Nigel Kennedy ¦ Vivaldi: The Four Seasons

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Veröffentlichung Vivaldi: The Four Seasons:

1989

Hörbeispiel(e) Vivaldi: The Four Seasons:

Vivaldi: The Four Seasons auf Wikipedia (oder andere Quellen):

" Il cimento dell’armonia e dell’invenzione, op.8 " Titelseite veröffentlicht von Michel-Charles Le Cène, Amsterdam.

Die vier Jahreszeiten (italienisch Le quattro stagioni) ist der Titel einer Sammlung von vier Violinkonzerten und ist das wohl bekannteste Werk von Antonio Vivaldi. Es handelt sich um Programmmusik: Jedes Konzert porträtiert eine Jahreszeit. Dazu ist den einzelnen Konzerten jeweils ein – vermutlich von Vivaldi selbst geschriebenes – Sonett vorangestellt; fortlaufende Buchstaben vor den einzelnen Zeilen und an den entsprechenden Stellen in der Partitur ordnen die verbale Beschreibung der Musik zu.

Vivaldi hatte bereits zuvor immer wieder mit außermusikalischen Programmen experimentiert, die sich häufig in seinen Titeln niederschlagen; die genaue Ausdeutung von Einzelstellen der Partitur ist aber für ihn ungewöhnlich. Seine Erfahrung als virtuoser Geiger erlaubte ihm den Zugriff auf besonders wirkungsvolle Spieltechniken; als Opernkomponist hatte er einen starken Sinn für Effekte entwickelt – beides kam ihm hier zugute.

Wie der Titel bereits nahelegt, werden vor allem Naturerscheinungen imitiert – sanfte Winde, heftige Stürme und Gewitter sind Elemente, die in allen vier Konzerten auftreten. Hinzu kommen verschiedene Vogelstimmen und sogar ein Hund, weitere menschliche Betätigungen wie etwa die Jagd, ein Bauerntanz, das Schlittschuhlaufen einschließlich Stolpern und Hinfallen bis hin zum schweren Schlaf eines Betrunkenen.

Das Werk stammt aus dem Jahre 1725 und ist in zwei Druckausgaben erhalten, die offenbar mehr oder weniger gleichzeitig in Amsterdam und Paris erschienen.

Entstehung und musikalische Form

Vivaldi veröffentlichte diese vier Konzerte 1725 zu Beginn seiner Sammlung Op. 8 unter dem Titel Il cimento dell’armonia e dell’inventione (damalige Schreibweise, heute: invenzione, „Das Wagnis von Harmonie und Erfindung“). Auch andere Konzerte dieser Sammlung enthalten poetische Programme, darunter die Konzerte mit den Nummern 5 (La tempesta di mare, „Der Sturm auf dem Meer“), 6 (Il piacere, „Das Vergnügen“) und 10 (La caccia, „Die Jagd“).

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich seine Konzertform bereits zur Dreisätzigkeit standardisiert. Der Reiz der Vier Jahreszeiten liegt auch in dem Widerspruch eines dramatischen, außermusikalischen Programms einerseits und den rein musikalischen Anforderungen nach Proportion und Balance andererseits; Vivaldi kommt in den zwölf Einzelsätzen zu sehr unterschiedlichen Lösungen.

So sind die ersten Sätze jeweils auf einem – auf verschiedenen Stufen wiederkehrenden und dann oft stark gekürzten – Ritornell aufgebaut, mit dazwischen angeordneten modulierenden Solo-, aber auch ausgedehnteren Tuttipassagen. Durch das poetische Programm bedingt, haben nicht nur die Soloabschnitte einen sehr unterschiedlichen Charakter, Vivaldi sah sich in einigen Konzerten auch gezwungen, das Ritornell nicht nur stark zu variieren, sondern manchmal auch im Laufe eines Satzes durch ganz anderes Material zu ersetzen (Der Sommer) oder es auch erst allmählich entstehen zu lassen (Der Winter).

Den zweiten Satz bildet normalerweise eine Arie, bei Vivaldi meist zweiteilig. Der erste Teil moduliert in die Dominante oder die parallele Durtonart, der etwa gleich lange zweite Teil stellt eine variierte Wiederholung dar und moduliert zurück. Begleitet wird die Solomelodie durch ein durchgehendes Motiv im Orchester, das ebenfalls durch das Sonett inspiriert ist.

Der Schlusssatz trägt meist stilisierte tänzerische Züge, unterscheidet sich vom ersten immer in der Taktart (typischerweise Dreier- statt Vierertakt) und bringt tendenziell das Ritornell auf weniger Stufen, beispielsweise rondoartig immer nur in der Tonika. Allgemein sind diese Sätze weniger aufwendig gehalten; dieser Tendenz folgend, malen sie in den Vier Jahreszeiten das Programm auch weniger detailliert aus und stellen eher in ihrer Gesamtheit eine allgemeine Situation dar (wie etwa „Tanz“ oder „Gewitter“).

Ein typisches dramaturgisches Merkmal von Vivaldis Musik sind die langen Orgelpunkte, auf denen die Harmonie geradezu eingefroren wirkt, bevor sie sich plötzlich in Bewegung setzt; derartige Effekte sind in allen Konzerten immer wieder besonders in den Solopassagen zu beobachten.

Die Einzelkonzerte

La primavera – Der Frühling, Op. 8 Nr. 1, RV 269

Der Frühling – 1. Satz
Der Frühling – 2. Satz
Der Frühling – 3. Satz
Sätze

1. Allegro c E-Dur
2. Largo e pianissimo sempre 3/4 cis-Moll
3. Allegro 12/8 E-Dur

Musik

Das bekannte Thema des ersten Satzes besteht aus zwei kurzen Abschnitten, die jeweils piano wiederholt werden. Dann stellt gleich das erste Solo nicht die Solovioline in den Vordergrund, sondern ein Trio gleichberechtigter Violinen, die über einem latenten E-Dur-Akkord das Durcheinanderzwitschern verschiedener Vogelarten sehr plastisch darstellen. Zwischen den nächsten beiden Kurzritornellen gibt es eine längere Tuttipassage, die das Murmeln der Quellen und sanfte Winde veranschaulicht und in die Dominanttonart moduliert, bis plötzlich ein Frühlingssturm losbricht, mit Donner im ganzen Orchester und hochvirtuosen Blitzen der Solovioline. In der parallelen Molltonart folgt nun eine kurze Wiederaufnahme des Violintrios mit anderen Vogelstimmen und die zweite Hälfte des Themas; ein weiteres kurzes Solo führt dann in das abschließende Ritornell.

Der zweiteilige langsame zweite Satz spielt auf die barocke Tradition der Schäferdichtung an und porträtiert einen schlafenden Hirten. Die begleitenden Geigen malen das Blätter- und Gräserrauschen; im Hintergrund das müde Bellen des Hirtenhundes.

Der Schlusssatz stellt einen Tanz von Nymphen und Schäfer dar (Danza pastorale, „Hirtentanz“); Vivaldi nutzt ausnehmend traditionelle Dudelsackeffekte und immer wieder ungewöhnlicherweise manchmal auch Chromatik in den Basslinien und Vorhaltbildungen in den Oberstimmen, die einen emotional-rührenden Effekt bewirken.

L’estate – Der Sommer, Op. 8 Nr. 2, RV 315

Der Sommer – 1. Satz
Der Sommer – 2. Satz
Der Sommer – 3. Satz
Sätze

1. Allegro non molto 3/8 g-Moll
2. Adagio c g-Moll
3. Presto 3/4 g-Moll

Musik

Die matten, schleppenden Akkorde des Themas sind auch für den heutigen Hörer als Darstellung extremer Hitze nachvollziehbar und bauen eine Spannung auf, die sich urplötzlich in einem virtuosen Solo entlädt. Hier ist der Kuckuck zu hören, später dann auch Taube und Distelfink. Die liegende Harmonik verdeutlicht das endlose Warten der Natur auf etwas Kühlung. Da sind auf einmal leichte Zephyrwinde zu spüren; sie kommen aber nur langsam in Gang, bis schlagartig der eisige Nordwind Boréas losbricht. Pianissimo nun noch einmal ein paar Takte des Anfangsritornells auf der Dominante, als sei die Hitze nun plötzlich weit entfernt, und wieder hören wir den Hirten über sein Schicksal klagen, bis der kalte Sturm wiederkommt und alles hinwegfegt.

Entgegen allen Konventionen führt dieser Satz also etwa in der Mitte ein neues Ritornell ein, das kaum einen größeren Gegensatz zum ursprünglichen haben könnte, und beendet den Satz auch damit. Diese ungewöhnliche Verfahrensweise bringt ein starkes dramatisches Element, denn dieses Motiv des alles vernichtenden Orkans, vor dem nichts sicher ist, wird sich nun auch durch den Rest des Konzerts ziehen.

So porträtiert der langsame Satz einen sehr unruhigen Schläfer, der von Mückenschwärmen geplagt wird; alle paar Takte schreckt ihn das drohende Gewitter auf. Dass dieser Satz nicht in der Paralleltonart steht, verstärkt das Gefühl, nur eine Überleitung zu sein, bis dann das Gewitter endlich tatsächlich losbricht.

Das Tongemälde des Gewitters im letzten Satz besteht auf einer rein musikalischen Ebene nur aus virtuosen Tonleitern, Akkordbrechungen und Tonrepetitionen, die nur in der Mitte einmal zu etwas Themenähnlichem gerinnen, das aber ebenfalls sofort wieder zerfällt.

L’autunno – Der Herbst, Op. 8 Nr. 3, RV 293

Der Herbst – 1. Satz
Der Herbst – 2. Satz
Der Herbst – 3. Satz
Sätze

1. Allegro c F-Dur
2. Adagio 3/4 d-Moll
3. Allegro 3/8 F-Dur

Musik

Das Ritornell ähnelt deutlich dem des Frühlings, doch die Schlichtheit ist hier schon fast eine Karikatur – es handelt sich um ein bäuerliches Trinklied in einfachster Harmonisierung. Übermütig wiederholt es die Sologeige mit gefährlichen Doppelgriffen, bis der Chor wieder einfällt. Inzwischen ist mehr Wein geflossen, die Sprünge werden höher, die Kunststückchen schwieriger und die Einfälle zusammenhangsloser. Nur das Trinklied in verschiedenen Tonarten und Abwandlungen kann noch einen Rest von Ordnung in das Geschehen bringen. Schließlich bekommt der Solist einen Schluckauf und schläft dann einfach ein (piano e larghetto). Motivische wie harmonische Entwicklung kommen nach und nach zum Stillstand. Vielleicht mehr als Reminiszenz an die Konvention schließt der Satz mit dem unveränderten Ritornell.

Der langsame Satz verzichtet ganz auf den Solisten und bildet eine großangelegte, oft überraschende Akkordstudie, aus der sich allmählich eine fahle Melodie der ersten Geige herausschält – laut Programm ein mildes Lüftchen, das die kraftlosen Trinker im Schlaf umschmeichelt.

Geradezu verpflichtend für eine barocke Herbstmusik ist das Motiv der Jagd, das nun den Schlusssatz eröffnet. Ein stilisierter Dreiertakt mit Hörnerklang, aber Vivaldi zeigt auch Details: Wir hören Gewehrschüsse, die vom Echo zurückgeworfen werden, und die aufgeregten Versuche des Tiers, zu entkommen. Das Tier wird matter und matter und bricht schließlich zusammen – triumphierend beschließt das Hornritornell die Jagd.

L’inverno – Der Winter, Op. 8 Nr. 4, RV 297

Der Winter – 1. Satz
Der Winter – 2. Satz
Der Winter – 3. Satz
Sätze

1. Allegro non molto c f-Moll
2. Largo c Es-Dur
3. Allegro 3/8 f-Moll

Musik

Starre repetierte Staccati eröffnen das vierte Konzert und bauen sofort einen dissonanten Septakkord auf, der die charakteristische kältestarrende, zitternde Atmosphäre hervorruft. Die virtuose Solovioline unterbricht mit „erbarmungslosem“ Wind; erst nach einem Drittel des Satzes formt sich in der Kälte ein echtes Ritornell aus, das laut Vivaldi Füßestampfen darstellt und den Satz auch beschließen wird. Das Anfangsmotiv repetierter Achtel bleibt aber ständig präsent; es beschleunigt sich sogar auf Sechzehntel und bildet nun Zähneklappern ab.

Der zweiteilige Mittelsatz ist wohl der zugänglichste und formal geschlossenste des Zyklus: Er zeigt die Behaglichkeit und Wärme am Kamin, während „draußen“ der Regen an die Scheibe pocht (im Pizzicato der Geigen). Der Gegensatz zwischen der Welt im Haus und der unwirtlichen Natur draußen könnte kaum größer sein.

Im Schlusssatz zieht ein Eisläufer seine Kreise; andere Menschen gehen vorsichtiger und setzen in der Glätte bedächtig die Schritte voreinander, bis plötzlich doch jemand hinfällt. Der Eisläufer aber läuft weiter und zeigt immer virtuosere Figuren, bis das Eis schließlich bricht. Wieder zu Hause, hören wir den Scirocco von fern durch die geschlossene Tür, bis urplötzlich wieder der Sturm losbricht – Scirocco und Boréas vereinigen sich und fegen alles hinweg.

Das Sonett schließt: „So ist der Winter. Doch bringt er auch Freude.“ – Die angedeuteten Freuden hat Vivaldi offenbar in der heimeligen und poetischen Atmosphäre des zweiten Satzes dargestellt.

Literatur

  • Bernhard Moosbauer: Antonio Vivaldi, Die Vier Jahreszeiten. Bärenreiter; Auflage: 1., Aufl. 2010, ISBN 978-3-7618-1583-0.
  • Werner Braun: Antonio Vivaldi, Concerti grossi, op. 8, Nr. 1–4, die Jahreszeiten (= Meisterwerke der Musik 9). Fink, München 1975. ISBN 978-3-7705-0426-8.

Siehe auch

Weblinks

Wikisource: Sonette – Quellen und Volltexte (englisch)

Artist(s)

Veröffentlichungen von Nigel Kennedy die im OTRS erhältlich sind/waren:

Vivaldi: The Four Seasons

Nigel Kennedy auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Nigel Kennedy, Cheltenham Jazz Festival 2009

Nigel Kennedy (* 28. Dezember 1956 in Brighton, England) ist ein britischer Violinist.

Werdegang

Kennedy stammt aus einer Musikerfamilie. Sein Vater ist Cellist, seine Mutter Klavierlehrerin. Kennedy begann im Alter von sechs Jahren das Violinspiel. Nach einem Jahr bekam er das erste Stipendium an der renommierten Yehudi-Menuhin-Schule in London, an der er teilweise von Menuhin persönlich betreut wurde. Mit 16 Jahren ging er an die Juilliard School; dort erhielt er seine klassische Ausbildung in der Klasse von Dorothy DeLay. Gleichzeitig wurde er von dem Jazzgeiger Stéphane Grappelli in die Jazz-Improvisation eingeführt. 1977 gab Kennedy sein Konzert-Debüt mit dem e-Moll-Violinkonzert von Mendelssohn in der Londoner Royal Festival Hall, begleitet vom Philharmonia Orchestra unter der Leitung von Riccardo Muti.

Ab 1980 trat Kennedy regelmäßig mit den Berliner Philharmonikern auf, bald darauf spielte er mit nahezu allen großen Orchestern und unter allen bedeutenden Dirigenten. Kennedy gab auch regelmäßig Konzerte mit kleineren Ensembles und verschiedenen Kammermusik-Partnern. So wurde 1998 sein Arrangement mit Werken von Jimi Hendrix uraufgeführt und für Sony eingespielt. Außerdem fand im Frühjahr 1998 eine Duo-Tournee und Einspielung mit Werken von Bach bis Kodály mit dem Cellisten Lynn Harrell statt. Im Jahre 1999 gab er einen denkwürdigen Auftritt in Belgrad; als erster westlicher Künstler nach dem Kosovo-Krieg spielte er dort ein ausverkauftes Konzert mit Werken von Bach und Bartók. 2000 fand eine große Bach-Tournee durch Deutschland mit dem aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker bestehende Berliner Philharmonischen Bach Collegium statt. Die Einspielung hielt sich über ein Jahr in den deutschen Klassik Charts.

Seit einigen Jahren hat Nigel Kennedy seinen Wohnsitz abwechselnd in London, Malvern und Krakau. Seine polnische Ehefrau Agnieszka brachte ihn in Kontakt zu Krakauer Künstlern, und so entstand mit der Krakauer Klezmerband Kroke zunächst ein Konzertprogramm und 2003 auch ein Album. Im Jahre 2002 wurde er zum Künstlerischen Leiter des Polnischen Kammerorchesters ernannt, eine Position, die einst sein Lehrer und Mentor Yehudi Menuhin innehatte. Mit Menuhin teilt er die Kritik an der Politik des Staates Israel. Seit 2007 weigert er sich, in Israel aufzutreten. Während eines Konzerts der BBC mit einem palästinensischen Jugendorchester im Jahr 2013 forderte er, dass palästinensische Musiker von den Folgen der „Apartheid“ befreit werden müssten.[1]

Nigel Kennedy veröffentlichte 2007 eine CD mit zum Teil vergessenen polnischen Violinkonzerten der Spätromantik, etwa von Emil Młynarski (1870–1935) und Mieczysław Karłowicz (1876–1909).[2] Ende 2016 erschien My World, Kennedys erstes Projekt mit eigenen Kompositionen,[3] das durch vielfältige zeitgenössische und experimentelle Musik-Konzepte gekennzeichnet ist.

Musikstil

„Wer will, kann mich einen klassischen Geiger nennen; ich selbst verstehe mich als einen Musiker, der einfach Musik spielt – und nicht nur eine Art von Musik.“

Nigel Kennedy

Nigel Kennedy gilt als das Enfant terrible der klassischen Musikszene. Zu seinem Repertoire gehören neben Beethoven, Vivaldi und Johann Sebastian Bach auch Peter Gabriel, Jimi Hendrix und The Doors.

Er wurde nicht nur durch sein außergewöhnliches Talent, sondern auch durch sein Auftreten bekannt. Mit provozierender Punkfrisur schuf er sich ein Image, das in den Konzertsälen für Skandale sorgte, seiner Popularität allerdings auch außerhalb des typischen Konzertpublikums förderlich war. So wurde er der Popstar der Klassik der 1980er Jahre.

Nachdem er sein Können bei klassischen Werken unter Beweis gestellt hatte, zog es ihn zu neuen Ufern. Zunächst baute er Jazzstücke als Zugaben in seine Konzerte ein. Nach Konzerten in den Metropolen der Welt war er immer wieder Gast in den bekanntesten Jazzclubs zu nächtlichen Jamsessions.

1997 entstand dann die Band The Kennedy Experience und er widmete sich der Musik von Jimi Hendrix. 1999 erschien eine Crossover-CD.

Kennedy versteht sich selbst als Grenzgänger zwischen verschiedenen Musikstilen. Mit der Tournee „Classic Meets Jazz“ verband er 2003 die klassische Musik Johann Sebastian Bachs mit den Jazz-Werken von Miles Davis.

In seinem 2016 erschienenen Album My World widmet er einige seiner Stücke Mentoren und Inspirationsquellen wie Yehudi Menuhin, Isaac Stern, Mark O' Connor oder Jarek Smietana. Bei der Besetzung kombiniert er klassische Elemente (Streichorchester) mit anderen, rockigen Einflüssen und Instrumenten (Rockband).

Besondere Erfolge

Die im Jahre 1989 veröffentlichte Einspielung von Vivaldis Vier Jahreszeiten ist das meistverkaufte Klassikalbum aller Zeiten.[4] Nach über einem Jahr auf Platz eins der britischen Klassikcharts und mehr als drei Millionen verkauften Exemplaren bekam sie einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde.

Auch das Album Kennedy plays Bach von 2000 war ein großer Erfolg. Über ein Jahr war es in den deutschen Klassikcharts zu finden, das Abschlusskonzert der folgenden Tournee wurde live im Internet übertragen. Nigel Kennedy war der erste Klassik-Künstler, der 2002 zu seinem 25-jährigen Konzertjubiläum ein Greatest Hits-Album veröffentlichte. Alle Konzerte dieser Tournee waren ausverkauft.

Auszeichnungen

  • 1990: Rose von MontreuxProduzentenpreis
  • 1991: Bambi
  • 1993: ECHO Pop: Klassik (international)
  • 2000: ECHO Klassik: Instrumentalist des Jahres für sein Album Classic Kennedy
  • 2001: Classical BRIT Award – Male Artist of the Year
  • 2001: ECHO Klassik: Instrumentalist des Jahres
  • 2002: ECHO Klassik: Sonderpreis Ambassador of Music
  • 2003: Baloise Session Award – Lifetime Achievement Award
  • 2008: ECHO Klassik: Instrumentalist des Jahres für sein Album Polish Spirit

Diskografie

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[5][6]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE AT CH UK
1984Elgar – Violin Concerto in B minor, Op. 61UK97
(1 Wo.)UK
1988Bruch: Violin Concerto No.1 in G minor. Op. 26
/ Schubert: Rondo in A for violin and strings
/ Mendelssohn: Violin Concerto in E minor, Op. 64
UK28
(15 Wo.)UK
Sibelius: Violin Concerto, Symphony Nr.5UK
Gold
Gold
UK
1989Vivaldi: The Four SeasonsDE
Gold
Gold
DE
CH75
(1 Wo.)CH
UK3
Doppelplatin
×2
Doppelplatin

(80 Wo.)UK
mit dem English Chamber Orchestra
in der Schweiz erst 2022 in den Charts
1991Brahms: Violin Concerto in D op. 77UK16
Gold
Gold

(12 Wo.)UK
mit dem London Philharmonic Orchestra
Dirigent: Klaus Tennstedt
1992Just Listen: Sibelius: Violin Concerto
/ Tschaikowski: Violin Concerto
UK56
(1 Wo.)UK
mit City of Birmingham Symphony Orchestra
Dirigent: Sir Simon Rattle
/ mit London Philharmonic Orchestra
Dirigent: Okko Kamu
Beethoven: Violin Concerto
/ J.S. Bach: Preludio from Partita No. 3, Allegro Assai from Sonata No. 3
DE63
(9 Wo.)DE
UK40
(6 Wo.)UK
mit dem Sinfonieorchester des NDR
Dirigent: Klaus Tennstedt
1996KafkaDE53
(10 Wo.)DE
AT48
(2 Wo.)AT
UK67
(2 Wo.)UK
1999Classic KennedyDE85
(4 Wo.)DE
UK
Gold
Gold
UK
mit dem English Chamber Orchestra
2000Kennedy Plays BachDE95
(2 Wo.)DE
2002Greatest HitsUK71
(2 Wo.)UK
2003East Meets EastDE84
(6 Wo.)DE
VivaldiDE72
(5 Wo.)DE
mit den Berliner Philharmonikern
2008Beethoven: Violin Concerto, Op. 4
/ Mozart: Violin Concerto Nr. 4, KV 218
/ Horace Silver: Creepin’ In
UK99
(1 Wo.)UK
mit dem Polish Chamber Orchestra

Weitere Alben

  • 1984: Nigel Kennedy Plays Jazz (Peter Pettinger)
  • 1984: Salut d’Amour & other Elgar Favourites (Peter Pettinger/Steven Isserlis)
  • 1986: Tschaikowski: Violin Concerto in D major Op. 35 / Chausson: Poème for Violin and Orchestra (Okko Kamu – London Philharmonic Orchestra)
  • 1986: Bartók: Sonata for Solo Violin / Duke Ellington: Mainly Black (mit Alec Dankworth)
  • 1987: Walton: Viola Concerto / Violin Concerto (André Previn – Royal Philharmonic Orchestra)
  • 1987: Let Loose (Nick Robbins/Dave Heath/Dominic Miller)
  • 1993: Tschaikowski – Violin Concerto in D major, Op. 35 (Okko Kamu – London Philharmonic Orchestra), Variations On A Rococo Theme, Op.33 (Yan Pascal Tortelier – Northern Symphony Orchestra)
  • 1993: Music in Colors (mit Stephen Duffy)
  • 1997: Elgar: Violin Concerto in B minor op. 61 / Williams: The Lark Ascending (Sir Simon Rattle – City of Birmingham Symphony Orchestra)
  • 1998: Kreisler
  • 1999: The Kennedy Experience – Inspired by the music of Jimi Hendrix
  • 2000: Duos For Violin & Cello (Lynn Harrell)
  • 2000: Riders On The Storm – The Doors Concerto (Prague Symphony Orchestra)
  • 2004: Vivaldi II (Berliner Philharmoniker)
  • 2004: Great Artist of the Century: Walton: Violin/Viola-Konzerte (André PrevinRoyal Philharmonic Orchestra)
  • 2005: Inner thoughts
  • 2006: Kennedy Plays Bach (Irish Chamber Orchestra) (DVD)
  • 2006: Great Recordings of the Century: Elgar: Violinkonzert h-moll, Introduction und Allegro (Vernon Handley – London Philharmonic Orchestra)
  • 2006: Blue Note Sessions
  • 2006: Nigel Kennedy (Vivaldi:live À La Citadelle) (DVD)
  • 2006: DIE ZEIT: Klassik-Edition: Vol.9
  • 2007: Platinum Collection
  • 2007: Polish Spirit (DVD/CD)
  • 2008: A Very Nice Album (Nigel Kennedy Quintet)
  • 2009: Four Seasons 20th Anniversary
  • 2010: Shhh!
  • 2010: The Very Best Of Nigel Kennedy
  • 2011: The Four Elements
  • 2012: Nigel Kennedy-Five-in-One
  • 2013: Recital
  • 2016: My World

Instrumente

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. M. Dysch, BBC to cut Kennedy slur from Proms broadcast (Jewish Chronicle vom 16. August 2013)
  2. Geigen-Punk goes East. (Spiegel online, 14. November 2007.)
  3. My World. Informationsseite beim Verlag. www.neue-meister-music.com, abgerufen am 12. Januar 2017.
  4. Florian Schär: Nigel Kennedy im Interview. classicpoint.net, 2. Dezember 2016, abgerufen am 17. Mai 2017.
  5. Chartquellen: DE AT CH UK1 UK2 UK3 UK4
  6. Auszeichnungen für Musikverkäufe: DE UK
  7. BR-Klassik vom 13. April 2022: Nigel Kennedys Autobiografie. Der Punk der Klassik über sein „Rebellisches Leben“, von Imke Köhler, abgerufen am 13. April 2022

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