Udo Lindenberg & Das Deutsche Filmorchester Babelsberg ¦ Belcanto

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2LP (Album, Gatefold)

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1997

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Artist(s)

Veröffentlichungen von Udo Lindenberg die im OTRS erhältlich sind/waren:

Lindenberg! Mach Dein Ding ¦ Belcanto ¦ 75 Jahre Panik: Alle Polydor Hits Von 1983 Bis 1998 ¦ Udopium – Das Beste

Udo Lindenberg auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Udo Lindenberg, 2014
Lindenberg in Bonn, 2005

Udo Gerhard Lindenberg (* 17. Mai 1946 in Gronau/Westf.) ist ein deutscher Rockmusiker, Schriftsteller und Maler. Nachdem er Ende der 1960er Jahre mit Bands und Musikern wie den City Preachers und Peter Herbolzheimer eine Karriere als Schlagzeuger begonnen hatte, konzentrierte er sich mit Beginn der 1970er Jahre zunehmend auf Gesang und das Schreiben eigener Titel. Als einer der ersten Rockmusiker präsentierte er Texte in deutscher Sprache und verhalf damit der deutschsprachigen Rockmusik zum Durchbruch. Seitdem entwickelte sich Lindenberg kontinuierlich zu einer führenden und prägenden Persönlichkeit in der deutschen Musikszene und seine Tonträger erzielten vielfach Gold-Status. Mit seinem 34. Studioalbum Stark wie Zwei stand er 2008 im Alter von 62 Jahren zum ersten Mal in seiner Karriere auch an der Spitze der deutschen Charts.

In den 1980er Jahren widmete sich Lindenberg neben seinem musikalischen Schaffen zunehmend dem Thema innerdeutsche Beziehungen. Trotz großer Bemühungen blieb es ihm jedoch verwehrt, mit seinem Panikorchester in der DDR aufzutreten – abgesehen von einem überwachten Auftritt, der 1983 vor ausgewähltem FDJ-Publikum im Ostberliner Palast der Republik stattfand. Eine für 1984 bereits geplante Tournee wurde von der Staatsführung der DDR wieder abgesagt. Später kam es zu einem medienwirksamen Austausch von Geschenken, als Lindenberg 1987 Erich Honecker eine Lederjacke überreichte, von diesem im Gegenzug eine Schalmei erhielt und Honecker schließlich anlässlich dessen erstem Besuch in der Bundesrepublik Deutschland mit einer E-Gitarre beschenkte.

Seit den 1990er Jahren tritt Lindenberg auch als Maler in Erscheinung. Einer ersten Ausstellung 1996 folgten zahlreiche weitere, unter anderem 2005 mit dem Titel Keine Panik. Udo Lindenbergs bunte Republik im Haus der Geschichte in Bonn. Seine Werke fanden zunehmend Beachtung und befinden sich unter anderem im deutschen Bundeskanzleramt. Im Jahr 2010 gab das Bundesministerium der Finanzen zwei von ihm gestaltete Sondermarken heraus.

Lindenberg erhielt für sein Gesamtwerk zahlreiche Auszeichnungen. Er lebt seit 1968 überwiegend in Hamburg. Seit Juli 2016 ist er Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Gronau/Westf.[1]

Jugend

Udo Lindenberg wurde als Sohn von Hermine und Gustav Lindenberg, einem Installateur, geboren. Er hat drei Geschwister, den älteren Bruder Erich Lindenberg (1938–2006), der Maler war, sowie die jüngeren Zwillingsschwestern Erika und Inge.

Bereits in seiner Kindheit zeigte sich bei Lindenberg ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl und er nahm jede Gelegenheit zu trommeln wahr. Sein erstes Schlagzeug bestand lediglich aus Benzinfässern. Mit 15 Jahren begann er eine Ausbildung zum Kellner im Düsseldorfer Hotel Breidenbacher Hof und spielte in Altstadtkneipen als Schlagzeuger. In einem Interview schilderte er seinen ursprünglichen Traum, den er später jedoch verwarf, als Kellner auf den Kreuzfahrtschiffen dieser Welt anzuheuern (Zitat: „Mein Traum waren immer die dicken Pötte“).[2]

Es folgten unstete Jahre, die ihn über Norddeutschland und Frankreich nach Libyen führten. Er bekam Kontakte zu Jazzmusikern wie Gunter Hampel. 1963/64 spielte er, erst 17-jährig, mit und anderen Musikern ein Jahr lang nahe Tripolis in Clubs eines US-amerikanischen Luftwaffenstützpunktes, der Wheelus Air Force Base – heute der Mitiga International Airport. Nach seiner Rückkehr begab er sich zunächst in seiner Heimatstadt Gronau in therapeutische Behandlung, um die Erlebnisse in Libyen zu verarbeiten. Anschließend begann er ein Studium an der Westfälischen Schule für Musik in Münster. Dort spielte er mit Steffi Stephan in der Band Die Mustangs (auch: Nico und die Mustangs) und half auch in Stephans Band Birds aus. Nach dem Wehrdienst als Kanonier bei der Raketenartillerie in Wesel[3] ging Lindenberg 1968 nach Hamburg, wo er noch im gleichen Jahr Schlagzeuger der Band Die City Preachers wurde, der ersten Folk-Rock-Band Deutschlands. Mit Jean-Jacques Kravetz und verfolgte er in der Formation Kravetz und Lindenberg erstmals eigene musikalische Ambitionen. Die Plattenaufnahmen dieser Band wurden von Kravetz unter dem schlichten Titel Kravetz veröffentlicht.[4]

Karriere

1970er Jahre

Im Jahr 1969 gründete Lindenberg zusammen mit Peter Herbolzheimer die Band Free Orbit, mit der im Oktober 1970 seine erste Langspielplatte (LP) erschien (Lindenberg: Schlagzeug, Gesang bei sechs der zehn Titel). Außerdem arbeitete er zu dieser Zeit als Studio- und Gastmusiker, zum Beispiel bei Michael Naura und Knut Kiesewetter. Seine Qualitäten als Schlagzeuger ermöglichten Lindenberg 1970 in München eine Zusammenarbeit mit dem Jazz-Saxophonisten Klaus Doldinger. Bei Doldingers Formation Motherhood und auf dem Debütalbum der von Doldinger gegründeten Formation Passport spielte Lindenberg Schlagzeug. Auch bei der von Doldinger komponierten Titelmusik der ARD-Fernsehserie Tatort wirkte Lindenberg als Schlagzeuger mit. Die erste LP der Jazzrockformation Emergency, für die Lindenberg trommelte, war 1971 kein kommerzieller Erfolg. Als Schlagzeuger wirkte er auch an den beiden ersten Platten von Niagara mit.

Die LP Lindenberg (ebenfalls 1971 und noch englisch gesungen, mit Steffi Stephan am Bass) floppte ebenfalls. Im Jahr darauf erschien die erste deutschsprachige LP Daumen im Wind (produziert von Udo Lindenberg und Thomas Kukuck, die auch die nächsten fünf Alben zusammen produzierten), von der gerade mal 7000 Stück verkauft wurden; der Titel Hoch im Norden wurde jedoch als B-Seite der Single Sommerliebe in Norddeutschland ein Hit im Radio und machte Lindenberg überregional bekannt. Nach einer Tournee als Schlagzeuger der Band Atlantis brachte 1973 das nach der Andrea Doria benannte Album Andrea Doria mit den Hits Alles klar auf der Andrea Doria und Cello den kommerziellen Durchbruch; das Album verkaufte sich über 100.000-mal. Lindenberg bekam recht schnell den ersten Millionenvertrag eines deutschsprachigen Rockmusikers. Im Einerlei der deutschen (insbesondere der deutschsprachigen) Musik zu Beginn der 1970er Jahre nahm Lindenberg eine Sonderstellung ein: Zwischen international ausgerichtetem Krautrock und Schlagern fand er eine Nische. Rockmusik auf Deutsch hatten vor ihm zwar auch schon Bands wie Ihre Kinder aus Nürnberg oder Ton Steine Scherben mit ihrem Sänger Rio Reiser produziert, doch die waren zu dieser Zeit vorwiegend politisch und sprachen eher ein Nischenpublikum an.

Lindenberg in der Musikhalle Hamburg, 1974

Lindenbergs schnoddrige Art, alltägliche Geschichten zu erzählen (Bei Onkel Pö …), und sein nuanciertes Sprachgefühl waren dagegen bis dahin ungehört. In der Folge profitierten zahlreiche Musiker von Lindenbergs Pionierarbeit. So bekamen zum Beispiel Stefan Waggershausen und Marius Müller-Westernhagen ihre ersten Plattenverträge. Über die Urheberschaft der Sprüche Lindenbergs gab es später eine außergerichtliche Einigung mit dem langjährigen Saxophonisten Olaf Kübler. Lindenberg ging 1973 erstmals mit seinem „Panikorchester“ auf Tournee. Es folgten zahlreiche weitere Platten und Tourneen. Lindenberg erfand in diesen Jahren viele seiner Kunst- und Kultfiguren wie Rudi Ratlos, Elli Pyrelli und Bodo Ballermann.

Im Jahr 1975 erschien Lindenbergs erstes Buch Albert Alptraum bis Votan Wahnwitz. Auf dem Album Ball Pompös gelang es ihm, in seinen Liedtexten mit Wortwitz zeitgeistige Gesellschaftserscheinungen pointiert auf den Punkt zu bringen. Ein Beispiel hierfür ist das Lied Leider nur ein Vakuum, das bestimmte Verhaltensweisen der Jugendkultur satirisch beleuchtet. Riskante Spiele thematisiert Alkoholismus sowie Medikamenten- und Drogenmissbrauch, ohne dabei moralisch den Zeigefinger zu erheben. Auch im Nachfolgealbum Votan Wahnwitz wechseln die Liedtexte zwischen Ernst und Witz und werden durch einfallsreiche musikalische Strukturen überhöht. Beispiele hierfür sind die Lieder Der Malocher und Elli Pyrelli.

Das Jahr 1976 wurde für Udo Lindenberg zu einem seiner produktivsten. Neben der LP Galaxo Gang erschien unter dem Pseudonym „Das Waldemar Wunderbar Syndicat“ I make you feel good, eine erste Best of Panik Udo und die erste in einer Reihe von fremdsprachigen Veröffentlichungen: No Panic, auf der Lindenberg seine Lieder auf Englisch intoniert. Im gleichen Jahr (und auf einer weiteren LP: Sister King Kong) artikulierte Lindenberg in dem Lied Rock ’n’ Roll Arena in Jena zum ersten Mal die Forderung nach einer „Panik-Tournee“ durch die DDR. 1976 „entdeckte“ Lindenberg auch Ulla Meinecke und produzierte ihre ersten beiden Alben. Sie war als Gast und Songschreiberin auf der 1977er LP Panische Nächte und der 1978 erschienenen Dröhnland Symphonie zu hören. Auf Lindenbergs Rock Revue (1978) coverte er zusammen mit Horst Königstein Klassiker des Rock’n’Roll (von Little Richard über die Beatles bis zu den Rolling Stones) mit deutschen Texten und ging danach auf Tournee.

Die folgende „Dröhnland-Symphonie“-Tour wurde von Peter Zadek als Show mit großer Bühne, Multimedia und einer Vielzahl an kostümierten Statisten inszeniert. Als Ergebnis entstand Lindenbergs erstes Livealbum Livehaftig. Darauf befindet sich eine Coverversion des Songs We Gotta Get Out of This Place von Eric Burdon, mit dem Lindenberg 1979 durch Deutschland tourte. Im selben Jahr erschien mit Der Detektiv die zweite Rock-Revue, auf der weitere deutsche Coverversionen internationaler Hits wie Candle in the Wind von Elton John, Born to Be Wild von Steppenwolf, My Little Town und As Time Goes By (aus dem Film Casablanca) zu finden sind.

Udo Lindenberg bewohnte in Hamburg-Winterhude die „Villa Kunterbunt“ im Rondeel 29, in der er zeitweise auch mit Otto Waalkes und Marius Müller-Westernhagen in einer WG lebte.[5][6][7] Lindenbergs Alliterationen inspirierten Waalkes zu Figuren wie Harry Hirsch, Susi Sorglos und anderen.[8]

1980er Jahre

Lindenberg, 1987

1980 produzierte Lindenberg den Film Panische Zeiten, in dem er neben Karl Dall, Hark Bohm und Eddie Constantine als Schauspieler in einer Doppelrolle (als Detektiv Coolman und er selbst) zu sehen war. Die gleichnamige Platte erschien im selben Jahr und auf der Tour gastierte Helen Schneider. 1981 erschien neben der Single Wozu sind Kriege da?, einem Duett mit Pascal Kravetz, dem 10-jährigen Sohn des Panikorchester-Pianisten, ein weiteres Buch Rock und Rebellion – ein panisches Panorama. Die LP Udopia wurde aufwendig und vielseitig zwischen hartem Rock und Chanson in Nassau und New York produziert.

Nach der ausgedehnten Tour mit Inga Rumpfs Reality erschien Anfang 1982 das Doppel-Livealbum Intensivstationen mit Mitschnitten der 1980er und 1981er Touren. Das letzte Album 1982 für seine langjährige Plattenfirma Teldec ist gleichzeitig das ungewöhnlichste. Keule wird auch als Lindenbergs Punkalbum betitelt. Neben minimalistischen Arrangements (Körper), brachialem Rock (Gesetz) und Texten voll beißender Gesellschaftskritik fällt vor allem das Cover mit Lindenberg als haarigem Neandertaler aus dem Rahmen. An den Aufnahmen für das Album waren auch die US-amerikanischen Musiker George Lynch (Gitarre), Juan Croucier (Bass) und Mick Brown (Schlagzeug), alle drei seinerzeit Mitglieder der Band Dokken, beteiligt.[9] 1983 übernahm Lindenberg neben Renan Demirkan und unter der Regie von Adolf Winkelmann eine Rolle im Film Super.

1983 wurde das Lied Sonderzug nach Pankow aus der LP Odyssee, eine Adaption von Harry Warrens Chattanooga Choo Choo, sein bis dahin größter kommerzieller Erfolg und löste eine Diskussion in der Regierung der DDR aus, da Lindenberg deutlich den Wunsch äußerte, in der DDR auftreten zu dürfen („All die ganzen Schlageraffen dürfen da singen…“). Bereits 1979 hatte Udo Lindenberg in einem Radiointerview des SFB seinen Wunsch zu einem Auftritt in der DDR vorgetragen, der aber vom Chefideologen Kurt Hager des SED-Politbüros intern strikt abgelehnt wurde. In den folgenden vier Jahren hatte sich das Meinungsbild aber derart verschoben, dass Kurt Hager umgestimmt wurde.

Am 25. Oktober 1983 durfte Udo Lindenberg schließlich doch im Palast der Republik in Ost-Berlin auftreten. Sein 15-minütiger Auftritt dort wurde vom DDR-Geheimdienst, dem Ministerium für Staatssicherheit, umfangreich überwacht.[10] Zum 30-jährigen Jubiläum dieses Ereignisses veröffentlichte die Stasi-Unterlagen-Behörde im Oktober 2013 eine 108-seitige Dokumentation.[11] Reinhold Beckmann, der das Ereignis als Tonassistent eines Kamerateams erlebte, produzierte mit Falko Korth den einstündigen Dokumentarfilm Die Akte Udo Lindenberg, der 2015 ausgestrahlt wurde.[12]

„Göt­ter­häm­me­rung“-Tour, 14. März 1984, , Kaunitz

Danach feierte Lindenberg im Westen sein zehntes Bühnenjubiläum in der ausverkauften Berliner Waldbühne. Die Tournee 1984 durch die DDR wurde trotz bereits geschriebener Hymne Hallo DDR! auf der 1984er LP Götterhämmerung von der dortigen Regierung abgesagt.[13] Ähnlich erging es im gleichen Jahr der Gruppe BAP.

Götterhämmerung überraschte ebenso wie der Vorgänger Odyssee durch neue Sounds. Disko-Funk (Commander Superfinger) verbindet sich dort mit schnoddrigen Texten mit hohem Aktualitätsbezug. Sie brauchen keinen Führer bezieht deutlich Stellung zum Thema Neonazis. 1985 konnte Lindenberg nach ausgedehnter Sündenknall-Tournee (LP im Frühjahr mit einer Coverversion von Ich brech’ die Herzen der stolzesten Frau’n) in Moskau auftreten. Bei diesem Konzert sang er das Stück Wozu sind Kriege da im Duett mit der bekannten russischen Sängerin Alla Pugatschowa. Sie änderte in ihrer Strophe die Textzeile „Und ich fürchte mich in diesem Atomraketenwald“ ab in „Ich fürchte mich in diesem Wald aus westlichen Raketen“ (Ja bojus w lesu is sapadnych raket), so zu hören auf der LP Radio Eriwahn, deren A-Seite neue Studiotracks (Moskau) und die B-Seite Livemitschnitte aus den Moskauer Konzerten enthält.

1986 starb Gabi Blitz, die Wegbegleiterin und Privatsekretärin Lindenbergs und des Panikorchesters an einer Überdosis Drogen. Lindenberg widmete ihr die Ballade Horizont („Ein Paar wie Blitz und Donner…“) und landete damit einen weiteren großen Hit.[14]

Das dazugehörige Album Phönix ist weitgehend elektronisch dominiert und enthält (unter der Regie von Horst Königstein) vor allem Vertonungen von Texten von Bertolt Brecht und Lieder von Friedrich Hollaender in modernen Versionen. Die Nachfolge von Gabi Blitz übernahm 1987 Tom DeLuxe als Lindenbergs Tourneesekretär. Später folgte Udos Freund aus Gronau Herm Eiling. Zur Zeit der Wende und danach war Erwin Hilbert Lindenbergs Privatsekretär und Berater. Später übernahm Arno Köster die Aufgaben eines Sekretärs.

1987 schenkte Lindenberg Erich Honecker anlässlich dessen erstem Besuch in der Bundesrepublik Deutschland in Wuppertal neben einer zuvor bereits postalisch übersandten Lederjacke eine E-Gitarre mit der Aufschrift „Gitarren statt Knarren“ und erhielt im Gegenzug eine Schalmei.[15] Diese kam auf der Hymne auf den „Generalsekretär“ vom Album Feuerland zum Einsatz. Die E-Gitarre ist in einer retrospektiven Udo Lindenberg-Wanderausstellung zu sehen, die beispielsweise 2012 im Jagdschloss Augustusburg bei Chemnitz und 2015 im Porsche-Museum in Stuttgart gastierte. Die Lederjacke wurde für 7500 DDR-Mark an den ‚VEB Jugendmode‘ in Rostock versteigert und befindet sich im Kulturhistorischen Museum Rostock.[16] Für seine erste Tournee durch die DDR musste Lindenberg dennoch bis nach dem Mauerfall warten. Im Juni 1988 trat er zusammen mit zahlreichen Musikern, zum Beispiel Michael Jackson, Pink Floyd und Nina Hagen, beim Rockkonzert vor dem Reichstag in West-Berlin auf. 1988 erschien in der Sowjetunion das Album Песни вместо писем/Songs Instead of Letters, das auf der einen LP-Seite vier Lieder der Künstlerin Alla Pugatschowa und auf der anderen Seite fünf Lieder von Lindenberg enthält.

1988 widmete Lindenberg seiner Mutter Hermine die gleichnamige Platte, auf der er als Chansonnier Lieder aus der Zeit von 1929 bis 1988 intonierte. Auf dieser Platte findet sich auch die letzte Tonaufnahme von Marlene Dietrich; aufgenommen 1987 in ihrer Pariser Wohnung, die sie seit Jahren nicht mehr verlassen hatte, wurden die Bänder zu Lindenberg gebracht, der in einem nahen Café wartete. Auf Hermine finden sich neben Eigenkompositionen wiederum Lieder von Friedrich Hollaender, Theo Mackeben und Texte von Erich Kästner. Lindenberg setzte diese Tradition später mit der LP Gustav (seinem Vater gewidmet), dem Belcanto-Album und seiner Atlantic-Affairs-Revue fort. Auf der folgenden Feuerland-Revue 1988 prallten die Chansons und der harte Rock des Panikorchesters aufeinander. Danach ging man erst einmal getrennte Wege.

Das folgende Album CasaNova wurde komplett in London eingespielt und verzichtete größtenteils auf Rock zugunsten von Balladen und Schlüpfrigem (Klavierlehrerin, Dirty Old Man). Die englischsprachige Version wurde 2018 in dem Boxset Das Vermächtnis der Nachtigall 1983–1998 veröffentlicht. 1989 stellte Lindenberg mit El Panico seine erste Autobiografie vor. und Lukas Hilbert aus Tostedt, als Gäste bereits 1988 mit auf Tour, traten dem Panikorchester bei. Die Brüder übernahmen, unter dem Management ihres Vaters Erwin Hilbert, mit Trommler Jean Autret, Karl Allaut und Hendrik Schaper für mehrere Jahre die musikalische Begleitung Lindenbergs. Sie (ko-)produzierten zum Beispiel das Album Bunte Republik Deutschland, das pünktlich zum Mauerfall und nach einem überstandenen Herzinfarkt im November 1989 erschien.

1990er Jahre

Sonderzug nach Pankow

Im Januar 1990 konnte Lindenberg mit dem neuen Panikorchester im Zuge der Wende erstmals auf Tournee durch die DDR gehen. Als Ergebnis wurde Live in Leipzig auf LP und Video gebannt. Für das Album Ich will dich haben (1991) (mit Kompositionen von Annette Humpe und Inga Humpe) erhielt Lindenberg abermals eine goldene Schallplatte. Lukas Hilbert wurde eine Zeit lang sein „musikalischer Direktor“. Dessen Vater Erwin Hilbert wirkte bei insgesamt zehn Lindenberg-Alben als Textberater und Studiosekretär mit. Lindenberg produzierte Lukas Hilberts erstes Soloalbum. In rascher Abfolge erschien weiter Album auf Album. Der große Erfolg blieb jedoch aus. Erste Videos liefen auf VIVA, so zum Beispiel:

  • Und ewig rauscht die Linde (1996), das rau und rockig und – im Gegensatz zu den Vorgängeralben – „dancefloorfrei“ produziert wurde von Franz Plasa (Echt/Selig) und die Wiedervereinigung des „alten“ Panikorchesters auf der folgenden Tour mit sich brachte.
  • Belcanto, auf dem Lindenberg alte Hits und neue Lieder und das Deutsche Filmorchester Babelsberg im Chanson-Stil der 1920er und 1930er Jahre zueinander bringt.
  • You can’t run away, einer neuen Version des Lindenberg-Songs No Future, zusammen mit Freundeskreis und produziert von 3P

Am 25. Januar 1992 fertigte er im Rahmen des Rockmarathons zur Rettung von Jugendradio DT64 einen Sonderzug nach Pankow, der von Fans aus Sachsen zur Fahrt von Leipzig nach Berlin gemietet war, ab.

Udos Likörelle

Neben seinen musikalischen Tätigkeiten trat Lindenberg auch zunehmend als Maler in Erscheinung. 1996 hatte er seine erste Ausstellung, viele weitere folgten. Im Dezember 2002 stellte er, inspiriert und koordiniert von Erwin Hilbert[17], seinen Bilderzyklus Die 10 Gebote in der Hamburger St.-Jacobi-Kirche aus. Nach der am 29. April 2005 eröffneten Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn folgten in Zusammenarbeit mit den Galerien Walentowski Ausstellungen seiner Werke in Werl (Eröffnung 6. November 2005) und Dresden (18. Februar 2006). Als Vernissage der Walentowski-Galerie Udo Lindenberg & more in der neuen Europa Passage, Hamburg, begann diese mit einer Udo-Lindenberg-Ausstellung. Zudem erschienen Bildbände über Lindenbergs Werke. Arbeiten des „Strichers aus St. Pauli“, wie er sich ab und zu selbst bezeichnet, befinden sich im Kanzleramt und im Haus der Geschichte. Seine Likörelle – Malereien, eingefärbt mit alkoholischen Getränken – sind ebenso skurril wie der Ejakulator, wo mithilfe eines Schlagzeugs die Leinwand vollgespritzt wird.

2000er Jahre

Lindenberg mit Filmfestivalleiter Dieter Kosslick auf der Berlinale 2011

Musikalisch machte Lindenberg 2002 mit seiner Revue Atlantic Affairs wieder auf sich aufmerksam. Er interpretierte Lieder von deutschen Exilanten aus den 1920er, 1930er und 1940er Jahren. Auf dem Album gastierte neben Yvonne Catterfeld[18] und den Prinzen auch Helge Schneider mit einem Saxofonsolo. Der dazugehörige Film (mit Horst Buchholz) lief in der ARD und die Show (mit Otto Sander und Ben Becker) führte die Band auch für zwei Konzerte nach China. Das Album Panikpräsident aus dem Jahr 2003 enthielt Neuaufnahmen alter Songs, eingespielt vom Panikorchester in aktueller Besetzung, darunter Duette mit Peter Maffay und Nena (auf Horizont). 2004 ging Udo Lindenberg aus Anlass seines 30. Bühnenjubiläums mit dem Motto „Aufmarsch der Giganten“ auf Tournee. Gäste waren Nina Hagen, Peter Maffay und erneut Eric Burdon. Die Konzerte folgten chronologisch seinem musikalischen Werdegang; eine DVD davon wurde veröffentlicht. 2004 erschien auch die Autobiografie Udo Lindenberg Panikpräsident, die enthüllt, warum Lindenberg seit Anfang der 1980er Jahre seinen Hut als Markenzeichen trägt und kultiviert – eine verärgerte Geliebte hatte ihm in Brasilien mit dem Messer eine Narbe zugefügt[19] –, und dass Nena eine seiner zahlreichen Lieben war.[20] Die Autobiografie erschien zudem als von Ben Becker gesprochenes Hörbuch. RTL widmete Lindenberg in der Porträtreihe Absolut eine eigene Show, in der er unter anderem mit Yvonne Catterfeld auf der Bühne stand.

Zum 60. Geburtstag im Jahr 2006 und nach dem Erscheinen weiterer Best-Of-Produktionen (Damenwahl mit einer Auswahl zum Teil unveröffentlichter Duette mit Kolleginnen) erhielt er Ende des Jahres die 1 Live Krone für sein Lebenswerk. Lindenberg trat dabei zusammen mit Silbermond, Max Herre und Jan Delay auf. Letzteren unterstützte Lindenberg auf seinem Album Mercedes Dance im Lied Im Arsch; im dazugehörigen Video mimte Lindenberg den „Paten“.

2006 wurde Lindenberg damit beauftragt, die Künstler-Ausgabe der Jubiläums-Edition Meyers Großes Taschenlexikon zu gestalten und den Einband aller 24 Bände – zuzüglich einem Band mit der Lexikon-DVD – zu illustrieren. Jeder einzelne Band zeigt ein anderes Motiv auf dem Buchumschlag und als Besonderheit ergeben alle 25 Buchrücken zusammen in geordneter Reihenfolge das Gesamtkunstwerk „Die Menschenfamilie“. Udo Lindenberg über diese Arbeit: „Die Menschenfamilie ist ein Panoptikum bunter und skurriler Zeitgenossen. Farbenfroh, detailreich und voller neuer Perspektiven.“[21][22] Im März 2011 folgte eine zweite, ausstattungsgleiche Auflage dieser Künstleredition mit 999 Exemplaren – diesmal veröffentlicht als Brockhaus Taschenlexikon.[23]

2007 spielte Lindenberg in dem Musikvideo Vom selben Stern von Ich + Ich mit.

Das Album Stark wie Zwei erschien am 28. März 2008 bei Warner Music/Starwatch Music. Es war das erste reguläre Studioalbum von Lindenberg seit dem Jahr 2000. Als erste Single-Auskopplung wurde der Titel Wenn Du durchhängst am 22. März vorab veröffentlicht. Auf dem Album arbeitete Lindenberg unter anderem mit den Künstlern Annette Humpe, Jan Delay, Silbermond, Till Brönner und Helge Schneider zusammen. Produzent war . Das Album, das von den Fans wie von der Kritik sehr gut aufgenommen wurde, stieg direkt nach Erscheinen auf Platz 1 der Media-Control-Charts ein und war damit Lindenbergs erstes Album, das diese Position erreichte. Auch er selbst zeigte sich in Interviews immer wieder überrascht über dieses herausragende Echo.[24] Insgesamt erreichte das Album Doppelplatin; bisher wurden rund 630.000 Alben verkauft.

Seit 2009 vermarktet die Schwarzwälder Brennerei Weisenbach in Abstimmung mit Udo Lindenberg verschiedene Edelliköre als Leckerelle in einer schlanken, schwarzen Flasche mit Likörellen als Etiketten und einem schwarzen Hut als Verschlussaufsatz.[25] Vom Verkaufserlös gehen 1,50 Euro je Flasche an die Udo-Lindenberg-Stiftung.

2010er Jahre

Am 1. Juli 2010 gab das Bundesministerium der Finanzen zwei von Udo Lindenberg gestaltete Sondermarken heraus: die im Rahmen der Serie Aktuelles erscheinenden Motive zu 45 und 55 Eurocent Andrea Doria und Sonderzug nach Pankow. Auf beiden Marken hat Lindenberg auch sich selbst karikaturistisch dargestellt. Das Honorar für die Gestaltung spendete Lindenberg für die Udo-Lindenberg-Stiftung.[26] Angelehnt an die Gestaltung der Sondermarken vermarktete die Deutsche Post als sogenannte Premium Kartonage zwei Packsets der Größen S (Sonderzug nach Pankow) und M (Andrea Doria), die Lindenbergs Lebensgefährtin Tine Acke grafisch mitgestaltete.[27]

Am 13. Januar 2011 hatte das Musical Hinterm Horizont mit Liedern Lindenbergs in Berlin im Theater am Potsdamer Platz Premiere.[28] Der Handlung liegt die Liebesgeschichte zwischen ihm und dem besungenen „Mädchen aus Ostberlin“ zugrunde.

Am 3. Juni 2011 absolvierte Udo Lindenberg im Hamburger Kampnagel ein über dreistündiges MTV-unplugged-Konzert. Das entsprechende Album MTV Unplugged – Live aus dem Hotel Atlantic wurde bereits nach drei Monaten mit fünffach Gold ausgezeichnet für 500.000 verkaufte Einheiten, später mit dreifach Platin für 600.000 verkaufte CDs.[29] Mittlerweile wurde es über eine Million Mal verkauft.[30]

In der Wetten, dass..?-Sendung vom 5. November 2011 sang er zusammen mit Clueso und Gästen eine umgeschriebene Version des Songs Mein Ding zu Ehren von Thomas Gottschalk.[31] Auf Jagdschloss Augustusburg bei Chemnitz war vom 18. August bis 11. November 2012 die von Lindenbergs Freund und Kurator Manfred Besser gestaltete Ausstellung „Udo. Die Ausstellung“ zu sehen. Sie war dem Gesamtwerk des Musikers und Künstlers Udo Lindenberg gewidmet und zeigte in vierzehn Räumen mehr als 500 Exponate von Lindenberg. Zuvor war die Ausstellung auf Schloss Neuhardenberg und im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg zu Gast.

Kreuzfahrt (2014)

Nach 2010 veranstaltete die Reederei TUI Cruises 2014 mit Udo Lindenberg ein drittes Mal eine Rockliner betitelte Kurzkreuzfahrt, auf der er mit Gästen auftrat.[32] Im Juni 2014 gab Lindenberg in Düsseldorf und in Leipzig jeweils zwei ausverkaufte Stadion-Konzerte mit 45.000 Besuchern pro Konzert.[33][34] Am 25. März 2015, 32 Jahren nach Veröffentlichung von Sonderzug nach Pankow, einem Titel mit der Melodie des Chattanooga Choo Choo, fuhr Lindenberg tatsächlich im U-Bahn-Zug der BVG aus West-Berlin in den Osten der Stadt nach Pankow.[35]

Im Rahmen der Panikparty 2015 trat Lindenberg 2015 in der Hannoveraner HDI-Arena, im Berliner Olympiastadion und in der Frankfurter Commerzbank-Arena auf.[36] Vom 1. Februar bis zum 12. April 2015 fand im Porsche-Museum die Sonderausstellung Porsche. Panik. Power statt, bei der Exponate aus der Privatsammlung Lindenbergs ausgestellt wurden. Zur Eröffnung dieser ihm gewidmeten Ausstellung gab er ein Konzert.[37]

Gleichzeitig mit Ankündigung seines neuen Studioalbums erschien Ende Februar 2016 die Singleauskopplung Durch die schweren Zeiten als MP3-Download. Am 29. April wurde das Album Stärker als die Zeit veröffentlicht, das wie das Vorgängeralbum die Spitzenposition der deutschen Charts erreichte. Auf der anschließenden Livetour 2016 trat Lindenberg u. a. in den großen Stadien und Hallen von Leipzig, Hamburg, Hannover, München und Frankfurt am Main auf.[38]

Zum 70-jährigen Jubiläum der überregionalen Tageszeitung Die Welt erschien am 2. April 2016 eine von Lindenberg illustrierte Sonderausgabe.

Anfang Juli 2018 gab Lindenberg in Hamburg auf Kampnagel (K6) drei Unplugged-Konzerte, die am 14. Dezember 2018 unter dem Titel veröffentlicht wurden. Begleitet wurde Lindenberg vor der Kulisse zweier großer Segelschiffe von einer siebenköpfigen MTV Unplugged-Band, den „Pustefix-Bläsern“, dem „Panik-Chor“, Mitgliedern des NDR Elbphilharmonie-Orchesters und Gästen wie Jan Delay (Hoch im Norden), Andreas Bourani (Radio Song), Gentleman (Kleiner Junge), Alice Cooper (No More Mr. Nice Guy (So’n Ruf musste dir verdienen)), Marteria (Bananenrepublik 2018), Maria Furtwängler (Bist Du vom KGB 2018), The Last Bandoleros (Cowboy Rocker) und Angus & Julia Stone (Durch die schweren Zeiten (I’ll Carry You)). Das Panikorchester war an drei Liedern beteiligt.[39]

Am 19. März 2018 eröffnete Udo Lindenberg die Dauerausstellung Panik City am Spielbudenplatz nahe der Reeperbahn. Präsentiert wird in den Ausstellungsräumen die sogenannte „Udo Lindenberg Experience“, eine interaktive Ausstellung über Lindenbergs Leben. Neben Videos und Ausstellungsstücken kann der Besucher in einem nachgestellten Tonstudio selbst Mein Ding aufnehmen und mit Tablets Likörelle malen.[40]

Das Museum der bildenden Künste in Leipzig zeigte vom 6. September bis 1. Dezember 2019 die Ausstellung Zwischentöne/Nuances von Udo Lindenberg.[41]

2020er Jahre

Mitte Januar 2020 wurde die Filmbiographie Lindenberg! Mach dein Ding veröffentlicht, in der der Beginn der Karriere Lindenbergs im Fokus steht. Die Regie übernahm Hermine Huntgeburth, die Hauptrolle spielt Jan Bülow, als Mutter ist Julia Jentsch zu sehen.

Liedtexte

Lindenbergs Texte umfassen ein breites Spektrum. Die Lieder handeln sowohl von gesellschaftlichen als auch privaten und zwischenmenschlichen Themen. Dabei bedient er sich einer metaphernreichen Sprache und versteht es, Geschichten mit treffenden Worten zu erzählen. Der Autor Benjamin von Stuckrad-Barre bezeichnete Lindenberg als „größten deutschen Nachkriegslyriker“ und initiierte eine Schallplatte, auf der Prominente wie Bryan Adams und Elke Heidenreich Lindenberg-Texte vorlesen (Poesiealbum, 2004).

Wolfgang Müller von der Die Tödliche Doris sagte: „Lindenbergs erste beiden Platten gehören zum Besten, das je in der deutschen Sprache getextet wurde.“[42] Rio Reiser äußerte sich hingegen wie folgt: „Was ich von Anfang an nie mochte, war diese sogenannte Szenensprache, die teilweise sowas von blöde ist, die auch kein Mensch spricht – Gott sei Dank. Das soll irgendwie proletarisch sein, so locker – mein Gott, strengt der Mensch sich an, locker zu sein.“[43]

Lindenberg setzte sich seit Ende der 1960er Jahre mit den politischen Themen seiner Zeit auseinander. Viele seiner Lieder, wie Wozu sind Kriege da, sind Ausdruck seiner pazifistischen Weltsicht. Er bezog zu Beginn der 1980er Jahre Stellung gegen die Stationierung von Pershing-II-Mittelstreckenatomraketen in der Bundesrepublik sowie SS-20-Raketen in der DDR und äußerte sich sowohl bei dem Konzert Rock für den Frieden in der DDR als auch bei Auftritten auf Friedensdemonstrationen in West-Deutschland.

Er kritisierte die Umweltzerstörung im Stück Grande Finale sowie soziale Missstände und wirtschaftliches Ungleichgewicht zwischen Nord und Süd in dem Lied Kleiner Junge. In den Liedern Lady Whisky und Mit dem Sakko nach Monaco („Ich fiel direkt vom Himmel auf ein Doppelkornfeld“, als Metapher für seine Geburt) beschrieb er seine eigenen Alkoholprobleme. Gleichzeitig wies Udo Lindenberg auch auf die belebende Wirkung von legalen und illegalen Rauschmitteln hin. So heißt es beispielsweise in dem Song Nasses Gold aus dem Jahr 2008: „So manche hohe Wissenschaft, Symphonien und höhere Sphären/ Wären nicht entstanden, wenn die Kollegen immer nur nüchtern geblieben wären.“[44] Liebe und Beziehung sind weitere Themen, die in seinen Texten viel Raum einnahmen, wie in Sie liebten sich gigantisch und Cello. Gleichzeitig übte der Sänger Kritik am digitalen Zeitalter, in dem jedes menschliche Gefühl von rationalen Profitgedanken geprägt sei, wie in dem Lied Der Deal, das er zusammen mit Stefanie Kloß, der Sängerin von Silbermond, aufgenommen hat.[44]

Begleitmusiker

Das Panikorchester ist die Band von Udo Lindenberg und damit der „harte Kern“ neben vielen anderen Künstlern, die zeitweise an den Auftritten und Produktionen beteiligt waren und sind. Als Gründungstag wird der 13. August 1973 angegeben[45], als in Emsdetten das erste Konzert mit der Band stattfand. Nach anderer Darstellung fand das erste Konzert der Band im Kolping-Haus in Telgte statt.[45] Seitdem hat das Panikorchester allerdings immer wieder personelle Veränderungen erlebt. Von den ursprünglichen Gründungsmitgliedern (Steffi Stephan – Bass, Gottfried Böttger – Klavier, Peter „Backi“ Backhausen – Schlagzeug, Karl Allaut – Gitarre, – Saxophon) ist heute nur noch Steffi Stephan dabei. Bereits in den ersten anderthalb Jahren stiegen erst Hodosi und wenig später Backhausen und Allaut aus.

Als Nachfolger kamen Olaf Kübler sowie die beiden Gitarristen und Thomas Kretschmer, die schon vor 1973 als Studiomusiker an Lindenbergs Platten beteiligt gewesen waren. Nach weiteren Um- und Neubesetzungen (u. a. Keith Forsey – Schlagzeug, – Gitarre) stießen 1976 Jean-Jacques Kravetz (Klavier, seit 1973 mit im Studio) und Bertram Engel (Schlagzeug) dazu, die noch heute mit Lindenberg aktiv sind. Im gleichen Jahr kam auch Gitarrist Paul Vincent (bis 1979 – komponierte die Titelmelodie zu Auf Achse) dazu und Gottfried Böttger verließ endgültig die Band. In den 1980er Jahren entwickelte sich das Panikorchester mit dem Eintritt von Hannes Bauer (Gitarre, dabei seit der „Heizer“-Tour 1980), Hendrik Schaper (Keyboards, dabei seit der „Odyssee“-Tour 1983) und Carl Carlton (Gitarre, seit 1986) schließlich zu der heute noch (bzw. wieder) bestehenden Besetzung.

Die Studio-LPs aus der Zeit haben zwar meistens das Panikorchester im Untertitel, eingespielt wurden die Alben jedoch zum großen Teil von einer ganzen Reihe (wechselnder) Studiomusiker. Spätestens seit Odyssee (1983) begann Lindenberg mit verschiedenen Sounds zu experimentieren. Die LPs wurden poppiger und elektroniklastiger. Drumcomputer und Synthesizer ersetzten herkömmliche Instrumente. Live rockte dann allerdings auf den opulenten Tourneen, darunter auch in der UdSSR, das von Lindenberg so titulierte „Orchester Gnadenlos“ – Ausnahme: beim Anti-WAAhnsinns-Festival 1986 musste BAP als Panikorchester herhalten. Zum Bruch kam es nach der 1988er Feuerland-Revue. Das Album Radio Eriwahn war das letzte Album in den 1980er Jahren, auf dem das Panikorchester namentlich erwähnt wurde.

Lindenberg widmete sich (zusammen mit den Produzenten Horst Königstein und Hans Peter und Ernst Ströer) Pfaden abseits des Rock’n’Roll (zu hören auf Hermine, Phönix und CasaNova). Gründungsmitglied Steffi Stephan stieg vorläufig aus, um sich seinem Jovel-Club in Münster zu widmen. Engel, Carlton und Kravetz spielten in der Band von Peter Maffay. Die beiden erstgenannten waren außerdem noch mit Wolfgang Niedecken (als Leopardenfell-Band) und bei Stephan RemmlersVamos“-Tour und mit ihrer eigenen Band aktiv. 1988 traten bei der „Feuerland-Revue“ die damals 12 und 14 Jahre alten „Paniksöhne“ Kieran und Lukas Hilbert, Bekannte und Mitmusiker von Pascal Kravetz, als Gäste auf. Um die „Paniksöhne“ an Gitarre und Bass und Hendrik Schaper formierte sich Anfang 1990 für die erste Tournee durch Ostdeutschland eine nahezu komplett neue Besetzung. Es spielten (Schlagzeug), Frank Oberpichler (Klavier) und noch einmal „Veteran“ Karl Allaut (Gitarre) extrem dreckigen Rock’n’Roll (zu hören auf Live in Leipzig).

In den Folgejahren gab es weitere Umbesetzungen (u. a. mit Curt Cress am Schlagzeug). 1996 fand die „alte“ Band (also die Besetzung aus den 80er Jahren) wieder zusammen und tourte durch zehn deutsche Städte. Bei dieser Kernbesetzung blieb es bis heute. Während der folgenden Tourneen wurde sie von Orchesterbegleitung und verschiedenen Gastmusikern unterstützt. Die meisten Plattenproduktionen erfolgten weiter ohne die Band (Und ewig rauscht die Linde 1996 mit Musikern aus dem Umfeld von Franz Plasas Home-Studio in Hamburg), wobei die eigentlichen Bandmitglieder häufig als (Co-)Produzenten und/oder Komponisten beteiligt sind (Der Exzessor 2000).

Seit 2000 ersetzte Jörg Sander – Studiomusiker u. a. für Tokio Hotel, Kim Wilde, Mel C, Melissa Etheridge – zeitweilig Carl Carlton an der Gitarre. 2004 wurde Jörg Sander festes Mitglied. Auf der CD Stark wie zwei war Sander auch als Co-Autor aktiv (Mein Ding, Der Deal). Die Mitglieder des aktuellen Panikorchesters sind auf der DVD Stark wie zwei von 2008 zu sehen.

Aktuelle Besetzung:

Weitere frühere Bandmitglieder und Studiomusiker:

  LiveStudio
Helmut FrankeGitarre?1971–76
Peter HerbolzheimerPosaune1978, 1983, 19881972–79, 1983
Thomas (Carola) KretschmerGitarre1974–80, seit 20041972–80, 1995, 2007
Roger HookGitarre, Mandoline19751972, 1976
Peter „Backi“ BackhausenSchlagzeug1973–?1974
Gottfried BöttgerKlavier, Celesta1973–?1973–76
Peter HessleinGitarre1973–1976, 1981–84
Lorenz „Lonzo“ WestphalVioline?1973–77
Karl AllautGitarre1973–1974, 1990 (–92?)1973–74, 1983, 1985, 1989–90
Keith ForseyPercussion19751974–76
Johnny MüllerChromonika, Schalmei?1974–78
Olaf KüblerSaxophon1974 (?), 1983–851974, 1976, 1983–85
Dieter AhrendtSchlagzeug1974–1976, 1980, 1985
Wolfgang „Bolle“ BurmeisterSax, Klarinette1974, 1976, 1981, 1996
Rale OberpichlerGesang?1975–78, 1981
Paul VincentGitarre1976–791976–79
Freya WippichGesang1976–83 (mit Unterbrechungen)
Curt CressSchlagzeug19941976–79, 1989, 1993
Dave KingBassgitarre, Keyboard1976–86, 2002
Kristian SchultzeKeyboard, Piano1976–78, 1982–84, 1986, 2002
Gebhard GloningSaxophon1978–811978–79
Nippy NoyaPercussion1978–811978, 1981, 1991
Uwe WegnerKeyboard, Klavier1979, 1985, 1988, 1991
Thomas „Digi“ KukuckSchlagzeug1980–82
George LynchGitarre1982
Mick BrownSchlagzeug1982
Jim VoxxGitarre, Bassgitarre1985, 2008
Frank LoefSaxophon1986–88
Moritz EckertTrompete1986–87, 1995
Hans Peter StröerKeyboard, Bass, Gitarre, Akkordeon, Banjo1986–98
Ernst StröerPercussion1986–98
Kieran HilbertGitarre1988–941989–92
Lukas HilbertBassgitarre1988–19941989–95
Jean AutretSchlagzeug1990 (–92?)1989
Frank OberpichlerKeyboard, Klavier, Hammond-Orgel1990 (– 92?)1992
Günter HaasGitarre1991–1993
Jens CarstensSchlagzeug1995–1996
Randy BlackDrums2008

Neben den Musikern waren bzw. sind eine Vielzahl weiterer Akteure, Darsteller und Stargäste an den Platten und Liveauftritten beteiligt:

  • Orchester
Peter Herbolzheimer (1975/76, 1988), Münchner Philharmoniker (1987), Deutsches Filmorchester Babelsberg (1997, 2000)
  • Stargäste (live)
1970er: Jutta Weinhold, Romy Haag, Eric Burdon, Ingeburg Thomsen, Ulla Meinecke, Otto Waalkes
1980er: Helen Schneider, Inga Rumpf, Gianna Nannini, Dalbello, Alla Pugatschowa, Eric Burdon, Nina C. Alice
1990er: , Die Prinzen, Sezen Aksu, Katja Keller, Nina Hagen, Ben Becker, Otto Waalkes, Esther Ofarim
seit 2000: Nina Hagen, Helge Schneider, Peter Maffay, Ben Becker, Otto Sander, Otto Waalkes, Tim Fischer, Dorkas Kiefer, Yvonne Catterfeld, , Ellen ten Damme, Jan Delay, Josephin Busch, Stefan Raab
  • Bühnenakteure (überwiegend 1970er Jahre):
Renate Dahlke („Elli Pyrelli“), Peter Arff („Rudi Ratlos“, Violine), Thomas Scholz („Felix“), Ralph Hermann (Vampir), Jack Ford (Pantomime), Otto Wanz (Catcher), Klaus Kauroff (Catcher), Eddy Kante (Bodyguard), Arno Köster (Barkeeper und Lokomotive), Berliner Panikgemeinde (Lindenberg-Doubles)

Persönliches

Udo Lindenberg ist ein politisch aktiver Mensch. Er bekennt sich zur Sozialdemokratie und trat schon auf einer Geburtstagsfeier des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder auf. Er engagierte sich für die Afrikahilfe bei seiner Mitwirkung beim deutschen Beitrag Nackt im Wind für das Projekt Live Aid sowie mit dem Benefiz-Song für Afrika Grüne Mauer. Immer wieder ist er an Projekten gegen den Neonazismus beteiligt und gründete 2000 sein Projekt Rock gegen rechte Gewalt.[46]

Am 10. Dezember 2006 gründete er die Udo-Lindenberg-Stiftung, um sich dauerhaft kulturpolitisch, humanitär und sozial zu engagieren und um Hermann Hesses Dichtkunst mit Musik von heute zu verbinden. Die Stiftung fördert deutschsprachige Nachwuchsbands mit regelmäßigen Panikpreis-Wettbewerben, veranstaltet das Hermann-Hesse-Festival und unterstützt soziale Projekte in Afrika sowie in Deutschland.

Seit 2015 unterstützt Udo Lindenberg die Umweltschutzorganisation Greenpeace als Botschafter für den Schutz der Arktis und im Kampf gegen die Klimakrise. Greenpeace begleitet den Sänger seitdem regelmäßig auf Tour – mit Infoständen von Greenpeace-Aktivisten und Bühnenauftritten der beiden Eisbärkonstruktionen Paula und Nanuk.[47] 2020 kritisierte Udo Lindenberg in einem gemeinsam mit Greenpeace produzierten Video Clemens Tönnies für die Zustände in dessen Fabriken und rief zur Unterzeichnung eines offenen Briefes gegen Billigfleisch an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf.[48]

Er wohnt seit Mitte der 1990er Jahre im Hamburger Hotel Atlantic.[49] Im März 2020 zog er wegen der Corona-Pandemie vorübergehend aus.[50] Seit 2012 hat er einen Zweitwohnsitz am Potsdamer Platz in Berlin.[51] 1989 erlitt Lindenberg einen Herzinfarkt.[52]

Oft hat er mit anderen Künstlern gemeinsame Projekte gestaltet, so mit Ulla Meinecke, Die Prinzen, Nena, (ex Birth Control) oder Freundeskreis, Lukas Hilbert, Mellow Mark, Jan Delay, aber auch mit ausländischen Kolleginnen wie Alla Pugatschowa (Russland) oder Sezen Aksu (Türkei). Er trat mit internationalen Künstlern wie Eric Burdon, Helen Schneider, David Bowie, Alexis Korner und Gianna Nannini auf.

Lindenberg ist seit Ende der 1990er Jahre mit der Fotografin Tine Acke liiert.[53][54][55]

In dem 2018 bei Kiepenheuer & Witsch erschienenen Buch Udo von Udo Lindenberg und Thomas Hüetlin wird der Tod des Bruders, Erich Lindenberg, im Jahr 2006 als entscheidender Wendepunkt im Leben von Lindenberg beschrieben.[56]

Auszeichnungen

„Goldplatte“ am Geburtshaus in Gronau/Westf.
Lindenberg-Denkmal in Gronau/Westf. (Foto 2015)

Der Vorplatz des Gronauer Rock’n’popmuseums wurde nach Udo Lindenberg benannt (Udo-Lindenberg-Platz). Außerdem erhielt Udo Lindenberg einen eigenen Stern („Walk of Fame“), eingelassen im Gehweg der Hamburger Reeperbahn vor dem (ehemaligen) Café Keese. Am 3. März 2007 wurde unter großer Anteilnahme von Bürgern, Presse, Fans und Freunden eine zu Ehren der „Rocklegende“ von der „Berliner Panikgemeinde“ gestiftete und an seinem Geburtshaus angebrachte „26-Karat-Goldplatte“ (O-Ton Lindenberg) feierlich durch den Künstler enthüllt. In seiner Geburtsstadt Gronau wurde Lindenberg 2015 mit einem Denkmal gewürdigt und am 26. Juli 2016 zum Ehrenbürger ernannt.[61]

Trivia

  • Als erste Schule Deutschlands trägt seit Juni 2017 die Mittelschule in Mellrichstadt in Unterfranken offiziell den Namen Udo-Lindenberg-Schule: Udo Lindenberg stehe seit Jahrzehnten für Werte wie Toleranz, Respekt, Frieden und eine bunte Gesellschaft – Werte, die den Schülern vermittelt werden sollen.[62][63]
  • Im November 2014 wurde bei Lindenberg kurz vor seinem Abflug nach Paris am Hamburger Flughafen eine Schusswaffe samt Munition in seinem Koffer gefunden.[64] Im November 2015 erhob die Staatsanwaltschaft Hamburg Anklage gegen Lindenberg, da sie seine Behauptung, die Waffe gehöre seinem Bodyguard-Team, für unglaubwürdig hielt.[65]
  • 2011 wurde Lindenberg neben Til Schweiger, Veronica Ferres, Alice Schwarzer, Philipp Lahm u. a. für die Werbekampagne Ihre Meinung zu Bild… ? gewonnen und war in der bundesweiten Plakatkampagne der Bild zu sehen.[66]
  • Der Filmtitel des Roadmovies Bis zum Horizont und weiter aus dem Jahr 1999 von Peter Kahane ist eine Anspielung auf die Ballade Horizont – das Lied ist im Abspann des Films zu hören.
  • Wie im November 2019 bekannt wurde, haben Forscher das Typusexemplar der im Allgäu neu entdeckten fossilen Menschenaffenart Danuvius guggenmosi auf den Namen „Udo“ getauft. Den Unterkiefer des Primaten entdeckten die Wissenschaftler am 17. Mai 2016 – Lindenbergs 70. Geburtstag.[67]

Markenrechte

Udo Lindenberg war bzw. ist der Inhaber folgender eingetragener Marken:[68]

  • Panik-Orchester (Registernummer 1051464, Anmeldetag 2. September 1982, ausgelaufen am 2. September 2002)
  • LIKÖRELL (Registernummer 39746502, Anmeldetag 30. September 1997, Schutzendedatum 30. September 2027)
  • LIQUEURELLE (Registernummer 39746503, Anmeldetag 30. September 1997, Schutzendedatum 30. September 2027)
  • Atlantic Affairs (Registernummer 30220446, Anmeldetag 23. April 2002, Schutzendedatum 30. April 2022)
  • Ejakulator (Registernummer 30640709, Anmeldetag 30. Juni 2006, Schutzendedatum 30. Juni 2026)
  • Wort-/Bildmarke ROCK LINER (Registernummer 302009036055, Anmeldetag 20. Juni 2009, Schutzendedatum 30. Juni 2029)
  • Hinterm Horizont geht’s weiter (Registernummer 302009069255, Anmeldetag 25. November 2009, Schutzendedatum 30. November 2029)
  • Hinterm Horizont (Registernummer 302009072358, Anmeldetag 9. Dezember 2009, Schutzendedatum 31. Dezember 2029)
  • Rock Liner (Wort-Bildmarke, Registernummer 302010013329, Anmeldetag 5. März 2010, Schutzendedatum 31. März 2020)
  • Panikpiraten (Registernummer 302010021468, Anmeldetag 9. April 2010, Schutzendedatum 30. April 2030)
  • Woddy Wodka (Registernummer 302011009731, Anmeldetag 17. Februar 2011, Schutzendedatum 28. Februar 2031)
  • Panik (Registernummer 302012012256, Anmeldetag 1. Februar 2012, Schutzendedatum 28. Februar 2022)
  • Panikorchester (Registernummer 302012012257, Anmeldetag 1. Februar 2012, Schutzendedatum 28. Februar 2022)
  • Keine Panik! (Aktenzeichen 3020160127798, Anmeldetag 29. April 2016, Schutzendedatum 30. April 2026)
  • PANIK CITY (Aktenzeichen 3020160153632, Anmeldetag 30. Mai 2016, Schutzendedatum 31. Mai 2026)
  • Udo Lindenberg (Aktenzeichen 3020160153632, Anmeldetag 14. Mai 2019, Schutzendedatum 14. Mai 2029)
  • Wort-/Bildmarke PANIK DRINK (Aktenzeichen 018069600, Anmeldetag 20. Mai 2019, Schutzendedatum 20. Mai 2029)
  • Wort-/Bildmarke PANIK COLA (Aktenzeichen 018069602, Anmeldetag 20. Mai 2019, Schutzendedatum 20. Mai 2029)

Diskografie

Studioalben

JahrTitelHöchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DEAT ATCH CH
1971Lindenberg
Erstveröffentlichung: August 1971
1972Daumen im Wind
Erstveröffentlichung: 1972
1973Alles klar auf der Andrea Doria 1DE23
(24 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. Dezember 1973
Verkäufe: + 100.000[69]
1974Ball Pompös 1DE3
Gold
Gold
[70]
(48 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. August 1974
Verkäufe: + 250.000[70]
1975Votan Wahnwitz 1DE3
Gold
Gold

(28 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. April 1975
Verkäufe: + 250.000
1976Galaxo Gang – Das sind die Herrn vom andern Stern 1DE4
Gold
Gold

(24 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. Januar 1976
Verkäufe: + 250.000
Panik Udo / No Panic on the Titanic 1DE34
(12 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. Mai 1976
Sister King Kong 1DE8
(18 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. Oktober 1976
1977Panische Nächte 1DE31
(14 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. Oktober 1977
1978Lindenbergs Rock-Revue 1DE15
(16 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. Mai 1978
Dröhnland Symphonie 1DE15
(21 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 1. Dezember 1978
1979Der Detektiv – Rock Revue 2 1DE22
(23 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. Oktober 1979
1980Panische Zeiten 1DE12
(13 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 5. Mai 1980
1981Udopia 1DE5
Gold
Gold

(47 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 13. April 1981
Verkäufe: + 250.000
1982Keule 1DE9
(16 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 17. Mai 1982
1983Odyssee 1DE3
Gold
Gold

(28 Wo.)DE
AT8
(8 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 24. Januar 1983
Verkäufe: + 250.000
1984Götterhämmerung 1DE3
(21 Wo.)DE
CH10
(9 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 30. Januar 1984
1985Sündenknall 1DE11
(14 Wo.)DE
CH22
(3 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 31. März 1985
Radio Eriwahn präsentiert Udo Lindenberg + Panikorchester 1DE17
(8 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 9. September 1985
1986PhönixDE26
(19 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 5. November 1986
1987Feuerland 1DE16
(12 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 7. September 1987
1988HermineDE26
(9 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 15. Februar 1988
CasaNovaDE32
(19 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 12. Dezember 1988
1989Bunte Republik DeutschlandDE17
(31 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 16. Oktober 1989
1991Ich will dich habenDE11
(25 Wo.)DE
CH23
(10 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 21. Februar 1991
GustavDE32
(10 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 28. Oktober 1991
1992Panik-PantherDE24
(11 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 28. September 1992
1993BenjaminDE49
(9 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 1993
1995KosmosDE44
(8 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 29. Mai 1995
1996Und ewig rauscht die LindeDE39
(9 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 29. April 1996
1997Belcanto
mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg
DE29
(12 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 1. September 1997
1998ZeitmaschineDE49
(3 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 5. Oktober 1998
2000Der ExzessorDE40
(3 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 22. Mai 2000
2002Atlantic AffairsDE76
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 27. Mai 2002
Verkäufe: + 7.000[71]
2008Stark wie ZweiDE1
Dreifachplatin
×3
Dreifachplatin

(70 Wo.)DE
AT10
(9 Wo.)AT
CH6
(16 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 28. März 2008
Verkäufe: + 600.000
2016Stärker als die ZeitDE1
Fünffachgold
×5
Fünffachgold

(71 Wo.)DE
AT7
(12 Wo.)AT
CH2
(18 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 29. April 2016
Verkäufe: + 500.000

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Literatur

Rundfunkreportagen

  • Panik. Poesie. Palast. Ein literarischer Abriss von Erichs Lampenladen. 90-minütiges Hörfunk-Feature über Udo Lindenbergs Auftritt im Palast der Republik von Thilo Schmidt, Südwestrundfunk 2006, Regie: Giuseppe Maio. Gekürzte 54-Minuten-Version in vielen öffentlich-rechtlichen Programmen wiederholt.

Liederbücher

  • Panikperlen (die größten Hits, arrangiert für Klavier, Gesang & Gitarre), Bosworth Music, Berlin 2007, ISBN 978-3-86543-262-9.

Filme

Weblinks

Commons: Udo Lindenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Interviews:

Einzelnachweise

  1. Udo Lindenberg ist Ehrenbürger seiner Geburtsstadt (Memento vom 26. Juli 2016 im Internet Archive)
  2. Interview zu seinem 65. Geburtstag. (Nicht mehr online verfügbar.) In: WDR2.de. 17. Mai 2011, ehemals im Original; abgerufen am 22. Februar 2019.@1@2 (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  3. Udo Lindenberg: Ein Trommler in Afrika. Musik Express, Heft 1/1980
  4. Frank Bartsch: Udo Lindenberg: Mach dein Ding – Die frühen Jahre – wie aus dem kleinen Matz der große Udo wurde. Hamburg 2019, ISBN 978-3-8419-0701-1.
  5. Jens Balzer: Otto Waalkes und Pit Knorr im Gespräch über improvisierte Musik und Bild-Text-Kombinatorik: „Probleme hatten wir nur mit unseren Frauen“. In: berliner-zeitung.de. 21. Juni 2008, abgerufen am 22. Februar 2019.
  6. Geburtstagskonzert: Westernhagen erfüllte Wünsche. (Nicht mehr online verfügbar.) Rhein-Main Zeitung, 19. Dezember 2008, archiviert vom Original am 1. Februar 2009; abgerufen am 22. Februar 2019.
  7. Christopher Chirvi: Günter Fink zum 70. Otto-Geburtstag: In einer WG mit Waalkes, Lindenberg und Westernhagen. Abgerufen am 25. April 2020.
  8. Unsere wilden Zeiten in der „Villa Kunterbunt“. In: Welt am Sonntag, 13. Juli 2008.
  9. Alexander Kolbe: Gruppendynamik. In: Rocks – das Magazin für Classic Rock, Heft 01/2012, S. 54–61.
  10. Udo Lindenberg, Ost-Berlin und die Stasi-Akten.
  11. Udo rockt für den Weltfrieden – Das Konzert von 1983 in den Stasi-Unterlagen BStU, 2013. (PDF)
  12. Die Akte Udo Lindenberg. Udo und die DDR. Internetartikel des WDR Fernsehens, 15. Januar 2015, abgerufen am 31. Januar 2015.
  13. Bettina Exner: Udo Lindenberg – Wozu sind Kriege da? (Memento vom 19. Juni 2015 im Internet Archive) In: radioBERLIN88,8, 12. Januar 2011, abgerufen am 9. Juni 2015.
  14. Carsten Schmidt: Die Frau hinterm Horizont (Memento vom 16. September 2012 im Internet Archive) auf dem Hamburger Portal Konzert der Stille, 20. Januar 2012.
  15. Udo Lindenberg zeigt seine Honecker-Geschenke. In: bz-berlin.de, 2. Juli 2015.
  16. Wie Lindenberg Honecker aus der Reserve lockte. In: Mitteldeutsche Zeitung. 23. Juni 2012, abgerufen am 31. Januar 2015.
  17. Dateien freigegeben - Acrobat.com. In: files.acrobat.com. Abgerufen am 26. April 2016.
  18. Für Catterfelds Album Meine Welt (2003) schuf Lindenberg das Lied Niemandsland (Musik, Text, Produktion, Begleitgesang).
  19. Udo Lindenberg lüftet das Rätsel, warum er Hut trägt. In: welt.de, 16. Januar 2011.
  20. Nena und Udo Lindenberg liebten sich. In: spiegel.de. 12. Oktober 2002, abgerufen am 2. März 2020.
  21. KEINE PANIK. ALLES KLAR. [Original-Schreibweise] Meyers Großes Taschenlexikon in 24 Bänden. Neu gestaltet als Künstleredition von Udo Lindenberg. Halbseitige Anzeige in art – Das Kunstmagazin, Ausgabe 10/2006, Seite 69. Quelle: Vorlage, erfasst am 26. Juli 2019.
  22. Holger Zürch: Panik pur. 35 Jahre Udo Lindenberg – Die Bilanz. In: pernobilis-Edition. Seite 34–35. Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86703-318-3.
  23. 999 Lindenberg-Lexika. In: udo-Lindenberg.de. 14. März 2011, abgerufen am 27. Juli 2019.
  24. Udo Lindenberg – Stark wie nie zuvor auf udo-lindenberg.de, 7. April 2008.
  25. Karsten Kilian: Vor dieser Marke zieh ich den Hut. In: Absatzwirtschaft, 2010, Nr. 9, S. 94.
  26. postfrisch – Das Philatelie-Journal, Juli/August 2010, S. 4–5, 17.
  27. Briefmarkenedition „Sonderzug nach Pankow“. Museum Pankow, abgerufen am 3. März 2013.
  28. Christoph Spangenberg: East-Side-Story mit Brüll-Rock’n’Roll In: Der Tagesspiegel online, 23. Dezember 2010.
  29. Gold-/Platin-Datenbank, Bundesverband Musikindustrie (BVMI).
  30. Lindenbergs Unplugged-Album millionenfach verkauft – Multi-Platin. In: Die Welt online, abgerufen am 29. Mai 2012.
  31. Tommy mach dein Ding Video auf YouTube, abgerufen am 3. März 2013.
  32. Rockliner 3 mit Udo Lindenberg auf Mein Schiff 2 im Mai 2014 Schiffe und Kreuzfahrten, 5. Juni 2013, abgerufen am 23. Juni 2014.
  33. Fulminante Show der Superlative (Memento vom 26. Juli 2014 im Internet Archive) In: wdr2.de, 8. Juni 2014.
  34. Panik-Udo bat zum „betreuten Rocken“ (Memento vom 18. April 2015 im Internet Archive) In: mdr.de, 15. Juni 2014.
  35. Udo Lindenberg - Panikparty im Sonderzug nach Pankow. In: berlinmagazine.de, 26. März 2015.
  36. Auf Stadiontour: „Panikparty“ mit Udo Lindenberg. focus.de, 7. Juli 2015.
  37. Porsche. Panik. Power. abgerufen am 23. Juni 2015.
  38. Albumankündigung Stärker als die Zeit Warner Music Germany, 26. Februar 2016.
  39. „MTV Unplugged 2“ erscheint am 14.12. In: warnermusic.de. 17. Oktober 2018, abgerufen am 22. Dezember 2018.
  40. In der „Panik City“ dreht sich alles um Udo. In: stern.de. 20. März 2018, abgerufen am 5. August 2018.
  41. Zwischentöne: Udo Lindenberg stellt im Museum der bildenden Künste aus. In: lvz.de. 8. November 2019, abgerufen am 4. Oktober 2019.
  42. Spex, Nr. 5/2007.
  43. Matthias Inhoffen: Ich will Konkurrenz haben. Stereoplay, Nr. 1/1988, S. 164–166.
  44. a b Udo Lindenberg Porträt auf musikbase.de.
  45. a b Thomas Hüetlin: Udo. Köln 2018, S. 156.
  46. Udo rockt gegen rechte Gewalt. In: mut-gegen-rechte-gewalt.de, 28. November 2011.
  47. Rocken fürs Klima. In: greenpeace.de. Abgerufen am 1. Februar 2021.
  48. Udo Lindenberg attackiert Clemens Tönnies und Julia Klöckner wegen Billigfleisch. In: wlz-online.de. 6. August 2020, abgerufen am 1. Februar 2021.
  49. Udo Lindenberg: „Bisschen wie eine WG“. In: www.tophotel.de, 16. Juni 2014.
  50. Wegen Corona: Udo Lindenberg verlässt Hotel Atlantic. In: jumpradio.de. 26. März 2020, abgerufen am 5. April 2020.
  51. Udo Lindenberg zieht (ein bisschen) in die Hauptstadt. In: bild.de, 2. Oktober 2012.
  52. Udo Lindenberg im Krankenhaus. Hamburger Abendblatt, 16. November 2007, abgerufen am 12. Juli 2020.
  53. Biografie Tine Acke. In: tineacke.de.
  54. Tine Acke: Stille Beobachterin einer lauten Legende. Hamburger Abendblatt, 29. September 2008, auf tineacke.de.
  55. Udo Lindenberg: Chronik einer Auferstehung. In: udo-lindenberg.de, 14. Oktober 2010.
  56. Jens Uthoff: Udo Lindenberg Unplugged: Lass die anderen labern. Die Tageszeitung, 15. Dezember 2018, abgerufen am 6. Februar 2019.
  57. Helmut Glück, Walter Krämer, Eberhard Schöck (Hrsg.): Kulturpreis Deutsche Sprache 2010 – Reden und Ansprachen. Paderborn 2010, ISBN 978-3-942409-06-3.
  58. Matthias Matussek: Laudatio zur Verleihung des Jacob Grimm Preises an Udo Lindenberg (Memento vom 12. April 2013 im Webarchiv archive.today)
  59. Rotes Rathaus: Wowereit verleiht Berliner Landesorden. Pressemitteilung vom 29. September 2014. Abgerufen am 1. Oktober 2014.
  60. Bundesverdienstkreuz für Udo Lindenberg auf ndr.de, 2. Oktober 2019
  61. Ein Denkmal für den Chef-Gronauten Lindenberg. Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2015, abgerufen am 25. August 2020.
  62. Erste Udo-Lindenberg-Schule. In: udo-lindenberg.de, 24. Juni 2017.
  63. Die erste Lindenberg-Schule in Deutschland. Mainpost, 24. Juni 2017.
  64. Flughafenpolizei findet Waffe bei Udo Lindenberg RP.online, 17. November 2014.
  65. Revolver im Handgepäck: Anklage gegen Udo Lindenberg wegen Waffenbesitzes Spiegel Online, 19. November 2015.
  66. Nach Werbeabsage: Judith Holofernes in den Fängen der "Bild". In: Stern. Abgerufen am 24. Juli 2016.
  67. Fund in Bayern stellt Evolutionstheorie auf den Kopf – und lockt Neugierige an. 19. November 2019, abgerufen am 16. Dezember 2019.
  68. Registerauskunft des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) vom 24. Oktober 2020
  69. Verkäufe von Alles klar auf der Andrea Doria
  70. a b Günter Ehnert: Hit Bilanz – Deutsche Chart LP’s 1962–1986. Hrsg.: Taurus Press. 1. Auflage. Verlag populärer Musik-Literatur, Hamburg 1994, ISBN 978-3-922542-29-2, S. 294.
  71. Ralf Hoppe: Aufmarsch der Überlebenden Der Spiegel 7/2004, abgerufen am 11. Mai 2012
  72. Leseprobe (29 Seiten) – abgerufen am 16. September 2019
  73. Udo Lindenberg - neues Buch „Udo Fröhliche“: Alkohol-Sucht! So soff sich Lindenberg auf 4,7 Promille. In: news.de, 15. November 2020.
  74. KEINE PANIK. ALLES KLAR. [Original-Schreibweise] Meyers Großes Taschenlexikon in 24 Bänden. Neu gestaltet als Künstleredition von Udo Lindenberg. Halbseitige Anzeige in art – Das Kunstmagazin, Ausgabe 10/2006, Seite 69. Quelle: Vorlage, erfasst am 26. Juli 2019.
  75. Holger Zürch: Panik pur. 35 Jahre Udo Lindenberg – Die Bilanz. In: pernobilis-Edition. Seite 34–35. Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86703-318-3.
  76. 999 Lindenberg-Lexika. In: udo-lindenberg.de. 14. März 2011, abgerufen am 27. Juli 2019.

Veröffentlichungen von Deutsches Filmorchester Babelsberg die im OTRS erhältlich sind/waren:

Belcanto

Deutsches Filmorchester Babelsberg auf Wikipedia (oder andere Quellen):

Das Deutsche Filmorchester Babelsberg (kurz: DFOB, im Englischen auch bekannt unter dem Namen German Film Orchestra Babelsberg) ist ein Orchester und Tonstudio mit Sitz im Studio Babelsberg in Potsdam. Es ist auf die Produktion von Film- und Gamemusik und Tonträgern spezialisiert und spielt regelmäßig Konzerte und wirkt in TV-Shows mit.

Geschichte

Die Wurzeln des Deutschen Filmorchesters Babelsberg reichen bis in das Jahr 1918 zurück. Die Universum Film AG (Ufa) gründete in Babelsberg mit dem Ufa-Sinfonieorchester das erste Filmorchester Deutschlands. Legendäre Stummfilme wie Fritz Langs Metropolis (1926), Carl Mayers Das Cabinet des Dr. Caligari (1920) und Walter Ruttmanns Berlin – Die Sinfonie der Großstadt (1927) wurden vom Orchester begleitet. Nach der Einführung des Tonfilms wurde 1932 der auch noch heute in Betrieb befindliche Aufnahmesaal errichtet. Es entstanden darin Meilensteine der Filmgeschichte wie Joseph von Sternbergs Der blaue Engel (1930), Wilhelm Thieles Die drei von der Tankstelle (1930) oder Die Feuerzangenbowle (1944) von Helmut Weiss sowie Kassenschlager, Revue- und Musikfilme der 1930er und 40er Jahre mit Stars wie Marlene Dietrich, Lilian Harvey, Zarah Leander, Marika Rökk, Hans Albers, Johannes Heesters oder Heinz Rühmann. Viele Ufa-Schlager, darunter die Welthits wie »Kann denn Liebe Sünde sein«, »Ich bin die fesche Lola« und »Ein Freund, ein guter Freund« wurden vom Orchester eingespielt und produziert.

Das Orchester überstand die Zeit des Zweiten Weltkriegs nahezu unbeschadet und konnte 1946 mit Gründung der Deutschen Film AG (DEFA) seine Arbeit am alten Standort in Babelsberg als studioeigenes Orchester der DEFA-Musikabteilung fortsetzen. Nahezu alle Produktionen der DEFA wurden mit dem Orchester eingespielt, darunter Filmklassiker wie Wolfgang Staudtes Die Mörder sind unter uns (1946), Heiner Carows Die Legende von Paul und Paula (1973), Peter Schamonis Frühlingssinfonie (1983) sowie alle Folgen der TV-Reihe Polizeiruf 110.

Nach der deutschen Wiedervereinigung gingen 1993 das DEFA-Sinfonieorchester und das Radio Berlin Tanzorchester unter dem Gründer Klaus Peter Beyer zusammen im neuen Klangkörper auf, firmierend unter dem heutigen Namen Deutsches Filmorchester Babelsberg (DFOB). Das DFOB setzt somit die Tradition seiner Vorgänger fort. Aufnahmen und Proben fanden 1993 bis 2007 im Funkhaus Nalepastraße statt. 2007 bezog das Orchester wieder die ursprünglichen Gebäude aus den 1930er Jahren inklusive des historischen Aufnahmesaals. Neue Räumlichkeiten für Proben und Verwaltung sowie weitere Studios mit neuestem technischen Standard befinden sich ebenfalls in den Gebäuden auf dem Filmgelände von Studio Babelsberg.

2018 feierte das Orchester sein 100-jähriges Bestehen.[1]

Die Arbeit

Im Bereich Film und Fernsehen beteiligte sich das Orchester an über 1000 Filmmusikproduktionen[2]. In den letzten Jahrzehnten entstanden unter anderem Filme wie Die Apothekerin, Solo für Klarinette, Otto – Der Katastrofenfilm, Der Tanz mit dem Teufel, The Musketeer, Lauras Stern, 7 Zwerge – Männer allein im Wald, Der Clown, Anonymus, Er ist wieder da, Jeder stirbt für sich allein, Das kalte Herz, Tabaluga, Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, Der Fall Collini.[3], Jeder stirbt für sich allein, Jim Knopf und die wilde 13, Another Mother´s son, Ich bin dann mal weg, und Annette.

Das DFOB spielt Opernprojekte, Crossover-Programme und sinfonische Konzerte. Es präsentiert zudem ein großes Repertoire bekannter Stummfilme als „Film-Live-Konzerte“. 16 Jahre lang wurde die José Carreras Gala (MDR) in Leipzig vom Filmorchester begleitet. Auch bei den Elblandfestspielen Wittenberge ist das Orchester seit der Gründung im Jahre 2000 fester Partner mit jährlichen Fernsehaufzeichnungen (RBB, alle weiteren dritten Programme der ARD und 3sat).

Das Deutsche Filmorchester Babelsberg war an der Produktion von weit über 800 Tonträgern beteiligt. In den letzten Jahren folgten Aufnahmen von Orchesterbegleitungen für Peter Fox’ Solo-Album Stadtaffe und Alben von Silbermond, Söhne Mannheims, Udo Lindenberg, Rammstein sowie Polarkreis 18. Auch an internationalen Projekten von Künstlern und Künstlerinnen wie Celine Dion, Bryan Adams und Shania Twain war das Orchester beteiligt.

Zwischen 2007 und 2010 nahm das DFOB zusammen mit zahlreichen Bands und Solisten aus der früheren DDR am Projekt Ost-Rock Klassik teil. Daneben veranstaltete radioEINS 2010 Radiokonzerte mit dem Filmorchester und Keimzeit sowie Selig. 2009 spielten sie auf dem Album Low Voltage der Band The BossHoss und der folgenden Tournee.

Außerdem nimmt das Deutsche Filmorchester Babelsberg Musik für Computerspiele auf. Zuletzt die Titel Balan Wonderworld (2021) und Final Fantasy: Brave Exvius (2019) des Publishers Square Enix.

Mit der benachbarten Filmuniversität Babelsberg finden Kooperationen statt, so dass Filmstudierende bei ihren ersten Arbeiten und Kurzfilmen schon früh in Kontakt mit dem Orchester kommen.

Intendant und Gründer ist Klaus-Peter Beyer. Chefdirigent war von 1999 bis 2003 Scott Lawton. Lawtons Vorgänger waren Frank Strobel (1995 bis 1998) und Bernd Wefelmeyer (bis 1995). Ständige Gastdirigenten sind derzeit Robert Reimer, Christian Köhler und Matt Dunkley.

Diskografie (Auszug)

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[4]
Resonance - Music For Orchestra Vol.1 (mit VNV Nation)
 DE722.05.2015(2 Wo.)
 AT7329.05.2015(1 Wo.)
Ein Wintermärchen - Weihnachtslieder aus Deutschland (mit Max Raabe, Gregor Meyle, Katharina Thalbach, Cassandra Steen, Thomas Quasthoff, Albrecht Mayer & Christoph Israel)
 DE2502.12.2016(5 Wo.)

Alben

JahrTitelInterpret*in
1997BelcantoUdo Lindenberg
1997BalanceKarat
1998ZeitmaschineUdo Lindenberg
199917 MilimeterHildegard Knef
2000ZionSöhne Mannheims
2001MutterRammstein
2001RomantikElement of Crime
2002A New Day Has ComeCeline Dion
2002Up!Shania Twain
2002Macht LiebeRosenstolz
200220 Jahre – Nena feat. NenaNena
2003Leave the Light OnBeth Hart
2004Reise, ReiseRammstein
2004NoizSöhne Mannheims
2004Verschwende deine ZeitSilbermond
2005Nord Nord OstSubway to Sally
2005Colour Me KubrikBryan Adams
2006Laut gedachtSilbermond
2006TagtraumSchiller
2007Das optimale LebenAnnett Louisan
2008StadtaffePeter Fox
2008Cantus Bruanus IICorvus Corax
2008The Colour of SnowPolarkreis 18
2009Liebe ist für alle daRammstein
2009Alles kann besser werdenXavier Naidoo
2009Krieger des LichtsSilbermond
2010FreiPolarkreis 18
2010In FarbeRevolverheld
2010Low VoltageThe BossHoss
2011Der ganz normale WahnsinnUdo Jürgens
2011Barrikaden von EdenSöhne Mannheims
2012AffärenRoland Kaiser
2013The Mystery of TimeAvantasia
2014Mitten im LebenUdo Jürgens
2014Ich lasse mir das Singen nicht verbietenHape Kerkeling
2014ZusammenKeimzeit
2015Leichtes GepäckSilbermond
2015Eddie GauntEddie Gaunt
2015ResonanceVNV Nation
2016Six CyclesMatt Dunkley
2016Ein Wintermärchen – Weihnachtslieder aus DeutschlandDeutsches Filmorchester Babelsberg, Max Raabe, Gregor Meyle, Katharina Thalbach, Cassandra Steen, Thomas Quasthoff, Albrecht Mayer
2017WIRERhonda
2017Three Worlds: Music from Woolf WorksMax Richter
2017Zwischen den SekundenAlexa Feser
2018Cycles 7–17Matt Dunkley
2019Voyager – Essential Max RichterMax Richter
2019WerkzeugkastenAnna Loos
2020Punkt.Balbina

Singles

JahrTitelInterpret*in
2005Wir sind wir (Ein Deutschlandlied)Paul van Dyk und Peter Heppner
2008Allein AlleinPolarkreis 18

Filmografie (Auszug)

TitelJahrKomponist*in
Metropolis1927Gottfried Huppertz
Die Feuerzangenbowle1944Werner Bochmann
Les milles – Gefangen im Lager (Les Milles)1995Alexandre Desplat
Victory1996Richard Hartley
Die Apothekerin1997Ludwig Eckmann, Maximilian Geller
Liebe deine Nächste1998Stefan Fischer, Ralf Wienrich
Solo für Klarinette1998Nikolaus Glowna
Otto – Der Katastrofenfilm2000Darius Zahir
Snow White2001Michael Conventino, Robert Muzingo
Lauras Stern2004Hans Zimmer, Nick Glennie-Smith, Henning Lohner
Casanova2005Alexandre Desplat
7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug2006Joja Wendt
Wickie und die starken Männer2009Ralf Wengenmayr
Ninja Assassin2009Ilan Eshkeri
Anonymous2011Thomas Wandler, Harald Kloser
Disconnect2012Max Richter
The Last Days on Mars2013Max Richter
The Congress2013Max Richter
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand2013Matti Bye
Der Medicus2013Ingo Ludwig Frenzel
The Leftovers2014Max Richter
Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück2014Dan Mangan, Jesse Zubot
Escobar: Paradise Lost2014Max Richter
Wie Brüder im Wind2015Sarah Class
Muhammad: The Messenger of God2015A.R. Rahman
Ich bin dann mal weg2015Alexander Geringas, Joachim Schlüter, Matthias Petsche
Er ist wieder da2015Enis Rothoff
Hitman: Agent 472015Marco Beltrami
Jeder stirbt für sich allein2016Alexandre Desplat
Timeless2016Robert Duncan
Sleepless2017Michael Kamm
Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer2018Ralf Wengenmayr
Asphaltgorillas2018Bowen Liu, Pierre Baigorry, Torsten Reibold
Der Fall Collini2019Ben Lukas Boysen
Love, Death & Robots2019Maxime Hervé
Deutschstunde2019Lorenz Dangel
Ad Astra2019Max Richter, Lorne Balfe
Enkel für Anfänger2020Helmut Zerlett
Die Wolf-Gäng2020Andreas Weidinger
Die Heinzels2020Alex Komlew
Jim Knopf und die Wilde 132020, Ralf Wengenmayr
Gott, du kannst ein Arsch sein2020Michael Regner
Der Boandlkramer und die ewige Liebe2021Marvin Miller, Ralf Wengenmayr
Tides2021Lorenz Dangel
Arlo the Alligator Boy2021Alex Geringas
Annette2022Sparks

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Berliner Zeitung: „Filmorchester Babelsberg vor dem 100-jährigen Bestehen“, berliner-zeitung.de vom 31. August 2017, abgerufen am 6. Februar 2020
  2. [1] filmorchester.de, abgerufen am 3. Februar 2020
  3. Deutsches Filmorchester Babelsberg: Credits, DFOB / Filmorchester.de, abgerufen am 6. Februar 2020
  4. Chartquellen: DE AT

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