raue Gesang von Lemmy Kilmister hat seinen Ursprung im Shouting, wie es im traditionellen Blues verwendet wurde.[64] Obwohl die Stimmlage Kilmisters als Tenor anzusehen war, wirkte sie durch die gutturalen Elemente tiefer.[64]

Motörhead adaptierte seit Bandgründung Elemente der Biker-Szene. Während zeitgenössische Gruppen wie Judas Priest die Verbindung durch das Tragen von Lederkleidung mit Nieten und Ketten dokumentierten, äußerte sich die Verbindung bei Motörhead durch die Adaption des Ethos des Verlierers in den Liedtexten. Durch diese eher einfache und bescheidene Sichtweise erschien Motörhead bodenständiger als andere Bands und sicherte sich so die Sympathien der Punk-Bewegung der späten 1970er Jahre.[65]

Lemmy Kilmister schrieb den überwiegenden Teil der Liedtexte, die Themen sind breit gefächert. So wird das Titellied des Debütalbums Motörhead als Rock-’n’-Roll-Ode an die Droge Amphetamin bezeichnet.[66] Als weiteres Thema findet sich in Liedtexten wie Born to Lose das Image des Verlierers und Outlaws. Aber auch das Textkonzept gesamter Alben wie Ace of Spades beruht auf diesem Thema.[67] Auch Kilmisters Faszination für Militärgeschichte spiegelt sich in den Texten wider. So handelt Bomber vom Einsatz einer Bomber-Besatzung im Zweiten Weltkrieg, 1916 thematisiert die Schlacht an der Somme im Ersten Weltkrieg[68] und Marching off to War handelt von der empfundenen Sinnlosigkeit des Krieges. Kritik brachten Kilmister einige seiner Texte über Frauen wie Jailbait oder I’m So Bad ein, die als sexistisch und frauenverachtend angesehen wurden.[69] In einigen Texten übt Kilmister Kritik an Missständen in der Gesellschaft und besonders an Religionen ((Don’t Need) Religion, God Was Never on Your Side). Ein besonderer Liedtext ist (We Are) The Roadcrew, den Kilmister zu Ehren der Roadies von Motörhead schrieb.[70]

Das Band-Maskottchen Snaggletooth

Band-Maskottchen Snaggletooth als metallene Gürtelschnalle

Zusätzlich zum Band-Logo benutzt Motörhead, ähnlich wie die Heavy-Metal-Band Iron Maiden, eine speziell für die Gruppe entworfene Fantasiefigur, die als Maskottchen dient und die in verschiedenen Variationen auf vielen ihrer Albumhüllen sowie auf Bühnenhintergründen und Band-T-Shirts abgebildet ist. Die Figur stellt einen Schädel mit bedrohlich aufgerissenem Maul dar und trägt den Fantasienamen „Snaggletooth“ (englisch in etwa für „Krummzahn“ oder „Schiefzahn“), vollständig „Snaggletooth B. Motörhead“. Die Figur besteht aus dramatisch überzeichneten Elementen eines Keiler- und eines Hundeschädels sowie einigen martialisch anmutenden militärischen Elementen – darunter ein mit Stacheln besetzter Stahlhelm, ein Eisernes Kreuz und eine an den übergroßen Hauern befestigte Kette. Snaggletooth erschien erstmals auf dem Plattencover des 1977er-Debütalbums Motörhead. Entworfen wurde die Figur 1975 vom Künstler Joe Petagno, der damit seine Vorstellungen eines Hells-Angels-Schädels umsetzen wollte.[71] Im Jahr 2007 beendete Petagno die Zusammenarbeit mit Motörhead.

Motörhead-Biere

Seit 2016 braut die Camerons Brewery in Hartlepool, England, Motörhead Roadcrew Beer, ein American Pale Ale mit 5 % ABV, das von Gitarrist Phil Campbell und Schlagzeuger Mikkey Dee mitentwickelt wurde.[72] Bereits seit 2012 gibt es das Motörhead Bastards Lager, ein untergäriges Bier mit 4,7 % ABV, das von der Krönleins-Brauerei in Schweden hergestellt wird. Außerdem gibt es noch ein Imperial Pils Lager sowie eine eigene Whisky-Marke und den ebenfalls in Schweden hergestellten Motörhead Vödka.

Diskografie

Singles von Motörhead

Da die Rechte der frühen Motörhead-Alben nicht bei der Band liegen, werden diese Alben immer wieder in verschiedenen Formaten herausgebracht. Neben diesen offiziellen 22 Alben gibt es noch diverse Bootlegs und dutzende Best-of-Alben. Hier sind nur die Studioalben aufgelistet. Das erste, 1975 aufgenommene, Album On Parole wurde wegen eines Rechtsstreits zunächst nicht, dann ohne Einwilligung der Band bei United Artists Records 1979 veröffentlicht, aus diesem Grund wird es in dieser Aufstellung nicht aufgenommen.

Literatur

  • Holger Stratmann (Hrsg.): RockHard Enzyklopädie. 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren. Rock Hard Verlag, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 264–266.
  • Lemmy Kilmister mit Janiss Garza: White Line Fever – Die Autobiographie. I.P. Verlag Jeske/Mader, Berlin 2004, ISBN 3-931624-25-0.
  • Jake Brown with Lemmy Kilmister: Motörhead: In The Studio. John Blake Publishing, 2010, ISBN 978-1-84454-978-8.
  • Verschiedene Autoren: Motörhead. Sonderausgabe der Zeitschrift Rock Hard. Rock Hard Verlag, Dortmund 2011. ISSN 2190-7285
  • Steve Waksman: This Ain’t the Summer of Love: Conflict and Crossover in Heavy Metal and Punk. University of California Press, 2009, ISBN 978-0-520-25310-0, Chapter 4: Metal, Punk and Motörhead: The Genesis of Crossover, S. 146–171.
  • Andrew L. Cope: Black Sabbath and the Rise of Heavy Metal Music. Ashgate Publishing, 2010, ISBN 978-0-7546-6881-7.
  • Dietmar Elflein: Schwermetallanalysen: Die musikalische Sprache des Heavy Metal. transcript Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8376-1576-0.
  • Mick Stevenson: The Motörhead Collector’s Guide. Cherry Red Books, 2011, ISBN 978-1-901447-27-9.
  • Marvin Chlada, Jerk Götterwind (Hrsg.): Lemmy. Eine Hommage. Verlag Trikont Duisburg und Verlag Dialog-Edition, Duisburg-Istanbul 2017, ISBN 978-3-945634-19-6.

Weblinks

Commons: Motörhead – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Christopher Knowles: The Secret History of Rock ’n’ Roll. Cleis Press, 2010, ISBN 978-1-57344-564-1, S. 162.
  2. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 91.
  3. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 100.
  4. Tony Rettman: The King Of Oblivion Slings Mud. Larry Wallis Interview. In: furious.com. Perfect Sound Forever, Juni 2002, abgerufen am 20. November 2010 (englisch).
  5. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 102.
  6. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 121.
  7. Jan Jaedike: Fast Eddie Clarke: Die beste Zeit meines Lebens! In: Rock Hard. Nr. 188, Januar 2003.
  8. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 144.
  9. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 146.
  10. a b c d Essi Berelian: Motörhead. In: Peter Buckley (Hrsg.): The Rough Guide to Rock. Rough Guides, 2003, ISBN 978-1-84353-105-0, S. 698 f.
  11. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 150.
  12. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 151.
  13. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 158.
  14. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 200.
  15. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 220 f.
  16. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 236.
  17. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 258.
  18. Newsflash 27. Oktober 2010. visions.de, 27. Oktober 2010, abgerufen am 30. Oktober 2010.
  19. Motörhead Beverages. Motörhead, archiviert vom Original am 20. April 2012; abgerufen am 19. April 2012 (englisch).
  20. Motörhead’s Wacken Open Air Performance Cut Short Due To Lemmy’s Health. blabbermouth.net, 2. August 2013; abgerufen am 31. August 2013 (englisch).
  21. Motörhead sagen alle europäischen Festivalshows ab. AMPYA, archiviert vom Original am 15. Juli 2013; abgerufen am 5. Juli 2013.
  22. Götz Kühnemund: Plauderstunde mit Mister Rock ’n’ Roll. In: Rock Hard. Nr. 317, Oktober 2013, S. 15.
  23. Motörhead: Rescheduled European Tour Canceled. blabbermouth.net, 24. Januar 2014, abgerufen am 24. Januar 2014 (englisch).
  24. MOTÖRHEAD Rejoined By 'FAST' EDDIE CLARKE, PHIL 'PHILTHY' TAYLOR At Birmingham Concert (Video). In: blabbermouth.net. 10. November 2014, abgerufen am 8. Juni 2015 (englisch).
  25. Jan Jaedike: Exklusiv-Interview mit Lemmy. In: Rock Hard. Nr. 330, November 2014, S. 35, 37.
  26. MOTÖRHEAD 'Very Reluctantly' Decides Not To Perform In Denver. In: blabbermouth.net. 29. August 2015, abgerufen am 31. August 2015 (englisch).
  27. Motörhead sagen wegen Lemmys Gesundheitszustand weitere Shows ab. In: Rock Hard Online. 3. September 2015, abgerufen am 3. September 2015.
  28. Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister ist tot auf Zeit.de vom 29. Dezember 2015; abgerufen: 11. November 2020
  29. After Lemmy’s death: „Motörhead is over“. In: Expressen. 29. Dezember 2015, abgerufen am 29. Dezember 2015.
  30. Richard Bienstock: Motorhead Drummer Mikkey Dee: „Motorhead Is Over, of Course“. In: revolvermag.com. 29. Dezember 2015, archiviert vom Original am 29. Dezember 2015; abgerufen am 29. Dezember 2015.
  31. Dominik Rothe: Motörhead: „Clean Your Clock“-Live-Set erscheint im Mai. In: Rock Hard. 31. März 2016, abgerufen am 17. Januar 2017.
  32. Dietmar Elflein: Schwermetallanalysen: Die musikalische Sprache des Heavy Metal, S. 130.
  33. Frank Schäfer: Musikexperte Elflein über Heavy Metal. In: taz.de. 1. April 2011, abgerufen am 24. Juli 2014.
  34. Steve Waksman: This Ain’t the Summer of Love, S. 171.
  35. Ian Christe: Sound of the Beast. The Complete Headbanging History of Heavy Metal. ItBooks, ISBN 978-0-380-81127-4, S. 29 f.
  36. a b c Brown/Kilmister: Motörhead: In The Studio. S. XIII f.
  37. a b Holger Stratmann (Hrsg.): RockHard Enzyklopädie. 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren. Rock Hard Verlag, Dortmund 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 264.
  38. Jörg Scheller: Vom Schrei zur Schreibschule: Heavy Metal als Paradessenz. In: Rolf F. Nohr, Herbert Schwaab (Hrsg.): Metal Matters. Heavy Metal als Kultur und Welt. Lit Verlag, Münster 2011, ISBN 978-3-643-11086-2, S. 282.
  39. Jörg Scheller: Eine Legende trinkt Limo. Treffen mit Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister. In: tagesspiegel.de. 25. Juli 2014, abgerufen am 3. September 2014.
  40. a b c d Ronnie: Motorhead. Interview with Lemmy 6-20-2000. Ear Candy Mag, 20. Juni 2000, abgerufen am 16. September 2010 (englisch).
  41. Brown/Kilmister: Motörhead: In The Studio. S. 222.
  42. a b c d Jeb Wright: Better Motorhead Than Dead: An Interview with Lemmy Kilmister. Classic Rock Revisited, archiviert vom Original am 2. Februar 2008; abgerufen am 16. September 2010 (englisch).
  43. Robert Walser: Running with the Devil: Power, Gender and Madness in Heavy Metal Music. Wesleyan University Press, 1993, ISBN 978-0-8195-6260-9, S. 14.
  44. Stephen Thomas Erlewine: Motörhead Biography. Allmusic, abgerufen am 22. September 2010 (englisch).
  45. Ian Christe: Sound of the Beast. S. 41.
  46. Cope: Black Sabbath and the Rise of Heavy Metal Music. S. 99.
  47. Ian Christe: Sound of the Beast. S. 32.
  48. Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. Erweiterte und überarbeitete Ausgabe. Index Verlag, 2007, ISBN 978-3-936878-00-4, S. 28.
  49. Luxi Lahtinen: BATHORY – An Epic Interview With Quorthon. Metal Rules Webzine, 2001, abgerufen am 13. Oktober 2010 (englisch).
  50. Lemmy Kilmister mit Janiss Garza: White Line Fever – Die Autobiographie. I.P. Verlag Jeske/Mader, Berlin 2004, ISBN 3-931624-25-0, S. 134.
  51. Classic Albums: Motörhead - Ace of Spades. Dokumentarfilm, 2004, 50 Min. Regie: Tim Kirkby. Ausführende Produzenten: Terry Shand und Geoff Kempin. Eine Produktion von Isis Productions + Eagle Rock Entertainment, London
  52. Ian Christe: Sound of the Beast. S. 113.
  53. Luxi Lahtinen: Master – Paul Speckmann. In: metal-rules.com. 14. Dezember 2008, archiviert vom Original am 4. Februar 2010; abgerufen am 17. Januar 2017 (englisch).
  54. Ian Christe: Sound of the Beast. S. 198.
  55. Ian Christe: Sound of the Beast. S. 181.
  56. Rance: Darkthrone – Fenriz. Global Domonation Webzine, 15. Juli 2005, archiviert vom Original am 10. November 2011; abgerufen am 13. Oktober 2010 (englisch).
  57. Anthony Morgan: New Wave of Black Heavy Metal – Fenriz pays tribute to the golden eighties era with Darkthrone’s twelfth album F. O. A. D. 2007, archiviert vom Original am 8. April 2009; abgerufen am 16. September 2010 (englisch).
  58. Cope: Black Sabbath and the Rise of Heavy Metal Music, S. 98.
  59. Cope: Black Sabbath and the Rise of Heavy Metal Music, S. 96.
  60. a b c Dietmar Elflein: Schwermetallanalysen: Die musikalische Sprache des Heavy Metal, S. 195.
  61. Cope: Black Sabbath and the Rise of Heavy Metal Music, S. 102 f.
  62. Steve Waksman: This Ain’t the Summer of Love, S. 168.
  63. a b c Dietmar Elflein: Schwermetallanalysen: Die musikalische Sprache des Heavy Metal, S. 180.
  64. a b Dietmar Elflein: Schwermetallanalysen: Die musikalische Sprache des Heavy Metal, S. 182.
  65. Steve Waksman: This Ain’t the Summer of Love, S. 155.
  66. Steve Waksman: This Ain’t the Summer of Love, S. 159.
  67. Steve Waksman: This Ain’t the Summer of Love, S. 154.
  68. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 209.
  69. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 208.
  70. Kilmister/Garza: White Line Fever, S. 124 f.
  71. Pete Alander, Kassu Kortelainen: Joe Petagno Interview. K.K. Downing Steel Mill, 5. November 2010, archiviert vom Original am 26. April 2011; abgerufen am 24. November 2010 (englisch).
  72. http://motorhead-beer.com/home/

Veröffentlichungen von Lemmy die im OTRS erhältlich sind/waren:

Live To Win

Lemmy auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Lemmy Kilmister (2005)

Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister (* 24. Dezember 1945 in Stoke-on-Trent, Staffordshire, England; † 28. Dezember 2015 in Los Angeles, Kalifornien[1]) war ein britischer Rockmusiker, Mitglied der Space-Rock-Band Hawkwind, Gründer der Rockband Motörhead sowie deren Sänger und Bassist.

Leben

Kilmister mit E-Gitarre (2006)

Ian Fraser Kilmister wurde am Heiligabend 1945 in Burslem, einem Stadtteil von Stoke-on-Trent, geboren. Sein leiblicher Vater war Feldkaplan der Royal Air Force im Zweiten Weltkrieg, seine Mutter Bibliothekarin. Der Vater verließ die Familie kurz nach Lemmys Geburt. Kilmister besuchte die Grundschule in Madeley, einem Dorf nahe seiner Geburtsstadt.

Als er zehn Jahre alt war, heiratete seine Mutter den ehemaligen Profifußballer und Fabrikanten George Willis und die Familie zog nach Benllech, einem Seebad auf der zu Wales gehörenden Insel Anglesey. Nachdem Kilmister mit 15 Jahren ohne Abschluss der Schule verwiesen worden war, jobbte er in einer Reitschule und einer Fabrik, bis er mit 16 sein Elternhaus verließ und nach Manchester zog, wo er bei verschiedenen Bands spielte.

Ende der 1960er-Jahre ging Kilmister nach London und hielt sich zunächst mit Gelegenheitsjobs über Wasser, unter anderem als Roadie bei der Jimi Hendrix Experience und The Nice.[2] Anfang der 1970er-Jahre stieß er als Bassist zur Space-Rock-Band Hawkwind, aus der er 1975 hinausgeworfen wurde und deshalb gleich darauf Motörhead gründete. 1990 verlegte er seinen Wohnsitz nach Los Angeles, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Aus zwei Beziehungen hatte Kilmister zwei Söhne: Sean und Paul. Speziell zu seinem Sohn Paul Inder hatte er eine sehr innige Beziehung, unter anderem spielte dieser auch als Gastmusiker beim 25. Jubiläum der Band am 22. Oktober 2000 live mit Motörhead. Allerdings war Kilmister nie verheiratet, er erklärt in seiner Autobiographie White Line Fever, die große Liebe seines Lebens sei seine Freundin Susann Bennett gewesen, die im Alter von 19 Jahren an einer Überdosis Heroin starb. Als Konsequenz davon lehnte er sein Leben lang Heroin strikt ab und war ein ausgesprochener Kritiker des Versagens von Regierungen, diese Droge effektiv zu kontrollieren. Kilmister selbst konsumierte in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren LSD und in den späten 1970er- und 1980er-Jahren vor allem Amphetamine. Aus gesundheitlichen Gründen stellte er seinen Konsum dieser Drogen in den 1990er-Jahren schließlich ein, trank aber weiterhin große Mengen Alkohol.[3]

Im März 2010 wurde der Rockumentary-Film Lemmy von Greg Olliver und Wes Orshoski auf dem Festival South by Southwest im texanischen Austin erstmals dem Publikum gezeigt, in diesem geben zahlreiche Interviews mit Freunden, Kollegen und Bewunderern sowie dokumentarische Aufnahmen von Kilmisters Leben einen ausführlichen Einblick in seine Musikervita.

2000 wurde bei Kilmister Diabetes diagnostiziert[4], im März 2013 bekam er in Los Angeles aufgrund von Herzproblemen einen implantierbaren Defibrillator eingesetzt.[5] Wegen seiner anhaltenden gesundheitlichen Probleme mussten in weiterer Folge im Jahr 2013 viele Konzerte abgesagt und auch ein Auftritt beim Wacken-Open-Air-Festival abgebrochen werden. Auch die Promotiontour des neuen Albums Aftershock wurde verschoben und schließlich ganz abgesagt.[6] Laut eigener Aussage hatte er auch mit dem Rauchen aufgehört,[7] was er jedoch wenig später relativierte: Er habe seinen Zigarettenkonsum von zwei Schachteln auf zwei Zigaretten pro Tag reduziert.[8] 2015 wurden in Salt Lake City ebenfalls mehrere Konzerte abgesagt.[9]

Kurz nach seinem 70. Geburtstag wurden bei Kilmister Tumore im Kopf- und Nackenbereich diagnostiziert. Er starb am 28. Dezember 2015 in seiner Wohnung in Los Angeles. Laut Todesbescheinigung verstarb er an Prostatakrebs, Herzversagen (Herzinsuffizienz) und Herzrhythmusstörungen. Ob die Kopfhalstumore nun Absiedlungen des Prostatakrebses oder eigenständige Tumore waren, geht aus der Todesbescheinigung nicht hervor.[10][11]

Kilmister wurde auf dem Forest Lawn Memorial Park in Hollywood beigesetzt.[12] Im März 2021 wurde bekannt, dass seine Asche auf eigenen Wunsch in Patronen abgefüllt und an seine engsten Freunde geschickt wurde.[13]

Karriere als Musiker

Lemmy Kilmister mit E-Bass und der Halsdekoration „Eisernes Kreuz II. Klasse“ (Reds, Edmonton, Mai 2005)

Im Jahr 1957 nahm Kilmister erstmals eine Gitarre in die Hand, es war die Hawaiigitarre seiner Mutter.[14] Er hatte nie Gitarrenunterricht, sondern brachte sich das Spielen selber bei. Die erste Band, in der er noch in Wales spielte, hieß The Sundowners (später The DeeJays).[14]

Als er Anfang der 1960er-Jahre nach Manchester kam, entstand dort und in Liverpool gerade eine lebendige Musikszene, die in Anlehnung an den Fluss Mersey, der durch Greater Manchester und Liverpool fließt, Mersey Beat genannt wurde. Kilmister spielte in verschiedenen Bands, so unter anderem bei The Rainmakers und danach für ca. drei Jahre bei The Motown Sect. 1965 wurde er schließlich Gitarrist bei Reverend Black and The Rockin’ Vicars (später The Rockin’ Vickers).[15] Mit ihnen nahm er in den Jahren 1965 bis 1967 die Singles Zing! Went the Strings of My Heart (1965), It’s Alright (1965) und Dandy (1966) auf. Er verließ die Band Anfang 1967 und ging nach London.

Dort hatte er zunächst Jobs bei verschiedenen Musikern, z. B. bei P. P. Arnold, bis er 1968 als Sänger bei Sam Gopal anfing.[16] Mit der Band nahm er 1969 das Album Escalator auf, für das er unter dem Namen „Ian Willis“ (dem Nachnamen seines Stiefvaters) einige Songs beisteuerte.[17] Nach dem Scheitern der Band war er für kurze Zeit Mitglied bei Opal Butterfly, mit ihnen nahm er 1970 die Single Groupie Girl auf, verließ die Band jedoch noch vor der Veröffentlichung der Single und des dazugehörenden Filmes.[18] Mit seinen damaligen mangelhaften Fähigkeiten an der E-Gitarre war Kilmister unzufrieden, weshalb er den E-Bass als Instrument für sich entdeckte und dessen Spiel ihn begeisterte.[19]

Über Dikmik Davies, der damals Synthesizer bei Hawkwind spielte, bekam er 1971 Kontakt zu dieser Londoner Band. Gitarrist Huw Lloyd-Langton und Bassist Dave Anderson hatten innerhalb kurzer Zeit die Band verlassen, und Kilmister hoffte, als Gitarrist in die Band einsteigen zu können. Auf Vorschlag von Dikmik Davies wurde er jedoch schließlich der neue Bassist der Band.[20] Er sang für sie die Single Silver Machine, die bis auf Platz 2 der Charts gelangte. Die Band trennte sich 1975 von ihm, nachdem er wegen Drogenbesitzes durch den kanadischen Zoll festgenommen wurde.[21] In Bezug auf seinen leichtfertigen Drogenkonsum, der ihm schließlich seinen Job bei Hawkwind kostete, erklärte Lemmy Kilmister in dem Dokumentarfilm Classic Albums: Motörhead – Ace of Spades von 2004: „Ich war der letzte Irre. Der letzte, der die falschen Drogen nahm: Keine Designerdrogen, sondern das Zeug von der Straße. Weshalb ich sehr unbeliebt war.“[22]

Kurz danach gründete Kilmister eine neue Band, die er Bastard nennen wollte. Auf Anraten seines Managers nannte er die Band jedoch Motörhead in Anlehnung an den letzten Song, den er für Hawkwind geschrieben hatte. Bis zu Kilmisters Tod war die Band mit ihm als musikalischem Kopf aktiv.

Neben Motörhead spielte er auch in der 2000 gegründeten Rockabilly-Band The Head Cat.

Kilmister war auch als Autor und Produzent für andere Musiker tätig. So schrieb er unter anderem die Texte zu vier Songs des Albums No More Tears von Ozzy Osbourne, komponierte Head Over Heels für Girlschool, Can’t Catch Me für Lita Ford und produzierte das Lied Go Home Ann von der Single Bonzo Goes to Bitburg der Ramones sowie das Album Metal Anarchy der Band Warfare.

Markenzeichen

  • Kilmister hatte zwei große Fibrome auf der linken Gesichtshälfte, die zuweilen fälschlich auch als Warzen bezeichnet wurden.
  • Kilmister positionierte sein Mikrofon stets etwas zu hoch, sodass er seinen Kopf während der Gesangspassagen anheben musste. Dies war ein Markenzeichen seiner Bühnenpräsenz, diente nach seinen Aussagen der Bequemlichkeit und sollte ein Relikt aus den Anfangstagen sein, als die Band nur wenige Zuschauer hatte und er „so das Elend im Publikum nicht mitansehen musste“.[23]
  • Seine raue, unausgebildete Stimme galt als Folge seines massiven Zigaretten- und Alkoholkonsums, speziell seiner Vorliebe für „Jack and Coke“ (Mixgetränk aus Jack Daniel’s und Coca-Cola auf Eis).
  • Er galt als Sammler von Nazi-Memorabilia[24] und konnte laut eigenem Bekunden nicht mehr seine Wohnung betreten, ohne dass ihm NS-Gegenstände entgegenfielen. Wegen dieser Sammelleidenschaft war er des Öfteren in der Kritik,[25] betonte aber, dass er keinesfalls Anhänger dieser Ideologie sei.[26] Zu seiner Sammlung gehörten z. B. Aschenbecher von Eva Braun und Jagdmesser von Hermann Göring.[21]
  • Er lehnte Religion beziehungsweise den Glauben an Gottheiten strikt ab und brachte dies auch in einigen seiner Texte zum Ausdruck (u. a. (Don’t Need) Religion, Bad Religion oder God Was Never on Your Side, Get Back in Line). Darauf angesprochen, antwortete er:

„Eine Jungfrau wird von einem Geist geschwängert? Come on! Piss off!“[27][26]

Basstechnik und Equipment

Kilmister (2015)

Lemmy Kilmister hatte als Bassist einen ungewöhnlichen Stil. Ursprünglich begann er als Gitarrist, war jedoch nach seiner eigenen Einschätzung nicht gut genug[26] und wechselte bei seinem Einstieg bei Hawkwind zur Bassgitarre. Dabei behielt er jedoch die Technik bei, wie sie üblicherweise Rhythmus-Gitarristen verwenden.

Er spielte bevorzugt auf Instrumenten der Firma Rickenbacker,[28] die er selbst Rickenbastard nannte,[26] und benutzte Verstärker des Herstellers Marshall. Den typischen Bassklang erreichte er, indem er an der Bassgitarre sämtliche Regler auf die höchste Stufe stellte. Am Verstärker selbst drehte er die Höhen und Tiefen leise und die Mitten auf volle Lautstärke. 2008 brachte Marshall einen Verstärker mit dem Namen 1992LEM auf den Markt, einen Nachbau von Kilmisters 1992er Super Bass Unit.[29]

Trivia

Um die Herkunft des Spitznamens „Lemmy“ rankt sich folgende Legende: Er verbrachte auf Tourneen gerne seine freie Zeit an diversen Spielautomaten, wodurch er an chronischer Geldknappheit litt und etliche seiner Kollegen mit den Worten „Can you lem’me five?“ oder „Lemme a fiver“ (‚Kannste mir ’nen Fünfer leihen?‘) um etwas Geld anpumpte.[30] In seiner Autobiographie erklärt Kilmister allerdings, dass er bereits als Zehnjähriger in der walisischen Grundschule den Spitznamen „Lemmy“ erhalten hatte.[31]

Kilmister wird nachgesagt, dem als unmusikalisch geltenden Sex-Pistols-Mitglied Sid Vicious das Bassspielen beigebracht zu haben. Eigenen Angaben zufolge hat Kilmister den Versuch unternommen, ihm Bassunterricht zu geben, den er nach drei Tagen aufgab: „Sid war ein hoffnungsloser Fall.“[32]

Kilmister hatte einige kleine Filmrollen, beispielsweise in Airheads, M.A.R.K. 13 – Hardware als Taxifahrer und eine größere Rolle in Eat the Rich. Im Videoclip Runnin’ Wild der Band Airbourne spielte er außerdem einen Truck-Fahrer. Im Videoclip zu White Limo von den Foo Fighters spielte er einen Limousinenchauffeur. Im Video I Wanna Be a Cowboy der Band Boys Don’t Cry hat er einen Cameoauftritt als Cowboy. In Danko Jones – Full of Regret ist er als Fahrgast in einer Limousine zu sehen.

Kilmister stand als Playback-Gitarrist für Kirsty MacColl in ihrem Pop-Song Terry auf der Bühne u. a. im Musikladen vom 26. Januar 1984.[33][34]

In dem Videospiel Brütal Legend sprach er die Gastrolle des „Killmasters“. Weiterhin ist er ein spielbarer Charakter im Musikspiel Guitar Hero: Metallica.

2006 gab der schwedische Paläontologe Mats E. Eriksson einem ausgestorbenen Wurm den Namen Kalloprion kilmisteri in Anlehnung an Kilmister.[35]

Nach seinem Tod unterzeichneten mehr als 150.000 Menschen eine Online-Petition[36] mit dem Ziel, das künstlich erzeugte und zu jenem Zeitpunkt noch offiziell namenlose chemische Element Moscovium nach ihm zu benennen. Als Name wurde Lemmium vorgeschlagen.

Nintendos hauseigene Videospielfigur Lemmy Koopa ist einer von sieben vermeintlichen Nachkömmlingen des Bösewichtes Bowser. Nach Kilmisters Tod bestätigte der seinerzeit verantwortliche Produktmanager Dayvv Brooks, dass der Name der Figur an Lemmy Kilmister angelehnt ist, da er die Art Charakter sei, „der sein eigenes Ding macht, völlig egal was die Anderen denken“.[37]

Am 14. November 2016 wurde ein Asteroid nach ihm benannt: (243002) Lemmy.

2017 wurde ein sechs Meter langes Meereskrokodil, das vor etwa 165 Millionen Jahren ausgestorben ist, nach ihm benannt. Das Krokodil trägt den Namen Lemmysuchus.[38]

Diskografie

Eigene Projekte

Mit The Rockin’ Vickers:

  • 1964: I Go Ape (7″)
  • 1965: Zing! Went the Strings of My Heart (7″)
  • 1965: It’s Alright (7″)
  • 1966: Dandy (7″)
  • 2000: The Complete – It’s Alright

Mit Sam Gopal:

  • 1969: Escalator (EP Promo)
  • 1969: Escalator

Mit Opal Butterfly:

  • 1970: Groupie Girl (7″)

Mit Hawkwind:

  • 1972: Silver Machine (7″)
  • 1972: Doremi Fasol Latido
  • 1973: Lord of Light (7″)
  • 1973: Urban Guerilla (7″)
  • 1973: Space Ritual
  • 1974: Hall of the Mountain Grill
  • 1974: Psychedelic Warlords (7″)
  • 1975: Kings of Speed (7″)
  • 1975: Warrior on the Edge of Time
  • 1977: Masters of the Universe (Compilation)
  • 1985: Space Ritual Vol. 2 (Compilation live)
  • 1985: In the Beginning (live)
  • 1986: Approved History of Hawkwind 1967–1982
  • 1999: Epoch Eclipse: 30 Year Anthology (Compilation Box)

Mit Motörhead:

Mit The Head Cat:

  • 2000: Lemmy, Slim Jim & Danny B.
  • 2006: Fool’s Paradise
  • 2007: Rockin’ the Cat Club: Live from the Sunset Strip
  • 2011: Walk the Walk … Talk the Talk

Querschnitt:

  • 2006: LEMMY Damage Case (zwei CDs mit 31 Songs von Rockin’ Vicars bis Motörhead)

Solo-Veröffentlichungen oder Projekte:

  • 1981: Headgirl (Motörhead & Girlschool) – The St. Valentine’s Day Massacre
  • 1982: Lemmy & Wendy O. WilliamsStand By Your Man
  • 1990: Lemmy & The Upsetters – Blue Suede Shoes
  • 2000: Lemmy – Slim Jim & Danny B – Lemmy – Slim Jim & Danny B

Exklusive Samplerbeiträge:

  • 1986: On the Road (Live) auf Hear ’n Aid (An All-Star Album for Famine Relief)
  • 1990: Blue Suede Shoes auf The Last Temptation of Elvis
  • 1996: Straight Edge as Fuck, Vol. 1–2
  • 1997: Tie Your Mother Down auf Dragon Attack: A Tribute to Queen
  • 1998: It’s a Long Way to the Top auf Thunderbolt: A Tribute to AC/DC
  • 1999: A Piece of Pipe auf Hardware (Soundtrack)
  • 2000: Desire auf Bat Head Soup – Tribute to Ozzy Osbourne
  • 2001: Nothing Else Matters auf Metallic Assault – A Tribute to Metallica
  • 2001: Shoot ’Em Down auf Twisted Forever – A Tribute to the Legendary Twisted Sister (2003 wiederveröffentlicht auf Ash Wednesday)
  • 2002: Guitar Greats
  • 2002: Metal Brigade
  • 2002: Thirsty & Miserable auf Rise Above: 24 Black Flag Songs to Benefit the West Memphis Three
  • 2004: Whiplash auf Metallic Attack: Metallica – The Ultimate Tribute
  • 2006: Back in the USSR auf Butchering the Beatles – A Headbashing Tribute
  • 2008: Run Rudolph Run auf We Wish You a Metal Xmas and a Headbanging New Year

Gastauftritte

Lemmy Kilmister 2005 bei einem Auftritt mit den DKT/MC5
  • 1974: Robert CalvertCaptain Lockheed and the Starfighters
  • 1979: The DamnedI Just Can’t Be Happy Today
  • 1979: The DamnedMachine Gun Etiquette
  • 1980: The Young & Moody Band – Don’t Do That
  • 1984: Robert CalvertFreq
  • 1986: Doctor & the Medics – "Waterloo" (Rolle im Musikvideo)
  • 1988: Albert Jarvinen Band – Countdown
  • 1989: Nina HagenNina Hagen
  • 1993: The DamnedTales from the Damned
  • 1994: Fast Eddie Clarke – It Ain’t Over Till It’s Over
  • 1994: Shonen KnifeTomato Head (Promo-Single)
  • 1994: Shonen KnifeRock Animals
  • 1996: Skew Siskin – Electric Chair Music
  • 1996: Ugly Kid JoeMotel California
  • 1996: Myth Dreams of World – Stories of the Greek & Roman Gods & Goddesses
  • 1996: Skew Siskin – Voices from the War
  • 1997: RamonesWe’re Outta Here!
  • 1999: Jetboy – Lost & Found
  • 1999: Skew Siskin – What the Hell
  • 1999: A.N.I.M.A.L.Usa Toda Tu Fuerza
  • 2000: Swing Cats – A Special Tribute to Elvis
  • 2000: DoroCalling the Wild
  • 2001: The Pirates – Rock Bottom
  • 2001: Hair of the Dog – Ignite
  • 2002: Royal Philharmonic OrchestraMike Batt and Guests“ – Philharmania
  • 2003: Ace Sounds – Still Hungry
  • 2003: Skew Siskin – Album of the Year
  • 2004: ProbotProbot (Shake Your Blood)
  • 2005: Böhse OnkelzVaya con Tioz
  • 2006: MetallicaDamage Case (beim Novarock-Festival)
  • 2006: ProbotShake Your Blood (im Hyde Park)
  • 2008: SaxonI’ve Got to Rock (To Stay Alive) – (Video)
  • 2008: AirbourneRunnin’ Wild
  • 2009: Nashville PussyFrom Hell to Texas
  • 2010: SlashSlash and Friends
  • 2010: Danko JonesFull of Regret (Rolle im Musikvideo)
  • 2011: Foo FightersWhite Limo (Rolle im Musikvideo)
  • 2014: EmigrateRock City

Filmografie

VHS

  • 1982: Live in Toronto – Castle Hendering
  • 1984: Another Perfect Day EP
  • 1985: Birthday Party
  • 1986: Deaf Not Blind
  • 1987: Eat the Rich
  • 1988: EP
  • 1991: Everything Louder than Everything Else
  • 1991: Live in Alabama

DVD

  • 2001: 25 & Alive Boneshaker
  • 2002: Motörhead EP
  • 2002: The Best of Motörhead
  • 2003: The Special Edition EP
  • 2004: Everything Louder Than Everything Else
  • 2005: Stage Fright
  • 2010: Lemmy (DE: GoldGold)[39]
  • 2011: Lemmy: 49 % Motherf**ker, 51 % Son of a Bitch (US:GoldGold)[40]

Darsteller

Dokumentarfilm

  • 2004: Motörhead - Ace Of Spades, Interviews mit Kilmister u. a., OmU, Juni 2021 auf arte, 50 min
  • 2011: Metal Evolution: Zeitzeuge und Interviewpartner in drei von elf Episoden

Synchronstimme

  • 2006: Scarface: The World Is Yours (Video Game)
  • 2009: Brütal Legend (Video Game)

Literatur

  • Lemmy Kilmister mit Harry Shaw: Lemmy, In His Own Words. Omnibus, London 2002, ISBN 978-0-7119-9109-5 (englisch).
  • Lemmy Kilmister mit Harry Shaw, dt. Übersetzung von Thorsten Wortmann: LEMMY – TALKING. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2010, ISBN 978-3-89602-901-0.
  • Lemmy Kilmister mit Janiss Garza: White Line Fever – Die Autobiographie. I.P. Verlag Jeske/Mader, Berlin 2004, ISBN 3-931624-25-0.
  • Marvin Chlada, Jerk Götterwind (Hrsg.): Lemmy. Eine Hommage. Verlag Trikont Duisburg und Verlag Dialog-Edition, Duisburg / Istanbul 2017, ISBN 978-3-945634-19-6.

Weblinks

Commons: Lemmy Kilmister – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 28. Dezember 2015 - Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister stirbt. In: WDR. 28. Dezember 2020, abgerufen am 8. November 2021.
  2. Legenden auf der Bühne. In: Nordbayerischer Kurier vom 18./19. Juni 2016, S. 55.
  3. Joel McIver: Lemmy Kilmister obituary. In: The Guardian. 29. Dezember 2015, abgerufen am 29. Dezember 2015 (englisch).
  4. MOTÖRHEAD Manager On LEMMY's Health: ‚He Has Great Days And Then He F**ks It Up‘. In: blabbermouth.net. 17. Januar 2014.
  5. Rockbassist Lemmy geht mit Defibrillator auf Tour. In: maz-online.de. 22. Juni 2013.
  6. Sebastian Kessler: Motörhead-Tour abgesagt. In: Metal Hammer. 24. Januar 2014.
  7. MOTÖRHEAD's LEMMY On His Health Issues: ‘I'm Paying For The Good Times‘. In: Blabbermouth.net, 22. November 2013
  8. MOTÖRHEAD's LEMMY Says Fans Were Unbelievably Supportive When He Got Sick. In: Blabbermouth.net, 22. Januar 2014
  9. Martin Tege: Motörhead: Lemmys Gesundheit immer noch kritisch – weitere Konzertabsagen. In: rollingstone.de. 3. September 2015.
  10. Alex Young: RIP: Lemmy Kilmister – Motörhead Frontman Dead At 70. In: consequenceofsound.net. 29. Dezember 2015, abgerufen am 29. Dezember 2015 (englisch).
  11. Mötorhead’s Lemmy died of prostate cancer, says death certificate. In: The Guardian. 20. Januar 2016, abgerufen am 11. Februar 2018 (englisch).
  12. Das Grab von Lemmy Kilmister. In: knerger.de. Klaus Nerger, abgerufen am 8. Mai 2019.
  13. Lemmy Kilmister: Asche des Motörhead-Sängers in Patronen-Hülsen gefüllt – und verschenkt. In: spiegel.de. 23. März 2021, abgerufen am 26. März 2021.
  14. a b Carol Clerk: The Saga of Hawkwind. Omnibus Press, 2004, ISBN 978-1-84449-101-8, S. 79–80. (englisch)
  15. The Rockin’ Vickers. allmusic.com
  16. Classic Albums: Motörhead - Ace of Spades. Dokumentarfilm, 2004, 50 Min. Regie: Tim Kirkby. Ausführende Produzenten: Terry Shand und Geoff Kempin. Eine Produktion von Isis Productions + Eagle Rock Entertainment, London
  17. Richie Unterberger: AllMusic Review. allmusic.com; abgerufen 27. Januar 2009 (englisch).
  18. Artist Biography by Ralph Heibutzki. allmusic.com; abgerufen 27. Januar 2009 (englisch).
  19. Classic Albums: Motörhead - Ace of Spades. Dokumentarfilm, 2004, 50 Min. Regie: Tim Kirkby. Ausführende Produzenten: Terry Shand und Geoff Kempin. Eine Produktion von Isis Productions + Eagle Rock Entertainment, London
  20. Carol Clerk: The Saga of Hawkwind. Omnibus Press, 2004, ISBN 978-1-84449-101-8, S. 77.
  21. a b Gestorben: Ian „Lemmy“ Kilmister, 70. In: Der Spiegel. Nr. 1, 2016, S. 125 (online).
  22. Classic Albums: Motörhead - Ace of Spades. Dokumentarfilm, 2004, 50 Min. Regie: Tim Kirkby. Ausführende Produzenten: Terry Shand und Geoff Kempin. Eine Produktion von Isis Productions + Eagle Rock Entertainment, London
  23. Frank Thiessies: Alter macht schön. Zum Beispiel Lemmy Kilmister. welt.de, 25. Dezember 2010, abgerufen am 22. Mai 2012.
  24. Tobias Rapp: Zum Tod von Lemmy Kilmister: Er war Motörhead, und er spielte Rock’n’Roll. In: Spiegel Online. 29. Dezember 2015, abgerufen am 11. Februar 2018.
  25. Meldung. Metal Hammer online, 10. Juli 2008; abgerufen 24. Januar 2009.
  26. a b c d Moritz von Uslar: 100 Fragen an Ian „Lemmy“ Kilmister. In: Süddeutsche Zeitung, 29. Dezember 2015.
  27. Reue ist sinnlos. In: Süddeutsche Zeitung, 29. Dezember 2015.
  28. (Memento vom 5. November 2007 im Internet Archive). In: BassPlayer.com, abgerufen 25. Januar 2009.
  29. Produktinformation (Memento vom 31. Januar 2009 im Internet Archive) auf marshallamps.com, abgerufen 28. Januar 2009.
  30. [1]
  31. Motorhead's Lemmy rocked the Welsh assembly
  32. Götz Kühnemund: Motörhead. Die wahre Essenz des Rock’n’Roll. Hrsg.: Holger Stratmann. Rock Hard, Dezember 2009, ISSN 1437-8140, S. 81.
  33. Beatclub Backstage. In: musikausstudiobremen.de. 28. Dezember 2015.
  34. Kirsty MacColl – Terry 1984. In: YouTube.
  35. Mike Hohnen: Scientist Names Newly Discovered Species After King Diamond. In: Music Feeds. 18. September 2012, abgerufen am 1. Januar 2016 (englisch).
  36. John Wright: Support Lemmy tribute, help make 'Lemmium' the new chemical name for Heavy Metal in the Periodic Table. In: change.org. Online-Petition zu Lemmium.
  37. Patrick Klepek: How A Mario Character Was Named After Motorhead’s Lemmy. In: kotaku.com. 29. Dezember 2015, abgerufen am 8. Januar 2016 (englisch).
  38. Sebastian Herrmann: "Lemmysuchus", das Urzeit-Krokodil. In: Süddeutsche Zeitung. 9. August 2017, abgerufen am 11. Februar 2018.
  39. Gold-/Platin-Datenbank des Bundesverband Musikindustrie, Abruf vom 28. Mai 2016.
  40. Gold-/Platin-Datenbank der RIAA, Abruf vom 20. Juni 2021.
  41. Sunset Society: Lemmy, Tracii Guns und Dizzy Reed als Darsteller in Vampir-Horrorfilm zu sehen von Simon Bauer auf www.rockhard.de, 14. Juni 2018

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