Shaggy (2006)

Shaggy (* 22. Oktober 1968 als Orville Richard Burrell in Kingston) ist ein jamaikanischer Reggae-Pop-Musiker.

Werdegang

Den Spitznamen Shaggy erhielt er nach eigenen Angaben bereits als kleines Kind wegen seiner Haare (engl. shaggy „struppig“). Aufgewachsen in eher ärmlichen Verhältnissen, wanderte er mit 18 nach New York City in den Stadtteil Flatbush in Brooklyn aus. 1987 nahm er Gesangsunterricht und wurde im Jahr darauf entdeckt, als er singend in den Straßen Brooklyns unterwegs war. Kurz darauf veröffentlichte er dort seine beiden ersten Singles Mampie und Big Up.

Mit 20 Jahren trat er in das Marine Corps der USA ein und wurde 1991 nach Kuwait versetzt, wo er während des Zweiten Golfkrieges stationiert war. Nach seiner Rückkehr vom Persischen Golf entschloss er sich, seine musikalische Karriere weiterzuverfolgen. 1993 erschien sein Debütalbum Pure Pleasure, das vor allem durch die Coverversion des Titels Oh Carolina – im Original von den – zum Charthit wurde. 1995 folgte die Single Boombastic. Das gleichnamige Album erhielt den Grammy Award für das „Beste Reggae-Album 1996“. Durch die Werbung eines Jeans-Herstellers mit dem Song Boombastic wurde er auch in Europa einem breiteren Publikum bekannt. 1996 gründete er gemeinsam mit seinem damaligen Manager Robert Livingston und seinem Produzenten Shaun Pizzonia das Label Big Yard.[1]

2001 erlebte er ein Comeback mit den Nummer-1-Singles It Wasn’t Me und Angel. Letzteres ist aufgebaut auf Chip Taylors und ’ Song Angel of the Morning (1967), der 1968 von Merrilee Rush und erneut 1981 von Juice Newton erfolgreich aufgenommen worden war.[2] Das Album Hot Shot, dem diese beiden Titel entnommen waren, wurde Nummer eins in den US-amerikanischen Billboard 200. 2002 erschien eine Remix Version des Albums Hot Shot. Es folgten die Alben Lucky Day, 2002 veröffentlicht, und Clothes Drop (2005), auf dem auch zwei Kooperationen mit Nicole Scherzinger zu hören sind.

Im Oktober 2007 erschien sein Album Intoxication. Eine Kooperation mit dem Rapper und R’n’B-Sänger Akon (Lonely) führte zum gemeinsamen Song What’s Love (eine Coverversion des Tina-Turner-Klassikers What’s Love Got To Do With It aus dem Jahr 1984). Unterstützt wurde Shaggy auf diesem Album vom Produzententeam Sting International, Robert Livingston, Tony Kelly und Christopher Birch. Im Januar 2008 veröffentlichte Shaggy den offiziellen Mascots Song zur Fußball-Europameisterschaft 2008 Feel the Rush. Der Titel war für ihn der erste Top-10-Erfolg seit sieben Jahren. Die Melodie wurde von Samims Titel Heater aus dem Jahre 2007 übernommen. Im Juni 2008 erreichte dieser Platz eins der deutschen Single-Charts.[3]

Ende 2010 trennte er sich von seinem langjährigen Manager Robert Livinston und verließ damit auch das Label Big Yard. Somit war der Weg frei für die Gründung des neuen Labels Ranch Entertainment, gemeinsam mit Rayvon, Red Fox und Shaun Pizzonia. Im Januar 2011 erschien sein neuntes Studioalbum Shaggy & Friends. Dieses Album ist das erste und bisher auch einzige Album, das nur als Onlineversion zum Herunterladen erhältlich ist. Im Juli 2011 erschien sein zehntes Studioalbum mit dem Titel Summer in Kingston, von dem seit Februar 2012 eine Bonusversion unter dem Titel Lava Edition erhältlich ist.[4] Shaggy war mit diesem Album für den Grammy Award für das beste Reggae Album International 2012 nominiert.

Im August 2012 veröffentlichte er den Titel Girls Just Want to Have Fun, der das Sample des Klassikers von Cyndi Laupers gleichnamigen Hit enthält und sich in Deutschland auf Rang 29 der Charts platzieren konnte.[5] Nach einer Europatour (u. a. Chiemsee Reggae Summer) veröffentlichte er im September 2012 in Deutschland das Album Rise. Auf diesem befindet sich auch die gleichnamige Single sowie einige Auskopplungen aus dem Album Summer in Kingston.

Im Herbst 2013 erschien das zusammen mit Sly & Robbie aufgenommene Album Out of Many One Music. Eine erste Auskopplung davon erschien bereits im April 2013 mit dem Titel Fight This Feeling – eine Kollaboration mit Beres Hammond. 2015 erreichte er zusammen mit Mohombi, Faydee und Costi mit dem Hit neben den deutschen und US-amerikanischen auch internationale Chartlisten. 2018 veröffentlichte er zusammen mit Sting das Album 44/876. Es erreichte Platz 1 der deutschen Albumcharts.

Filmmusik

Shaggy engagiert sich in regelmäßigen Abständen auch als Komponist von Filmmusik. Sein erstes Engagement hatte er 1995 für den Film Money Train, eine Columbia Pictures Produktion. Shaggy sang dafür den Titelsong The Train Is Coming mit Ken Boothe ein.[6] 2002 sang er erneut den Titelsong eines Filmes, diesmal für die Warner Brothers Produktion Showtime.

Bei zwei weiteren Filmproduktionen ist Shaggy auf dem Soundtrack vertreten: 1998 coverte er Under the Sea, den Titelsong von Arielle, die Meerjungfrau von Disney. Dieser Titel erschien auf dem Album The Magic of Disney[7], auf dem 20 internationale Stars berühmte Disney-Songs singen. Er ist auch auf dem Soundtrack zum 2002 erschienenen Kinofilm Scooby-Doo mit Shaggy, Where Are You? vertreten.[8]

Werbetestimonial

Shaggy ist auch Werbetestimonial. 2008 verpflichtete Pepsi Shaggy für einen Spot, in dem er allerdings nicht selbst sang.[9] 2009, als Ferrero Shaggy als Werbefigur für Kinder Maxi King buchte, wurde sein Hit Fly High als Hintergrundmusik gespielt.[10]

Wohltätigkeits-Engagement

Shaggy unterstützt immer wieder wohltätige Projekte, wie etwa das World-Citizen-Projekt, das versucht, den Dialog zwischen Volksgruppen, Menschen unterschiedlicher Klassen und Religionsgemeinschaften zu fördern. Hierfür nahm er im Januar 2012 den Song WorldCitizen mit Jahcoustix auf.[11] Auch für die Opfer des Erdbebens in Haiti im Januar 2010 hat er einen Benefizsong mit dem Titel Rise Again eingespielt.

Sein Hauptprojekt ist das Bustamante Hospital for Children in Jamaika, für das er in zahlreichen karitativen Projekten und mit vielen Benefizkonzerten schon mehrere hunderttausend US-Dollar gesammelt hat.[12] Der englische Prinz Harry hat bei seinem Besuch in Jamaika im März 2012 mit Shaggy das Hospital besucht.[13] Eine eigene Single mit dem Titel Save a Life komplettiert sein Engagement für dieses Projekt.

Diskografie

Studioalben

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DEAT ATCH CHUK UKUS US
1993Pure PleasureDE75
(6 Wo.)DE
AT11
(3 Wo.)AT
CH32
(2 Wo.)CH
UK67
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 24. August 1993
1995BoombasticDE24
(10 Wo.)DE
AT25
(7 Wo.)AT
CH35
(7 Wo.)CH
UK37
Silber
Silber

(7 Wo.)UK
US34
Platin
Platin

(37 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 11. Juli 1995
2000Hot ShotDE1
(28 Wo.)DE
AT2
Gold
Gold

(37 Wo.)AT
CH2
Platin
Platin

(31 Wo.)CH
UK1
Dreifachplatin
×3
Dreifachplatin

(49 Wo.)UK
US1
Sechsfachplatin
×6
Sechsfachplatin

(84 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 8. August 2000
2002Lucky DayDE35
(19 Wo.)DE
AT20
(25 Wo.)AT
CH38
(25 Wo.)CH
UK54
(2 Wo.)UK
US24
Gold
Gold

(13 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 29. Oktober 2002
2005Clothes DropDE62
(1 Wo.)DE
AT61
(2 Wo.)AT
CH31
(4 Wo.)CH
US144
(1 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 2. September 2005
2007IntoxicationCH95
(1 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 22. Oktober 2007
2011Summer in KingstonUS141
(1 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 19. Juli 2011
201844/876DE1
(23 Wo.)DE
AT6
(10 Wo.)AT
CH5
(18 Wo.)CH
UK9
(4 Wo.)UK
US40
(3 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 20. April 2018
mit Sting

Auszeichnungen

  • Grammy
    • 1996: in der Kategorie „Bestes Reggae-Album“ (Boombastic)
    • Nominierungen in der Kategorie „Bestes Reggae-Album“ 2006 (Clothes Drop), 2009 (Intoxication) und 2012 (Summer in Kingston)
    • eine Nominierung in der Kategorie „Beste Pop Kolloboration“ mit RikRok für den Titel It Wasn´t Me 2002
  • RSH-Gold
    • 1996: in der Kategorie „Werbesong des Jahres“ (Boombastic)[14]
  • Goldene Himbeere
    • 1998: Nominierung in der Kategorie „Schlechtester Song“ (My Dream)
  • American Music Awards
    • 2002 Nominierung „Favorite Male Pop/Rock Artist“
    • 2002 Nominierung „Favorite Rap/Hip-Hop Artist“
    • 2002 Nominierung „Favorite Internet Artist of the year“

Einzelnachweise

  1. (Memento des Originals vom 30. Juni 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2
  2. coverinfo.de – Coverversionen- und Musikzitate-Datenbank
  3. media-control.de: „Shaggy und Ich+Ich gehen in Führung“ (Memento vom 17. Mai 2009 im Internet Archive) Pressemitteilung vom 17. Juni 2008.
  4. http://shaggyonline.com/post/17226988652/its-here-download-summer-in-kingston-lava
  5. media-control
  6. Allmusic.com Erster Punkt in der Tabelle
  7. http://www.jpc.de/jpcng/poprock/detail/-/art/The-Magic-Of-Disney/hnum/6579645
  8. amazon.de 1. Hörbeispiel Interpret
  9. (Memento des Originals vom 20. Oktober 2008 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2
  10. http://www.wuv.de/marketing/der_maxi_king_fuer_ferrero/
  11. (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2
  12. http://shaggyonline.com/charity
  13. Harry bolts through first day, Jamaica Gleaner vom 7. März 2012. Abgerufen am 10. März 2012.
  14. RSH-Gold Verleihung 1996

Weblinks

Commons: Shaggy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien