Sepultura ¦ Chaos A.D.

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CD (Album)

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GTIN: 0016861885922 Artist: Genres & Stile: , ,

Zusätzliche Information

Format

Inhalt

Label

Release

Veröffentlichung Chaos A.D.:

1993

Hörbeispiel(e) Chaos A.D.:




Chaos A.D. auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Chaos A.D.
Studioalbum von Sepultura

Veröffent-
lichung(en)

1. September 1993

Label(s)Roadrunner Records

Format(e)

CD, LP

Genre(s)

Thrash Metal, Groove Metal, Death Metal

Titel (Anzahl)

12
16 (Wiederveröffentlichung)

Länge

50 min 07 s (Original)
69 min 41 s (Wiederveröffentlichung)

Besetzung
  • Bass: Paulo Xisto Pinto Jr.

Produktion

Andy Wallace

Studio(s)

Rockfield Studios
Monmouth (Wales)

Chronologie
Arise
(1991)
Chaos A.D.Roots
(1996)

Chaos A.D. ist das fünfte Studioalbum der brasilianischen Thrash-Metal-Band Sepultura. Es erschien am 1. September 1993 via Roadrunner Records. Mit diesem Album begann die Band, brasilianische Rhythmen und Perkussion in ihren Sound zu integrieren was in den folgenden Jahren zum Markenzeichen von Sepultura wurde. In sieben Ländern, darunter den USA und Großbritannien, wurde Chaos A.D. mit einer goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Entstehung

Nachdem Sepultura für das Vorgängeralbum Arise zum ersten Mal ihr Heimatland für die Aufnahmen eines Albums verließen, wurde Chaos A.D. in Wales aufgenommen. Für den Posten des Produzenten waren zunächst der Jazzkomponist John Zorn und Ministry-Sänger Al Jourgensen im Gespräch. Die Wahl fiel schließlich auf Andy Wallace, der bereits Arise abgemischt hatte. Sepultura wünschten sich, die Aufnahmen möglichst in einer von der Außenwelt abgeschotteten Umgebung vorzunehmen. Auf Wallaces Empfehlung wurden die Rockfield Studios in der Nähe von Monmouth im Süden von Wales gebucht[1], wo unter anderem Queen ihr Album Sheer Heart Attack aufgenommen haben. Das Instrumental Kaiowas wurde in den Ruinen des Chepstow Castle aufgenommen.

„Wir erfuhren von einem südwalisischen Schloss, das zu den ältesten Ruinen Europas zählt und von dem nur noch die Grundmauern stehen. Wir fuhren hin und installierten überall Mikros, um „Kaiowas“ aufzunehmen. Weil es kein schützendes Dach gab, hört man auf dem Album auch die schreienden Möwen.“

Andreas Kisser[2]

Während des Studioaufenthalts spielten Sepultura mehrere Coverversionen ein. Ausgewählt wurden The Hunt von New Model Army, Policia von Titãs, Inhuman Nature von Final Conflict sowie Crucificados pelo Sistema von Ratos de Porão. Alle Coverversionen sollten als B-Seiten verwendet werden. Auf Vorschlag des Gitarristen Andreas Kisser wurde einzig The Hunt für das Album verwendet.[3] In der Aufnahme zu Slave New World ist mit dem Biohazard-Sänger Evan Seinfeld erstmals ein Gastsänger zu hören. Gemischt wurde Chaos A.D. von Andy Wallace in den The Wool Hall Recording Studios in Bath. Das Mastering übernahm George Marino im Studio Sterling Sound in New York. Für die Lieder Refuse/Resist, Territory und Slave New World wurden Musikvideos gedreht. Die Dreharbeiten für das Territory-Video fanden in Israel statt.

Hintergrund

Mit dem Albumtitel Chaos A.D. will die Band den Zustand der Welt beschreiben. Seit Beginn der Zeitrechnung ist die Erde laut Sänger Max Cavalera von Gewalt und Terror geprägt.[4] Das erste Lied Refuse/Resist beginnt mit dem Herzschlag von Max Cavaleras zum damaligen Zeitpunkt noch ungeborenem Sohn Zyon.[2] Territory befasst sich mit dem Nahostkonflikt, während Slave New World ein Protestlied gegen Zensur ist. Amen behandelt das Massaker auf David Koreshs Sekte in Waco.[3] In Kaiowas geht es um den gleichnamigen Indianerstamm aus dem brasilianischen Regenwald, der aus Protest gegen eine von der Regierung angeordnete Zwangsumsiedlung kollektiven Selbstmord beging. Der Text zu Biotech is Godzilla wurde von Jello Biafra verfasst. Biafra ist der Meinung, dass AIDS ein Produkt der US-amerikanischen Gentechnologie ist und bewusst als Waffe entwickelt wurde. In seinem Text werden Politiker verdammt, welche die Gentechnologie missbrauchen.[4] Manifest handelt von einem Aufstand im Carandiru-Gefängnis von São Paulo im Oktober 1992. Der Aufstand wurde von der Polizei mit einem Massaker beendet. Nach offiziellen Angaben wurden 111 Häftlinge getötet, von denen ungefähr 80 Prozent lediglich in Untersuchungshaft waren. Max Cavaleras Stimme klingt dabei wie die eines Nachrichtensprechers.[4]

Rezeption

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[5]
Chaos A.D.
 DE1125.10.1993(10 Wo.)
 AT1907.11.1993(16 Wo.)
 CH1524.10.1993(7 Wo.)
 UK1123.10.1993(5 Wo.)
 US3206.11.1993(7 Wo.)
Singles[5]
Territory
 UK6602.10.1993(2 Wo.)
Refuse/Resist
 UK5126.02.1994(2 Wo.)
Slave New World
 UK4604.06.1994(3 Wo.)

Chaos A.D. belegte im Soundcheck des deutschen Rock-Hard-Magazins mit einer Durchschnittsnote von 8,83 den zweiten Platz hinter dem Rush-Album Counterparts. Laut Holger Stratmann enthält das „nahezu perfekte“ Album „zwölf Kracher, die Sepultura kompromissloser denn je erscheinen lassen“.[6] Die Rock-Hard-Leser wählten Chaos A.D. zum „Album des Jahres“. Allerdings belegte das Album auch Platz sechs in der Kategorie „Enttäuschung des Jahres“.[7] In den britischen, deutschen und schwedischen[8] Albumcharts erreichte Chaos A.D. jeweils Platz elf, während es in den USA für Platz 32 reichte. Goldene Schallplatten erhielt das Album in Australien,[9] Belgien,[3] Brasilien,[3] Großbritannien,[10] Indonesien[3], den Niederlanden[11] und in den USA.[12]

Titelliste

  1. Refuse/Resist – 3:20
  2. Territory – 4:48
  3. Slave New World – 2:55
  4. Amen – 4:27
  5. Kaiowas – 3:44
  6. Propaganda – 3:33
  7. Biotech Is Godzilla – 1:53
  8. Nomad – 4:59
  9. We Who Are Not as Others – 3:43
  10. Manifest – 4:50
  11. The Hunt – 3:59
  12. Clenched Fist – 4:59
  13. Chaos B. C. – 5:12 1
  14. Kaiowas (Tribal Jam) – 3:47 1
  15. Territory (live) – 4:48 1
  16. Amen / Inner Self (live) – 8:42 1

1 Bonustitel der 1996 erschienenen Wiederveröffentlichung.[13][14]

Einzelnachweise

  1. Lemos, Anamaria: Caos Desencanado. Bizz, 1993, S. 42.
  2. a b Thrashin’ Brazil. In: Rock Hard, März 2008, Seite 72ff.
  3. a b c d e Barcinski, André & Gomes, Silvio: Sepultura: Toda a História. Ed. 34, São Paulo 1999, ISBN 85-7326-156-0, S. 123–145.
  4. a b c Gnadenlos nach vorne!. In: Rock Hard, Oktober 1993, Seite 12ff.
  5. a b Quellen Chartplatzierungen: DE AT CH UK US
  6. Rock Hard, November 1993, Seite 76.
  7. Rock Hard, März 1994, Seite 34ff.
  8. swedishcharts.com: Sepultura in den schwedischen Charts
  9. aria.com.au: ARIA Charts – Accreditations – 1997 Albums
  10. Certified Awards Search auf der Webseite der British Phonographic Industry (Suche nach Chaos A.D.)
  11. nvpi.nl: Goud/Platina Muziek (Memento des Originals vom 21. Februar 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nvpi.nl
  12. riaa.com: GOLD AND PLATINUM – Searchable Database
  13. musicbrainz.org: Release: Chaos A.D.
  14. discogs.com: Sepultura – Chaos A.D. (CD, Album, RE)

Artist(s)

Veröffentlichungen von Sepultura die im OTRS erhältlich sind/waren:

Beneath The Remains ¦ SepulQuarta ¦ SepulNation: The Studio Albums 1998-2009 ¦ Chaos A.D.

Sepultura auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Sepultura
Sepultura.svg

Sepultura auf dem Wacken Open Air 2018
Sepultura auf dem Wacken Open Air 2018
Allgemeine Informationen
HerkunftBelo Horizonte, Brasilien
Genre(s)Thrash Metal, Death Metal, Groove Metal
Gründung1984
Websitewww.sepultura.com.br
Gründungsmitglieder
Max Cavalera (bis 1996)
E-Gitarre
Wagner Lamounier (bis 1984)
Paulo Xisto Pinto Jr.
Igor Cavalera (bis 2006)
Aktuelle Besetzung
Gesang
Derrick Green (seit 1998)
E-Gitarre, Gesang
Andreas Kisser (seit 1987)
E-Bass
Paulo Xisto Pinto Jr.
Schlagzeug
Eloy Casagrande (seit 2011)[1]
Ehemalige Mitglieder
E-Gitarre
Jairo „T.“ Guedz (1984–1986)
Schlagzeug
Jean Dolabella (2006–2011)
Live-Unterstützung
Schlagzeug
Roy Mayorga (Europa-Tournee: 2006)

Sepultura (port. ‚Grab‘) ist eine 1984 gegründete Metal-Band aus Belo Horizonte in Brasilien. Auf ihren Bandnamen stießen die Mitglieder beim Übersetzen des Motörhead-Titels Dancing on Your Grave (engl. ‚Auf deinem Grab tanzend‘).

Geschichte

Max Cavalera mit Anton Reisenegger von Pentagram

Gründung und erste Erfolge

Das einzig verbliebene Gründungsmitglied: Xisto Pinto Jr. am Nova Rock 2014
Sepultura auf dem Reload Festival 2018

Die Band wurde 1984 gegründet; der ursprüngliche Gitarrist Wagner Lamounier verließ die Band noch im selben Jahr und gründete daraufhin Sarcófago. 1985 wurde die Split-LP Século XX/Bestial Devastation mit der Band Overdose über Cogumelo Records veröffentlicht, damals bestand Sepultura aus Igor und Max Cavalera, Paulo Xisto Pinto Jr. und Jairo Guedez. Im folgenden Jahr wurde mit gleicher Besetzung das Album Morbid Visions veröffentlicht. Anschließend verließ Jairo Guedez die Band und wurde durch Andreas Kisser ersetzt; Guedez gründete später Eminence.

Mit dem neuen Gitarristen kam auch eine Veränderung der Musik, sie wurde technisch anspruchsvoller. 1987 wurde das erste Album in der neuen Besetzung, Schizophrenia, veröffentlicht. Dieses Album wurde erstmals in Europa verkauft. Zwei Jahre danach folgte das Album Beneath the Remains. Mit dieser Scheibe gingen Sepultura auf ihre erste internationale Tour. Das vierte Album Arise erschien 1991, produziert hatte Scott Burns in den Morrisound Studios in Florida. Chaos A.D. folgte 1993. Mit diesen Veröffentlichungen konnten erstmals größere Erfolge gefeiert werden – so gewann man z. B. für das Video zu Territory den MTV Video Music Award.

Neuer Frontmann

1996 veröffentlichte Sepultura das Album Roots. Im gleichen Jahr trennte sich die Band von ihrem Sänger Max Cavalera, was für großes Aufsehen bei den Fans sorgte, war Cavalera doch in der ganzen Metal-Szene als charismatischer Frontmann bekannt. Grund für die Trennung war ein Streit: Der Vertrag der Bandmanagerin Gloria Cavalera lief aus. Max, Ehemann von Gloria, wollte es nicht akzeptieren, dass seine Band-Kollegen nicht verlängern wollten und stieg schließlich aus der Band aus. Anfangs sprach man davon, dass sich Gloria zu sehr in die Belange der Band einmischte und deshalb unbeliebt war. Sänger Max Cavalera nannte dagegen später als Grund, dass die Ehefrauen seiner Band-Kollegen mit ihrer krankhaften Eifersucht auf Gloria und Max die Band zerstört hätten.[2] In einem im Januar 2007 geführten Interview mit dem Metal Hammer erklärte er dagegen, dass während der Roots-Tour Glorias Sohn Dana gestorben war und Andreas Kissers Frau in dessen Auftrag versuchte, die Beerdigung noch vor Heimkehr der Eltern abzuwickeln. Seitdem sprach Max Cavalera kein Wort mehr mit Kisser und wartet seitdem auf eine Entschuldigung Kissers. Max Cavalera gründete daraufhin die Band Soulfly.[3]

Green auf dem Metalmania-Festival 2007

Nachdem Überlegungen, Andreas zum Sänger von Sepultura zu machen, verworfen wurden, lud man den Amerikaner Derrick Green aufgrund seines Demo-Tapes ein. Er wurde neuer Sänger der Band, da er sowohl musikalisch als auch menschlich zur Band passte. Das erste Konzert mit neuem Sänger fand im Rahmen der Wohltätigkeitsveranstaltung Barulho contra Fome (‚Lärm gegen Hunger‘) statt. 1998 wurde das erste Album mit Green veröffentlicht, Against. Nachdem sich die Band nach eigenen Aussagen mit diesem Album frei gespielt hatte, veröffentlichte sie 2001 Nation, das erste gemeinsam geschriebene Album. Neben dem für Sepultura üblichen, wütenden Geschrei überraschte das Album seine Fans auch mit klarem Gesang. Eine weitere Besonderheit ist der Gastauftritt von Apocalyptica.

In den 2000ern

Nach zahlreichen Auftritten, unter anderem auf dem Festival Rock in Rio 3 vor 150.000 Leuten, folgten 2003 das Album Roorback und die EP Revolusongs, auf der Sepultura Lieder von anderen Bands coverte, die zum Teil aus sehr unterschiedlichen Musikrichtungen stammten (unter anderem Public Enemy, Exodus, U2, …). 2005 wurde die DVD Live in Sao Paulo veröffentlicht, auf der neben dem Konzert auch eine Dokumentation von Derrick zu finden ist. Zeitgleich kam auch die Live-CD auf den Markt.

Im selben Jahr begannen die Aufnahmen zum Album Dante XXI, das am 17. März 2006 veröffentlicht wurde und eine Vertonung von Dante Alighieri Göttlicher Komödie darstellt. Pünktlich zur Veröffentlichung des neuen Albums gingen Sepultura auf eine ausgiebige Europa-Tour mit In Flames. Igor Cavalera wurde auf der Tour von Roy Mayorga vertreten, welcher auch schon bei Soulfly spielte. Igor nahm sich angesichts der Geburt seines vierten Kindes eine Auszeit. Am 13. Juni 2006 wurde überraschend der Ausstieg Igor Cavaleras aus der Band verkündet; der Schlagzeuger habe sich in seinen musikalischen Visionen zu weit von der Band entfernt. Sepultura stellten ihren neuen Schlagzeuger Jean Dolabella am 21. Juli 2006 bei ihrem Auftritt am Vilar De Mouros Festival in Portugal vor. Im Januar 2008 wurde ein neues Musik-Video zum Titel Ostia vom Album Dante XXI veröffentlicht.

Anfang 2008 begab sich die Band ins Studio, um ihr neues Album aufzunehmen, welches am 23. Januar 2009 erschien. Das Album ist wie Dante XXI ein Konzeptalbum und dreht sich im Kern um Alex, die Hauptfigur des Buches Uhrwerk Orange und seiner Verfilmung. Deshalb entschied man sich für den zweideutigen Albumtitel A-Lex, da die Begrifflichkeit für ‚gesetzlos‘ steht, was die Thematik ebenfalls einfängt. Sänger Green war zudem nun auch Mitglied in der Band Musica Diablo.

Neues Label

Im Juli 2010 wurde bekannt, dass Sepultura einen Plattenvertrag mit Nuclear Blast unterzeichnet haben. Ein neues Album wurde seitens des Labels für 2011 angekündigt[4] und erschien mit dem Titel Kairos im Juni desselben Jahres.

Im Oktober 2013 erschien das dreizehnte Studioalbum mit dem Titel The Mediator Between the Head and Hands Must Be the Heart[5][6] und am 13. Januar 2017 das vierzehnte namens Machine Messiah. Mit letzterem gingen sie als Vorgruppe von Kreator im Frühjahr 2017 auf Tour. Mit dem darauf folgenden Album Quadra, das im Februar 2020 erschien, konnten sie die höchsten Chartplatzierungen in Deutschland und der Schweiz erreichen und damit den Erfolg von Roots sogar noch übertreffen.

Stil

Altes Bandlogo, welches bis Schizophrenia verwendet wurde

Auf Morbid Visions und Século XX/Bestial Devastation spielten Sepultura rohen, primitiven und aggressiven Metal, der sowohl als Death Metal[7] als auch als black-metal-beeinflusster Thrash Metal[7][8] bezeichnet wird, der nur Anhänger von Veröffentlichungen wie Sodoms In the Sign of Evil und Kreators Endless Pain ansprechen könne.[8] Nach dem Einstieg von Andreas Kisser nahmen die Thrash-Metal-Einflüsse deutlich zu. Schizophrenia, Beneath the Remains und Arise kann man als Thrash Metal beschreiben. Ab dem Nachfolger Chaos A.D. und speziell auf dem letzten Album in der Besetzung mit Max Cavalera an den Vocals, Roots, nahmen die Thrash-Metal-Einflüsse immer deutlicher ab und wichen einer eher von Hardcore Punk, Alternative Metal und etwas Weltmusik (speziell in Bezug auf die Perkussion in Igor Cavaleras Schlagzeugspiel, die Kooperation mit dem Xavantes-Stamm [Itsári auf Roots] bzw. die Einbindung eines komplett akustischen Tribal-Stückes (Kaiowas auf Chaos A.D.)) beeinflussten Version ihres Stils. Nach dem Einstieg von Derrick Green rückten die Alternative-, Punk- und Hardcore-Einflüsse stärker in den Vordergrund, aber auch die Tribal-, Percussion- und Weltmusik-Elemente fanden keinen Abbruch, was man vor allem auf den Alben Against und Nation hören kann. Seitdem finden sich auf den Alben neben dem typischen Schreigesang erstmals auch von Derrick Green klar gesungene Passagen wieder. Eine Besonderheit stellt die Zusammenarbeit mit der Taiko-Trommelgruppe Kodo im Stück Kamaitachi auf dem Against-Album, wo auch ex-Metallica-Bassist Jason Newsted und Ratos-de-Porão-Sänger João Gordo, zu hören sind, dar. Auch auf den folgenden Alben finden sich zahlreiche Gastmusiker wieder. Nach der reinen Cover-EP Revulsongs aus dem Jahr 2002 vermischte man die Elemente der vorherigen Alben wieder stärker mit Thrash Metal und legte auf dem 2003er-Album Roorback deutlich an Geschwindigkeit zu. Diese Entwicklung wurde auf dem Folgealbum Dante XXI nicht nur beibehalten und weiter vorangetrieben, sondern auch durch die Begleitung eines Orchesters mit klassischer Musik angereichert. Das Album A-Lex von 2009 stellt schließlich eine Mischung aus rohem Thrash, Punk und Hardcore dar, die Tribal- und Worldmusic-Elemente sind fast komplett verschwunden, dafür werden erstmals Synthesizer benutzt und es findet sich in Ludwig Van, einer Variation von Freude schöner Götterfunken, auch ein klassisches Orchester wieder. Auf Kairos finden wieder verstärkt Groove-Metal-Elemente Eingang. Die Texte von Sepultura richten sich oft gegen die Politik der brasilianischen Regierung und rufen zu Widerstand auf (etwa Refuse/Resist).

Engagement für Tier- und Umweltschutz

Sepultura unterstützt Sea Shepherd[9] indem sie die Crew dieser Meeresschutzorganisation besuchten und sich mit Sea Shepherd Merchandise Produkten zeigten[10]. Weiters luden sie Carolina Castro von Sea Shepherd Brasilien, und Mitch Anderson von Amazon Frontlines zu einer, Sepulquarta genannten, Gesprächsrunde ein und riefen dazu auf für Sea Shepherd zu spenden.[11] Auch in ihren Liedern setzt sich Sepultura mit den Themen Tier- und Umweltschutz auseinander. So sind im Video zum Song Convicted in Life Filmaufnahmen, welche die Misshandlung von Tieren dokumentieren, zu sehen.[12] Mit ihrem Lied Guardians of Earth und dem dazugehörigen Video wollen Sepultura, eigenen Angaben zufolge, auf den Kampf der indigenen Bevölkerung gegen die Abholzung des Regenwaldes aufmerksam machen und der NGO Amazon Frontlines eine Stimme verleihen.[13]

Diskografie

Studioalben

Gloria Cavalera, ehemalige Managerin von Sepultura (2019)
JahrTitel
Musiklabel
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[14]
(Jahr, Titel, Musiklabel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DEAT ATCH CHUK UKUS US
1986Morbid Visions
Cogumelo Records
Erstveröffentlichung: 10. November 1986
1987Schizophrenia
Cogumelo Records
Erstveröffentlichung: 30. Oktober 1987
1989Beneath the Remains
Roadrunner Records
DE96
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 7. April 1989
Charteinstieg in DE erst 2020
1991Arise
Roadrunner Records
DE25
(14 Wo.)DE
CH24
(4 Wo.)CH
UK40
Silber
Silber

(2 Wo.)UK
US119
(4 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 20. März 1991
1993Chaos A.D.
Roadrunner Records
DE11
(10 Wo.)DE
AT19
(16 Wo.)AT
CH15
(7 Wo.)CH
UK11
Gold
Gold

(5 Wo.)UK
US32
Gold
Gold

(7 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 2. September 1993
1996Roots
Roadrunner Records
DE7
(20 Wo.)DE
AT2
Gold
Gold

(16 Wo.)AT
CH16
(8 Wo.)CH
UK4
Gold
Gold

(6 Wo.)UK
US27
Gold
Gold

(10 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 20. Februar 1996
1998Against
Roadrunner Records
DE23
(4 Wo.)DE
AT23
(4 Wo.)AT
UK40
(2 Wo.)UK
US82
(3 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 6. Oktober 1998
2001Nation
Roadrunner Records
DE28
(5 Wo.)DE
AT41
(4 Wo.)AT
CH84
(1 Wo.)CH
UK88
(1 Wo.)UK
US134
(1 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 20. März 2001
2003Roorback
SPV
DE46
(3 Wo.)DE
CH69
(2 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 26. Mai 2003
2006Dante XXI
SPV
DE64
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 2. März 2006
2009A-Lex
SPV
DE82
(1 Wo.)DE
AT53
(1 Wo.)AT
CH68
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 23. Januar 2009
2011Kairos
Nuclear Blast
DE49
(1 Wo.)DE
AT75
(1 Wo.)AT
CH45
(2 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 24. Juni 2011
2013The Mediator Between Head
and Hands Must Be the Heart
Nuclear Blast
DE76
(1 Wo.)DE
CH96
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 2013
2017Machine Messiah
Nuclear Blast
DE27
(2 Wo.)DE
AT33
(1 Wo.)AT
CH27
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 13. Januar 2017
2020Quadra
Nuclear Blast
DE5
(2 Wo.)DE
AT17
(1 Wo.)AT
CH13
(3 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 7. Februar 2020

Literatur

  • Keith Harris: „Roots“? The Relationship between the Global and the Local within the Extreme Metal Scene. In: Popular Music. Jg. 19, Heft 1, 2000, S. 13–30, ISSN 0261-1430.

Weblinks

Commons: Sepultura – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Newssquared.de: Sepultura verkünden neuen Drummer. Abgerufen am 11. Mai 2020.
  2. Marcel Anders: Soulfly: Spirituelle Grobmotorik (Memento vom 1. März 2005 im Internet Archive). In: Gitarre & Bass. 07/1998.
  3. Sepultura's Kisser: Max Cavalera Is Trying Too Hard To Reproduce ‘Roots’, 4. Juli 2006, abgerufen am 12. Juli 2013 (engl.).
  4. Katharina Beck: Sepultura - Unterschreiben bei Nuclear Blast (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive), 6. Juli 2010, abgerufen am 12. Juli 2013.
  5. SEPULTURA Completes Recording New Album, 10. Juli 2013, abgerufen am 12. Juli 2013.
  6. SEPULTURA: New Album Title Announced, 19. Juli 2013, abgerufen am 20. Juli 2013.
  7. a b Spiritech: Sepultura - Morbid Visions/Bestial Devastation (Memento vom 9. November 2007 im Internet Archive), abgerufen am 1. Januar 2013.
  8. a b Martin Loga: Sepultura - Morbid Visions/ Bestial Devastation, 27. Februar 2009, abgerufen am 12. Juli 2013.
  9. Derrick Green ב-Facebook Watch. Abgerufen am 16. November 2020 (hebräisch).
  10. Derrick & Tanya's Highway to Health - Sizzler - YouTube. Abgerufen am 16. November 2020.
  11. SEPULTURA - Carolina Castro & Mitch Anderson! 11. September 2020, abgerufen am 16. November 2020.
  12. Sepultura’s Softer Side. In: peta2. 19. Juli 2011, abgerufen am 16. November 2020 (amerikanisches Englisch).
  13. Sepultura: veröffentlichen neues Musikvideo zu "Guardians Of Earth". In: Time For Metal - Das Metal Magazin. 18. September 2020, abgerufen am 16. November 2020 (deutsch).
  14. Chartquellen: DE AT CH UK US

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