Sonic Youth, ICP & The Ex ¦ In The Fishtank: 9

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GTIN: 0718752038324 Artists: , , Genres & Stile: , , , ,

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Veröffentlichung In The Fishtank: 9:

2002

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Artist(s)

Veröffentlichungen von Sonic Youth die im OTRS erhältlich sind/waren:

In The Fishtank: 9

Sonic Youth auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Sonic Youth war eine 1981 in New York City gegründete Rockband, die zu den einflussreichsten Vertretern des Noise-Rock und No Wave gehört.

Bandgeschichte

Sonic Youth traten unter diesem Namen zum ersten Mal am 18. Juni 1981 auf dem Noise-Festival in White Columns (New York) auf, nachdem Thurston Moore, Kim Gordon, Lee Ranaldo und Keyboarderin Ann DeMarinis schon zuvor unter einigen anderen Namen Auftritte in der weiteren Gegend rund um New York hatten. Der Name Sonic Youth ist eine Verbindung aus Big Youth, einem jamaikanischen Reggae-Deejay, der insbesondere in den 1970er Jahren Berühmtheit erlangte, und Sonic’s Rendezvous Band, einer Nachfolgeband von MC5, die deren Gitarrist Fred „Sonic“ Smith von 1977 bis 1979 leitete.

Ann DeMarinis verließ die Band bald wieder. Seit 1985 spielte Steve Shelley Schlagzeug in der Band. 2000 kam der Bassist und Gitarrist Jim O’Rourke zu Sonic Youth. 2001 spielten sie zusammen mit der französischen Sängerin Brigitte Fontaine zwei Titel (Demie Clocharde, Kékéland) für Fontaines Album Kékéland ein. Im Jahr 2005 verließ O’Rourke Sonic Youth wieder, um seine Karriere als Film-Regisseur zu forcieren. 2006 wirkten Moore und Gordon zusammen mit ihrer gemeinsamen Tochter Coco Hayley in der Fernsehserie Gilmore Girls mit.

Nach 18 Jahren lief im Jahre 2006 der Vertrag mit Geffen Records aus. Im August 2008 kündigte die Band an, ihr kommendes Album wieder bei einem Independent-Label (Matador) zu veröffentlichen.

Im Oktober 2011 gaben Kim Gordon und Thurston Moore das Ende ihrer 27-jährigen Ehe bekannt, eine zu dem Zeitpunkt anstehende Südamerika-Tournee war jedoch nicht betroffen. Die Zukunft von Sonic Youth ist ungewiss,[1] da die Gruppe sich nicht offiziell aufgelöst hat, jedoch deutete Kim Gordon 2015 in ihrem Buch Girl in a Band mehrfach das Aus für die Band an. So kommentierte sie das bislang letzte öffentliche Konzert 2011 beim SWU Music and Arts Festival in São Paulo: “After thirty years, tonight was Sonic Youth's final concert” („Nach dreißig Jahren war heute Nacht Sonic Youths letztes Konzert“) und “After tonight, Sonic Youth was done” („Von heute Abend an war Sonic Youth abgehakt.“)

Stil

Kim Gordon bei einem Sonic-Youth-Auftritt 2005

Das Resultat des Bandschaffens war und ist eine reiche Klangwelt experimenteller, emotional-assoziativer Musik. Viele Werke ähneln daher in ihrem Aufbau eher klassischer Musik, was nicht zuletzt auch mit der vorherigen Tätigkeit der Bandmitglieder im E-Gitarrenorchester von Glenn Branca zusammenhängt.

Ging es der Band früher vor allem um das Ausloten dissonanter Grenzen – kennzeichnendes Merkmal sind insbesondere die Feedbacks und Kim Gordons Shouting –, fielen die späteren Alben insgesamt melodischer und „poppiger“ aus. Die Entwicklung der Band scheint sich, wenn man die seit 1990 bei ihrem „kommerziellen Hauptlabel“ Geffen erscheinenden Alben betrachtet, in Richtung einer noch stärkeren Verbindung von Elementen experimentellen Lärms mit eingängigen Harmonien zu bewegen. Andererseits haben Sonic Youth seit 1997 auf ihrem eigenen Label SYR eine ganze Reihe von Alben herausgebracht (SYR1 bis SYR6 sowie die Silver Sessions for Jason Knuth), die – am deutlichsten auf SYR3 und den Silver Sessions – entschieden improvisierenden Charakter haben, zum Teil fast 30 Minuten lange Sessions darstellen, die – instrumentell und technisch aber auf sehr viel höherem Niveau stehend – sehr deutlich an frühere eigene Musikperioden anknüpfen und sich vollkommen von ihren strukturell zum Teil vergleichsweise einfach erfassbaren „kommerzielleren“ Geffen-Alben unterscheiden. Dadurch sind Sonic Youth in der Lage gewesen, eine bemerkenswert breit gestreute Schicht von Fans zu gewinnen, die sich einerseits auf bestimmte Facetten der Musik konzentrieren können, andererseits dadurch aber auch die Fans mit diesen verschiedenen Facetten zu konfrontieren: da sich in gewisser Weise mehr als eine Gruppe unter dem Namen Sonic Youth vereint hat, erhalten die Zuhörer auch mehr und verschiedenartigere Musik zu hören als bei anderen Gruppen, die sich nicht vergleichbarer kreativer Fähigkeiten und Freiräume erfreuen können wie Sonic Youth.

Die Texte von Sonic Youth sind zwar nicht durchweg politisch, aber über die gesamte Zeit lassen sich mit Titeln wie Youth Against Fascism oder (so auf dem Album Sonic Nurse) Peace Attack auch explizit politisch-kritische Stücke finden. Zahlreiche Lieder befassen sich mit gesellschaftlichen, sozialen und auch psychologischen Themen.

Über den Bandrahmen hinaus haben die Bandmitglieder diverse Nebenprojekte, in denen sie sich auch anderer künstlerischer Ausdrucksformen bedienen (Moore und Ranaldo haben jeweils Bücher und Fanzines herausgebracht), erwähnenswert sind außerdem besonders die Solo-Alben von Thurston Moore und Lee Ranaldo, dann die Projekte mit anderen Musikern wie Thurston Moore und Kim Gordon jeweils mit Lydia Lunch sowie Kim Gordon mit Julie Cafritz (früher bei der Gruppe Pussy Galore) als Gruppe Free Kitten und Kim Gordon mit Ikue Mori und DJ Olive (auf SYR5).

Fast alle Mitglieder von Sonic Youth sind außerdem auch als Produzenten von Künstlern und Gruppen tätig, die sie fördern möchten. So leitet z. B. Thurston Moore das Label Ecstatic Peace, Lee Ranaldo produzierte u. a. die Gruppe False Virgins und Kim Gordon die reine Frauen-Punk-Band Erase Errata. Daneben führen Sonic Youth als eigenes Label SYR (Sonic Youth Records).

In der Geschichte der Band wirkten oft befreundete Musiker mit, u. a.:

Eine umfassende Übersicht zu den Mitgliedern und zur Geschichte von Sonic Youth bis zum Album Experimental Jetset, Trash and No Star findet man bei Alec Foege: Confusion is Next – The Story of Sonic Youth, St. Martin’s Press, 1993.

Gitarrenstimmungen

Eine Eigenart der Band ist es, die verwendeten Stimmungen ihrer Gitarren nicht mehr zu verändern, ein Erbe ihrer Zeit bei Glenn Branca. Jeder Song hat somit seine eigenen Gitarren, dies hat bei Konzerten einen ständigen Instrumentenwechsel zur Folge. Die Gitarrensammlung der Band ist immens.

Dass es nicht gerade einfach ist, auch nur ein einziges Stück einzustudieren, liegt nicht zuletzt an der Experimentierfreudigkeit von Sonic Youth. Bei allen ihren Studioalben setzen sie auf den Gitarren fast nur alternative Stimmungen ein und bearbeiten diese sogar nachträglich, um noch weiter veränderte Klänge zu erhalten. Zu den wichtigsten Stimmungen gehören (Beispielsongs in Klammern):

  • F# F# G G A A (Schizophrenia, Tom Violence, White Kross)
  • D D D D A A (Schizophrenia, Catholic Block)
  • G G D D G G (Teen Age Riot)
  • A C C G G# C (Silver Rocket)
  • C C E B G D (The Sprawl, Cross The Breeze)
  • F# F# F# F# E B (Catholic Block, Kool Thing, Death Valley ’69, Shadow Of A Doubt)
  • E G D G E D (Dirty Boots, Titanium Expose, Tunic)
  • C G D G C D (Rain On Tin, Plastic Sun, The Empty Page)

Sonic Youth & Kurt Cobain / Nirvana

Nirvana wurde indirekt durch Sonic Youth berühmt, denn Kim Gordon empfahl Geffen Records die relativ unbekannte Band, die auf dem Seattler Label Sub Pop gerade ihr Debüt Bleach veröffentlicht hatte. Geffen Records übernahm in Kooperation mit Sub Pop den Vertrieb des zweiten Longplayers Nevermind, der mit 40.000 Exemplaren weltweit in den Verkauf ging. Nirvana spielte 1991 im Vorprogramm von Sonic Youth auf deren Europatournee zum ersten Mal vor einem größeren Live-Publikum, bevor Ende 1991 ihr großer Erfolg begann. Dokumentiert sind diese gemeinsamen Tage im Tourvideo 1991: The Year Punk Broke. Außerdem verband Nirvana und Sonic Youth eine gemeinsame künstlerisch-politische Attitüde; der künstlerische Kampf gegen eingefahrene Machtstrukturen wie Sexismus oder Homophobie wurde in nicht wenigen Liedern – wie z. B. Rape Me (Nirvana) oder Kool Thing (Sonic Youth) – deutlich gemacht.

Sonic Youth & R.E.M.

Als R.E.M. 1994 an ihrem Album Monster arbeiteten und Sänger Michael Stipe den Text zum Lied Crush with Eyeliner schrieb, hatte er das Gefühl, den einen oder anderen Teil von einer Sonic-Youth-Platte genommen zu haben. Er lud daraufhin Thurston Moore ins Studio ein, der daraufhin als Hintergrundsänger bei Crush with Eyeliner in Erscheinung trat. Im Nachhinein sagte Stipe jedoch, er könne diese Textzeile womöglich auch unbewusst aus einer Werbung für Coca-Cola genommen haben. Dennoch traten Sonic Youth 1995 auf der Welttournee von R.E.M., der Monster-Tour, als Vorgruppe auf.

Gitarre Moonlander, Lee Ranaldo, Sonic Youth, von Yuri Landman, 2007

Diskografie

Alben

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[2][3]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE CH UK US
1988Daydream NationUK99
(1 Wo.)UK
Enigma/Blast First
1990GooUK32
Silber
Silber

(2 Wo.)UK
US96
(15 Wo.)US
DGC/Geffen
1992DirtyDE59
(11 Wo.)DE
UK6
(5 Wo.)UK
US83
(11 Wo.)US
DGC/Geffen
1994Experimental Jet Set, Trash and No StarUK10
(2 Wo.)UK
US34
(10 Wo.)US
DGC/Geffen
1995Washing MachineUK39
(1 Wo.)UK
US58
(3 Wo.)US
DGC/Geffen
1998A Thousand LeavesUK38
(1 Wo.)UK
US85
(2 Wo.)US
DGC/Geffen
2000NYC Ghosts & FlowersUS172
(1 Wo.)US
Geffen
2002Murray StreetUS126
(1 Wo.)US
Geffen
2004Sonic NurseUS64
(2 Wo.)US
Geffen
2006Rather RippedUK64
(1 Wo.)UK
US71
(4 Wo.)US
Geffen
2009The EternalDE29
(3 Wo.)DE
CH31
(2 Wo.)CH
UK42
(1 Wo.)UK
US18
(2 Wo.)US
Matador/Beggars/Indigo

Weitere Alben

  • 1982: Sonic Youth (Neutral/Zensor)
  • 1983: Confusion Is Sex (Neutral/Zensor)
  • 1984: Kill Your Idols (in D: Zensor)
  • 1984: Sonic Death (Ecstatic Peace)
  • 1985: Bad Moon Rising (Homestead/Blast First)
  • 1986: Made in USA (Rhino, 1994 veröffentlicht)
  • 1986: Evol (SST/Blast First)
  • 1987: Sister (SST/Blast First)
  • 1988: The Whitey Album (Enigma/Blast First) als Ciccone Youth (mit Suzanne Sasic, J Mascis und Mike Watt)
  • 1994: Screaming Fields of Sonic Love (DGC/Geffen)
  • 1997: SYR1: Anagrama (Sonic Youth Records)
  • 1997: SYR2: Slaapkamers met slagroom (Sonic Youth Records)
  • 1997: SYR3: Invito al Ĉielo (‚Einladung in den Himmel‘ auf Esperanto; Sonic Youth Records)
  • 1999: SYR4: Goodbye 20th Century (Sonic Youth Records)
  • 2000: SYR5: Kim Gordon mit Ikue Mori und DJ Olive (Sonic Youth Records)
  • 2005: SYR6: Koncertas Stan Brakhage Prisiminimui (Sonic Youth Records)
  • 2006: Destroyed Room: B-Sides And Rarities (Geffen)
  • 2008: SYR7: J’accuse Ted Hughes (Sonic Youth Records)
  • 2008: SYR8: Andre sider af Sonic Youth (Sonic Youth Records)
  • 2011: SYR9: Simon Werner a disparu (Sonic Youth Records; Soundtrack)
  • 2022: In/Out/In (Three Lobed Recordings)

Singles

JahrTitel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[2]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 UK
1990Kool Thing
Goo
UK81
(8 Wo.)UK
1992100%
Dirty
UK28
(4 Wo.)UK
Youth Against Fascism
Dirty
UK52
(2 Wo.)UK
1993Sugar Kane
Dirty
UK26
(3 Wo.)UK
1994Bull in the Heather
Experimental Jet Set, Trash and No Star
UK24
(5 Wo.)UK
Superstar
If I Were a Carpenter
UK45
(3 Wo.)UK
1996Little Trouble Girl
Washing Machine
UK81
(1 Wo.)UK
1998Sunday
A Thousand Leaves
UK72
(2 Wo.)UK

Weitere Singles

  • 1984: Death Valley ’69
  • 1985: Flower/Halloween
  • 1986: Flower / Satan Is Boring
  • 1986: Starpower
  • 1986: Into the Groove(y) (als Ciccone Youth)
  • 1988: Teen Age Riot
  • 1988: Silver Rocket
  • 1989: Candle
  • 1989: Providence
  • 1989: Touch Me I’m Sick/Halloween
  • 1990: Disappearer
  • 1991: Dirty Boots
  • 1993: Drunken Butterfly
  • 1995: The Diamond Sea
  • 2000: Nevermind (What Was It Anyway)
  • 2003: Kim Gordon & The Arthur Doyle Hand Cream
  • 2006: Helen Lundeberg/Eyeliner
  • 2006: Incinerate
  • 2006: Beautiful Plateau
  • 2019: Bull in the Heather
  • 2022: "In & Out"

Ausstellungen

Sonic Youth Etc.: Sensational Fix

  • Life, Saint-Nazaire, 18. Juni bis 7. September 2008
  • Museion, Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Bozen, 10. Oktober bis 4. Januar 2009
  • Kunsthalle Düsseldorf und KIT – Kunst im Tunnel, 31. Januar bis 10. Mai 2009
  • Centro de Arte Dos de Mayo, Móstoles (Madrid), 3. Februar bis 2. Mai 2010

Literatur

  • David Browne: Goodbye 20th Century – Die Geschichte von Sonic Youth. Aus dem amerikanischen Englisch von Ralf Niemczyk mit Imke Trainer. Kiepenheuer & Witsch, KiWi Paperback 1132, Köln 2009. ISBN 978-3-462-04162-0.
  • Kim Gordon: Girl in a Band. Kiepenheuer&Witsch; 2. April 2015; ISBN 978-3-462-04748-6.

Einzelnachweise

  1. Sonic Youth: Kim Gordon & Thurston Moore geben ihre Scheidung bekannt. Motor Music, 17. Oktober 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 19. November 2011; abgerufen am 18. Oktober 2011.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.motor.de
  2. a b Chartquellen: DE CH UK US
  3. Auszeichnungen für Musikverkäufe: UK

Weblinks

Commons: Sonic Youth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Veröffentlichungen von ICP die im OTRS erhältlich sind/waren:

In The Fishtank: 9

ICP auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Instant Composers Pool (ICP) ist ein unabhängiges niederländisches Plattenlabel. Das Label existiert seit 1967 und veröffentlicht Musik zwischen freiem Jazz und Improvisation. Der Name Instant Composers Pool, eine Schöpfung von Mengelberg, ist durchaus programmatisch gemeint; er geht von der Überlegung aus, dass in der musikalischen Improvisation im Augenblick des Spiels durchaus Festlegungen getroffen und quasi komponiert wird, bezeichnet also eine grundsätzliche Einheit von Komposition und Improvisation.

Konzert des Instant Composers Pool 1973 auf den Amsterdamer Grachten

Gründungsgeschichte

1967 gründeten der Saxophonist Willem Breuker, der Pianist Misha Mengelberg und der Schlagzeuger Han Bennink in Vinkenslag de Hoef das Label, um eigene Platten, an denen die Musikindustrie zunehmend nicht mehr interessiert war, zu veröffentlichen. Die Gründung des Labels ist nach der Analyse von Ekkehard Jost "ein Akt der Selbsthilfe, der nicht nur auf eine marktunabhängige Publikation der eigenen Musik gerichtet ist, sondern darüber hinaus eine Verbesserung der Auftrittssituation und der Präsenz in den Medien zum Ziel hat"[1].

1974 trennten sich aufgrund divergierender musikalischer Auffassungen die Wege von Breuker, der sich auf die Arbeit mit seinem Willem Breuker Kollektief konzentrierte und das Label BVHAAST gründete, und die von Mengelberg und Bennink, die verstärkt als Duo zusammenarbeiteten und eine großformatige ICP-Formation (zunächst als Tentett konzipiert) gründeten. Mitte der siebziger Jahre gibt es mehrere Ko-Produktionen mit anderen unabhängigen Labeln aus Europa.

Veröffentlichungen und Programmatik

Der Name Instant Composers Pool ist durchaus programmatisch gemeint und eine Schöpfung von Mengelberg; er geht von der Überlegung aus, dass in der musikalischen Improvisation im Augenblick des Spiels durchaus Festlegungen getroffen und quasi komponiert wird, bezeichnet also eine grundsätzliche Einheit von Komposition und Improvisation.

Die ersten Platten dokumentieren das New Acoustic Swing Duo von Breuker und Bennink und ein Trio von Mengelberg und Bennink mit John Tchicai. Auf späteren Platten sind neben den Gründern auch Jeanne Lee, Derek Bailey, Peter Bennink, Dudu Pukwana, Steve Lacy, Paul Rutherford, Evan Parker, Maarten Altena oder Peter Brötzmann zu hören.

Anders als das befreundete Label FMP hat ICP sich lange Jahre darauf beschränkt, die Musik der Gründer, bzw. nach dem Ausscheiden von Breuker die von Mengelberg und Bennink zu dokumentieren. Erst seit 1997 werden auf dem Label auch Produktionen von weiteren Musikern aus dem ICP Orchestra, etwa Wolter Wierbos, Mary Oliver, Tristan Honsinger oder Tobias Delius, veröffentlicht. Der Backup-Katalog, in dem sich neben Vinylplatten auch Casseten und ein Video befinden, ist 2012 in einem Boxset auf 52 CDs und 2 DVDs wiederveröffentlicht worden.

Auflagen und Branding

Ähnlich wie HatHut Records arbeitet auch ICP in der Regel mit einer begrenzten (und z. T. auch durchnummerierten) Auflage. Seit Mitte der 1970er weisen die Produkte des Labels (zu denen auch ein Buch zum 30-jährigen Jubiläum zählte) aufgrund der eigenwilligen graphischen Gestaltung durch Han Bennink ein gut wieder erkennbares Erscheinungsbild auf.

Literatur

  • Floris Schuiling: Animate Structures: The Compositions and Improvisations of the Instant Composers Pool Orchestra. Diss. University of Cambridge, 2015.
  • Jürgen Wölfer, Lexikon des Jazz Hannibal, Wien 1999, ISBN 3-85445-164-4 (2. Auflage)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. E. Jost Europas Jazz: 1960-1980 Frankfurt am Main 1987, S. 345f.

Veröffentlichungen von The Ex die im OTRS erhältlich sind/waren:

Blueprints For A Blackout ¦ Pokkeherrie ¦ In The Fishtank: 5 ¦ In The Fishtank: 9

The Ex auf Wikipedia (oder andere Quellen):

The Ex ist eine Anarcho-Punk-Band aus Amsterdam, die 1979 während der Punk-Explosion gegründet wurde und seitdem mehr als 20 Alben veröffentlicht hat. Ihr 1988 gegründetes eigenes Label heißt Ex Records.

Bandmitglieder in der aktuellen Zusammensetzung sind: Terrie Ex Hessels (Gitarre), Arnold de Boer (Gesang), Katherina (Katrin) Karin Ex Bornefeld (Schlagzeug), Andy Ex Moor (Gitarre). Terrie Hessels ist das letzte verbliebene Mitglied der ursprünglichen Besetzung von 1979. G W Sok, Sänger und Textschreiber aus dieser ursprünglichen Formation verließ The Ex 2009.

In der Musik von The Ex zählt der anarchische Wille des Ausdrucks, nicht Harmonien oder Takte. Der Text ist meistens wichtiger als andere Teile. Entsprechend haben die meisten Stücke einen explizit politischen Hintergrund, wie die Benefiz-Single Weapons For El Salvador von 1981, die den bewaffneten Widerstand in El Salvador unterstützen sollte oder die Solidaritäts-Tour für den britischen Bergarbeiterstreik 1983. Besondere Beachtung fand die Doppel-Single 1936 – the spanish revolution (1986) die neben vier Stücken aus und über den spanischen Bürgerkrieg ein umfangreiches zweisprachiges Booklet (in der Mini-CD-Fassung Hardcover-Buch) enthielt, das über den anarchistischen Widerstand der Confederación Nacional del Trabajo berichtet.

The Ex im Juni 2004 im club W71

Die Band ist offen für viele musikalische Einflüsse: So spielten sie 1984 mit der kurdischen Gruppe Awara, 1991 mit dem Saz-Spieler Brader und traten seit den 1990er Jahren verschiedentlich mit Sonic Youth, mit Tom Cora und mit Jazzmusikern aus dem Umfeld von Han Bennink und Misha Mengelberg (ICP-Orchestra) auf, zum Beispiel 2000 als 20-köpfige Big Band auf dem Holland Festival. Weiterhin sind sie auf Alben von Gétatchèw Mèkurya zu hören.

Keines der Bandmitglieder nahm Musikunterricht.

Diskografie

  • 1980 Disturbing Domestic Peace
  • 1982 History is What's Happening
  • 1983 Tumult
  • 1984 Blueprints for a Blackout
  • 1985 Support the Miners' Strike
  • 1985 Pay no More than 6 Fr.
  • 1985 Pokkeherrie
  • 1987 Too Many Cowboys
  • 1987 Antidote Live in Wroclaw
  • 1988 Aural Guerilla
  • 1989 Joggers and Smoggers
  • 1990 Treat
  • 1991 Scrabbling at the Lock
  • 1993 And the Weathermen Shrug Their Shoulders
  • 1995 Instant
  • 1995 Mudbird Shivers
  • 1998 Starters Alternators
  • 2001 Dizzy Spells
  • 2001 Een Rondje Holland (mit Roy Paci)
  • 2004 Turn
  • 2006 Moa Anbessa
  • 2010 Catch My Shoe (mit Roy Paci)
  • 2012 The Ex & Brass Unbound: Enormous Door (mit Ken Vandermark, Mats Gustafsson, Wolter Wierbos, Roy Paci)
  • 2018 27 Passports

Weblinks

Commons: The Ex – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Sonic Youth, ICP & The Ex ¦ In The Fishtank: 9
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