Rush ¦ 2112

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LP (Album, Gatefold)

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GTIN: 0602547116178 Artist: Genres & Stile: ,

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Inhalt

Ausgabe

,

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Release

Veröffentlichung 2112:

1976

Hörbeispiel(e) 2112:





2112 auf Wikipedia (oder andere Quellen):

2112
Studioalbum von Rush

Veröffent-
lichung(en)

Februar 1976

Label(s)Mercury Records

Format(e)

LP

Genre(s)

Progressive Rock, Hardrock, Heavy Metal

Titel (Anzahl)

6

Länge

39 min. 06 sek.

Besetzung

Produktion

und Rush

Studio(s)

Toronto Sound Studios

Chronologie
Caress of Steel
(1975)
2112A Farewell to Kings
(1977)

2112 ist das vierte Studioalbum der kanadischen Progressive-Rock-Band Rush, das 1976 veröffentlicht wurde. Auf der anschließenden Tournee durch Kanada wurde im gleichen Jahr das Livealbum aufgenommen, das im September 1976 veröffentlicht wurde.

Inhalt

Die erste Seite der Schallplatte enthält ausschließlich das Titellied 2112, das in mehrere, sich musikalisch teils stark unterscheidende, inhaltlich aber zusammengehörige Abschnitte aufgeteilt ist. Die Handlung wird nicht nur über den gesungenen Liedtext selbst wiedergegeben; für jeden Abschnitt bis auf den letzten gibt es auch einen zugehörigen Lesetext – Tagebucheinträge des Protagonisten. Es geht um einen Menschen, der in einem Regime lebt, das zwar materiellen Wohlstand und Frieden verspricht, die Bewohner aber in geistiger Knechtschaft hält. Das Leben eines jeden Menschen wird durch den alles beherrschenden „Tempel“ reguliert, ebenso Kunst und Kultur. Die Liedzeile „Equality our stock in trade“ sowie der Verweis auf einen „Roten Stern“ als Symbol der Herrschenden lassen erahnen, dass hier ein kommunistisches Regime kritisiert wird. Dieser Stern – zusammen mit einem Menschen, der vor ihm zurückweicht – avancierte einige Zeit später zu einem festen Logo von Rush.

Das Stück wird durch einen etwa fünfminütigen Instrumentalteil Overture eröffnet. An seinem Ende steht ein Zitat aus dem 37. Psalm: „And the meek shall inherit the earth“ – ‚Die Sanftmütigen werden die Erde besitzen‘ (Psalm 37, 11). Der zugehörige Begleittext umreißt kurz das Leben, das der Protagonist führt. Er schließt sich tagsüber an eine Maschine an, auf deren Zweck nicht eingegangen wird. In seiner Freizeit konsumiert er die Propaganda der „Solaren Föderation“.

Der zweite Teil, The Temples of Syrinx, enthält eine Selbstdarstellung der Herrscher. Sie nennen sich „Priester des Tempels von Syrinx“. Es wird kein Hehl daraus gemacht, dass sie eine totalitäre Macht ausüben und jeden Aspekt des Lebens der Bürger kontrollieren. Die Welt wird „schön“ und „glücklich“ genannt, es wird zum Stolz auf den „Roten Stern“ aufgefordert.

Im dritten Teil, Discovery, tritt der Protagonist erstmals direkt auf, außerhalb der Tagebucheinträge. Er findet in einer Höhle hinter einem Wasserfall ein altes Musikinstrument, offenbar eine Gitarre, und bringt sich begeistert selbst das Spielen bei. Er ist beeindruckt von den Gefühlen, die er mit seiner Musik zum Ausdruck bringen kann, die Gitarre „singt wie ein trauriges Herz und schreit freudig ihren Schmerz heraus“. Er freut sich darauf, seine Entdeckung den Priestern vorzustellen.

Es folgt ein Dialog zwischen den Priestern und dem Protagonisten im vierten Abschnitt, Presentation. Die Herrscher zeigen sich nicht beeindruckt. Sie sind der Überzeugung, ihre Welt sei gut so, wie sie ist, jegliche Experimente würden nur zur „Zerstörung“ der Menschheit beitragen. Es zeigt sich, dass die Priester vor langer Zeit dafür gesorgt hatten, dass die Gitarre in Vergessenheit geriet. Der Protagonist ist fassungslos und versucht die Priester doch noch zu überzeugen, doch sie verlieren die Geduld und zerstören kurzerhand die Gitarre.

Oracle: The Dream beschreibt eine darauf folgende Vision des Hauptcharakters. Er sieht eine Welt, die von der „reinen Seele der Menschheit“ durchwirkt ist. Es wird deutlich, dass dort der Geisteskraft der Menschen freier Lauf gelassen wird. Der Protagonist ist beeindruckt davon, was von Menschenhand geschaffen werden kann, wenn sie in Freiheit wirken kann. Er wird einer „vollständig anderen Art zu leben“ gewahr, sein eigenes Leben hingegen scheint ihm nun „bedeutungslos“.

Der letzte Abschnitt, Soliloquy, führt schließlich zum tragischen Abschluss der Handlung. Der Protagonist vegetiert mehrere Tage lang in der Höhle dahin, in der er die Gitarre gefunden hat. Er will sich nicht länger von der Solaren Föderation einschränken lassen, sieht allerdings auch keine Alternative, wie er sonst leben könnte. Schließlich entschließt er sich zum Suizid – er hofft, vielleicht durch den Tod zu der Welt zu finden, die ihm in der Vision erschienen ist.

Das „große Finale“ – Grand Finale – ist wieder ein Instrumentalstück. Zum Schluss ist noch ein Satz zu hören: „Achtung, an alle Planeten der Solaren Föderation – Wir haben die Kontrolle übernommen“.

Der Text lässt sich dahingehend deuten, dass nach Ansicht des Schreibers eine Befriedigung der materiellen Bedürfnisse zu einem glücklichen Leben nicht ausreicht. Im zweiten Teil des Stücks werden außerdem viele Begriffe mit religiösem Zusammenhang benutzt, der Staat wird offenbar als heilig verklärt. Neil Pearts Ablehnung des Übernatürlichen, die auch Thema einiger anderer seiner Liedtexte ist – vor allem der Instrumentalisierung des Übernatürlichen zu politischen Zwecken – wird hier deutlich. Häufig wurde auf Pearts Inspiration durch Ayn Rand hingewiesen, von der er die Dystopie übernommen habe.[1][2]

Titel

  1. 2112 – 20:34
    • I: Overture – 4:32
    • II: The Temples of Syrinx – 2:13
    • III: Discovery – 3:29
    • IV: Presentation – 3:42
    • V: Oracle: The Dream – 2:00
    • VI: Soliloquy – 2:21
    • VII: Grand Finale – 2:14
  2. A Passage to Bangkok – 3:34
  3. The Twilight Zone – 3:17
  4. Lessons – 3:51
  5. Tears – 3:31
  6. Something for Nothing – 3:59

Musikstil

Mit 2112 entfernte die Band sich von ihren früheren Einflüssen, wenngleich die Hard-Rock-Elemente noch stark ausgeprägt sind.[1] Das Album „verfügt […] über wesentlich eingängigere Melodien und Strukturen“ als seine Vorgänger, ist dabei jedoch „[u]ngewohnt heavy“.[1] Gelegentlich werden Synthesizer, Keyboards und Samples verwandt.[1] Für Jörg Schumann wirkt das Album „weniger wie ein organisches Ganzes, als eine Abfolge Musik-thematisch sehr lose zusammenhängender Einzelteile“.[1] Die Ouvertüre des Titellieds zitiert Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Ouvertüre 1812. Alex Lifesons Gitarrenspiel stellt eine Verbindung zwischen Hard Rock und Heavy Metal her, das Titellied wird auch „man wohl als erste Progmetal-Suite der Geschichte“ bezeichnet.[1] A Passage to Bangkok ist fernöstlich geprägt und zeigt laut Thorsten Gürntke „erstmals in ihrer Karriere, dass sie sich nicht mehr an alten Größen orientieren müssen. Dieser Song beweist ihre eigene Größe.“[1] Lessons wurde sowohl dem Hard Rock als auch dem Pop-Rock zugeordnet.[1] Bei Tears handelt es sich um eine für die band untypische, mellotron-geprägte (und insbesondere im Refrain von diesem dominierte) „lyrisch-symphonische Ballade“.[1] Something for Nothing ist dem Hard Rock zuzuordnen und Geddy Lees Stimme bei diesem Lied „besonders metallisch“.[1]

Rezeption

2112 wurde zum Durchbruch und ersten Verkaufserfolg der Band.[1]

Rushs Bezugnahme auf Ayn Rand „sorgte […] bei vielen Kritikern, Journalisten und Hörern (soweit sie nicht bereits Fans waren) für Irritation“[1], da „die Entstehung der Rockkultur im allgemeinen nicht aus dem Geist des Konservativismus abgeleitet wird“[1] und Rand von linken Theoretikern oft als konservativ[1] oder auch als faschistisch[2] wahrgenommen wird. Da „die Priester […] ausgerechnet in heftigen Heavy-Akkorden“ triumphieren, wird allerdings auch oft angenommen, die Band identifiziere sich mit der triumphierenden Priesterkaste. Diese Interpretation deckt sich jedoch nicht mit Ayn Rands Roman und dem von ihr propagierten „ins Extreme verschobenen Individualismus. Das Individuum, nicht das Kollektiv ist für sie der Heilsbringer. Sie knüpft an liberale Ideen des 19. Jahrhunderts an, die sich aus einer schrankenlosen, nur an Eigeninteressen orientierten wirtschaftlichen und persönlichen Freiheit das größte Wohl für alle versprachen. Nimmt man die Verbindung mit einem individualistischen Heroenkult hinzu, mussten die Ideen Rands aus der Sicht der radikalen Linken (und sogar der gemäßigten ‚sozialen Marktwirtschaft‘) aber als reaktionär erscheinen.“[1]

Siggy Zielinski bezeichnete 2112 in seiner Kritik für die Babyblauen Seiten als „wahrscheinlich das erste musikalische Werk, das den seit Ende der 60er bekannten, riffig-mächtigen Gitarrensound derart konsequent mit einer komplexen Musikform kombiniert. Durch ihren gnadenlosen, alles andere übertönenden Sound hat Alex Lifesons Gitarre hier offensichtlich die Schallmauer zwischen Hardrock und Heavymetal überwunden.“ Das Titellied dürfe „man wohl als erste Progmetal-Suite der Geschichte bezeichnen“. Das Album lasse jedoch „kompositorisch teilweise deutlich zu wünschen übrig“, und Stücke wie Lessons und Something for Nothing seien gewöhnlicher Hard Rock.[1] Thorsten Gürntke schrieb ebendort:

„Erst ab ‚A Passage To Bangkok‘ zeigt das Album seine eigentlichen Highlights. So ist eben dieser Track fernöstlich geprägt. Hier beweisen RUSH erstmals in ihrer Karriere, dass sie sich nicht mehr an alten Größen orientieren müssen. Dieser Song beweist ihre eigene Größe. […] Obwohl 2112 sicherlich nicht das beste RUSH Album der Frühphase ist, demonstriert es die Reife der Band. Erstmals hat man sich wesentlich von seinen Einflüssen abgrenzen können. Man beweist als Band Eigenständigkeit und Ideenreichtum. Mit ‚A Passage To Bangkok‘ und ‚Tears‘ sind zwei Songs vertreten, die man unbedingt kennen sollte.“

Thorsten Gürntke: Kritik zu 2112 für die Babyblauen Seiten[1]

Günter Schote bezeichnete 2112 in seiner Kritik für die Babyblauen Seiten als Rushs ersten Klassiker nach „drei gut, besser, noch besseren Platten“; das Album zeige die Band „schon sehr reif und auf dem besten Wege zur tongewordenen Perfektion“. Es sei „[u]nglaublich, dass die nächsten Alben das Niveau nicht nur hielten, sondern steigerten.“. A Passage to Bangkok zeige „zur Abwechslung mal, dass Kiffer-Songs nicht immer nur psychedelisch oder groovig klingen müssen. Man kann auch rockig mit den eigenen Händen & Füßen ins Gespräch kommen.“[1]

Das Titellied des Venom-Albums At War with Satan und der Vorgeschmack auf dieses, At War with Satan (Preview) auf dem vorigen Album Black Metal, haben zusammen eine Länge von 21 Minuten und 12 Sekunden, was laut ihres Sängers und Bassisten Cronos auf Rushs 2112 anspielt.[3][4]

Im Juni 2015 wählte das renommierte Fachblatt Rolling Stone das Album auf Platz 22 der 50 besten Progressive-Rock-Alben aller Zeiten.[5]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r Rush: 2112, abgerufen am 13. Oktober 2012.
  2. a b Chris Matthew Sciabarra: Rand, Rush, and Rock. In: The Journal of Ayn Rand Studies, Band 4, Nr. 1, Herbst 2002, S. 161–85, abgerufen am 13. Oktober 2012.
  3. Thomas Kupfer: Venom. Jesus musste gehen. In: Rock Hard, Nr. 304, September 2012, S. 40.
  4. Venom Biography, abgerufen am 13. Oktober 2012.
  5. Dan Epstein: 50 Greatest Prog Rock Albums of All Time – Rush, '2112' (1976). In: Rolling Stone. Wenner Media, 17. Juni 2015, abgerufen am 25. September 2015 (englisch).

Artist(s)

Veröffentlichungen von Rush die im OTRS erhältlich sind/waren:

Permanent Waves ¦ 2112 ¦ Rush

Rush auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Rush
von links: Alex Lifeson, Geddy Lee und Neil Peart
von links: Alex Lifeson, Geddy Lee und Neil Peart
Allgemeine Informationen
Genre(s)Progressive Rock, Hardrock, Heavy Metal, Bluesrock, AOR
Gründung1968
Auflösung2018[1]
Websiterush.com
Gründungsmitglieder
Jeff Jones (1968)
Alex Lifeson
John Rutsey (bis 1974; † 2008)
Letzte Besetzung
Gesang, Bass, Keyboard
Geddy Lee (seit 1968)
Gitarre
Alex Lifeson
Schlagzeug
Neil Peart (1974–2015; † 2020)

Rush war eine kanadische Rockband, bestehend aus dem Bassisten, Keyboarder und Sänger Geddy Lee, dem Gitarristen Alex Lifeson und dem Schlagzeuger Neil Peart. Sie bestand von 1968 bis 2018.

Bandgeschichte

Auf dem ersten Album spielte John Rutsey (1953–2008) Schlagzeug, er stieg dann aus gesundheitlichen Gründen aus. Peart folgte 1974, dann änderte sich die Besetzung nicht mehr. Lee sang alle Titel, nahezu alle Texte wurden von Peart geschrieben.

Peart kündigte im Dezember 2015 an, die Band aus privaten Gründen zu verlassen. Die Auflösung wurde von Lee und Lifeson im Januar 2018 bekannt gegeben.[1] Neil Peart starb am 7. Januar 2020 an einem Glioblastom.[2]

In einem Interview sagte Alex Lifeson Ende Januar 2021, dass er und Geddy Lee auch nach dem schmerzlichen Verlust ihres Drummers und Freundes mit etwas Abstand durchaus darüber reden, wieder einmal zusammen Musik zu machen. In welcher Form und unter welchem Namen sei bislang noch völlig offen, da an einen Neustart unter den herrschenden Bedingungen der COVID-19-Pandemie noch nicht zu denken sei.[3]

Alben

Rushs Musikstil hat sich im Lauf der Zeit stark verändert. Die Alben vor Permanent Waves (1980) sind eine Mischung aus Hard Rock und aufkommenden Heavy Metal sowie Progressive Rock. Die Liedtexte dieser Zeit waren geprägt von Science-Fiction und zum Teil philosophischen Einflüssen von Ayn Rand, was bei den Alben 2112 (von 1976) und Hemispheres (1978) deutlich wird.

Mit Permanent Waves begannen die größten Veränderungen: Obwohl die Musik weiterhin auf Hardrock basierte, baute das Trio zunehmend Keyboardklänge ein. Die Lieder gerieten kürzer, kamen aber auch schneller auf den Punkt. Zwar fiel Rushs Songwriting, d. h. Musik und Text, nun etwas konventioneller und somit zugänglicher aus, der Stil des Trios blieb jedoch weiterhin progressiv, wenn auch mit einer Portion Alternative Rock versehen. Speziell der Titel Spirit of Radio, benannt nach der wegweisenden lokalen Radiostation CFNY aus Toronto, wurde ein großer Hit in der alternativen Szene. Ein weiterer Favorit der amerikanischen „Classic Rock“-Radiostationen jener Zeit ist Tom Sawyer vom 1981er Album Moving Pictures. Einige ihrer komplexesten Songs und etliche Klassiker wie z. B. Subdivisions, Distant Early Warning und Force Ten entstammen der Zeit zwischen 1982 und 1987. Allerdings empfand die Band selbst die Technisierung des Sounds insbesondere bei Live-Auftritten als zunehmende Beeinträchtigung. Auf den folgenden Alben vollzogen Rush daher eine langsame Abkehr vom Synthie-lastigen Sound der 80er, ohne dabei das Songwriting zu vernachlässigen. Mit Roll the Bones legte die Band 1991 ein überaus erfolgreiches und von Kritikern und Fans enthusiastisch aufgenommenes Album hin, das mit Dreamline, Bravado und dem Titeltrack drei Lieder enthält, die sich zu Live-Klassikern entwickelten. 1993 erschien Counterparts. Dieses Album ist sehr Hardrock-orientiert.

Nach dem 1996er Album Test for Echo legte die Band eine sechsjährige Pause ein, die durch persönliche Tragödien in Pearts Leben ausgelöst wurde: Pearts Tochter Selena starb bei einem Autounfall im August 1997, gefolgt vom Krebstod seiner Frau Jacqueline im Juni 1998. Lange war es fraglich, ob die Band jemals wieder zusammenkommen würde. Peart begab sich schließlich auf eine selbstverordnete Heilungsreise mit dem Motorrad, bei der er tausende Kilometer durch Nordamerika und Mexiko fuhr. Die Erlebnisse veröffentlichte er in dem Buch Ghost Rider: Travels on the Healing Road.

Die Band kehrte 2002 mit dem überraschenderweise ziemlich harten Album Vapor Trails zurück, dem ersten Album ohne Keyboards seit mehr als 20 Jahren. Darauf befindet sich auch der Song Ghost Rider, der Pearts Motorrad-Reise beschreibt. Öffentliche Auftritte wie Pressekonferenzen oder Interviews überließ Peart fortan immer häufiger seinen beiden Bandkollegen.

Ab Mai 2006 arbeiteten die drei Kanadier an neuen Stücken. Im November 2006 waren Rush mit Co-Producer Nick Raskulinecz in den Allaire Studios, N.Y., um das neue Album zu produzieren. Es trägt den Titel Snakes & Arrows und erschien am 27. April 2007.

Am 1. Juni 2010 erschien die Single Caravan. Am 8. Juni 2012 wurde das Album Clockwork Angels in Europa veröffentlicht und Rush tourte damit ab September 2012 in Nordamerika und ab Mai 2013 in Europa, u. a. mit Auftritten am 4. Juni 2013 in Köln und 6. Juni 2013 in Berlin. Die „Clockwork Angels Tour“ wurde erstmals in der Bandgeschichte von Streichern begleitet. Das Album Clockwork Angels stieg mit Platz 2 und 103.000 verkauften Einheiten in die Billboard Charts ein.

Des Weiteren erschien der Film , der ab 7. Juni in ausgewählten Kinos zu sehen war. Der Film beschreibt den Werdegang der Band – produziert wurde er von Scot McFadyen und Sam Dunn, die auch schon für Filme wie Metal – A Headbanger’s Journey oder Global Metal verantwortlich waren.

Rush live

Geddy Lee, live mit Rush in Mailand 2004

Rush galt als bemerkenswerte Live-Band. Zum einen trat die Band nur in der Kernbesetzung auf und verzichtete auf Gastmusiker. Da der Anteil elektronischer Elemente seit Anfang der achtziger Jahre gestiegen war und Geddy Lee zugleich Bass und Keyboards spielen sollte und zu singen hatte, mussten weite Teile der Musik per Computer zugespielt werden; der technische Aufwand für Live-Auftritte erreichte bei Rush einen Umfang, den sonst nur Elektronik-Bands wie Depeche Mode kannten. Bemerkenswert ist aber, dass Rush nach wie vor keine mitlaufenden Samplings verwendeten, sondern sämtliche Effekte von den Musikern über Keyboards, Pedale oder Drum-Pads ausgelöst wurden.

Vapor Trails diente als Stoff für die erste Tour seit 1996, unter anderem mit Erstauftritten in Mexiko-Stadt und Brasilien, wo die legendäre Live-DVD "Rush in Rio" entstand.

Die Band war unter anderem eine der berühmten Bands, die bei dem »SARS Relief Konzert« im Downsview Park in Toronto im August 2003 spielten, das von über einer halben Million Zuschauer besucht wurde.

Im Verlauf der Jahre erschienen etliche Live-Alben, das erste mit dem Titel All The World's a Stage im September 1976, Exit Stage Left erschien 1981, das dritte Show of Hands um 1989; das Drei-CD-Album Different Stages folgte 1998, das zweite Drei-CD-Album Rush in Rio, erschien Ende Oktober 2003. Eine Companion-DVD ist ebenfalls verfügbar.

Im November 2005 erschien die DVD R30 – 30th Anniversary Tour, ein um acht Songs gekürzter Mitschnitt des Konzertes aus Frankfurt/Main vom 24. September 2004. Die DVD belegte hinter Green Day Platz 2 der Billboard Charts. Die Hintergrundmusik der Menus dieser DVD wurde von Alex Lifeson persönlich beigesteuert. Die Bluray-Ausgabe enthält das komplette Konzert.

Auch zu ihren kommerziell erfolgreichsten Zeiten war die Band in Kontinentaleuropa weit weniger bekannt als in Nordamerika und Großbritannien. Konzerte auf dem europäischen Kontinent haben daher Seltenheitswert.

Am 17. November 2009 ist die erste „Best Of“ Live-Zusammenstellung mit dem Titel Working Men erschienen,[4] der zwei Jahre später das Livealbum Time Machine 2011: Live in Cleveland folgte. Das Album enthält u. a. das Stück Caravan, welches bereits im Jahr 2010 im Voraus für das angekündigte neue Album exklusiv zum Download angeboten wurde und Moving Pictures ganz.

Anfang Dezember 2015 erklärte Neil Peart in einem Interview, dass er sich aus der Band zurückziehen werde.[5] Als Grund gab er an, mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu wollen. Nach Äußerungen von Alex Lifeson mögen aber auch gesundheitliche Beeinträchtigungen dazu beigetragen haben, da im Verlauf der letzten Jahre Lifeson selbst vermehrt mit Psoriasisarthritis und Peart mit chronischer Tendinitis zu kämpfen hatten.

Lifeson deutete zwar an, dass weitere (kleinere) Konzerte und Soundtrack-Arbeiten denkbar seien; die Band selbst würde jedoch in ihrer alten Zusammensetzung weder auftreten noch weitere Produktionen einspielen. Am 7. Januar 2020 starb Schlagzeuger Neil Peart an den Folgen eines Hirntumors.[6]

Diskografie

Studioalben

EP Feedback (Juni 2004)

Soloprojekte der Bandmitglieder

  • Burning for Buddy, Volume 1 – (Solo), Peart, et al. (1994)
  • Burning for Buddy, Volume 2 – (Solo), Peart, et al. (1994/-5?)
  • A Work in Progress - (DVD - Drums on „Test for Echo“), Peart (2002)
  • Victor – (Solo), Lifeson, et al. (1996)
  • My Favorite Headache – (Solo), Lee, et al. (November 2000)
  • A Work In Progress - (DVD), Peart (2002)
  • Anatomy Of A Drum Solo – (DVD), Peart (2006)

Filme

  • Beyond the Lighted Stage (2010) – Musik-Dokumentation - Die Regisseure Scot McFadyen und Sam Dunn präsentieren in ihrer Musikdoku über 40 Jahre Rockgeschichte, von den Anfängen der Band bis heute, gespickt mit bisher unveröffentlichtem Archivmaterial, vielen Rock 'n' Roll-Anekdoten und zahlreichen Interviews mit prominenten Fans und Zeitgenossen.

Dokus

  • Dinner With Rush - At a Hunting Lodge (2010) - Rush diniert in einem Restaurant, als ganz private, normale Personen, mit viel interessantem Small-Talk.[7]

Interviews

  • The Story of Kings - Interview (1992) – Interview mit Alex Lifeson
  • The Interviews - Vol 2 (Oktober 1995) – Interview mit Geddy Lee

Bücher

Auszeichnungen

Rush haben während ihrer Karriere zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

1994 wurde die Band mit der Aufnahme in die Canadian Music Hall of Fame geehrt.[8]

Am 25. Juni 2010 wurde der Band – in Anerkennung ihrer seit 1974 andauernden Bandgeschichte – ein Stern auf dem „Hollywood Walk Of Fame“ verliehen. U. a. anwesend bei der Verleihung waren Geddy Lee und Alex Lifeson. Neil Peart befand sich währenddessen mit dem Motorrad auf dem Weg nach Albuquerque, wo am 29. Juni 2010 Start der aktuellen Tour sein sollte. Als Laudatoren fungierten Donna Halper und Billy Corgan (Smashing Pumpkins). „Rush always stayed true to themselves and true to their music, and never lost their integrity.“ (Donna Halper)

Am 5. März 2012 wurde Rush mit dem höchsten kanadischen Orden für Künstler ausgezeichnet, dem Governor General's Performing Arts Awards for Lifetime Artistic Achievement.

Am 18. April 2013 wurde Rush in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.[9]

Juno Awards

Rush gewannen von 38 Nominierungen die folgenden sechs Juno-Auszeichnungen:

und wurde außerdem gewählt zum

Weiterhin wurden sie insgesamt 14-mal als Band des Jahres nominiert (1977 – 1984, 1986, 1989 – 1992, 1994).

Grammys

  • 1981 nominiert für „Best Rock Instrumental“
  • 1992 nominiert für „Best Rock Instrumental“
    • Where's My Thing - wurde von Eric Johnsons Cliffs of Dover geschlagen
  • 1995 nominiert für „Best Rock Instrumental“
  • 2004 nominiert für „Best Rock Instrumental“
    • O Baterista - wurde von Brian Wilsons Mrs. O'Leary's Cow geschlagen
  • 2008 nominiert für „Best Rock Instrumental“
    • Malignant Narcisissm - wurde von Once Upon A Time In The West von Bruce Springsteen geschlagen
  • 2009 nominiert für „Best Rock Instrumental“
    • Hope (Live for the Art of Peace) - wurde von Peaches En Regalia von Zappa Plays Zappa geschlagen
  • 2011 nominiert für „Best Music Video Long Form“
    • Rush: Beyond The Lighted Stage — wurde von der Dokumentation The Doors When You're Strange geschlagen

Von Zeitschriften verliehene Preise

  • Geddy Lee ist in der Bass-Hall-of-Fame des Magazins Guitar Player
(Er gewann „Best Rock Bass“ mehr als 5-mal).
  • Geddy Lee gewann „Best Rock Bass Player“ 1993 bei der Leserwahl des „Bass Player“.
  • Alex Lifeson gewann „Best Rock Talent“ 1983 (vermutlich im selben Magazin), und er wurde im Mai 1991 in die „Guitar for the Practicing Musician Hall of Fame“ aufgenommen.

Neil Peart bekam die nachfolgenden Auszeichnungen bei den Leserwahlen des Magazins Modern Drummer:

  • Hall of Fame: 1983
  • Best Rock Drummer: 1980, 1981, 1982, 1983, 1984, 1985
  • Best Multi-Percussionist: 1983, 1984, 1985, 1986
  • Best Percussion Instrumentalist: 1982
  • Most Promising New Drummer: 1980
  • Best All Around: 1986
  • Best Recorded Performance: 1981: Moving Pictures
  • 1982: Exit… Stage Left
  • 1983: Signals
  • 1985: Grace Under Pressure
  • 1986: Power Windows
  • 1986: Honor Roll: Rock Drummer, Multi-Percussion
  • 1988: Hold Your Fire
  • 1989: A Show Of Hands
  • 1990: Presto
  • 1992: Roll The Bones

Weblinks

Commons: Rush – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b RUSH Guitarist ALEX LIFESON: 'We Have No Plans To Tour Or Record Any More. We're Basically Done'. In: BLABBERMOUTH.NET. 19. Januar 2018 (blabbermouth.net [abgerufen am 21. Januar 2018]).
  2. Neil Peart | Rush.com. Abgerufen am 11. Januar 2020 (kanadisches Englisch).
  3. RUSH's Alex Lifeson confirms he and Geddy Lee talked about working together on new music - YouTube. Abgerufen am 4. Februar 2021.
  4. „WORKING MEN (LIVE)“
  5. Rush’s Neil Peart says he’s retired from music. Consequence of Sound, 7. Dezember 2015, abgerufen am 8. Dezember 2015 (englisch).
  6. [1]
  7. Dinner with Rush - YouTube. Abgerufen am 3. Januar 2021.
  8. Canadian Music Hall of Fame – Inductees. Canadian Music Hall of Fame, abgerufen am 6. August 2017 (englisch).
  9. Rush inducted into Rock and Roll Hall of Fame. CTV News, 18. April 2013, abgerufen am 29. April 2013 (englisch).

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