Tony Allen & Hugh Masekela ¦ Rejoice

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2LP (Album, Gatefold)

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Veröffentlichung Rejoice:

2020

Hörbeispiel(e) Rejoice:




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Rejoice auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Artist(s)

Veröffentlichungen von Tony Allen (*1940) die im OTRS erhältlich sind/waren:

Rejoice ¦ The Source ¦ There Is No End ¦ The Solution Is Restless

Tony Allen (*1940) auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Tony Allen (Oslo Jazzfestival 2015)
Tony Allen (Festival Eurockéennes 2007)

Tony Oladipo Allen (geb. 12. August 1940 in Lagos; gest. 30. April 2020 in Paris[1]) war ein nigerianischer Schlagzeuger und Songschreiber. Als Schlagzeuger und musikalischer Direktor von Fela Kutis Band Africa ’70 in den Jahren 1968 bis 1979 gilt er als einer der Begründer des Afrobeat. Kuti konstatierte: „Ohne Tony Allen gäbe es den Afrobeat nicht.“ Der Rolling Stone listete Allen 2016 auf Rang 33 der 100 besten Schlagzeuger aller Zeiten.[2]

Frühe Karriere

Im Alter von 18 Jahren begann Allen als Autodidakt Schlagzeug zu spielen, während er als Techniker für einen nigerianischen Radiosender arbeitete. Allen wurde vom Musikgeschmack seines Vaters (Jùjú, traditioneller Yoruba und Musik der Ibo-Zeremonielle), aber auch vom amerikanischen Jazz und von der wachsenden Highlife-Szene in Nigeria und Ghana beeinflusst. Er arbeitete hart daran, einen einzigartigen Klang des Schlagzeugs zu entwickeln, indem er LPs und Zeitungsartikel von Max Roach und Art Blakey studierte, aber auch Material des ghanaischen Schlagzeugers Guy Warren (jetzt Kofi Ghanaba), der einen speziell jammernden Klang entwickelte und dazu das Trommeln ghanaischer Stämme mit Bop kombinierte; Dizzy Gillespie, Charlie Parker, Thelonious Monk und eben Max Roach waren für ihn Ausgangsmaterial.

Allen wurde von ‚Sir‘ Victor Olaiya für dessen Highlife-Band Cool Cats als Claves-Spieler angeheuert. Als der bisherige Schlagzeuger der Band diese verließ, füllte Allen die am Schlagzeug entstandene Lücke. Später spielte Allen bei Agu Norris and the Heatwaves, den Nigerian Messengers und den Melody Makers.

Fela & Africa ’70

Tony Allen beim Würzburger Hafensommer 2010

1964 wurde Allen von Fela Ransome Kuti, der eine Highlife-Jazz-Band gründen wollte, zum Vorspielen eingeladen. Kuti und Allen hatten bereits gemeinsam in der Begleitband des Zirkus von Lagos gespielt. Kuti zeigte sich beeindruckt von Allens Spielweise: „Wie kann es sein, dass du der einzige Kerl in Nigeria bist, der so spielen kann – Jazz und Highlife in einem?“ So trat Allen Kutis Highlife-Jazz-Band Koola Lobitos bei.

1969 entwickelte Fela Kuti mit der gerade in Africa ’70 umbenannten Band nach einer USA-Tournee eine neue Variante afrikanischer Musik, bei der der mitreißende Rhythmus von James Brown mit Jazz, Highlife und dem mehrstimmigen Trommeln der Yoruba-Zeremonien kombiniert wurde. Allen entwickelte für Fela einen neuen, die verschiedenen Genres afrikanischer Rhythmen vereinenden Stil.

Allen erzählte, wie er gemeinsam mit Fela Kuti 1970 Lieder schrieb: „Fela komponierte normalerweise die Parts für alle Musiker der Band (Africa ’70). Ich war der Einzige, der seine Musik beeinflussen konnte. Fela fragte mich immer, welchen Rhythmus-Typ ich spielen wollte… Man muss das mit einem guten Schlagzeuger besprechen, weil wir… waren zu viert… und sie… haben verschiedene Sachen gespielt… nicht nur Versatzstücke von Yoruba… [auch] aus anderen Regionen Nigerias und Afrikas.“ (Graeme Ewens, Africa O-Ye!, 1991)

Allen nahm mit Fela Kuti und Africa ’70 mehr als 30 Alben auf, die wohl zu den besten von Fela Kuti gezählt werden können. In den späten 1970ern gab es mehrere Meinungsverschiedenheiten in den Reihen von Africa ’70; unter anderem waren Lizenzgebühren und andere Zahlungen ein Grund für Streitigkeiten, auf der anderen Seite bekam die Band mehr Aufmerksamkeit als zuvor. Als Erfinder der den Afrobeat untermauernden Rhythmen und musikalischer Direktor von Africa ’70 fühlte sich Allen benachteiligt. Fela Kuti behauptete sich und erklärte, dass Allen die Tantiemen von seinen eigenen Liedern verlangen könne, nicht aber von Liedern, die bei Africa ’70 in gemeinschaftlicher Arbeit entstanden. In der Folge unterstützte Fela Kuti Allen bei drei Soloalben: Jealousy (1975), Progress (1977) und No Accommodation For Lagos (1979). 1979 rang sich Allen mit einigen anderen Bandmitgliedern dazu durch, Africa ’70 zu verlassen. „Was bringt mich zu der Entscheidung, dass es Zeit zum Gehen ist? Es ist… alles… und (seine) Rücksichtslosigkeit… wie es ihm egal ist, wie er es nicht weiß… wie er nicht fühlt, dass er alles (falsch) gemacht hat. Und bei den ganzen Parasiten drumherum war es genauso… es gab bis jetzt 71 Leute auf Tournee und davon haben nur 30 direkt mit der Band gearbeitet… man muss sich fragen warum. Diese Leute beraubten Fela seiner Stärke, seiner Musik.“ Allen machte alleine weiter, nach wie vor auf der Suche nach seinen ganz eigenen Klangwelten.

Vom Afrobeat zum Afrofunk

Allen gründete seine eigene Band, nahm mit ihr 1980 No Discrimination auf und spielte mit ihr in Lagos bis er 1984 nach London auswanderte. Nachdem er anschließend nach Paris gezogen war, spielte Allen mit King Sunny Adé, Ray Lema und Manu Dibango. 1985 nahm er N.E.P.A. auf.

Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Fela Kuti entwickelte Allen einen vielschichtigen Sound, der den Afrobeat zerlegte und mit Electronica, Dub und Hip-Hop kombinierte. Allen bezeichnete diese Verschmelzung der Musikstile als „Afrofunk“.

Sein 13. unabhängig produziertes Album, das am 13. Juni 2006 erschien, war eine Rückkehr zu Allens Wurzeln im Afrobeat nach den avantgardistischen Ausflügen in die Welten der Electronica; es ist eine Liveaufnahme aus Lagos mit der kompletten Afrobeat-Band Lagos No Shaking (Lagos ist in Ordnung).

Brian Eno beschrieb Tony Allen als „den vielleicht größten Schlagzeuger, der je gelebt hat“.

2006 spielte er als Schlagzeuger mit Damon Albarn, Paul Simonon und Simon Tong das Debütalbum The Good, the Bad & the Queen der gleichnamigen Band ein. Zusammen mit Damon Albarn, dem Red-Hot-Chili-Peppers-Bassisten Michael Balzary und diversen Gastmusikern veröffentlichte er 2012 als Rocket Juice & The Moon ein gleichnamiges Album.[3]

Seit 2016 war Allen Mitglied des Moritz von Oswald Trios, dem neben von Oswald und Allen noch Max Loderbauer angehörte.[4] Allen ersetzte damit Vladislav Delay, der zuvor drittes Mitglied der Gruppe war. Im Juni 2016 erschien das Album Sounding Lines auf Honest Jon’s Records.

Im Juli 2018 kündigte Allen eine neue Zusammenarbeit mit dem Detroit-Techno-Pionier Jeff Mills an. Ihre gemeinsame EP Tomorrow Comes the Harvest erschien am 28. September 2018. Der Radiosender ByteFM zeigte sich von der Single The Seed begeistert: „Allens gleichzeitig komplexer wie gefühlvoller Beat wird von Mills mit Jazz-Samples und elektronischen Ornamenten verziert. Es ist eine hypnotische Freude, diesen beiden Meistern beim kollektiven Grooven zuzuhören“.[5] Im März 2020 erschien das Album Rejoice, das 2010 bei einem Zusammentreffen mit dem südafrikanischen Trompeter Hugh Masekela entstand und 2019 mit weiteren Overdubs fertiggestellt wurde; es gelangte im dritten Quartal 2020 auf die Bestenliste vom Preis der deutschen Schallplattenkritik.[6]

Allen starb Ende April 2020 im Alter von 79 Jahren in Paris an einem Aneurysma der Bauchaorta.[1]

Diskografie

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[7]
There Is No End
 CH7416.05.2021(1 Wo.)
JahrTitelKünstlerLabel
1969Koola Lobitos (64-68) / The 69' Los Angeles SessionsFela Ransome KutiBarclay
1970Fela’s London SceneFela Ransome KutiBarclay
1971Live !Fela Ransome KutiBarclay
1971Open & CloseFela Ransome KutiBarclay
1972Roforofo FightFela Ransome KutiBarclay
1972ShakaraFela Ransome KutiBarclay
1973AfrodisiacFela Ransome KutiBarclay
1973GentlemenFela Ransome KutiBarclay
1974ConfusionFela Ransome KutiBarclay
1974He Miss RoadFela Ransome KutiBarclay
1975JealousyTony AllenStrut
1975Alagbon CloseFela Ransome KutiBarclay
1975Everything ScatterFela Ransome KutiBarclay
1975Excuse OFela Ransome KutiBarclay
1975Expensive ShitFela Ransome KutiBarclay
1975Monkey BananaFela Ransome KutiBarclay
1975Noise For Vendor MouthFela Ransome KutiBarclay
1976Ikoyi BlindnessFela Anikulapo KutiBarclay
1976Kalakuta ShowFela Anikulapo KutiBarclay
1976Na PoiFela Anikulapo KutiBarclay
1976Unnecessary BeggingFela Anikulapo KutiBarclay
1976Upside DownFela Anikulapo KutiBarclay
1976Yellow FeverFela Anikulapo KutiBarclay
1977ProgressTony AllenStrut
1977Fear Not For ManFela Anikulapo KutiBarclay
1977J.J.D – Live At Kalakuta RepublikFela Anikulapo KutiBarclay
1977No AgreementFela Anikulapo KutiBarclay
1977Opposite PeopleFela Anikulapo KutiBarclay
1977Sorrow Tears And BloodFela Anikulapo KutiBarclay
1977StalemateFela Anikulapo KutiBarclay
1977ZombieFela Anikulapo KutiBarclay
1979No Accommodation For LagosTony AllenStrut
1979Unknown SoldierFela Anikulapo KutiBarclay
1979V.I.P.Fela Anikulapo KutiBarclay
1980No DiscriminationTony AllenStrut
1980Music of Many ColoursFela Anikulapo Kuti / Roy AyersBarclay
1986I Go Shout PlentyFela Anikulapo KutiAfrodisia
1988Never Expect Power Always (aka N.E.P.A.)Tony Allen with Afrobeat 2000Moving Target
1998AriyaTony AllenComet
1999Black VoicesTony AllenComet
1999Ariya (Remixes)Tony AllenComet
1999The Two Sides Of Fela – Jazz & DanceFela Anikulapo KutiBarclay
1999Racubah! – A Collection of Modern Afro RhythmsVarious ArtistsComet
2000Black Voices Alternate take Featuring Mike 'clip' PayneTony AllenComet
2000Black Voices RemixedTony AllenComet
2000Mountains Will Never SurrenderDoctor LJive
2000The Allenko Brotherhood Ensemble Part 1Various ArtistsComet
2000The Allenko Brotherhood Ensemble Part 2Various ArtistsComet
2000The Allenko Brotherhood Ensemble Part 3Various ArtistsComet
2000Modern Answers To Old ProblemsErnest RanglinTelarc
2000Afrobeat…No Go Die !Various ArtistsShanachie
2001The Allenko Brotherhood EnsembleVarious ArtistsComet
2001The Allenko Brotherhood Ensemble Part 4Various ArtistsComet
2001The Allenko Brotherhood Ensemble Part 5Various ArtistsComet
2001The Allenko Brotherhood Ensemble Part 6Various ArtistsComet
2002HomecookingTony AllenComet
2002Every SeasonTony AllenComet
2002Eager Hands & Restless FeetTony AllenWrasse
2004Awa BandBababatteurEkosound
2004LiveTony AllenComet
2006Lagos No ShakingTony AllenAstralwerks
2006To Give Is To GetSofi Hellborg, Tony Allen and TimbuktuAjabu
2007The Good, The Bad & The QueenThe Good, The Bad & The QueenEMI
2007KilodeTony AllenHonest Jons
2009Secret AgentTony AllenWorld Circuit
2009Inspiration InformationJimi Tenor and Tony AllenStrut
2012Rocket Juice and The MoonRocketjuice And The MoonHonest Jon’s
2014Film Of LifeTony AllenJazz Village
2015Sounding LinesMoritz von Oswald TrioHonest Jon’s
2017The SourceTony AllenBlue Note
2017A Tribute to Art Blakey [EP]Tony AllenBlue Note
2020RejoiceTony Allen & Hugh MasekelaWorld Circuit

Siehe auch

Weblinks

Commons: Tony Allen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Nachruf

Einzelnachweise

  1. a b Daniel Kreps,Elias Leight, Daniel Kreps, Elias Leight: Tony Allen, Pioneering Afrobeat Drummer, Dead at 79. In: Rolling Stone. 30. April 2020, abgerufen am 1. Mai 2020 (amerikanisches Englisch).
  2. 100 Greatest Drummers of All Time. Rolling Stone, 31. März 2016, abgerufen am 6. August 2017 (englisch).
  3. „Funkraketen mit Rucolaantrieb“ im Blog Tonträger der Zeit
  4. Moritz Von Oswald Trio return with new member Tony Allen on Sounding Lines bei factmag.com, abgerufen am 25. Juli 2016
  5. Afrobeat meets Detroit-Techno: Neue EP von Tony Allen und Jeff Mills. Abgerufen am 20. August 2018 (deutsch).
  6. Besprechung (Rejoice)
  7. Chartquellen: Schweiz

Veröffentlichungen von Hugh Masekela die im OTRS erhältlich sind/waren:

Rejoice

Hugh Masekela auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Masekela (2009)

Hugh Ramapolo Masekela (* 4. April 1939 in Witbank; † 23. Januar 2018 in Johannesburg[1]), auch Bra Hugh genannt, war ein südafrikanischer Trompeter, Flügelhornist, Kornettist, Pianist, Sänger und Komponist. Er gilt als einer der wichtigsten Jazz- und Weltmusik-Pioniere aus Südafrika.[2] In vielen seiner Texte aus der Zeit der Apartheid kritisierte er die damaligen harschen Lebensumstände. Er wurde dreimal für einen Grammy nominiert[3] und gewann zahlreiche andere Auszeichnungen.

Leben und Wirkung

Jugend und erste Erfolge in Südafrika

Masekelas Vater Thomas Selema Masekela war Schulleiter,[4] Bergmann,[5] Gesundheitsinspektor und Bildhauer, seine Mutter Pauline Sozialarbeiterin;[6] die Familie lebte im Township KwaGuqa. Hugh Masekela war das erste von vier Kindern.[6] Er sang als Kind und spielte Klavier. Seine Jugend verbrachte er in Alexandra, einem Stadtteil von Johannesburg.[5] Als Vierzehnjähriger wechselte er zur Trompete, nachdem er den Hollywood-Film Young Man with a Horn mit Kirk Douglas in der Rolle von Bix Beiderbecke gesehen hatte. Auf Vermittlung des britischen Geistlichen und Anti-Apartheid-Aktivisten Trevor Huddleston – der auch sein Schulleiter am St Peter’s College war – lernte er ab 1954 das Instrument bei dem Leiter der Johannesburg „Native“ Municipal Brass Band, Uncle Saude, und spielte in der Huddleston Jazz Band Jive und andere Tanzmusik. Aufgrund seines großen Talents erhielt er 1956 eine Trompete Louis Armstrongs. Er arbeitete dann bei Zacks Nkosi, bevor er zum Ensemble des Musicals King Kong gehörte, mit dem er auch in London auftrat. Mit Kippie Moeketsi, Jonas Gwangwa, Dollar Brand, Johnny Gertze und Makaya Ntshoko bildete er 1959 die Jazz Epistles, die erfolgreich einen eigenen südafrikanischen Zugang zum Hard Bop fanden und das erste Modern-Jazz-Album Südafrikas (Verse 1) einspielten. Nach dem Massaker von Sharpeville 1960 verließ er das Land.[7]

Jahrzehnte im Exil

Zunächst lebte Masekela in London, wo er mit Unterstützung von Yehudi Menuhin und Johnny Dankworth an der Guildhall School of Music studierte. Auf Drängen der Sängerin Miriam Makeba, die in den USA ebenfalls im Exil lebte, zog er mit Hilfe von Harry Belafonte nach New York, wo er schon am ersten Abend Dizzy Gillespie und weitere bekannte Jazzmusiker traf[8] und in der Folge an der Manhattan School of Music studierte. 1963 erschien mit Trumpet Africaine sein erstes Soloalbum.[9] In seinem 1965 erschienenen Album grrr mischte Masekela erstmals Elemente der Kwela- und Mbaqanga-Musik mit Jazz und Funk. Von 1964 bis 1966 war er mit Miriam Makeba verheiratet, mit der er auch zusammen auftrat. Nach der Trennung zog er nach Los Angeles.[7] 1967 trat er beim Monterey Pop Festival auf. Er gab zusammen mit den Byrds Konzerte und spielte das Trompetensolo auf deren Titel So You Want to Be a Rock ’n’ Roll Star. 1968 landete er seinen größten Hit mit dem Instrumentalstück Grazing in the Grass (auf dem Album The Promise of a Future). Unter anderem erreichte er in den USA Platz 1 der Billboard Hot 100.[9] Für das Stück wurde Masekela für den Grammy in der Kategorie Best Contemporary Pop Performance – Instrumental nominiert. Sein 1969 erschienenes Album Masekela wurde in den USA kaum im Rundfunk gespielt, da es sich radikal gegen Rassismus und Apartheid wandte.[10] Masekela trat zeitweise unter dem Namen Disco Kid auf und spielte Tanzmusik.[11] 1971 spielte er mit den Jazz Crusaders. Er war es, der der Band die Verkürzung zu The Crusaders empfahl.[11] In Stücken zwischen Fusion-Jazz, Rhythm and Blues, Afrobeat und Mbaqanga bevorzugte Masekela fortan zumeist eine ruhigere Gangart.

Er verließ die USA und lebte anschließend nacheinander in Guinea, Zaire und Nigeria. Dort war er ab 1973 mit Fela Kuti und der Band Hedzoleh Soundz aktiv, mit der er mehrere Alben aufnahm.[5] 1974 initiierte Masekela zusammen mit dem Musikproduzenten Stewart Levine das Musikfestival Zaire 74, das zeitgleich mit dem später verschobenen Boxweltmeisterschaftskampf „Rumble in the Jungle“ stattfinden sollte. 1976 entstand unter dem Eindruck des Aufstands in Soweto das Stück Soweto Blues, das in Ghana aufgenommen wurde. Weihnachten 1980 kehrte er erstmals wieder in seine Heimatregion zurück, als er vor 75.000 Zuschauern zusammen mit Miriam Makeba in Lesotho auftrat. 1981 zog er nach Gaborone in Botswana, wo er eine Musikschule für verschiedene Musikstile betrieb.[8] In dieser Zeit erschien sein Album Techno-Bus mit dem Song Don’t Go Lose It Baby, der Top-Positionen in den US-amerikanischen Dance-Charts erreichte. Nach einem Anschlag der South African Defence Force auf seine Musikschule mit 16 Toten[8] verließ er das Land jedoch wieder.[7] Es folgten seine Produktion des Broadway-Musicals Sarafina!, das auch international erfolgreich war, und 1987 die Teilnahme an Paul SimonsGraceland“-Tournee auf mehreren Kontinenten. Mit seiner Begleitband Kalahari nahm er den Song Bring Him Back Home (Mandela) auf, der die Freilassung Nelson Mandelas aus dem Gefängnis forderte. Das Stück brachte ebenfalls 1987 erneut großen Erfolg, durfte in Südafrika aber nicht gespielt werden. 1988 nahm Masekela am Nelson Mandela 70th Birthday Tribute Concert in London teil. Nachdem Mandela 1990 tatsächlich freigelassen worden war, wurde Bring Him Back Home (Mandela) bei Mandelas anschließender „Welttournee“ als Hymne gespielt.

Rückkehr nach Südafrika

1990 kehrte Masekela im Zuge der Abschaffung der Apartheid nach Südafrika zurück. 1991 ging er unter dem Motto Sekunyalo – This Is It! mit den Bands Sankomota und Bayete erstmals wieder in Südafrika auf Tournee.[7] Außerdem wirkte er als Gastmusiker beim Album Underground des Bläserensembles 29th Street Saxophone Quartet mit.

Hugh Masekela (2007)

2004 erschien Masekelas Autobiografie Still Grazing: The Musical Journey of Hugh Masekela, die er zusammen mit D. Michael Cheers geschrieben hat. Im Juni 2010 spielte er als Opener auf dem Eröffnungskonzert der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Im gleichen Jahr wurde ihm der Order of Ikhamanga in Gold überreicht.[12] Außerdem komponierte er das Musical Songs of Migration.[9] 2011 erhielt er einen Preis für sein Lebenswerk auf der WOMEX World Music Expo in Kopenhagen.[9]

Hugh Masekela (rechts) mit Larry Willis (2016)

Am 13. Februar 2011 trat Masekela als Gastmusiker beim Konzert der irischen Rockband U2 im FNB-Stadion in Johannesburg auf. Zum Lied I Still Haven’t Found What I’m Looking For spielte er begleitend Trompete. Dieser Auftritt erschien auf dem U2-Live-Doppelalbum U22: A 22 Track Live Collection from U2360°.[13] 2012 erschien in Masekelas eigenem Label House of Masekela das 4-Alben-Set Friends, das überwiegend Duette mit dem US-amerikanischen Jazzpianisten Larry Willis enthält, mit dem er in den 1960er Jahren die Manhattan School of Music besucht hatte. Im April 2016 spielte er zum Internationalen Tag des Jazz im Weißen Haus in Washington, D.C.[14] 2017 war er für die Aufführung des Theaterstücks Gone Native – The Life and Times of Regina Brooks verantwortlich, zu dem er auch die Musik schrieb.[15]

Masekela lebte zuletzt abwechselnd in Südafrika und den Vereinigten Staaten.[11] Er war von 1999 bis 2013 in vierter Ehe mit der Ghanaerin Elinam Cofie verheiratet.[8][16] Sein Sohn Selema „Sal“ Masekela (* 1971), dessen Mutter eine Haitianerin ist, arbeitet in den USA als Sportjournalist, Schauspieler und Sänger.[8]

Hugh Masekela starb im Januar 2018 im Alter von 78 Jahren an den Folgen eines Prostatakarzinoms.[17] Er wurde auf dem West Park Cemetery in Johannesburg beerdigt.[18]

Sonstiges

  • Masekela wirkte auf zahlreichen weiteren Aufnahmen anderer Musiker mit, unter anderem auf einem der ersten Alben von Bob Marley.[5]
  • Ab Oktober 2007 hatte er einen Sitz im Vorstand der Woyome Foundation. Er engagierte sich für den Erhalt des „afrikanischen Erbes“.[9] Dazu zählte er auch das Erbe aus der Kolonialzeit.[19]
  • Hugh Masekelas Schwester Barbara Masekela lebte ebenfalls lange im Exil und vertrat dort den African National Congress. Später war sie südafrikanische Botschafterin in Frankreich und den USA.[20]

Auszeichnungen

Diskografie

Alben

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[27]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
US USR&B R&B
1965The Emancipation of Hugh MasekelaR&B24
(9 Wo.)R&B
Uni
1967Hugh Masekela’s LatestUS151
(10 Wo.)US
Uni
1968Is Alive And Well At The WhiskeyUS90
(10 Wo.)US
R&B7
(7 Wo.)R&B
Mercury
The Promise of a FutureUS17
(22 Wo.)US
R&B2
(27 Wo.)R&B
Uni
1969MasekelaUS195
(2 Wo.)US
R&B45
(2 Wo.)R&B
Uni
1974I Am Not AfraidUS149
(4 Wo.)US
R&B35
(12 Wo.)R&B
Blue Thumb
1975The Boys Doin’ ItUS132
(9 Wo.)US
R&B18
(12 Wo.)R&B
Casablanca
1976Colonial ManR&B42
(6 Wo.)R&B
Casablanca
1977Melody MakerR&B55
(1 Wo.)R&B
Casablanca
1978Herb Alpert + Hugh MasekelaUS65
(19 Wo.)US

Weitere Alben

  • Trumpet Africaine (1963)
  • grrr (1965, Mercury)
  • The Lasting Impression of Hugh Masekela (1965, Verve)
  • The Americanization Of Ooga Booga (1965, Verve)
  • Hugh Masekela’s Next Album (1966, MGM)
  • Hugh Masekela (1968, Mercury Wing)
  • Africa ’68 (1968, Uni)
  • Hugh Masekela & the Union of South Africa (mit Jonas Gwangwa und Caiphus Semenya)
  • Home Is Where the Heart Is (1972, Blue Thumb Chisa, auch unter dem Titel African Connection mit Dudu Pukwana, Larry Willis, Eddie Gomez und Makaya Ntshoko)
  • Home Is Where the Music Is (1972, MCA)
  • Introducing Hedzoleh Soundz (1973, Blue Thumb)
  • Still Grazing (Compilation 1966–1974, Blue Thumb)
  • You Told Your Mama Not to Worry (1977, Casablanca)
  • Main Event Live (1979, A&M, mit Herb Alpert)
  • Techno-Bush (1984, Jive)
  • Waiting for the Rain (1985, Jive)
  • Sarafina (1987, Shanachie, mit Mbongeni Ngema)
  • Tomorrow (1987, wea, zusammen mit Kalahari: John B „Longwe“ Selolwane, Mopati „Bully“ Tsienyane, Banjo T Mosele, Michael Timothy, Francis Fuster, Aubrei Oaki, Sonti Mndebele)
  • Uptownship (1989, Novus)
  • Beatin’ Aroun De Bush (1992, Novus)
  • Hope (1993, Triloka, mit Ngenekhaya Mahlanghu, Themba Mkhize, Lawrence Matshiza, Bakithi Kumalo, Damon Duewhite, Remi Kabaka)
  • Black to the Future (1999, Shanachie)
  • Sixty (2000, Shanachie)
  • Time (2002, Sony Jazz)
  • Almost Like Being in Jazz (2005, Chissa)
  • Revival (2005, Heads Up)
  • Live at the Market Theatre (2006, 4Q)
  • Phola (2009, Edel)
  • Jabulani (2010, Gallo)
  • Hugh Masekela and Larry Willis: Friends (2012, House of Masekela)
  • Playing @ Work (2013, House of Masekela)
  • Reconstruction (2015, House of Masekela)
  • No Borders (2016, Universal Music)
  • Live in Lesotho (2019, Matsuli Music, mit Hugh Masekela & Company, Aufnahmen von 1970)
  • Tony Allen & Hugh Masekela: rejoice (2020 World Circuit / BMG; Bestenliste Preis der deutschen Schallplattenkritik)

Singles

JahrTitel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[27][28]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
UK UKUS USR&B R&B
1968Up-Up And AwayUS71
(8 Wo.)US
R&B47
(2 Wo.)R&B
Grazing In The GrassUS1
Gold
Gold

(12 Wo.)US
R&B1
(14 Wo.)R&B
Puffin’ On Down The TrackUS71
(5 Wo.)US
1969RiotUS55
(8 Wo.)US
R&B21
(6 Wo.)R&B
1978SkokianR&B87
(5 Wo.)R&B
mit Herb Alpert
1984Don’t Go Lose It BabyR&B67
(7 Wo.)R&B
1987Bring Him Back HomeUK88
(5 Wo.)UK

Literatur

  • Hugh Masekela, D. Michael Cheers: Still Grazing: The Musical Journey of Hugh Masekela. Crown 2004, ISBN 978-0-609-60957-6.

Weblinks

Commons: Hugh Masekela – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hugh Masekela ist tot. Der Spiegel, 23. Januar 2018, abgerufen am 23. Januar 2018.
  2. Masekela bei ritmoartists.com (Memento vom 14. Februar 2010 im Internet Archive) (englisch), abgerufen am 14. September 2012
  3. Hugh Masekela. In: GRAMMY.com. 14. Mai 2017 (grammy.com [abgerufen am 24. Januar 2018]).
  4. Porträt von Thomas Selema Masekela bei sahistory.org.za (englisch), abgerufen am 23. Juni 2016
  5. a b c d Hugh Masekela Soundtrack. wdr.de, abgerufen am 23. Januar 2018
  6. a b Porträt von Barbara Masekela bei sahistory.org.za (englisch), abgerufen am 23. Juni 2016
  7. a b c d Biografie bei dougpayne.com (englisch), abgerufen am 14. Mai 2016
  8. a b c d e Jeff Kallis: After apartheid, his music brings us together. sfcv.org vom 8. März 2011 (englisch), abgerufen am 15. Mai 2016
  9. a b c d e Biografie auf Masekelas Homepage (Memento vom 1. Februar 2016 im Internet Archive) (englisch)
  10. Chris May: Hugh Masekela: Masekela ’66 – ’76. allaboutjazz.com vom 11. Mai 2019 (englisch), abgerufen am 4. Oktober 2019
  11. a b c Hugh Masekela auf culturebase.net (Memento vom 16. Juni 2010 im Internet Archive)
  12. a b Liste der Ausgezeichneten 2010 bei sabinetlaw.co.za (englisch), abgerufen am 16. Juni 2014
  13. U2 – U22: A 22 Track Live Collection From U2360°. Discogs, abgerufen am 31. Januar 2016.
  14. Obama hosts jazz concert at ‚Blues House‘. nation.co.ke vom 1. Mai 2016 (englisch), abgerufen am 13. Mai 2016
  15. Chrizelda Kekana: Hugh Masekela bounces back from surgery to direct new stage production. dispatchlive.co.za vom 30. Juli 2017 (englisch), abgerufen am 23. Januar 2018
  16. Rebecca Davis: RIP Hugh Masekela, a true South African legend. Daily Maverick vom 23. Januar 2018 (englisch), abgerufen am 23. Januar 2018
  17. Hugh Masekela: Südafrikanische Jazzlegende ist tot. spiegel.de vom 23. Januar 2018, abgerufen am 23. Januar 2018
  18. Jazz legend Hugh Masekela laid to rest. sowetanlive.co.za vom 30. Januar 2018 (englisch), abgerufen am 22. Februar 2018
  19. Bericht über die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Rhodes University 2015 (Memento vom 23. Juni 2016 im Internet Archive) (englisch)
  20. Würdigung aus Anlass der Verleihung des Order of Luthuli in Silver (Memento vom 11. Dezember 2015 im Internet Archive) (englisch), abgerufen am 23. Juni 2016
  21. Liste der Ordensempfänger 1999 (englisch), abgerufen am 25. August 2018
  22. Liste der Preisträger 2002 allaboutjazz.com (englisch), abgerufen am 15. Mai 2016
  23. Kora Awards 2005 winners. francomix.com (englisch), abgerufen am 26. August 2018
  24. Erwähnung bei educationgy.org (englisch), abgerufen am 12. Juni 2016
  25. Hugh Masekela awarded honorary doctorate. musicinafrica.net (englisch), abgerufen am 15. Mai 2016
  26. Hugh Masekela: Be pioneers of African heritage restoration. hughmasekela.co.za (englisch), abgerufen am 5. September 2017
  27. a b Chartquellen: UK US
  28. Auszeichnungen für Musikverkäufe: US

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